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"Eine Art Expertise": Gebäudeversicherer Fröhlich

"Wir können nur zahlen, haben aber nichts zu sagen"

Die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung soll eine Gesetzesgrundlage für Elementarschaden-Prävention erhalten / Erfreuliches Geschäftsjahr


Von Peter Knechtli


Die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung (BGV) will künftig auch mitreden können, wenn es um die Prävention gegen Elementarschäden geht. Eine kantonale Gesetzesvorlage geht demnächst in die Vernehmlassung. Das vergangene Jahr endete für die Versicherung erfreulich.


Die Elementarschäden – aus Überflutungen, Folgen von Stürmen und Hagel – haben im Baselbiet in den letzten Jahren zugenommen. Gründe sind das verdichtete Bauen, veränderte Nutzung von Gebäuden (wo im Keller früher Kartoffeln lagerten, stehen heute Computer), aber auch die Verwendung filigraner Elemente an Hausfassaden sowie letztlich die Folgen der Klimaveränderung. Solche Schäden machen rund die Hälfte des bei der BGV angemeldeten Schadenvolumens aus. Nur: "Wir können nur zahlen, ohne etwas zu sagen zu haben", sagte Direktor Bernhard Fröhlich am Donnerstag bei der Präsentation der Jahresergebnisse.

Neues Präventionsgesetz

Das soll ändern. Wenn alles nach Plan verläuft, soll am 1. Januar 2016 ein kantonales Gesetz über die Brand- und Elementarschadenprävention in Kraft treten. Demnächst geht die Vorlage, die derzeit im Landrat behandelt wird, in die Vernehmlassung. Das Gesetz soll der Gebäudeversicherung die Möglichkeit geben, Elementarschäden durch Präventionsmassnahmen zu begrenzen. Erfolge im grossen Stil sind kurzfristig nicht zu erwarten. Die Prävention ist auf lange Frist angelegt.

Dabei konzentriert sich die Versicherung auf die seit 2011 vorliegende Naturgefahrenkarte. Geprüft werden nur Neubau- und Umbauprojekte, die eine Baubewilligung benötigen. Dafür bestand bisher keine Gesetzesgrundlage. Im Baselbiet befindet sich nur etwa ein Prozent des Baulandes in einer "roten Zone", in der grundsätzlich nicht gebaut werden sollte, da Leben gefährdet ist.

Wenige Schäden – satter Gewinn

"Wir geben eine Art Expertise", sagt Fröhlich zu den vorgesehenen Vorsorgemassnahmen, die verbindlichen Charakter haben und nach dem bewährten Modell des Brandschutzes Schäden zu verringern. Mit diesem Angebot entlastet die Gebäudeversicherung den Kanton mit zwei weiten Effekten: Die Kosten für die Präventionsberatung fallen zwar bei ihr an, dafür kann sie durch geringere Schäden die Prämien tief halten. Darauf ist die BGV besonders stolz: Seit 1999 sind die Prämien unverändert. Mehrmals schüttete sie gar Überschussbeteiligungen aus.

Letztes Jahr war der Geschäftsverlauf – Natur sei Dank – sehr befriedigend: Es resultierte ein Unternehmensgewinn von 53 Millionen Franken, weil aussergewöhnlich wenige und vor allem keine gossen Schadensereignisse eintraten. Die einschneidendsten Grossereignisse der letzten Jahre waren das Hochwasser im Laufental (2007) und der Sturm Lothar (1999). Waren bei den Brandschäden früher grosse Ausschläge zu verzeichnen, haben sie sich aufgrund der Brandschutz-Vorschriften mittlerweile stabilisert.

Einnahmen und Ausgaben

Die Prämieneinnahmen beliefen sich auf 46,4 Millionen Franken, wobei 29,4 Millionen auf Feuer/Elementar, 15,5 Millionen auf Wasser und 1,5 Millionen auf Grundstücke entfielen. Die Ausgaben in den vier Geschäftsbereichen beliefen sich auf 13,4 Millionen Franken und verteilen sich wie folgt: Feuer 3,8 Millionen Franken, Elementar -1,5 Millionen Franken (Auflösung von Rückstellungen), Wasserschäden 11,1 Millionen Franken, Grundstückschäden 400 Franken (Auflösung von Rückstellungen).

Die "vernünftige Rendite" der Kapitalanlagen sei auf eine konservative, unspekulative Strategie zurückzuführen, die hälftig auf Immobilien-Investments und Finanzanlagen beruhe.

Der Geschäftsbericht 2013 der BGV ist deutlich umfangreicher als die vorhergehenden: Die Zahlen werden neuerdins nach den Grundsätzen von Swiss GAAP FER vorgelegt und bilden die tatsächlichen Verhältnisse ab, wie Vizedirektor Silvan Koch erläuterte. Stille Reserven, die die BGV laut eigenen Angaben "schon lange nicht mehr kennt", dürfen nicht gebildet werden. Die Jahresrechnung dieses Standards sollen dadurch besser miteinander verglichen werden können.

Erdbeben-Versicherung auf "schwierigem Weg"

BGV-Chef Fröhlich bekundete an einer Medienorientierung sein anhaltendes Interesse an einer gesamtschweizerisch obligatorischen Erdbeben-Versicherung. Viele Hauseigentümer seien der irrtümlichen Auffassung, ihre Liegenschaft sei auf gegen Erdbeben versichert. Dies trifft nicht zu, es existiert lediglich ein Erdbeben-Pool von 17 kantonalen Gebäudeversicherung, der sich fallweise freiwillig an Schäden beteiligt.

Doch eine landesweite Versicherung, wie sie einst auch der damalige Basler Nationalrat Christoph Eymann in einem Vorstoss verlangt hatte, ist laut Fröhlich "auf einem schwierigen Weg". Mindestens sechs Kantone – Aargau, Appenzell-Ausserrhoden, Graubünden, Thurgau, Tessin, Zug und unter Vorbehalt Bern – sind gegen ein Konkordat, dessen Beitritt von den Regierungen und Parlamenten der Kantone beschlossen werden müsste. Auch starke landesweite Verbände wie der Gewerbeverband lehnen ein solches Versicherungs-Obligatorium ab.

Gemeinsame Beschaffung senkt Kosten

Besser erging es im Baselbiet dem kantonalen Feuerwehrgesetz, das Anfang Jahr in Kraft trat, die Verwantwortung und Kompetenzen von Kanton, Gemeinden und BGV regelt und vom Landrat einstimmig beschlossen wurde. Die BGV finanziert auch die persönliche Ausrüstung der Feuerwehrleute vollständig. Was früher undenkbar war ("das ist unser Brand"), ist heute möglich geworden: Kleider, aber auch Ausrüstungen und Geräte bis hin zu Tanklöschfahrzeugen werden im Verbund angeschafft, was die Kosten reduziert.

Verteilt über das ganze Baselbiet sind seit Mai letzten Jahres 15 Wetter-Messstationen in Betrieb. In Kooperation mit MeteoSchweiz können damit die Windgeschwindigkeiten flächendeckend besser gemessen werden. So soll besser beurteilt werden können, ob an einem bestimmten Ort ein "Sturm im versicherungstechnischen Sinn vorliegt", wie es im Jahresbericht heisst.

Ökologisches Bewusstsein

Die im ökologisch konzipierten Gebäudekomplex "Futuro" residierende Gebäudeversicherung legt auch künftig Wert auf Engagement im Naturschutz. Auf dem Flachdach, auf dem derzeit einheimische Pflanzen wie der Wiesensalbei prächtig blühen, fand die bedrohte winzige Quendelschnecke eine angepasste Heimat. Bei der Errichtung des Gebäudes wurde auch auf die Wulstige Kornschnecke und die am nahen Bahnbord heimische Mauerechse Rücksicht genommen. Abgeschlossen wurde letztes Jahr das mehrjährige Projekt des Baus von 26 Schwalbenhäusern mit ingesamt 50 Schwalbennestern.

23. Mai 2014


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