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"Grund zum Lachen": BKB-Manager Matter, Albrecht

Keine Spur von Krise: Basler Kantonalbank mit Rekordergebnis

Die Staatsbank konnte Kundenbestand um fast 4'000 erhöhen - meist zu Lasten der Grossbanken


Von Peter Knechtli


Die Finanzkrise scheint an der Basler Kantonalbank (BKB) vorbeizugehen: Die Basler Staatsbank erhöhte ihren Bruttogewinn um über 30 Prozent auf 328 Millionen Franken. Gleichzeitig hielt der deutliche Kundenzuwachs an. Auch der Kanton darf sich über eine sehr hohe zweistellige Millionen-Ausschüttung freuen.


"Ja, wir haben Grund zum Lachen", eröffnete der neue BKB-Bankratspräsident Andreas Albrecht die heutige Bilanz-Medienkonferenz: Die Zahlen stehen in einem Mass auf Wachstum, dass die Basler Staatsbank im positiven Sinn als Krisen-Gewinnerin betrachtet werden kann. Der Bruttogewinn, um die hohen zweistelligen Kosten der IT-Migration bereinigt, stieg auf 328,2 Millionen Franken (+30,4 Prozent), auch der Jahresgewinn stieg um 25 Prozent auf 97,4 Millionen Franken, was "das höchste je erwirtschaftete Ergebnis in der Geschichte der BKB darstellt", wie sich Albrecht ausdrückte.

Der Geschäftsaufwand stieg 7,9 Prozent auf 195,7 Millionen Franken, was die BKB als "moderat" bezeichnet. Der Personalbestand im Stammhaus stieg um 29 auf 754 Mitarbeitende.

Kundengelder auf neuem Höchststand

Laut CEO Hans Rudolf Matter konnte die BKB aus dieses Jahr ihren Kundenstamm ausweiten – vor allem aus Kosten der Grossbank UBS: Der Nettozuwachs beträgt 3'800 Kunden, was beträchtlich ist angesichts der Tatsache, dass vor der Krise "der Kuchen verteilt war" (Matter). Gesamthaft verfügt die BKB letztes Jahre über 204'000 Kunden.

Die Bilanzsumme wuchs denn auch um 4,3 Prozent auf 20,2 Milliarden Franken. Die Kundenausleihungen wuchsen um 935 Millionen Franken (+9 Prozent) auf 11,4 Milliarden Franken. Auf einen neuen Höchststand von 12,2 Milliarden Franken (+12,1 Prozent) stiegen auch der Bank anvertrauten Kundengelder an. Den Netto-Neugeldzufluss von 1,4 Milliarden Franken führte Matter auf das "grosse Vertrauen und die Konstanz unseres Unternehmens" zurück.

Zugenommen haben auch die Kundenausleihungen, wobei die Hypotheken mit einem Zuwachs von 9,6 Prozent ins Auge stechen und ein Volumen von 8,7 Milliarden Franken erreichen. Die kommerziellen Kredite stiegen um 7 Prozent auf 2,7 Milliarden Franken. "Von einer Kreditklemme merken wir nichts", bemerkte Matter – wie schon letztes Jahr – dazu.

Diversifizierung als Erfolgsschlüssel

Leicht unter dem Vorjahr blieb mit 230 Millionen Franken das Zinsengeschäft. Während die Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 7,5 Prozent auf 120 Millionen Franken stiegen, leuchteten Matters Augen, als er den Ertrag des Handelsgeschäfts ("ein Highlight") verkündete: Mit 122,4 Millionen Franken liegt er um mehr als das Doppelte gegenüber dem Vorjahr, was einen nicht bezifferten Gewinn an Marktanteilen zur Folge hat. Besonders stark ist die BKB im Devisenhandel.

Die Stärke der fünftgrössten Schweizer Bank (gemessen an der Börsenkapitalisierung) erklärte Matter mit ihrer starken Diversifizierung, die sich unter anderem darin äussert, dass das im vergangenen Jahr schwierige Zinsengeschäft nur 44 Prozent zum Betriebsertrag beiträgt. Bei andern Banken liegt dieser Bereich bei 50 bis 75 Prozent. Matter: "Diese Struktur ist der Schlüssel für unsere Ertragskraft." Der ausserordentliche Ertrag von 41 Millionen Franken stammt aus dem Verkauf von zwei Beteiligungen. Die Eigenmittel stiegen mit fast 6 Prozent markant auf 2,3 Milliarden Franken.

Mammut-IT-Projekt abgeschlossen

Zu den markanten internen Ereignissen des vergangen Jahres zählte die Informatik-Migration auf die Software "Avaloq" – ein Mammutprojekt, das um die 70 Millionen Franken kostet und an Spitzentagen 220 Personen beschäftigte. Bei der BKB sei die "Stabilisierungsphase" Ende Februar abgeschlossen worden, die Tochter Bank Coop befindet sich derzeit mitten in der Implementierungs-Phase.

Personelle Veränderungen zur Folge hatte die Übernahme der AAM Privatbank AG, bei der 100 Mitarbeitende rund 3 Milliarden Kundenvermögen verwalteten. Dieses Volumen, gab Matter den rationellen Anspruch vor, müsste von 20 Personen bewältigt werden können. 60 Mitarbeitende wechselten zu andern Banken, rund 20 Angestellte mussten entlassen werden. Über den Kaufpreis – ein Schnäppchen – wurde Stillschweigen vereinbart. OnlineReports schätzt ihn auf runde 30 Millionen Franken. Die AAM wird vollständig in die BKB integriert. Ende März verschwindet die Marke.

96 Millionen Franken für den Kanton

Präsident Andreas Albrecht erlaubte sich den Hinweis, dass der neu zusammengesetzte Bankrat "weiter an Fachkompetenz und praktischer Erfahrung" habe gewinnen können. Laut CEO Matter setzte sich der erfolgreiche Trend der BKB in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres fort. Bis ins Jahr 2015 will er die Profitabilität auf einen Bruttogewinn von 400 Millionen Franken erhöhen, die Effizienz auf eine Cost-Income-Ratio von unter 40 Prozent erhöhen und die Kundenausleihungen auf 14 Milliarden Franken steigern.

Schon heute dürfen sich die Partizipationsschein-Inhabenden freuen: Die Dividende steigt um 10 Prozent auf 3.30 Franken. Freuen kann sich auch der Kanton: Die gesamte Gewinnablieferung stieg um 9 Millionen auf 96 Millionen Franken.

4. März 2010

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In einem Satz


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• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

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• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".