© Foto by OnlineReports.ch
"Von Besitzstand trennen": Basler Gewerbepolitiker Schmid, Nachfolger Schweizer

Neuer Basler Gewerbe-Präsident will mehr soziale Verantwortung

Basler Gewerbeverband verabschiedete am Neujahrsempfang Präsident Werner Schmid / Neue Töne von Nachfolger Marcel Schweizer


Von Peter Knechtli


Über 1'400 Gäste verabschiedeten heute Freitagmorgen Werner Schmid, den Präsidenten des Basler Gewerbeverbandes. Sein Nachfolger Marcel Schweizer öffnete ein neues Kapitel, indem er zu sozialverträglichem Handeln aufrief, während Gewerbedirektor Peter Malama Rot-Grün angriff und seine politische Agenda verkündete.


Der Riehener Gartenbauunternehmer Marcel Schweizer ist als neuer Präsident des Basler Gewerbeverbandes seinem Vorgänger Werner Schmid in vielem ähnlich: Gute Ausstrahlung, Bodenhaftung, eloquenter Kommunikator und moderat in der Tonlage. Fehlerfrei und in seinem natürlichen Habitus trat er auf Bühne des Theaters Basel, die immer wieder auch politische Bühne ist. Er präsentierte sich dabei als pragmatischer Gestalter mit Zukunftsblick, der sich ideologisch nicht in eine Ecke stellen lässt.

Neuer Präsident wirkte souverän

In seiner Antrittsrede vermied Schweizer auch jede Form der Kritik an politisch Andersdenkende. Vielmehr mahnte er die Wirtschaft, sich "vermehrt für ihre soziale Verantwortung zu sensibilisieren". Nach den Jahrzehnten des Wachstums stehe jetzt eine "Sättigungsphase" bevor: "Wir müssen uns von Besitzstand trennen." Seine ökologische Sensibilisierung, die er schon als Gemeinderat von Riehen unter Beweis gestellt hatte, will er auch als Präsident des Gewerbeverbandes beibehalten – auch im eigenen Interesse: Die Verbesserung der Energieeffizienz und der Ausbau von Gewinnung erneuerbarer Energie sei "von zentraler Bedeutung" und Auftragspotenzial für das Gewerbe. Schweizer: "Ökologisch nachhaltiges Verhalten verbessert auch das Image von Unternehmen."

Sodann forderte Schweizer von der Politik, dass den Basler KMU im grenzüberschreitenden Wettbewerb gleich lange Spiesse und der Life Science-Industrie "gute Rahmenbedingen" zugestanden werden. Seine soziale Note betonte Schweizer mit dem Hinweis, die Unternehmen sollten für ein genügendes Angebot an Arbeitsplätzen für Behinderte schaffen.

Zuvor verabschiedete Schweizer seinen Vorgänger Werner Schmid, der nun in den Status des Ehrenpräsidenten des Verbandes übertritt. Launige Worte und stark brausender Applaus des vollbesetzten Theater-Auditoriums gaben Schmids Demission einen würdevollen Rahmen.

Eine Art "Befehlsausgabe"

Die Rede von Gewerbeverbandsdirektor und FDP-Nationalrat Peter Malama war weniger angriffig als jene vor einem Jahr, als er einzelne Polit-Exponenten und Verwaltungs-Departemente richtiggehend abkanzelte. Aber auch dieses Jahr gab Malama der Basler Kantonsregierung, die in ihrer Mehrheit anwesend war in den vordersten Reihen sass, eine Art "Befehlsausgabe" durch. "Regierung und Parlament ticken anders als die Mehrheit der Basler Bevölkerung", sagte Malama mit Blick auf seine gewonnene Volksabstimmung über die Parkraum-Bewirtschaftung, die dabei Schiffbruch erlitt. Das "anders ticken" werde im Bundes-Bern als "Charakterisierung eines linkslastigen Aussenseiters" wahrgenommen, eines "quasi sich selbst versorgenden Stadtkantons, dessen Anliegen bürgerliche Politiker im Bundesparlament nicht wirklich erreichen und wenn, dann nicht interessieren".

So habe das "Denkmuster unserer Regierung schweizweit Seltenheitswert": Erst würden Parkplätze auf privaten Grund stark erschwert, dann folge auch noch die restriktive Bewirtschaftung auf öffentlichem Grund.

Die Verteilung von Dankesworten

Immerhin bedankte sich Malama dieses Jahr bei den Regierungsräten Hans-Peter Wessels (SP) und Hanspeter Gass (FDP) für die Dialogbereitschaft zum moderaten Sieben Punkte-Programm, das der Gewerbeverband zur Umsetzung der Parkplatz-Bewirtschaftung und insbesondere einer kostengünstigen, regionalen Gewerbe-Parkkarte vorlegte. Den Dank des Gewerbedirektor durfte auch Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin empfangen – für seine Bemühungen um Bürokratie-Abbau.

Schwieriger werde der "Dialog" mit Eva Herzog, knüpfte sich Malama die SP-Finanzdirektorin vor. "Die nächste Steuersenkungsrunde gehört dem Mittelstand." Ebenso unterstütze der Gewerbeverband die CVP-Initiative, die einen Gebühren-Abbau verlangt.

Malama wandte sich auch gegen eine politisch nicht tragfähige, vollständige Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. Richtig sei vielmehr ein "austarierter Ausdehnungsschritt". Nach der Kündigung des Gesamtarbeitsvertrags im Basler Detailhandel durch die Gewerkschaften soll nicht weiter verhandelt werden: "Wir suchen uns in Zukunft unseren Sozialpartner selber aus. Punkt!"

"Metropolitan-Konferenz" soll lobbyieren

Verlangte Malama in seiner letztjährigen Neujahrsrede noch eine Bündelung der regionalen Kräfte zur Gewichts-Verstärkung in Bern, musst er jetzt einräumen, dass dieser Einfluss noch nicht der wirtschaftlichen Potenz der Region Basel entspreche. Immerhin sein inzwischen auf seine Anregung hin Gespräche zur Schaffung einer lobbyierenden "Metropolitan-Konferenz" in Gang gekommen, die Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vereinigen soll. An diesem Bündelungs-Konzept, so Malama gebieterisch, soll Regierungspräsident Guy Morin (Grüne) weiter arbeiten.

Schliesslich beschwor Malama auch den "bürgerlichen Schulterschluss" unter Einbezug der SVP bei den bevorstehenden Wahlen – insbesondere auch bei den Ständeratswahlen, bei denen die bürgerlichen Parteien anzutreten gedenken. Im Theater-Foyer fiel der Name des liberalen Erziehungsdirektors Christoph Eymann, der allerdings krankheitshalber abwesend war und zu allfälligen Ambitionen nicht befragt werden konnte.

Werbung für ein Theater-Ja

Nach einem launigen Begrüssungs-Votum von Hans Rudolf Matter, dem Direktionspräsidenten der Basler Kantonalbank, wurde auch der Hausherr und Theater-Direktor Georges Delnon ganz konkret politisch: Er bat die nicht wenigen im Baselbiet wohnenden Verbandsmitglieder, bei der Abstimmung über die Baselbieter Theater-Subvention vom 13. Februar ein Ja in die Urne zu legen und auch für dieses Ja zu werben. Er habe manchmal den Eindruck, im Baselbiet gehe es "um 1833, und nicht ums Theater 2011". Ein Nein des Baselbiet, sagte Delnon weiter, hätte einen "beträchtlichen Imageschaden für die Region" zur Folge.

Was Spitzentheater ist, zeigte abschliessend Richard Wherlocks Truppe mit einer kurzen Kostprobe aus Ballett-Produktion "Giselle", die am 12. Januar als Premiere aufgeführt wird.

7. Januar 2011

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Nun will auch dieses den Exitus schaffen."

BZ Basel
vom 1. Juni 2018
über den Wegzug des
Naturhistorischen Museums
in Basel
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Hoffen wir, dass beim Exodus die letale Dosis ausbleibt.

RückSpiegel


Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".