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"Wachstum und Planungsfexibilität": Hochhaus-Planung im Basler St. Johann-Quartier

Novartis plant in Basel zwei 120-Meter-Hochhäuser

Regierung genehmigte Planungsgrundlagen / Bekenntnis des Pharmakonzerns zum Standort Basel


Von Peter Knechtli


Der Pharmakonzern Novartis plant im Basler St. Johann-Quartier zwei Hochhäuser von 120 Metern Höhe. Die Regierung beschloss gestern Dienstag entsprechende Zonenvorschriften. Gleichzeitig soll an Novartis die Hüningerstrasse abgetreten werden, um die Durchtrennung des Campus-Areals aufzuheben.


"Es geht überhaupt nicht um eine Konkurrenz zu Roche", betonte Michael Plüss, Leiter von Novartis Schweiz, heute Mittwochmorgen an einer Medienkonferenz im Basler Baudepartement. Und doch ist es eine Tatsache: Während Roche im Osten der Stadt mit einem 154-Meter Turm hoch hinaus will, wächst auch Novartis im Westen in die Höhe. Im Nordteil ihres Areals im St. Johann-Quartier will sie zwei Hochhäuser von 120 Metern Höhe bauen.

Hochhäuser "kein Risiko für Flughafen"

Durch die Schaffung einer Hochhauszone im betreffenden Gebiet zeigt sich die Regierung mit den Novartis-Plänen einverstanden. Gebäude dieser Höhe an diesem Standort seien "kein Risiko für den Flughafen und für an- und abfliegende Flugzeuge", betonte Baudirektorin Barbara Schneider (SP). Novartis Schweiz-Chef Plüss ergänzte, sein Unternehmen habe ein grosses Interesse am EuroAirport, die Campus-Baupläne von Novartis stünden im Einklang auch mit der "langfristigen Planung" des Flughafens.

Allerdings erstreckt sich der zur Realisierung nötige Bebauungsplan im Gegensatz zu früheren Absichten nur über einen im Norden des Projektgeländes gelegenen Teil der anlässlich der öffentlichen Planauflage beantragten Hochhauszone. Der restliche Teil soll Industriezone werden und erst später durch einen Bebauungsplan gestaltet werden. Grund: Novartis plant, die neue Geschäftseinheit "Biological Products" in Basel zu etablieren, wofür sich die ursprüngliche Planung nicht geeignet hätte.

Privatisierung der Hüningerstrasse "vertretbar"

Im Interesse von Novartis ist auch die Aufhebung der Hüningerstrasse zwischen dem Hüninger Zoll und der Kraftstrasse, wie sie Regierung und Unternehmen schon im Frühjahr 2005 im Grundatz vereinbart hatten: Die Strasse durchtrennt den geplanten Campus regelrecht: Müssen nur schon Test-Chemikalien von einem Labor über die Strasse ins andere gebracht werden, wäre nach heutiger Regelung eine Spezialbewilligung nötig, schilderte Plüss ("Fragen Sie nicht, ob dies auch gemacht wird") die Erschwernis in den Arbeitsabläufen. Weil die Strassenfläche nun Industriezone werden soll, muss der Grosse Rat die Abtretung ("Impropriation") beschliessen. Derselbe Vorgang gilt auch für die weniger umstrittene Schiffmühlestrasse, die der Landesgrenze entlang führt.

Vier hängige Einsprachen gegen die Teil-Aufhebung der Hüningerstrasse sollen abgewiesen werden. Laut Baudirektorin Schneider hält die Regierung die Abtretung des öffentlichen Raums an ein Privatunternehmen für "vertretbar", da die Strasse durch die Aufhebung des Zolls, die Eröffnung der Nordtangente und durch die neuen Velo- und Fussgängerverbindung zwischen Basel und Hüningen laut Schneider "an Bedeutung verliert".

Novartis finanziert Ersatz-Strasse

Die neue (Ersatz-)Verbindung zwischen Basel und Hüningen - siehe Link unten - führt von der Endstation der Tramlinie 11 über die Kohlenstrasse (Basel) und die Rue de l'Industrie in die Avenue de Bâle (Hüningen). Diese neue Strasse, die sich nur zu einem kleinen Teil auf Schweizer Boden befindet, wird von Novartis finanziert und soll schon Anfang kommenden Jahres dem Verkehr übergeben werden. Der gestrige Beschluss der Regierung bedeute die Erteilung der Baubewilligung, sagte Barbara Schneider.

Dass sich Basel mit dem Entgegenkommen an Novartis mit den Planungsbeschlüssen der Regierung und des Grossen Rates auch wirtschaftlichen und finanziellen Bonus einhandelt, machte Novartis-Mann Plüss deutlich. Diese Beschlüsse rechtfertigten, dass der Novartis-Hauptsitz "in der Schweiz bleibt" und die neue Geschäftseinheit in Basel angesiedelt werde - "und nicht in Singapur, Schanghai oder in den USA". Die langfristige Campus-Planung unter Einbezug bekanntester Architekten wie Frank Gehry (Vitra Design Museum), Jean Nouvel (Kultur- und Kongresszentrum Luzern), Renzo Piano (Fondation Beyeler) oder Diener&Diener (schon bestehender Campus-Bau), die schon vor einigen Jahren eingesetzt hat und im Jahr 2030 abgeschlossen sein soll, biete dem Unternehmen "Wachstums-Möglichkeiten", "Flexibilität" und die Zusammenführung von 10'000 Arbeitsplätzen. Allein in den letzten fünf Jahren habe Novartis in Basel jährlich 200 bis 300 neue Arbeitsplätze geschaffen. Insgesamt soll eine Grössenordnung von 2'500 neuen Stellen geschaffen werden, worunter sich auch eine Vielzahl an weltbesten Spezialisten aus Forschung und Entwicklung befinden soll.

Weitere Projekte "im Terminplan"

Weitere Teile der Campus Plus-Projekte wie die Neubauten im Hafenareal im Zusammenhang mit der Verlegung des Hafens St. Johann, die neue Rheinufer-Promenade und die Hochschul-Nutzungen durch die Universität, die ETH und das Friedrich Miescher Institut am Brückenkopf Dreirosen ebenso wie der Bebauungsplan "Schoren-Areal" seien "im Terminplan", führte Kantonsbaumeister Fritz Schumacher aus.

Übersicht Planung Novartis Campus

2. Juli 2008


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"Schmierenkampagne" (durch Trump-Anwalt Giuliani angezettelt)

Basler Zeitung
vom 16. November 2019
über die Anhörung von
Marie Yvanovitch,
der früheren US-Boschafterin
in der Ukraine
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Falschübersetzung des englischen Begriffs "smear campaign", was nicht "Schmierenkampagne", sondern "Verleumdungskampagne" heisst.

RückSpiegel


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