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"Immer wieder Gespräche": Radio-Basilisk-Chef Christian Heeb

Zücher Tamedia-Verlag verhandelt mit Radio Basilisk

Im Gegenzug: Basler Mediengruppe liebäugelt nach Trennung von Basilisken mit Radio Edelweiss


Von Peter Knechtli


Bewegung in der Lokalradio-Szene der Region Basel: Die Zürcher Tamedia (Tages-Anzeiger, SonntagsZeitung, Radio 24, TeleZüri) verhandelt mit dem Basler Privatsender Radio Basilisk. Die Basler Mediengruppe anderseits wendet sich nach der Trennung von der "Basilisk"-Holding dem Liestaler Sender Radio Edelweiss zu.


Der Zürcher Medienkonzern Tamedia verhandelt mit "Radio Basilisk" über einen Einstieg in die Basler Privatradiostation. Eta Pavlovic von der Tamedia-Unternehmenskommunikation bestätigte am Freitagnachmittag entsprechende Informationen von OnlineReports: "Es werden Gespräche zwischen der Tamedia und Christian Heeb und Hansruedi Ledermann geführt." Informiert werde aber erst, wenn diese Gespräche abgeschlossen seien.

Bisher hatten die beiden Besitzer des "Basler Musiksenders" (Selbstdefinition) konkrete Verkaufsgespräche immer dementiert. Noch zu Wochenbeginn erklärte Heeb gegenüber OnlineReports: "Wir werden immer wieder kontaktiert. Aber Verkaufspläne gibt es nicht."

An dieser Aussage sind erhebliche Zweifel erlaubt, seit die Tamedia "Gespräche" bestätigt. Schon seit längerer Zeit kursierten in Basel Informationen, wonach insbesondere der 60jährige, für das Kaufmännische zuständige Ledermann kürzer treten wolle. Chefredaktor Christian Heeb (47) dagegen signalisiert noch keine Pensionierungslüste.

Tamedia auf dem Vormarsch im "Goldenen Dreieck"

Ein ganzer oder teilweiser Verkauf des kleinen, aber rentablen Imperiums an die Tamedia, der nach dem Verkauf durch Roger Schawinski schon der Zürcher Regionalsender "Radio 24" gehört, machte Sinn. Die Strategie der Tamedia unter Verwaltungspräsident Hans Heinrich Coninx (Bild links) könnte lauten, via Privatradios in das wirtschaftlich "Goldene Dreieck" Zürich-Basel-Bern vorzustossen, nachdem das sprachregionale "TV 3" gescheitert war. Mit der Kontrolle über die Werbefirmen Belcom (Zürich) und Medag (Basel) wächst der Druck auf die Berner Lokalradio-Szene, in der die Tamedia noch keinen Machtfaktor darstellt.

Erst vor wenigen Tagen beschlossen die Basler Mediengruppe (BM) und Radio Basilisk, getrennte Wege zu gehen: Die "Basilisk"-Besitzer Christian Heeb und Hansruedi Ledermann kauften 40 Prozent der LH Holding AG zurück, die sie vor fünf Jahren abgestossen hatten. Je 20 Prozent an der LH Holding - zu der insbesondere die Werbe-Akquisitionsfirma Medag AG gehört, nicht aber die Radio Basilisk Betriebs AG - hielten seit 1997 die Basler Mediengruppe und die Internationale Treuhand AG (Itag), deren Miteigentümer Fritz Schuhmacher als BM-Vizepräsident firmiert.

Der Rückkauf hatte seinen Preis

Damit halten Heeb und Ledermann wieder 100 Prozent ihrer Holding. Über den Rückkaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Doch gehen Kenner davon aus, dass es sich um einen Millionenbetrag handelte, und dass die Basler Mediengruppe mit Gewinn verkaufte. Die Vermutung, dass die Kaufsumme aus Zürich vorgeschossen wurde, darf zumindest geäussert werden.

Ziel der Beteiligung von BM und Itag war es ursprünglich, die Spur für eine spätere Übernahme des Basler Musiksenders durch die Basler Mediengruppe zu legen. Noch vor wenigen Monaten hatten die führenden BM-Manager offen auf eine engere Zusammenarbeit mit den Basler Privatradiopionieren spekuliert.

Doch dazu kommt es nun nicht. Insbesondere Heeb hatte die Lust an einer Kooperation mit dem regional führenden Medienhaus seit einiger Zeit verloren. Ein Verkauf seines Unternehmens an die Basler Mediengruppe "kommt nicht in Frage", bereitete Heeb auf OnlineReports entsprechenden Spekulationen kürzlich ein jähes Ende. Die Kapitalverflechtung mit der Basler Mediengruppe habe "einfach gar nichts gebracht".

Basler Mediengruppe hält nach Radio Edelweiss Ausschau

"Es war eine Sackgasse", bestätigt Beat Meyer, CEO der Basler Mediengruppe. Die ursprüngliche Zielsetzung mit "Radio Basilisk" - Einbindung einer Lokalradiostation in die Multi-Channel-Strategie - habe sich "mittelfristig nicht realisieren lassen". Im "gegenseitigen Einvernehmen" hätten deshalb beide Partner die Trennung beschlossen.

Meyer macht kein Hehl daraus, dass die Basler Mediengruppe nach dem Verkauf des Jean-Frey-Verlags "nach wie vor sehr interessiert verfolgt, was in der Nordwesschweiz passiert". Meyer: "Ich bestreite nicht, dass wir Interesse an einem Lokalradiosender haben." Im Fokus steht die Liestaler Station Radio Edelweiss mit Bernhard Burgener ("Highlight Communications") als Hauptaktionär. Bereits fasst Meyer einen konkreten Annäherungsversuch ins Auge: "Wir werden Burgener in nächster Zeit einmal treffen."

5. Mai 2002


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"Totalausfall der Infomatik"

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