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"Flamme aus": Arbeitgeber-Repräsentanten Werner Schmid, Marc Jaquet

Basler Gewerbeverband verlässt den Volkswirtschaftsbund

Positionen zwischen KMU-Wirtschaft und multinationalen Konzernen divergierten immer häufiger


Von Peter Knechtli


Die zunehmend divergierenden Positionen zwischen dem Basler Volkswirtschaftsbund und dem Basler Gewerbeverband haben jetzt Konsequenzen: Der Gewerbeverband verlässt auf Jahresende den Dachverband der Basler Wirtschaftsverbände. Beide Organisationen versprechen sich davon ein verschärftes Profil.


Ein wunderschönes Weihnachts-Arrangement schmückte den sonst kahlen Besprechungsraum am Sitz des Volkswirtschaftsbundes an der Aeschenvorstadt, in den die Medien heute Freitagnachmittag kurzfristig aufgeboten worden waren. Doch die Flamme war aus - sinnbildlich für die gebotene Nachricht: Nach fast neunzig Jahren gemeinsamen Weges und Kampfes tritt der Basler Gewerbeverband per 31. Dezember aus dem Volkswirtschaftsbund (BVB) aus. Die "Entflechtung" sei, wie BVB-Präsident Marc Jaquet betonte, nach einjähriger Vorbereitungszeit heute Morgen "freiwilig und in völliger Einigkeit, Fairness und Freundschaft entschieden" worden.

Meinungen noch zu 70 Prozent übereinstimmend

Gewerbeverbands-Präsident Werner Schmid mochte dem nicht wiedersprechen. Der Schritt in der pluralistischen Landschaft der Basler Arbeitgeber hatte sich abgezeichnet. Von der früheren politisch weit gehenden Übereinstimmung ist eine Deckungsgleichheit geblieben, die Schmid "aufgrund der Marktentwicklung" auf 70 Prozent bezifferte - zu wenig, um weiterhin eine tragfähige gemeinsame Basis zu bilden. "Jeder hat mit und gegen jeden etwas gemacht", brachte es Jaquet auf den Punkt.

Auf die Frage von OnlineReports illustrierte Schmid anhand von zwei Beispielen, wie sich die beiden Verbände freundschaftlich auseinander gelebt haben:

Berufslehre. Volkswirtschaftsbund und Handelskammer als Vertreter der industriellen Unternehmen, der grossen Dienstleister und der Exportwirtschaft wollen nur so viele Lehrlinge ausbilden, wie der Markt aufnehmen kann. Deshalb sind die beiden Verbände auch aus einer Task-Force, die in drei Jahren 400 zusätzliche Lehrstellen schaffen will, ausgetreten. Der Gewerbeverband dagegen arbeitet in der Task-Force initiativ weiter - nicht zuletzt auch aus sozialen Motiven zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und der entsprechenden Folgekosten.

Baustellen-Kontolle. Für die KMU ist die Überprüfung von Baustellen auf ausländische Arbeitskräfte, die zu Dumping-Preisen arbeiten, existenziell ("sonst können wir dann bald zumachen"). Die grossen Firmen dagegen "beisst das nicht" (Schmid) - im Gegenteil: Sie haben bei eigenen investitionsvorhaben sogar das Interesse, eine definierte Leistung zu einem möglichst günstigen Preis einzukaufen.

"Wir vertreten die Global players, die jede Form von Protektionismus ablehnen und für offene Grenzen und liberale Märkte einstehen", deklarierte Jaquet des BVB-Standpunkt. Mit der jetzigen Trennung werde Klarheit geschaffen: Sowohl die Wirtschaftsverbände wie der Gewerbeverband könnten jetzt unabhängig und frei "ihre Meinung pointiert ausdrücken".

Basel-Stadt sucht Baselbieter Gewerbe-Nähe

Dies dürfte für die Basler Öffentlichkeit die einzige Nuance sein, mit der sich die Trennung künftig bemerkbar machen wird. Die Verbandslandschaft der Basler Arbeitgeber bleibt weiterhin ein für die Bevölkerung intransparentes Gebilde, von dem nicht klar ist, wer genau für welche Aufgaben zuständig ist.

Dass regional weiterer Restrukturierungsbedarf vorhanden ist, machte Gewerbeverbands-Präsident Schmid deutlich. Ihn umtreibt die Vision, mit der Wirtschaftskammer Baselland nur schon "enger zusammen zu arbeiten", da eine Fusion "undenkbar" sei. Mittelfristig möchte er mit dem Baselbieter Gewerbeverband ein gemeinsames Dienstleistungszentrum entwickeln und auch gemeinsame Anstrengungen zur Förderung des beruflichen Nachwuchses unternehmen. Doch die Kantonsgrenze scheint immer noch ein eiserner Vorhang zu sein: Eine Integration des Basler Gewerbes in die erfolgreiche Baselbieter "Berufsschau" in Pratteln sei, so Schmid, "leider nicht möglich gewesen".


Basler Arbeitgeberverbands-Pluralismus


Basler Volkswirtschaftsbund (BVB)Dachverband der Basler Wirtschaftsverbände (rund 20 Verbände angeschlossen). Eine der Kernaufgaben: Führung der AHV-Ausgleichskasse mit 6'388 Mitgliedern (Firmen jeder Art und Selbstständigerwerbende). War lange Zeit alleiniger Verband der Arbeitgeberpolitik. Mitglied ist auch die Wirtschaftskammer Baselland.

Handelskammer beider BaselIst Mitglied des Volkswirtschaftsbundes, vertritt zumeist grosse und exportorientierte Unternehmen, aber auch Einzelfirmen.

Arbeitgeber-Verband BaselIst Mitglied des Volkswirtschaftsbundes, vertritt Klein- und mittelgrosse Unternehmen aus beiden Basel, die sich weder dem Gewerbe noch der Grossindustrie zugehörig fühlen.

Gewerbeverband Basel-StadtVertritt als Dachverband die binnenwirtschaftlich orientierte KMU-Wirtschaft. Hat rund 60 Mitgliederverbände.



16. Dezember 2005


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Weitere RückSpiegel

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"Das alles andere als erstaugustige Wetter heute"

BZ Basel
Wetterprognose
im Newsletter
vom 2. Februar 2018
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Das ist aber ein zweitauglustiger Satz.

In einem Satz


• Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von staatsnahen baselstädtischen Betrieben liegt per 1. Januar 2018 bei 40,9 Prozent und übertrifft somit die geforderten 33,3 Prozent deutlich.

• Da SP-Landrat Hannes Schweizer per 31. März als Präsident der Bau- und Planungskommission zurückritt, schlägt die SP-Fraktion als seinen Nachfolger den Frenkendörfer Urs Kaufmann vor.

• Die SP Pratteln-Augst-Giebenach lanciert eine Petition zur Erhaltung des Schalters der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) in Pratteln.

BaselArea.swiss wird ab März im Mandat die Geschäftsführung des Switzerland Innovation Park Basel Area AG übernehmen.

Thomas Kessler, der frühere Basler Stadt- und Kantonsentwickler, wird Leiter eines von den AZ Medien für die "BZ Basel" ins Leben gerufenen Publizistischen Beirats.

• Nach Vandalenakten und einer Einbruchserie fordert die Riehener CVP von den Behörden "endlich die wirksame Umsetzung längst bekannter Forderungen" zur Erhöhung der Sicherheit.

• Der Münchensteiner Gemeinderat hat die Durchführung des "Tension Festivals" vom 31. Juli im Gartenbad St. Jakob sowie auf den angrenzenden Volleyball-Feldern unter Lärmauflagen bewilligt, nachdem letztes Jahr zahlreiche Beschwerden eingegangen waren.

Hans-Peter Ulmann, seit 1996 CEO von Psychiatrie Baselland, tritt auf 30. Juni 2019 in den Ruhestand.

• Im Jahr 2017 verhängte die Basler Kantonspolizei im Zusammenhang mit dem FC Basel 17 Rayonverbote – davon sieben an Fans von Gastmannschaften –, während der FC Basel acht Stadionverbote anordnete, von denen fünf Fans von Gastmannschaften betrafen.

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Thomas Bretscher wird ab 1. Februar neuer Geschäftsführer des "Business Park Laufental & Thierstein" und damit Nachfolger von Daniel Fiechter.

• Die Riehener CVP verlangt eine generelle Aufgabenprüfung (GAP), um die Diskussion um Aufgaben und Leistungen der Gemeinde und die dafür benötigten Ausgaben und Einnahmen zu versachlichen.