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"Vermehrt in die Höhe und die Tiefe gebaut": Deponieobjekt Bauabfall

Basler Bauabfall-Boom: Abhängig von Baselland und Elsass

Fachleute aus beiden Basel sind besorgt über wachsende Abfallmengen aus dem Bausektor


Von Christof Wamister


Der Basler Bauboom wäre ohne den Nachbarkanton Baselland und das grenznahe Ausland nicht möglich. Denn beim Abbruch und Aushub entstehen Abfallmengen, die alle andern Abfallarten volumenmässig weit übertreffen. Vom Umland ist Basel-Stadt abhängig, weil es innerhalb der Kantonsgrenzen weder Kiesgruben noch Deponien gibt.


Die Baubegeisterung in Basel und Umgebung ist ungebrochen. Ein Grossprojekt löst das andere in der Gunst um die Aufmerksamkeit ab. Begründet wird dies offiziellerseits durch die guten Wachstumsprognosen und die Nachfrage nach mehr und genügend Wohnungen.

Im Entwurf zum Richtplan rechnet Basel-Stadt bis 2035 mit einer Bevölkerungszahl von 220'000. Ein wichtiger Grund für die Wohnungsknappheit liegt aber auch im gestiegenen Flächenbedarf pro Person. Der Anteil von Einpersonen-Haushalten liegt in Basel-Stadt bei rekordhohen 50 Prozent. Es ist einfacher, in die Breite zu wachsen, als diese inneren Reserven auszunützen.

Fundamentalkritik am Bauen

Fundamentale Kritik am Bauboom ist selten. Der deutsche Autor Daniel Furhop hat seinem Buch "Verbietet das Bauen" jedoch mit einer Kombination aus sozialen, ökonomischen und ökologischen Argumenten viel Aufsehen, aber auch Ärger bei der Bau- und Immobilienbranche erregt. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es aber richtig, diese drei Aspekte zusammen zu denken. Aber allein schon die Ressourcen- und Umweltfrage reicht, um eine unkritische Baubegeisterung in Frage zu stellen.

Auf der Basis eines präzise berechneten konkreten Beispiels mit drei Wohnbauten legt Furhop dar, dass es 50 Prozent teurer ist, einen Wohnbau abzubrechen und neu zu bauen statt ihn zu sanieren und zu modernisieren. Überdies "blieben den Nachbarn Staub und Lärm erspart. "Beim Abriss jedes der drei Häuser wären 3'000 Tonnen Bauschutt entstanden. Ein schwerer Lastwagen wäre 150-mal vorgefahren, um den Bauschutt wegzufahren." 


Erfreuliche Partnerschaft

Bauabfälle entstehen aber auch bei Sanierungen, doch in geringerem Umfang. Ein positives Beispiel dafür in Basel ist das Felix Platter-Spital, das zu einem genossenschaftlichen Wohnblock umgebaut werden soll.  

Bauen erzeugt somit Abfall, und dies nicht zu knapp. Auch für die Region Basel gilt: "Bauabfälle und Rückbaustoffe machen den mengenmässig weitaus bedeutendsten Abfallstrom der Schweiz aus." Das sagt Dominic Utinger vom Amt für Umweltschutz und Energie Baselland.

Mit der Abfallbewirtschaftung befassen sich die Kantone Baselland und Basel-Stadt erfreulicherweise partnerschaftlich. Es ist somit kein Zufall, dass auf den Titelblättern der beiden Berichte über die Abfallplanung von 2015 und 2017 dasselbe Industriegebäude im Stadium des Abbruchs abgebildet ist.

Mehr Bauabfälle wegen verdichtetem Bauen

Was die Fachleute beunruhigt: Die Tendenz zur Bauabfall-Produktion ist zunehmend. Die Gründe dafür sind vielfältig, erläutert Utinger: "Die allgemeine Baukonjunktur aber auch die Realisierung von Grossprojekten spielen eine bedeutende Rolle." Aber auch das wegen der haushälterischen Flächenausnutzung gelobte verdichtete Bauen trage zu einer Zunahme der Bauabfälle bei. Denn auch Verdichtung sei oft mit dem Abbruch eines bestehenden Gebäudes verbunden, und es werde "vermehrt in die Höhe und die Tiefe gebaut." Das führe wegen der notwendigen Fundation und Unterkellerung zu mehr Aushubmaterial.

Die Abfallspezialisten beider Basel lassen damit durchblicken, dass ihnen die wachsenden Abfallmengen aus dem Bausektor Sorgen bereiten. Bei der Deponierung von Bauschutt aller Art trägt Baselland dabei die Hauptlast. Denn, was nicht überrascht: Auf dem Kantonsgebiet von Basel-Stadt gibt es keine einzige Kiesgrube oder Deponie für dieses Material. Was beim Basler Bauboom anfällt, wird ausserhalb der Kantons- und Landesgrenzen entsorgt.  

Unverschmutzter Bauaushub wird zur Auffüllung von Kiesgruben im grenznahen Ausland (zum Beispiel in Hegenheim oder Haltingen) verwendet. In den letzten sechs Jahren waren dies aus den beiden Kantonen Basel-Stadt und Baselland rund 2,5 Millionen Kubikmeter, heisst es im Abfallbericht von 2015. "Die Abhängigkeit vom Ausland ist gross, was die Entsorgungssicherheit für unverschmutztes Aushubmaterial in Frage stellt."

Deponien: "keine Krise", aber unter Druck  

Sogenannte Inertstoffe wie Beton, Ziegel oder Asphalt, die chemisch nicht mit der Umwelt reagieren, werden in privatwirtschaftlichen Deponien in Baselland gelagert. Iim Mittel über die Jahre 2011 bis 2016 sind es knapp 400'000 Kubikmeter pro Jahr, davon 28 Prozent (im Jahr 2016) aus Basel-Stadt. Diese Deponien geben politisch immer wieder zu reden.

Von einer Deponiekrise im Baselbiet könne aber nicht die Rede sein, betont Utinger. "Die Entsorgungssicherheit ist für die nächsten zehn Jahre gewährleistet." Die Suche nach neuen Deponiestandorten gestaltet sich allerdings schwierig. Ein neuer Deponiestandort bei Zwingen wurde wegen Sorgen um die Trinkwasserheit vom Stimmvolk 2016 abgelehnt. Eine neue Vorlage mit Deponiestandorten soll nächstens in die Vernehmlassung gehen.

Störfälle und Konflikte

Es kam auch zu Störfällen und Konflikten: Die Inertstoff-Deponie "Eichenkeller" bei Reigoldswil musste stillgelegt werden, weil durch die Bodenbewegungen Ende März 2014 eine überregionale Gasleitung zum Bersten gebracht wurde. Eine mit Bauschutt aufgefüllte Mergelgrube am Wischberg bei Ormalingen führte zu einem jahrelangen Rechtsstreit mit einem Landwirt, der sich über Rutsch-Phänomene beklagte. Gemäss einem Gutachten wurde in der Grube nicht nur zu viel Aushub, sondern auch Material gelagert, das eigentlich in eine Inertstoffdeponie gehört hätte. Die Ablagerungen in der Grube wurden im Gutachten aber als stabil bezeichnet.

Eine ökologische Antwort auf das Bauabfall-Problem ist – abgesehen von der Vermeidung unnötiger Abbrüche – die Wiederverwertung. Denn "durch die stofflich Verwertung von mineralischen Bauabfällen können natürliche Ressourcen wie Kies aber auch der knappe Deponieraum geschont weden, heisst es im Abfallbericht.

Wiederverwertung als Lösung

Dafür gibt es gut entwickelte Technologien, doch leider werde eine Grossteil der Recyling-Baustoffe bis jetzt nur im Tiefbau eingesetzt. Dem Recyclingbeton hafte zu Unrecht das negative Image eines Abfallproduktes an, beklagen die Abfallfachleute beider Basel. Aufbereitungsanlagen für Baustoffe prägen, zum Teil in unmittelbarer Birsnähe, das Bild der Industriezonen von Aesch und Laufen.

Die Trennung, Entsorgung und Lagerung von Bauabfällen in verschiedenen Deponietypen ist in der neuen Verordnung des Bundes "über die Vermeidung und Entsorgung von Abfällen" detailliert geregelt. Denn es können auch Schlämme, Schlacke und chemisch reagierende Substanzen anfallen. Baugrund mit potentiell gefährlichen Altlasten ist ein Aspekt, der bei jedem Neubauprojekt geprüft werden muss. Im Baselbiet gibt es rund 1'400 belastete Standorte, in Basel-Stadt 400.

Altlasten-Fragezeichen auf Klybeck-Areal

Dominic Utinger sagt dazu: "Zum Abbruch bestimmte Gebäude müssen auf Schadstoffe untersucht werden. Eine fachgerechte Entsorgung muss mit dem Baugesuch nachgewiesen werden." Ein aktuelles Beispiel ist das Klybeck-Areal in Basel, wo ein neues Quartier entstehen soll – bei vorläufiger Unkenntnis über die Altlasten aus chemischer Produktion im Untergrund und in den Gemäuern.

Dieser Beitrag war dank des OnlineReports-Recherchierfonds möglich.

16. Januar 2018


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"Der Traum von Fahrgemeinschaften wird an der menschlichen Naturscheitern"

Basler Zeitung
vom 21. November 2018
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Das Naturscheitern hat eben seine Auswirkungen auf das menschliche Wesen.

RückSpiegel


Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

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Eine Kolumne in der Basler Zeitung erinnert daran, dass OnlineReports über die Verlegung der Tram-Haltestelle vom Spalentor in die Spalenvorstadt berichtet hat.

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Der Basler Zeitung fiel in einem Leserbrief in OnlineReports auf, dass der frühere Baselbieter Polizeisprecher auf der SVP-Liste für den Landrat kandidiert.

Telebasel, nau.ch und 20 Minuten bezogen sich in ihren Beiträgen über Sachbeschädigungen gegen die Jüdische Genossenschafts-Metzgerei auf OnlineReports.

Im Interview mit Claudia Sigel geht die Basler Zeitung auf eine Aussage der Baselbieter CVP-Präsidentin Brigitte Müller in einem OnlineReports-Interview ein.

In ihrem Bericht über das Ja der Wettbewerbs-Kommission zur Übernahme der "Basler Zeitung" durch Tamedia erwähnt die NZZ auch OnlineReports.

Die BZ Basel, Telebasel und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-Nachricht vom Tod der FCB-Legende Peter Ramseier auf.

Prime News geht in ihrem Überblick über die Perspektiven des Medienplatzes Basel auch auf OnlineReports ein.

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Die Basler Zeitung, die Basellandschaftliche Zeitung, Prime News und Telebasel zitierten in ihren Berichten zur Baselbieter CVP aus dem OnlineReports-Interview mit Parteipräsidentin Brigitte Müller.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der EuroAirport begrüsste am 4. Dezember seinen 8 Millionsten Passagier und erzielte damit die höchste Jahres-Frequenz seit Gründung im Jahr 1946.

Erik Rummer (48) ist seit 2002 bei den IWB, seit 2016 als Leiter Public Relations, übernimmt auf Jahresbeginn die Leitung des Bereichs Kommunikation & Marketing und folgt damit auf Lars Knuchel, der sich selbstständig macht.

• Die Baselbieter Regierung will bei der Staatssteuer den Vergütungszins für das Jahr 2019 bei 0,2 Prozent belassen, ebenso bleibt der Verzugszins bei 6 Prozent.

• Die Bau- und Raumplanungs-Kommission des Basler Grossen Rates spricht sich für den Neubau von Staatsarchiv und Naturhistorischem Museum im St. Johann-Quartier aus.

Matthias Gysin, heute Verwaltungsleiter in der Gemeinde Aesch, wird ab 1. April 2019 neuer Geschäftsführer des "Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden" (VBLG) und Nachfolger von Ueli O. Kräuchi.

• Das Projekt eines Ozeaniums des Basler Zoos hat mit starkem Wellengang zu kämpfen: Das gegnerische Komitee reichte fast 5'000 Referendums-Unterschriften ein, wodurch es zu einer Volksabstimmung kommen wird.

Yvette Harder wird per 18. März 2019 neue Generalsekretärin des Basler Finanzdepartements und damit Nachfolgerin von Alexandra Schilling, die in die Kommandoabteilung der Kantonspolizei wechselte.

• Der frühere Baselbieter SP-Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli übernahm an der ordentlichen Mitgliederversammlung des Fördervereins Universität Basel von Jean-Luc Nordmann das Präsidium.

• In weniger als sieben Wochen sammelte das parteiunabhängige Komitee "Kein Parkhaus unter dem Tschudi-Park" mehr als 3500 Unterschrift'en für seine Petition.

• Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal für das Jahr 2019 einen Teuerungsausgleich von 1,4 Prozent auszurichten.

Elena Hermann wird neue Leiterin der Staatlichen Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten Basel-Stadt und löst Ernst Jost ab, der per Ende Jahr in Pension gehen wird.

• Das Basler Komitee gegen die kantonale Vorlage zur "Steuervorlage 17", das sich aus linken Parteien und Gewerkschaften rekrutiert, hat 3'300 Unterschriften für das Referendum gesammelt.

Andreas Häner, von 2009 bis 2015 schon Vorstandsmitglied, wird neuer Geschäftsführer des Basler Heimatschutzes und damit Nachfolger von Paul Dilitz, der nach elfjähriger Tätigkeit in den Ruhestand tritt.

Daniel Roth (61) wird im Baselbiet neuer Leiter des Rechtsdienstes von Regierung und Landrat, als Nachfolger von Hans Jakob Speich, der sich vorzeitig pensionieren lässt.

Irene Heinimann wird neue Baselbieter Kantonsapothekerin und folgt als bisherige Stellvertreterin auf Hans-Martin Grünig, der Ende Dezember in Pension geht.

• Vertiefte Kostenkontrollen zum Umbau der Kunsteisbahn Sissach zur geschlossenen Halle zeigen, dass der Bau bis zu zehn Prozent teurer wird als vorgesehen.

• Der Baselbieter alt Landratspräsident Jürg Degen und der Läufelfinger Gemeindepräsident Dieter Forter sind von "Pro Bahn Schweiz" für ihr Engagement zur Erhaltung des "Läufelfingerlis" mit dem Preis "Premio Pro Spez 2018" ausgezeichnet worden.

Steigende Bildungs- und Sozialkosten belasten das Ergebnis der Gemeinde Reinach, so dass für 2019 ein Defizit von 1,67 Millionen Franken budgetiert werden muss.

Olivier Aebi wird per 1. Februar 2019 neuer CEO des Basler Ingenieur- und Planungsunternehmens Gruner AG und Nachfolger von Kurt Rau ab, der die Gruner-Gruppe interimistisch leitet.

• Aufgrund einer umfassenden Kontrolle der Stadtgärtnerei müssen im Kanton Basel-Stadt 229 Bäume zum grössten Teil aus Sicherheitsgründen gefällt und ersetzt werden; die Liste der betroffenen Bäume wird im Kantonsblatt vom 10. Oktober publiziert.

Andrea Schenker-Wicki, die Rektorin der Universität Basel, ist durch den Universitätsrat für weitere vier Jahre bestätigt worden.

• Am 1. Oktober beginnen in Basel die Vorarbeiten für den Bau des unterirdischen Kunstmuseum-Parkings mit der Umlegung unterirdischer Leitungen.