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"Keine strategische Bedeutung": Kürzel der Basler Mediengruppe

Basler Mediengruppe darf nicht mehr kürzen

Bertelsmann-Tochter "BMG Music" erhebt Anspruch auf die Marke BMG


Von Peter Knechtli


Die Basler Mediengruppe ("Basler Zeitung", "Weltwoche", "Bilanz", "Beobachter") darf die Abkürzung BMG für "Basler Mediengruppe" nicht mehr verwenden. Grund: Mögliche Verwechslungen mit der in Zürich domizilierten Plattenfirma BMG Ariola (Schweiz) AG.


Genauso wie die SRG für "Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft" und NZZ für "Neue Zürcher Zeitung" steht, hat sich BMG allgemein als praktische Kurzform für "Basler Mediengruppe" etabliert. Auch das Medienunternehmen selbst verwendete das Kürzel auf Briefköpfen, in Websites, an Firmen-Fassaden und selbst in Firmennamen. Im November 1999 hinterlegte es durch seine Tochter "BMG Buch AG" die Marke "BMG Buchverlag".

"BMG" schon 1988 und 1996 eingetragen

Damit wollte sich die BMG Ariola (Schweiz) AG, Tochtergesellschaft des deutsch-amerikanischen Verlagsriesen Bertelsmann, nicht abfinden. Denn Inhaberin der Marken "BMG" und "BMG Entertainment" ist laut dem Zürcher Anwalt Peter Vosseler die ebenfalls zu Bertelsmann gehörende "BMG Music" in New York - BMG steht für Bertelsmann Music Group -, die 1988 und 1996 insgesamt drei Marken beim Institut für Geistiges Eigentum in Bern habe eintragen lassen.

Grund des Einspruchs: Wenn auch die Basler Mediengruppe das identische Kürzel BMG verwende, sei die Gefahr der Verwechselbarkeit gegeben, zumal die BMG Ariola (Schweiz) AG auch im Buchgeschäft unter der Marke BMG auftrete, sagte Vosseler. Zudem habe die Plattenfirma nicht gern gesehen, dass Medienberichte über die Affäre um veruntreute Pensionskassen-Millionenbeträge der Basler Mediengruppe immer mit BMG in Zusammenhang standen.

"Keine Markenkollision beabsichtigt"

Nach anfänglicher Weigerung zeigte sich die Basler Mediengruppe bereit, den BMG-Buchverlag per Ende Dezember letzten Jahres umzufirmieren, den Markeneintrag zu löschen und künftig auf die umstrittene Abkürzung zu verzichten. Seit Anfang Jahr sind die Buchverlage der Basler Mediengruppe im Opinio Verlag zusammengefasst. Seither wird auch auf die Verwendung der Bezeichnung "BMG Verlagshaus Zürich" verzichtet.

Trotz des Einlenkens bezeichnete Martin Wagner, Konzernanwalt der Basler Mediengruppe, das Ansinnen von Bertelsmann als "lächerlich". BMG sei eine "reine Arbeitsabkürzung" und habe für das Basler Unternehmen "keinerlei strategische Bedeutung". Auf die offizielle Verwendung sei verzichtet worden, weil "keine Markenkollision beabsichtigt" war und "wir nicht mit Bertelsmann verwechselt werden wollen".

Über neuen Namen wird nachgedacht

Laut Beat Meyer, CEO der Basler Mediengruppe, wird derzeit offiziell "keine Abkürzung verwendet". Meyer schloss allerdings nicht aus, dass die "Basler Mediengruppe" nach ihrer Restrukturierung einen neuen Namen erhält - samt hieb- und stichfestem Kürzel.

20. Mai 2001


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