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"Ertragskraft wird verbessert": Präsident Sturm, CEO Lachappelle

Unzufriedene BKB: Affären-Jahr drückt auf die Ergebnisse

Mit stärkerer lokaler Verankerung und einer soliden Neuausrichtung will die Basler Kantonalbank verlorene Reputation zurückgewinnen


Von Peter Knechtli


Nie machte die Basler Kantonalbank (BKB) so viele Negativ-Schlagzeilen wie letztes Jahr. Das drückt sich jetzt auch in den Jahreszahlen aus, die das angeschlagene Institut heute präsentierte: Der Bruttogewinn sank um über einen Drittel. Die Devise für das Jahr 2014: Aufräumen, neu positionieren.


Erstmals war es der im Januar neu gewählte Bankrats-Präsident Andreas Sturm – seit 2009 dem Aufsichtsorgan angehörend –, der zusammen mit BKB-Direktionspräsident Guy Lachappelle heute Donnerstagmorgen die Zahlen des Geschäftsjahres 2013 präsentierten. Während sich Sturm in der Bewertung der Ergebnisse auffallend zurückhielt, sagte es Lachappelle ohne Umschweife deutlich: "Wir sind mit dem Geschäftsjahr nicht zufrieden, weil wir das US-Problem nicht lösen konnten."

Konzerngewinn um die Hälfte eingebrochen

Die negative Ergebnisentwicklung zieht sich wie ein roter Faden durch die Zahlen des Stammhauses. Während die Bilanzsumme mit 25,1 Milliarden Franken stabil blieb, brach der Bruttogewinn um über 34 Prozent auf 168,4 Millionen Franken ein, der Konzerngewinn unter Einschluss der Bank Coop sackte gar um die Hälfte auf 120 Millionen Franken ein.

Die gesamte Ausschüttung in die Staatskasse lag mit 63 Millionen Franken – kaum zur Freude der Finanzdirektorin – fast 14 Millionen Franken unter dem letztjährigen Ergebnis. Ausserdem verlor die BKB letztes Jahr 15'000 ihrer insgesamt 194'000 Kunden. Dabei handelt es sich vor allem um ausländische Kunden und Grenzgänger, die wegen erhöhter Gebühren ihr Konti auflösten. Die verwalteten Kundenvermögen nahmen um 2,5 Prozent auf 28,3 Milliarden Franken ab.

Trennung von Schwarzgeld-Kunden

Zu Abflüssen und zur Beendigung von Kundenbeziehungen kam es wegen der "konsequenten Umsetzung der Weissgeldstrategie" (Lachappelle). So holt die BKB von allen Kunden – insbesondere jenen aus dem Ausland – eine schriftliche Bestätigung ein, dass sie ihren Steuerpflichten nachkommen. Wer nicht bereit ist, diese Erklärung zu unterschreiben, dem sagt die Bank Adieu. Weil dieser "Bereinigungsprozess" – Ziel: Bis Ende 2015 nur noch versteuerte Vermögen zu verwalten – noch anhält, wird es bis dann zu weiteren Abflüssen kommen.

Damit zieht die Bank die Konsequenzen aus einer Affäre um die Annahme unversteuerter Vermögen, die zu einem wirtschaftlich wie emotional äusserst belastenden Streit mit den US-Steuerbehörden geführt hatte. Anders als früher befürchtet, werden die Forderungen der Amerikaner aber die Bank, die als Konzern einen Eigenmittel-Deckungsgrad von satten 192 Prozent aufweist, nicht an den Abgrund des Ruins treiben.

Die Rückstellungen in Höhe von 100 Millionen Franken, die die BKB Ende letzten Jahres beschlossen hat, werden nicht aus dem laufenden Geschäft finanziert, sondern aus den bestehenden Reserven für allgemeine Bankrisiken. Allein die Verfahren kosten einen zweistelligen Millionenbetrag. Präsident Sturm hofft, mit den amerikanischen Behörden bald zu einer "einvernehmlichen Lösung" zu kommen – "je schneller desto besser".

Zwei Rechts-Verfahren im ASE-Skandal

Schon weiter fortgeschritten ist die interne Bereinigung des Skandals um die ASE Investment AG. 50 Millionen Franken hat die Bank für Vergleichslösungen mit rund 500 betroffenen Kunden bereitgestellt. Bisher haben 417 Investoren dem Vergleich zugestimmt, die Bank hat inzwischen 44,3 Millionen Franken ausbezahlt. Wie heute bekannt wurde, haben zwei Investoren, die das Vergleichsangebot nicht angenommen haben, Sühneverfahren angestrengt.

Laut Lachappelle ist der Bank die Gleichbehandlung aller Betroffenen wichtig: "Es gibt keine Nachverhandlungen", sagte er entschlossen. Auf die OnlineReports-Frage, wie lange das Vergleichsangebot noch gelte, sagte Sturm: "Im Verlauf dieses Jahres wollen wir das Angebot schliessen."

Reinigende Wirkung hatte inzwischen auch die Rüge der Finanzmarktaufsicht (Finma), die der BKB unrechtmässige Kursmanipulationen durch den Zukauf von Partizipationsscheinen in den Jahren 2009 bis 2012 vorgeworfen hatte. Das Market Making sein "jetzt absolut konform mit allen Anforderungen", sagte Sturm. Doch der Kurssturz von über 27 Prozent bescherte der BKB im Eigenbestand Buchverluste von 46,3 Millionen Franken.

Gekürzte Dividende

Nach dem schwarzen Jahr ist jetzt das grosse Aufräumen angesagt. So wird die Tochterfirma BKB Finance Ltd. auf der Kanalinsel Guernsey nach Ablauf ihrer vertraglichen Verpflichtungen im Jahr 2017 geschlossen. Statt eigene strukturierte Produkte anzubieten, sollen künftig externe Angebote nach dem "Best-in-Class"-Ansatz bezogen werden ("das beste Produkt für den Kunden, nicht für die Bank"). Überdies wurde das Handelsgeschäft in Zürich aufgegeben und in Basel zentralisiert. Was mit den Standorten Zürich (33 Stellen) und Bern (7 Stellen) geschieht, ist noch offen.

Das schwarze Jahr lässt auch die Inhaber von Partizipationsscheinen bluten: Die Dividende wird von 3.30 auf 3.10 Franken gekürzt, was laut Lachappelle immer noch eine ansehnliche Dividendenrendite von 4,3 Prozent ergibt. Dennoch: Die BKB-Spitze gibt sich zuversichtlich, in einem Jahr wieder eine deutlich verbesserte Ertragskraft vorweisen zu können – nicht zuletzt auch dank einer verstärkten Verankerung in der regionalen Kundschaft.

20. Februar 2014

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"Sein Ersatz, Denis Zakaria, ist ein Versprechen für die Zukunft, gestern war er ein Ballfriedhof der Gegenwart."

Basler Zeitung
vom 4. Juni 2018
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Offensiv-Metaphorik der Sportberichterstattung.

Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
RückSpiegel


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Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz gewählt.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".