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"Selbstmord-Bomber" gegen Schweizer Manager: Bericht der "Daily News"

Schweizer Manager mit fiktivem Tamil-Tiger-Attentat bedroht

Zwei Verhaftungen wegen persönlicher Abrechnung bei srilankischer Tochterfirma einer Zuger Zementhandelsfirma


Von Lukas Straumann


In eine mysteriöse persönliche Abrechnung ist die Tochterfirma der Zuger Marine Cement AG in Sri Lanka verwickelt: Zwei Manager, darunter ein Schweizer, wurden im Auftrag eines entlassenen österreichischen Verkaufs-Chefs mit der Ermordung bedroht. Der Oesterreicher, der die Drohung als Aktion der Tamil Tigers tarnte, ist ebenso wie eine Komplizin in Haft. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten wurde eingeschaltet.


Schlaflose Nächte haben zwei Manager der Zementhandelsfirma Mahaweli Marine Cement Company, der srilankischen Tochter der in Zug domizilierten Marine Cement AG, hinter sich. Laut srilankischen Presseberichten erhielten deren Schweizer Geschäftsführer und der britische Marketingleiter wiederholt anonyme Morddrohungen. Eine Tamilin, die sich als Vertreterin der separatistischen Tamil Tigers (LTTE) ausgab, forderte die beiden zur sofortigen Ausreise aus Sri Lanka auf und drohte für den Fall des Verbleibens im Land mit deren Ermordung. Begründung: Die Mahaweli Marine Cement, die rund einen Viertel Marktanteil am srilankischen Zementgeschäft erzielt, trage wesentlich zur wirtschaftlichen Stärkung der srilankischen Regierung bei, die sich im Krieg mit den tamilischen Separatisten befindet.

Verkaufs-Chef und Haushälterin verhaftet

Die beiden Manager waren drauf und dran, das Land zu verlassen, als die Polizei Ende Januar in Colombo die anonyme Anruferin verhaftete. Wie sich herausstellte, war sie die frühere Hausangestellte eines österreichischen Geschäftsmannes, der zuvor als Verkaufs-Chef bei der Mahaweli Marine Cement tätig war. Der Österreicher war im letzten Jahr aufgrund finanzieller Misswirtschaft entlassen worden. Nach Berichten der "Daily News" beauftragte er seine frühere Hausangestellte gegen Bezahlung von 100'000 Rupien (2'300 Franken) mit den Morddrohungen gegen seine Ex-Chefs.

Wie der Pressesprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, Livio Zanolari, gegenüber ONLINE REPORTS erklärte, ist in der Zwischenzeit auch der Urheber der Morddrohungen verhaftet worden. Offen bleibt, weshalb der Österreicher zu seiner Vendetta ansetzte.

"Eine ganz heisse Angelegenheit"

Das Mutterhaus in der Schweiz gibt sich zugeknöpft und will keine weiteren Angaben machen, da dies "Probleme für einen grösseren Personenkreis" mit sich bringen könnte. Robert Locher, Direktor der Marine Cement AG, wies nur darauf hin, dass eine grössere Untersuchung im Gang sei, die noch mehrere Monate dauern könne: "Es handelt sich um eine ganz heisse Angelegenheit." Die Sache sei aber unter Kontrolle, die betroffenen Mitarbeiter "back to work". Zur Frage, weshalb der österreichische Geschäftsmann entlassen worden war, wollte Locher keine Stellung nehmen.

Die im Indischen Ozean mit eigenen Schiffen operierende Marine Cement gehört je hälftig dem britischen Zementmulti Blue Circle und der an der Zürcher Börse kotierten Cementia, einer Holding der französischen Lafarge. Im Verwaltungsrat der Marine Cement sitzen auch drei Schweizer, darunter das Credit Suisse-Geschäftsleitungsmitglied Gerhard Gastpar.

Zusammenhang mit Tamil Tigers unwahrscheinlich

Dass die Angelegenheit einen Zusammenhang mit den Tamil Tigers hat, scheint unwahrscheinlich. Der Schweizer Botschaft in Colombo sind jedenfalls keine früheren Fälle bekannt, in denen Schweizer Geschäftsleute in Sri Lanka bedroht wurden. Die Ironie an der Geschichte: Als Importeurin von Billig-Zement ohne eigene Produktionsanlagen wurde die Mahaweli Marine Cement in der Vergangenheit von der srilankischen Presse kritisiert: Die Wertschöpfung für das Land sei weniger hoch als bei den Konkurrenzfirmen, welche ihren Zement – wie die Holderbank-Tochter Puttalam Cement – vor Ort herstellten.

13. Februar 2000


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"Das Ermächtigungsgesetz der Nazis ist natürlich das bekannteste. Aber es gib tja auch noch andere."

BZ Basel
vom 11. Oktober 2017
die zurücktretende Basler
Juso-Präsidentin Mirjam Kohler
zitierend
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Tja!

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