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"Doppelter Rekord": Basler Zeitungs-Titel

Medien Region Basel: "TagesWoche" ist Abo-Zeitung Nummer zwei

Die "Basler Zeitung" verzeichnet Rekord-Auflagenverlust, die BZ profitiert kaum


Von Markus Knöpfli


Gemäss den neusten Zahlen der AG für Werbemedienforschung (Wemf) weist die "Basler Zeitung" neu eine Auflage von auf 68'279 Exemplaren aus, 12 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die "TagesWoche" kommt auf 22'580 Exemplare und ist damit die Nummer zwei in der Nordwestschweiz. Die "Basellandschaftliche Zeitung" hat neu 22'463 Exemplare.


9'340 Exemplare hat die "Basler Zeitung" innert eines Jahres verloren. Neu weist ihr die Wemf eine verkaufte Auflage von 68'279 Exemplare aus, ein Minus von 12 Prozent. Dieser Verlust stellt traurigerweise gleich einen doppelten Rekord dar: Keine andere grosse Abo-Zeitung hat in dieser Auflagenrunde prozentual so viel eingebüsst wie die BaZ, die meisten verlieren zwischen 0,8 Prozent und 8,3 Prozent.

20'000 Exeplare weniger seit BaZ-Verkauf

Aber auch für die führende Zeitung auf dem Platz Basel selbst ist es ein Rekord: In den letzten zehn Jahren hat sie nie so viel verloren, weder prozentual noch in absoluten Zahlen – und wohl auch in ihrer ganzen bisherigen Geschichte nicht. Über die letzten drei Jahre, also seit dem Verkauf der Gruppe "Basler Zeitung Medien" (BZM) an Tito Tettamanti, Martin Wagner und Christoph Blocher, betrug der Auflagenverlust insgesamt knapp 20 000 Exemplare.

OnlineReports hat kürzlich vorgerechnet, dass die offiziellen Leserzahlen der BaZ wegen der neuen, anfangs gratis und grossauflagig verteilten BaZ-Sonntagsausgabe deutlich zu hoch ausgefallen sind. Aufgrund eigener Berechnungen kam der Autor damals zum Schluss, dass die effektive BaZ-Reichweite tiefer, nämlich bei 142'000 bis 154'000 Lesern, liegen dürfte. Die neue BaZ-Auflage zeigt nun, dass der untere Wert eher der Realität entspricht: Denn wenn man davon ausgeht, dass ein BaZ-Exemplar wie bisher von durchschnittlich 2,1 Personen angeschaut wird, kommt man auf 143'000 Leser. Gegenüber dem Stand vor einem Jahr (161'000 Leser) entspricht dies einem Reichweitenverlust von 11 Prozent.

Wichtig dabei: Während bei den Wemf-Leserzahlen die Werte der Werktags-BaZ mit jenen der Sonntagsausgabe vermischt wurden, entsprechen die Wemf-beglaubigten Auflagen der BaZ nur jener der Werktags-BaZ, die Auflage der Sonntagsausgabe ist nicht eingeschlossen. Somit geben sie die Entwicklung der Werktags-BaZ ungeschminkt wider. Dies bestätigte BaZ-Sprecher Roger Berger auf Anfrage.

BaZ verlor vor allem im Abo-Bereich

Die Wemf-Auflagenzahlen zeigen auch auf, dass die BaZ vor allem im Abo-Bereich verloren hat: Knapp 8'000 zahlende Abonnenten sprangen allein im letzten Jahr ab. Weitere Rückgänge gab es bei den Gratisabos und beim Kioskverkauf: Bei den Gratisabos (primär für ehemalige Mitarbeiter) nahm Martin Wagner seinerzeit Streichungen vor. Heute liegt diese Zahl noch bei 1'000 Exemplaren, vorher waren es über 3'500. Die Nachfrage am Kiosk liess ebenfalls nach: Heute setzt die BaZ dort 2'400 Exemplare ab, 2009 waren es noch 1'316 Exemplare mehr. Gestiegen ist bloss die Zahl der Schnupperabos: Von damals 549 auf heute 1'895 Exemplare.

Erstmals von der Wemf ausgewiesen ist die "TagesWoche", die im letzten Herbst dank einer millionenschweren Anschubfinanzierung der Roche-Erbin Beatrice Oeri gestartet war: Sie kommt auf eine verkaufte Auflage von 22'580 Exemplaren. Interessant ist ihre Auflagenstruktur: Diese setzt sich zusammen aus 18'605 bezahlten Abos, was ziemlich genau der Zahl der abtrünningen BaZ-Abonnenten entspricht, ebenso jener Zahl von Personen, die sich vor zwei Jahren auf der Plattform «Rettet Basel» eingetragen hatten. Hinzu kommt, dass die "TagesWoche"  bemerkenswert viele Exemplare am Kiosk absetzt – nämlich 3'020. Die Zahl der Probeabos ist dagegen mit 955 Exemplaren nur etwa halb so gross wie jene der BaZ.

BZ konnte nur wenig profitieren

Peter Wanners "AZ Medien" konnte dagegen von den Abokündigungen bei der BaZ nur wenig profitieren, trotz hohen Investitionen in die Redaktionen von "Basellandschaftlicher Zeitung" (BZ) und "Der Sonntag".

Die BZ und der vor knapp einem Jahr lancierte Split "BZ Basel" weisen zwar zusammen eine verkaufte Auflage von 22'463 Exemplaren und damit gegenüber letztem Jahr ein Plus von 13,3 Prozent auf. Doch das dürfte Peter Wanner nicht richtig freuen, denn trotz diesem Zuwachs wurde die BZ vom Newcomer "TagesWoche"  um 120 Exemplare überrundet. Kommt dazu, dass die BZ ihr Plus primär den 2'714 Promotionsexemplaren verdankt, mit denen die BZ Basel in Basel gepusht wurde und wird.

Bei den bezahlten Abos konnte die BZ dagegen nur um 3,5% oder 600 Exemplare auf 17'831 Abos zulegen. Eine leicht gesteigerte Nachfrage ist auch am Kiosk feststellbar: Aktuell setzte die BZ dort täglich 343 Exemplare ab, 30 mehr als noch vor einem Jahr. Immerhin: Nach Jahren der leichten Verluste wird bei den BZ-Abos und am Kiosk nun eine Trendumkehr sichtbar. Abzuwarten bleibt, wie lange sie anhält.

"Sonntag": Weniger Abos, mehr Einzelverkauf

Umso mehr, als sich der BZ-"Sonntag" schon heute schwächer zeigt: Zwar weist auch er mit neu 21 002 Exemplaren eine leicht gestiegene Auflage auf (+6,5 Prozent), dies jedoch primär, weil auch er seine Probeabos mit heute 3'073 Exemplaren beinahe verdoppelt hat. Bei den bezahlten Abos dagegen verzeichnet er sogar einen Rückgang um gut 200 Abonnenten auf 16'486 Abos. Einzig am Kiosk wird er etwas stärker verlangt, heute setzte er 433 Exemplare ab, vor einem Jahr waren es noch 410.

Noch eine Bemerkung zu den wöchentlichen Grossauflagen von BaZ und BZ: Jene der "Basler Zeitung", die freitags gratis an 159'292 Haushalte in der Region verteilt wird, hat um 10'000 Exemplare abgenommen und kann nur noch 149'999 Haushalten zugestellt werden. Offen bleibt, ob dies eher mit Sparmassnahmen oder mit dem verbreiteten Briefkastenkleber "Keine BaZ (auch nicht geschenkt)" zusammenhängt. Fest steht: Die BaZ-Grossauflage nahm schon früher stark ab – 2007 konnte sie noch 185'409 Haushalte bedienen.

Demgegenüber scheint die BZ-Grossauflage am Mittwoch zunehmend willkommen: Sie wurde innert eines Jahres um 18'000 Exemplare auf neu 98'514 Exemplare erhöht (+22 %). Fazit: Wanner investiert auch im Gratis-Bereich. Immerhin kann er etwas punkten.

2. Oktober 2012

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"Zu viel Geschirr zerschlagen"

Der grosse Auflageverlust der BaZ (notabene viel grösser als bei anderen Zeitungen) ist das Ergebnis eines unter grossem Getöse inszenierten und politisch motivierten Besitzerwechsels und das Verhalten des derzeitigen Chefredakteurs, wer wundert sich da noch. Obwohl man ihn jetzt scheinbar ein bisschen aus der Schusslinie genommen hat, wurde zu viel Geschirr zerschlagen. Ein guter Ruf ist schnell kaputt, einige Exponenten der BaZ halfen da munter mit. Da rennt man nachher jahrelang hinterher. Und das hat sicher nichts mit Pressefreiheit zu tun, sondern eher mit Anstand und Stil. Auf Elefanten im Porzellanladen können wir getrost verzichten, zumindest in Basel.


Bruno Heuberger, Oberwil



"Wer am Sonntag gerne Zeitung liest, ..."

Wer am Sonntag gerne eine Zeitung liest, die ohne aufwendigen "Lifestyle-and-People"-Bund auskommt, liest "Der Sonntag". Darin steht, fundiert und gut recherchiert und parteiunabhängig, was die Nordwestschweiz bewegt. Ohne Nationales und Internationales zu vernachlässigen. Wir sind hier doch in der Nordwestschweiz, oder?


Esther Murbach, Basel


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"In den meisten Gemeinden des Kantons Basel erhalten Sie die Basler Zeitung bis 6.30 Uhr per Frühzustellung durch einen Verträger."

Basler Zeitung
Abo-Dienst aus Zürich
in seinen "Antworten
auf häufig gestellte Fragen"
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Die BaZ scheint entweder 186 Jahre hinten drein oder einige Jahre voraus zu sein.

RückSpiegel


Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Krichgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde und Gemeinderat Daniel Hettich haben die erneuerte Lörracherstrasse in Riehen feierlich eingeweiht.

Veronica Schaller
, frühere Basler Sanitätsdirektorin und zuletzt Kulturbeauftragte der Stadt Bern, wurde zur neuen Präsidentin von "Curaviva Basel-Stadt", dem Verband der Basler Alterspflegeheime, gewählt.

Designierte Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Rheinhäfen ist Martina Gmür, Petra Mösching wird Mitglied des Verwaltungsrats.

Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.

Beat Tschudin (48), seit rund zwölf Jahren den Fachbereich Fahrzeugbewirtschaftung der Baselbieter Polizei, übernimmt ab Dezember die Leitung des Fahrzeugwesens der Bau- und Umweltschutzdirektion als Nachfolger von Christian Oberhausser, der Ende August in vorzeitige Pension geht.

• Das Basler Gesundheits-Departement hat den Umzug von der St. Alban-Vorstadt an seinen neuen Hauptstandort an der Malzgasse 30 in Basel abgeschlossen.

Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).