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"Über die Jahre stabil": BGV-Direktor Fröhlich (rechts), Nachfolger Cattelan

Glücks-Jahr für die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung

Mit 16 Millionen Franken beliefen sich die versicherten Schäden auf sehr tiefem Niveau / Schadensbegrenzung durch Prävention


Von Peter Knechtli


Von einem "guten Jahr" spricht die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung (BGV): Weit unter dem Durchschnitt liegende Schadenfälle und leicht gestiegene Prämieneinnahmen sowie ein Gewinn von 28,3 Millionen Franken sind die Kernwerte des Geschäftsjahres 2015. Änderungen zeichnen sich bei der Grundstückversicherung ab.


Auf die vergangenen drei Jahre schaut BGV-Direktor Bernhard Fröhlich mit Freude zurück: Die Schäden blieben jedes Jahr deutlich unter dem durchschnittlichen Wert der letzten zwanzig Jahre von 29,4 Millionen Franken. Mit 16 Millionen Franken blieb die ausbezahlte Schadensumme mehr als zwei Millionen unter dem Vorjahreswert – der drittglücklichste Zustand seit Anfang des Jahrtausends.

Stabilität bei Feuerschäden

Im Detail kam es zu folgenden Schadensummen: Feuer 4,6 Millionen Franken (resultierend vor allem aus zehn Ereignissen mit einer Schadensumme über 100'000 Franken), Elementar (Sturm, Überschwemmungen, Hagel, Felssturz) 0,7 Millionen Franken, Wasser 10,6 Millionen Franken und Grundstück 0,1 Millionen Franken. Fröhlich: "Die Feuerschäden entwickeln sich über die Jahre stabil, auf die Elementarschäden können wir keinen Einfluss nehmen."

In den ersten vier Monaten dieses Jahres hat sich die Anzahl der Schäden mit 2'700 gegenüber der gleichen Vorjahresperiode mehr als verdoppelt – vor allem Sturmfolgen –, die Schadensumme hat sich auf 8 Millionen Franken präzis verdoppelt.

Zyklisch verlaufende Gross-Ereignisse

Die Verantwortlichen sind sich jedoch des Umstands bewusst, dass zyklisch Gross-Ereignisse wie der Sturm Lothar (1999) oder die Überschwemmung in Laufen (2007) eintreffen. Eine weitere Katastrophe in den nächsten Jahren würde also nicht erstaunen. Doch diese hätte dann nicht mehr BGV-Chef Fröhlich zu managen, sondern sein Nachfolger Sven Cattelan, der an der heutigen Medienkonferenz anwesend war und auf Anfang 2017 die operative Leitung des 69 Personen starken Betriebs übernimmt.

Bei leicht erhöhten Prämieneinnahmen von 47,4 Millionen Franken resultierte vergangenes Jahr ein Gewinn von 28,4 Millionen Franken, was deutlich unter dem Vorjahres-Ergebnis (43,8 Millionen Franken) liegt. Im Gegensatz zum Vorjahr (33 Millionen Franken) sanken die Kapitalerträge aufgrund verminderter Wertschriftenerträge auf 11 Millionen Franken. Dies drückte auf den Gewinn, der vollumfänglich den Reserven und Garantieverpflichtungen zugewiesen wurde.

Änderung bei der Grundstückversicherung

Veränderungen zeichnen sich mittelfristig im Bereich der Grundstückversicherung ab, die "überdacht" werden muss. Mit ihrer Prämie von 18.90 pro tausend Aren sei sie "so billig", dass fast von einer "Sozialversicherung" gesprochen werden müsse, sagte Fröhlich. Seine Aussage ("im Moment haben wir keine Krise") lässt interpretieren, dass zumindest ein gewisses Risiko identifiziert wurde. Darauf, in welche Richtung die Veränderung gehen soll, wollte sich fröhlich nicht festlegen. Er sagte einzig, der Selbstbehalt könnte allenfalls erhöht werden.

Der Startschuss soll mit der Bildung einer Arbeitsgruppe noch dieses Jahr erfolgen. In etwa drei Jahren soll ein tauglicher Vorschlag vorliegen.

Zur Strategie der BGV gehört es auch, die Ausgabenposten kontinuierlich auf ihre Zweckmässigkeit zu überprüfen. So können heute – wegen des Einsatzes von Tanklöschfahrzeugen – die Abstände zwischen zwei Hydranten (die die Gebäudeversicherung finanziert) von 100 auf 200 Meter zu erhöhen.

"Eine Herzensangelegenheit"

Genauso wie im Brandschutz Vorschriften gelten, was die Schadensumme sinken lässt, zielt das neue Baselbieter Gesetz über die Brand- und Elementarschaden-Prävention in die gleiche Richtung. Dieses Gesetz, das Fröhlich "eine Herzensangelegenheit" bedeutet, liegt derzeit als Entwurf der Regierung beim Landrat, konkret in der Beratung durch die Bau- und Planungskommission. Anfang 2017 – mit der Stabübergabe an Cattelan – soll das Paragrafenwerk in Kraft treten. Fröhlich: "Prävention hilft allen, die Prämien stabil zu haben."

Dieses Gesetz soll Bauherrschaften von Neubauten auf der Basis der gültigen "Gefahrenkarte" präventiv zu Schutzmassnahmen verpflichten können, wodurch sich wieder Schäden verhindern lassen. Dadurch wiederum dürfte eine Prämienerhöhung auch in den nächsten Jahren kaum ein Thema sein – und das Unternehmen im Liestaler "Futuro"-Gebäude auch weiterhin das bleiben, worauf Bernhard Fröhlich so stolz ist: "Die Gebäudeversicherung mit den tiefsten Verwaltungskosten der ganzen Schweiz."

"Stolz und froh", Fröhlichs Nachfolger zu werden, zeigte sich Sven Cattelan in einigen kurzen Worten. Der Jurist und Versicherungsfachmann attestierte seinem Vorgänger einen "beeindruckenden Leistungsausweis".

13. Mai 2016

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"Im abdenbdlichen Feierabendstau nutz manch ein Autofahrer die gesperrte rechte Spur in Fahrtrichtung Basel ...".

BaZ online
vom 2. Februar 2017
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... vielleicht, weil er mit der deutschsprachigen Tastatur nicht zurecht kommt.

RückSpiegel


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Für ihre Sendungen "10vor10" und "Schweiz aktuell" holte das Schweizer Fernsehen Statements bei OnlineReports ein.

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In seinem Bericht über das von Handwerker-Autos besetzte Trottoir in der Basler Centralbahnstrasse nahm das SRF-Regionaljournal auf einen früheren OnlineReports-Artikel Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, das SRF-Regionaljournal, 20 Minuten online und die SDA nahmen den OnlineReports-Bericht über die Verurteilung des Rappers Ensy auf.

Die Volksstimme beschrieb, wie Peter Knechtli vor 30 Jahren die Brand-Katastrophe von Schweizerhalle erlebte.

Die NZZ zitierte aus dem OnlineReports-Kommentar zu den Basler Regierungsrats-Wahlen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Weil im Gelterkinder Kindergarten "Staffelen" die defekte Ölheizung nicht durch eine "einigermassen kostenattraktive und baulich auch realisierbare Alternative zu Öl ersetzt werden kann", beschloss der Gemeinderat "den Ersatz der alten Anlage durch einen neuen Öl-Brennwertkessel".

• Der 44-jährige Chemiker Alexander Schocker wird neuer Leiter Forensik bei der Polizei Basel-Landschaft als Nachfolge von Markus Looser, der letzten Herbst zur Kriminalpolizei Basel-Stadt wechselte.

• Die Oberwiler Bevölkerung hat in einer Referendums-Abstimmung den Beschluss über den Kredit für die Planung Eisweiherplus mit 1'072 Ja zu 2'820 Nein aufgehoben und damit die Planung beendet.

• Der Baselbieter Landrat hat einen Kredit von 14 Millionen Franken zum Bau der Tramlinie Margarethenstich bewilligt.

• Das Referendum gegen die unbegrenzte Alkohol-Abgabemöglichkeit in baselstädtischen Jugendzentren wurde mit 4’600 Unterschriften eingereicht.

• Der 53-jährige Patrick Dill wird ab 1. April neuer Leiter der Gemeindeverwaltung Allschwil.

• Der Kanton Baselland beteiligt sich an der "Berufsschau 2017" in Pratteln mit einem finanziellen Beitrag aus den Mitteln des Wirtschaftsförderungs-Fonds in der Höhe von 900'000 Franken (bisher 950'000 Franken).

• Der Basler "Mittelstand" hat seit Anfang dieses Jahres mit Remo Ley, der Paul Rüst ablöst, einen neuen Präsidenten.

• Mit 7,3 Millionen Passagieren verzeichnete der EuroAirport im Jahr 2016 mit einer Zunahme von knapp vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr einen neuen Rekord.

• Nach dem Rücktritt von Elisabeth Ackermann als Co-Präsidentin der Basler Grünen als Folge ihrer Wahl in die Kantonsregierung führen interimistisch Harald Friedl und Barbara Wegmann die Partei.

Tobias Brenk ist als Nachfolger der abtretenden "Kaserne"-Chefin Carena Schlewitt neuer künstlerischer Leiter des Theaterfestival Basel.

Gerhard Schafroth, Gründungsmitglied und Gründungspräsident der Baselbieter Grünliberalen, tritt nach fast zehn Jahren aus dem Parteivorstand zurück und überlässt seinen Posten dem 26-jährigen Frenkendörfer Wirtschaftsstudenten Patrick Wolfgang.

• Die Augenkliniken des Kantonsspitals Baselland und des Universitätsspitals Basel arbeiten künftig so eng zusammen, dass sie ihre Angebote miteinander abstimmen und medizinisches Personal austauschen.

• In Liestal werden die Gasstrasse (Abschnitt Rheinstrasse bis Weierweg), der Weierweg und die Rosenstrasse vom Gemeinde- ins Kantonsstrassennetz integriert und umgebaut werden.

Beat Lüthy (54), dreifacher Vater aus Sissach, wird neuer Leiter des Baselbieter Amts für Volksschulen.

• Der ACS beider Basel will gegen die Einführung von "Tempo 30" auf Basler Hauptverkehrsachsen weiter zu kämpfen und den Fall am Beispiel der Sevogelstrasse vor Bundesgericht bringen.

• Mit dem Ziel, dass Basler Jugendzentren alkoholfrei bleiben, hat ein Komitee aus gesundheits- und jugendschutzorientierten Kreisen das Referendum gegen das revidierte Gastgewerbegesetz ergriffen.

• Im Rahmen ihrer Aktion "Noël" hat die Basler Kantonspolizei 36 Langfinger verhaftet.

• Zur Unternehmenssteuer-Reform III haben die Basler SP-Delegierten mit 84 zu 47 Stimmen bei 3 Enthaltungen die Nein-Parole beschlossen.

• In zwei von 27 Enkelbetrugs-Fällen konnten Gangster im Baselbiet gesamthaft 16'000 Franken ergaunern.

• Entgegen der ursprünglichen Absicht bleibt der Polizeiposten Waldenburg aus "regionalpolitischen Gründen" bis auf Weiteres bestehen, wie die Baselbieter Regierung schreibt.

• Die beiden Basler Parteien CVP und EVP führen ihre seit vier Jahren bestehende Fraktionsgemeinschaft im Grossen Rat weiter.

Leila Straumann, die Leiterin der baselstädtischen Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern, übernimmt ab 1. Dezember 2017 das Präsidium der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG).

• Die Stimmberechtigten von Sissach haben sich mit 1‘583 Ja- gegen 985 Nein-Stimmen für den Ausbau der Kunsteisbahn zur geschlossenen Eishalle ausgesprochen.