Wie ein Bildungs-Podcast zum Lesen

Das "Basler Stadtbuch 2008" aus dem Christoph Merian Verlag ist soeben erschienen


Von Peter Knechtli


Gäbe es die Christoph Merian Stiftung und ihren Verlag nicht, gäbe es wohl kein "Basler Stadtbuch". Gestern Dienstagabend feierten zahlreiche Autoren, Konzepter, Gestalter, Ermöglicher und zahlreiche Gäste in der "Kaserne" die 129. Ausgabe, die eben erst aus der Druckerpresse ausgespuckt worden waren. Wie verkauft sich in der reizsüchtigen und verpackungsgeilen Gesellschaft Jahr für Jahr ein 320-Seiten-Werk mit einem staubtrockenen Titel wie "Basler Stadtbuch"? Indem es sich Jahr für Jahr neu erfindet.

Das "Stadtbuch 2008" ist nicht nur eine Chronik der laufenden Ereignisse und Entwicklungen im Stadtkanton, sondern ebenso ein Dokument der Entwicklung typografischer Gestaltung, der Bildsprache, der Erzählweise – kurz: der Kommunikationsformen.

Nur schon ein Blick in die Bände der vergangenen zwanzig Jahre zeigt offensichtliche Veränderungen, von der Einbindung der nützlichen Online-Chronik bis zurück ins Jahr 1882 abgesehen. Die optischen Informationen wurden bunter und frecher, die Texte etwas kürzer, dafür formal variantenreicher. So unterhält sich  in der aktuellen Ausgabe ein Autor mit der früheren Grossratspräsidentin und Sozialwissenschaftern in Form eines schon feuilletonistischen "E-Mail-Austauschs" über "parlamentarische Befindlichkeit". Anderseits leuchten längere Foto-Strecken unbekannte und überraschende Ansichten und Perspektiven die Vielfalt des des städtischen Lebens aus. So verleihen beispielsweise Detailaufnahmen des aus der Distanz eher schwer und düster wirkenden Grossrats-Saals auf diese Weise plötzlich unerwartete Würde und Eleganz.


"Die optischen Informationen wurden frecher,
die Texte variantenreicher."




Mit grösster Sorgfalt haben 42 Autorinnen und Autoren sowie 20 Beratende eine Rückblende auf das Jahr 2008 geschaffen, die nicht nur ausgewählte Aspekte des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Geschehens abzubilden, sondern die oft wenig erkannte Reichhaltigkeit dieses Lebensraums ebenso bewusst macht wie in die Zukunft spiegelt.

Nicht verwunderlich ist, dass sich das Schwerpunkt-Thema der neusten Ausgabe mit der Fussball-"Euro 08" beschäftigt, die über Monate auch die Schlagzeilen der meisten Medien dominierten: Rund ein Drittel des Buchvolumens widmet sich dem sportlichen Jahrhundert-Ereignis letzten Sommer in Basel, zusammen mit Wien Hauptaustragungsort. Die rund hundert Seiten, etwas stark behörden-, veranstalter- und tourismuslastig – weshalb nicht eine authentische Stimmungs-Collage eines auf dem Rasen teilnehmenden Akteurs? –, ruft die Höhepunkte und Depressionen des dreiwöchgen Riesenanlasses auf Fanmeilen und Public viewing-Zonen und seine souverände Bewältigung in Erinnerung – vom frühen Auscheiden der Schweizer bis zur sportlichen Oranje-Invasion in der Host City Basel. Eine Repräsentantin der holländischen Botschaft in Bern verteilte an der Vernissage Blumen: "Basel zeigte, wie man Freunde empfängt."

Wie in früheren Jahren ist es lohnenswert, sich in die leicht lesbaren, kurzweiligen  Beiträge des "Stadtbuchs" zu vertiefen – auf für Lesende, die sich eine Spur mehr Pfiff und Auseinandersetzung wünschten. Anregend die Spurensuche nach neu entstehenden Früchte- und Gemüsemärkten, aber auch nach neuen Bildungs- und Pharmamärkten. Verblüffend der Fokus auf das Eigenleben im Quartier-Planeten Kleinhüningen. Und unerlässlich der Hinweis auf verstorbene Persönlichkeiten. Wie immer enthält das Werk eine ausführliche Tages-Chronik, diesmal auch eigens zur "Euro 08".

Der Schluss-Song von "Touche ma bouche" an der Vernissage hat auch im Online-Zeitalter seine Berechtigung: "Thank you for the Stadtbuch". Dass es den Baselbieter Regierungsrat Urs Wüthrich um neun Jahre reifer machte, wird er mit Fassung tragen.

"Basler Stadtbuch 2008": Christoph Merian Verlag, 2008. 48 Franken. Ab sofort in den Buchhandlungen erhältlich.

28. Januar 2009


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vom 30. März 2018
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Schlichte Folge eines Suizids, halt.

In einem Satz


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Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".

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Melchior Buchs (FDP) ist neuer Gemeindepräsident von Reinach, indem er mit 2'544 Stimmen die CVP-Kandidatin Béatrix von Sury (CVP) mit 2'452 Stimmen knapp schlug.

• Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2022 findet laut Beschluss des Eidgenössischen Schwingerverbands definitiv in Pratteln statt.

• Die Universität Basel erhält fünf von 39 neuen Förderungsprofessuren, die der Schweizerische Nationalfonds (SNF) dieses Jahr vergeben hat.

• Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von staatsnahen baselstädtischen Betrieben liegt per 1. Januar 2018 bei 40,9 Prozent und übertrifft somit die geforderten 33,3 Prozent deutlich.

• Da SP-Landrat Hannes Schweizer per 31. März als Präsident der Bau- und Planungskommission zurückritt, schlägt die SP-Fraktion als seinen Nachfolger den Frenkendörfer Urs Kaufmann vor.

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