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"Der Plural von Schmuck": Messe-Eröffner Leuenberger, Kamm, Jeker

Applaus für den Sozialisten in den Tempeln des Mondänen

Bundesrat Moritz Leuenberger eröffnete mit markanter Rede die "Baselworld"


Von Peter Knechtli


Mit einer brillanten politischen Rede eröffnete heute Donnerstagmorgen Bundesrat Moritz Leuenberger die "Baselworld": Während acht Tagen trifft sich der weltweite Handel zur grössten Uhren- und Schmuckmesse in Basel.


Es ist wieder so weit: Nach den drei schönsten erlebt Basel die acht internationalsten Tage des Jahres. Die Stadt ist überflutet mit Menschen aus der ganzen Welt, die blauen Fähnchen winken freundlich in den Strassenschluchten und in den Trams riecht's nach Parfüm. 100'000 Besuchenden bieten 1'915 Aussteller das Neuste und Schönste an, was der internationale Uhren- und Schmuckhandel zu bieten hat.

Leuenbergers "Weissgoldstrategie"

Das Eröffnungs-Zeremoniell hat Tradition: Ein Mitglied des Bundesrates durchschneidet im Blitzlichtgewitter der Fotografen das Band und dann geht's zügigen Schrittes los durch die millionenteuren Ausstellungspaläste. Einzelne Produzenten, die dafür wohl auch das nötige Kleingeld locker gemacht haben, erhalten das Privileg eines kleinen Zwischenhalts mit Bundesrats-Präsenz in Begleitung der regionalen Polit-Prominenz und der Messeleitung unter CEO René Kamm. Anschliessend folgen in der "Hall of Universe" die traditionellen Eröffnungsreden, die meist so zügig wieder vergessen sind.

Nicht so dieses Jahr: Angesagt war Bundesrat Moritz Leuenberger ("Ich bin Sozialist"). Der Verkehrsminister, der einen Teil seiner Schulzeit am Humanistiischen Gymnasium in Basel verbrachte, liess es sich nehmen, seinem Ruf als brillanter Reden-Performer die Ehre zu erweisen, indem er vor der versammelten Gemeinde des Reichtums eine mehrfach von mächtigen Lachsalven unterbrochene, richtig politische Rede ("Weissgoldstrategie") hielt, die hinterher von stramm bürgerlichen Zuhörenden als "hervorragend" klassifiziert wurde.

"Die Erde ist kein Flughafenshop"

"Kultureller Friede", so Leuenberger, sei "die wichtigste Infrastruktur für den Handel". Allerdings sei "auch der Handel Voraussetzung für kulturelle Verständigung". Wirtschaftlicher Austausch erschöpfe sich "nicht in blosser Gewinnoptimierung". Handel sei immer auch ein Gespräch zwischen Menschen. Die Globalisierung dürfe nicht zu einer Einheitskultur führen. Leuenberger: "Unsere Erde ist kein Flughafenshop, wo nur Einheitskultur angeboten wird." Vielmehr müsse sich die Globalisierung "mit menschlichem Tempo entwickeln, damit gesellschaftliche Veränderungen uns nicht überfordern". Der Kosmos sei nicht nur das Weltall, "sondern auch Schmuck und Zierde, aber auch Anstand und Ordnung Nicht  grenzenlose chaotische Beliebigkeit".

Leuenberger spielte zum Schluss des Auftritts seinen Charme aus, indem er feststellte, dass der Begriff "Schmuck" bisher nur in der Einzahl existiere. Sollte es je eine Mehrzahl geben, dann kenne er sie heute schon: "Der Plural von Schmuck heisst Baselworld" (Applaus).

Kleine Unternehmen in Schwierigkeiten

In weiteren Reden strichen der Basler Wirtschaftsminister Christoph Brutschin, Ausstellerbeitrats-Präsident Jacques P. Duchêne und Messe-CEO René Kamm die grosse Bedeutung der "Baselworld" für den Standort Basel, aber insbesondere auch für die Schweizer Exportwirtschaft heraus. Zwar zeichneten sich positive wirtschaftliche Tendenzen ab. Es dürfe aber nicht vergessen werden, dass durch die Finanzkrise viele kleine Unternehmen in Schwierigkeiten gebracht wurden, die zahlreiche Arbeitsplätze für qualifiziertes Personal zum Verschwinden gebracht hätten, wie Duchêne betonte.

Doch an der "Baselworld", die von 3'000 Medienschaffenden aus der ganzen Welt beobachtet wird, ist traditionell das Publikum aus der Sonnenseite des Kosmos vertreten. Und da herrscht auch in der Krise aufgeräumte Stimmung.

18. März 2010



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"Rentenmassaker auf Kosten der Staatsangestellten"

Juso Baselland
Betreff einer Medienmitteilung
vom 31. Mai 2018
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