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"Seit Jahren Überschüsse": Elektra Birseck-Chef Büttiker

Alle reden von nachhaltiger Energie – keiner kauft sie

Elektra Birseck macht grüne Strom-Palette attraktiver: Nutzung bisher im Promille-Bereich


Von Peter Knechtli


Die Region Basel gilt seit "Kaiseraugst" als ökologischer Musterknabe. Nachhaltigkeit ist in aller Munde – doch darin erschöpft sich schon vieles: Zahlen der Elektra Birseck (EBM) zeigen, dass bisher nur ein verschwindender Bruchteil der Kundschaft ökologisch produzierten Strom bezieht.


EBM-Chef Hans Büttiker bekam gewaltig verbale Haue, als er vor einigen Monaten Pläne ruchbar machte, das Unternehmen an einem Kohlekraftwerk im deutlichen Brunsbüttel zu beteiligen. "Skandal!", tönte es nicht nur aus der grünen Ecke. Inzwischen hat sich die EBM aus dem Projekt zurückgezogen. Und jetzt kommt eine andere Wahrheit ans Tageslicht.

Weniger Ökostrom-Kunden

Obschon die Münchensteiner Energie-Versorgerin schon 1992 laut eigenem Bekunden "als erstes Energiewerk der Schweiz" ein ökologisches Strom-Produkt anbot, ist auch heute, fast zwanzig Jahre später von einem breiten öffentlichen Tatbeweis der Nachhaltigkeit so gut wie nichts zu spüren. Zwar hat sich beispielsweise die Zahl der Solaranlagen um ein Vielfaches vermehrt, aber beim Strombezug ist so gut wie keine Entwicklung hin zu nachhaltigen Produkten festzustellen.

Zahlen, die die EBM heute Dienstagmorgen vorlegte, zeigen: Die Zahl der Kunden, die bewusst nachhaltig produzierten Strom aus Wasser oder Sonne beziehen und dafür einen etwas höheren Preis bezahlen, ist vergangenes Jahr um 4,4 Prozent gesunken. Von gegen 130'000 Kunden im EBM-Einzugsgebiet bezogen ganze 469 Kunden das Produkt "Solarstrom", 15 Kunden mehr als ein Jahr zuvor. Beim Wasserstrom sank die Zahl der Kunden von 804 auf 758. Von den Privathaushalten beziehen 2,4 Prozent der EBM-Kunden ein Öko-Strom-Produkt, bei den industriellen Bezügern liegt der grüne Anteil gar im Promillebereich. Vor allem Grossbezüger sind in allererster Linie an billigem Strom interessiert – egal aus welch problematischer Quelle er auch stammt. Schon die geringste Verteuerung der Kilowattstunde verteuert sich durch die Menge massiv.

Die Folge: Die EBM produziert überschüssigen Öko-Strom – letztes Jahr 17 Prozent –, der nicht zum marktgerechten Preis verkauft werden kann.

Die neue zertifizierte Naturstrom-Palette

Wünschenswert hielte Büttiker eine gegenteilige Entwicklung: Dass die Stromkunden mit massiver Nachfrage den Bau nachhaltiger Produktionsanlagen beschleunigen. EBM-Kaderleute führten allerdings aus, dass die Kunden durch die verschiedenen Produkte-Angebote "überfordert" seien. Dazu komme eine lähmende Wirkung durch die seit Anfang 2009 fällige kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) von 0,45 Rappen pro Kilowattstunde, die bei allen Kunden erhoben wird. Diese Vergütung halte umweltbewusste Kunden davon ab, zusätzlich einen freiwilligen Förder-Obolus in Form von Naturstrom-Produkten zu leisten.

Dennoch will die EBM nicht aufgeben. Im Gegenteil: Auf Anfang Mai strafft sie ihre grüne Strom-Palette und macht sie attraktiver und übersichtlicher. Künftig bietet sie die vier glaubwürdig "naturemade"-zertifizierte Produkte "Regiostrom" (aus dem Kraftwerk Birsfelden), "Wasserstrom" (aus regionalen Kleinwasser-Kraftwerken), "Sonnenstrom" (aus regionalen Photovoltaik-Anlagen) und "Naturmix" (aus regionalem Wasser- und Sonnenstrom) an. Der Zusatzpreis pro Kilowattstunde beträgt zwischen 2 und 75 Rappen.

Prozentgenaue Online-Berechnung

Die EBM lanciert ihre neu positionierten Produkte in diesen Tagen durch eine breit angelegte Kampagne. Attraktiv für online-orientierte User dürfte das Berechnungs-Formular auf der EBM-Website sein, auf dem sich die Kunden ihren Mix prozentgenau zusammenstellen und berechnen lassen können. Auf dass es in einem Jahr mit den Ökostrom-Kunden in der Öko-Region nachhaltig aufwärts geht.

27. April 2010


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"Das Gejammer muss aufhören"

Stromsparende Anwendungen im Team mit ökologischer Stromproduktion sind Pflicht. Das Gejammer um die fehlende Abnahme von sogenanntem Ökostrom muss aufhören. "Dreckschleuder"-Stromerzeugung muss verteuert, die Gedankenwelt der alten Garde von sogenannten Storm Barone einem umfassenden Update unterzogen werden.


Urs Güdel, Riehen



"So funktioniert Marketing nicht"

Mit Kohlekraftbeteiligungen und Jammern über seine Kunden gewinnt man weder neue Kunden noch den Wettbewerb. So funktioniert Marketing nicht – aber das wissen auch die Experten der EBM. Damit entlarven sie sich, dass sie keinen Ökostrom verkaufen möchten.

 

Die IWB verkaufen 100 Prozent erneuerbaren Strom, kein Kunde kann schmutzigen Strom kaufen. Dies wird auch mit einer entsprechenden Strategie (Holz, Biomasse, Wind und Solar, nebst Wasser statt Atom seit Anfang des letzten Jahrhunderts) mehr als deutlich gelebt. Auch die EWZ (Zürich) bieten ihren Kunden standardmässig Ökostrom an und haben damit mehr als 50 Prozent der Kunden zu Ökostromkunden gemacht. Zu beachten bei diesen Zahlen der EBM ist auch noch, dass der Kunde zumindest bei den Ökostrom-Produkten die Wahl hat. Die meisten kaufen diesen wohl bei der glaubwürdigeren Konkurrenz, zum Beispiel bei der Solarspar Genossenschaft oder eben bei der IWB.


Sebastian Bath, Dornach



"Die EBM macht das Gegenteil"

Seit Jahren "beschimpft" der EBM-Strommonopolist die Kunden welche die EBM-Strategie (z.B. Investitionen in Kohlkraftwerke oder Immobilienprojekte) kritisieren, mit dem Hinweis: Die kaufen "billigen" Atomstrom und predigen Oekostrom. Die EMB versucht seit 1992 krampfhaft, seinen Kunden ein Produkt anzubieten, welches niemand kaufen will. Wenn ein Produkt im Markt nicht erfolgreich ist, wird es verbessert oder liquidiert! Die EBM macht das Gegenteil: Sie erklärt, "unsere Produkte sind gut, nur unsere Kunden weigern sich es zu kaufen". Viele Kunden sind auch nicht bereit, bei der EBM "verteuerten" Strom zu beziehen, weil man befürchtet, dass die Erträge in fragwürdige Projekte investiert werden.

 

Gerade am heutigen Tag geht die EBM an die Presse und jammert über ihre undankbaren Kunden. Gleichzeitig steht in den Tageszeitungen: "EBL und IWB investieren in Spanien 150 Millionen Euro in Sonnenkraft". Mit welcher Massnahme schafft man wohl Vertrauen und Glaubwürdigkeit?


Ernst Bringold, Bottmingen


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Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
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"Kilomattstunde"

OnlineReports.ch
in einer Meldung
vom 30. Mai 2018
über Wind-Energie
in der Region Basel
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Kein Wunder bei diesen lauen Lüftchen.

RückSpiegel


20 minuten online bezeog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".