© Fotos by White House / Avenatti / MSNBC
"Sehr erfreut": Novartis-CEO Narasimhan (links), Trump, Zahlungen

Novartis gerät in Schmiergeld-Verdacht um Trump-Anwalt

Der Basler Pharmakonzern zahlte 1,2 Millionen Franken an Trumps persönlichen Anwalt Michael Cohen


Von Peter Knechtli


Über die Firma des in starke Bedrängnis geratenen Trump-Anwalts Michael Cohen liefen Schweigegeld an eine Porno-Darstellerin – und dubiose nutzlose Zahlungen in Millionenhöhe durch den Basler Pharmamulti Novartis, der nun ein grosses Image-Problem hat.


Schlechte Nachrichten für den Basler Pharmakonzern Novartis: Er steht im Verdacht, massive Schmiergeld-Zahlungen an eine Strohfirma von Michael Cohen, den persönlichen Anwalt von US-Präsident Donald Trump, geleistet zu haben.

Laut amerikanischen Medienberichten hat Novartis, organisiert durch die Grossbank UBS, allein zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 monatliche Zahlungen in Höhe von je 99'980 Dollar an Cohens im Oktober 2016 im Bundesstaat Delaware gegründete Firma "Essential Consultants" geleistet. Insgesamt sollen 1,2 Millionen Dollar an "Essential" geflossen sein.

Schweigegeld für Porno-Star

Die Angaben basieren auf einem "Executiv Summary" des New Yorker Anwalts Michael Avenatti, der die Interessen von Stephanie Clifford vertritt. Sie macht unter dem Namen "Stormy Daniels" als Porno-Star seit Monaten Schlagzeilen.

Sie hatte ihren eigenen Angaben zufolge Sex gehabt mit Trump im Jahr 2006 zu einer Zeit, in welcher der Präsident bereits mit Melania Trump verheiratet war. Ende Oktober 2016, wenige Tage vor Trumps Wahl zum Präsidenten am 8. November, veranlasste Cohen die Überweisung von 130'000 Dollar Schweigegeld an Stormy Daniels. Diese Transaktion erfolgte über dieselbe Bankverbindung, über welche die Novartis-Zahlungen liefen.

Novartis bestritt die Zahlungen nicht, betonte aber, dass die Vereinbarungen mit "Essential Consultants" getroffen worden seien, bevor Vasant Narasimhan am 1. Februar 2018 seine Stelle als neuer CEO angetreten habe.

Schon letzten November war Novartis durch Offizielle um Sonderermittler Robert Muller zur Vereinbarung mit "Essential Consultants" kontaktiert worden. Das Unternehmen habe "vorbehaltlos kooperiert" und die verlangten Auskünfte gegeben.

Novartis-CEO schmeichelte Trump

Somit dürfte die Zusammenarbeit von Novartis mit Cohens "Beratungsfirma" durch den früheren Konzernchef, den Amerikaner Joe Jimenez, eingefädelt worden sein. Der Life Sciences-Konzern soll sich dadurch Einblicke in die geplante Gesundheitspolitik der neuen US-Regierung erhofft haben.

Immerhin dürfte Narasimhan von den Geldflüssen an Cohen gewusst haben. Denn er nahm Ende Januar noch vor seinem Stellenantritt an einem Essen mit Donald Trump anlässlich des World Economic Forum in Davos teil. Dabei schmeichelte der neue CEO dem Präsidenten, er sei erfreut über die US-Steuerreform und die "grossen Fortschritte" mit der Arzneimittelbehörde FDA.

Im neusten Novartis-Statement wird nun klar, dass das Unternehmen für die 1,2 Millionen Dollar diese Leistung erhielt: keine. Die Erwartungen blieben ganz und gar unerfüllt (Bild links) und die grosse Frage bleibt, wofür die Zahlungen tatsächlich bestimmt waren. Novartis machte in den vergangenen Jahren mehrfach Korruptions-Schlagzeilen – in China, USA und in Griechenland – und erhielt Strafen in dreifacher Millionen-Höhe. Von ihrer "Kill to win"-Strategie, die OnlineReports von 18 Jahren publik machte, hat sich der Basler Konzern offenbar noch nicht befreit.

Geld gegen Zugang zum Präsidenten

Im Gespräch mit dem Journalisten Anderson Cooper sprach Stormy Daniels-Anwalt Avenatti von einem Pay-to-Play-"Bezahlsystem", das Zugang zum Präsidenten über eine ihm nahestehende Person versprochen habe – in diesem Fall Michael Cohen.

Novartis ist nicht das einzige Gross-Unternehmen, das dubiose Gelder an Cohens "Essential Consultants" zahlte. Auch der US-Telekomm-Riese AT&T oder der russische Top-Oligarch und Sulzer Grossaktionär Viktor Vekselberg liessen Geld fliessen – der mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin liierte Vekselberg zahlte über die Firma "Columbus Nova" 500'000 Dollar.

10. Mai 2018

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Nie dürft ihr so tief sinken"

Was auch immer geschieht:
Nie dürft ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken!

Erich Kaestner


Walter P. von Wartburg, Basel



"Allgegenwärtige Verlustangst"

Ich bin mir nicht sicher, ob die von Max Mantel geforderte Verbannung dieser von ihm zurecht kritiserten Eliten unserer westlichen Zivilisation ins Pfefferland auch nur ein Jota verändern würde. Ob an die Küste von Malabar (Südindien) oder nach Liberia und Sierra Leone – beides Herkunftsländer des Pfeffers oder Ingwers – versetzt, diese Egomanen würden von dort aus munter weiter werkeln. Sie fänden im Gegenteil noch grosszügigere Unterstützung durch die dortigen Regimes. Desgleichen in den üblen Bananrepubilken. Allerdings mit dem leider nur zu bekannten Effekt, dass die dortige einheimische Unterschicht noch viel mehr zu leiden hätte, als sies eh schon tut. Viel besser wäre: fort mit ihnen auf den Mond oder noch weiter weg!

Hierzulande haben eben schon allzuviele "Ufegumperli" massiv profitiert von diesen einfallenden Heuschrecken. Daher auch die allgegenwärtige Verlustangst. Jüngstes und eindrückliches Beispiel: Die angesagte Steuerreform in Basel. Da kann ich Albert Augustin nur zustimmen von wegen sinkender Hemmschwelle. Auslöffeln tuns sicher nicht diese Vertreter aus den "Scheff Etaschen". Deren Moralbegriffe sind eher von dort, wo eben "der Pfeffer wächst".


Ueli Pfister, Gelterkinden



"Wenn's um Geschäfte geht, sinkt die Hemmschwelle"

Es wäre (vielleicht) hilfreich, wenn sich Novartis möglichst rasch und umfassend zu dieser dubiosen Zahlung äussern würde. Ist das jetzt "der Einstand" des neuen Chefs Vasant Narasimhan? Man ist es ja gewohnt, dass die "hohe Politik" grob fahrlässig mit Steuergeldern umgeht, aber dass ein Pharmakonzern wie Novartis, den ich bislang als seriös gehalten habe, dubiose Zahlungen macht, gibt zu denken.

Es ist ja wie ein billiger Krimi, wenn ich da Wörter lese wie "Michael Cohen / Delaware / Stormy Daniels / Essential Consultants / Executiv Summary (was für eine "gediegene" Bezeichnung)". Wenn's um Geschäfte geht, so sinkt die Hemmschwelle, das sieht die "Scheeef-Etasche" von Novartis wohl auch so. Nobel ist anders!


Albert Augustin, Gelterkinden



"Unsterblich blamiert"

Leider ist Novartis nur ein Beispiel von vielen. Novartis zeigte – zusammen mit Spiesshofer von der ABB oder Joe Käser von Siemens am WEF – einmal mehr, dass sie bestens zur "Welt-Wirtschafts-Elite" gehören. Diese Firmenliste lässt sich problemlos verlängern. Diese oberste Liga von Velofahrern (nach oben buckeln, nach unten treten) hat sich unsterblich blamiert und den Nachweis der WEF-Überflüssigkeit selbst erbracht.

Man sonderte also eine ganze Woche lang hohle Sprüche von freiem Handel, Ethik, Nachhaltigkeit und der wunderschönsten Lippenbekenntnisse mehr ab. Und  dann kam Trump und nun war plötzlich alles anders und alle gingen in die Knie und himmelten den mächtigsten Heissluftproduzenten der Welt wie den neuen Messias an. Noch widerlicher, perverser, verlogener und unglaubwürdiger geht's nicht mehr.

Diese Schicht der Abgehobenen dieser Welt hat den ultimativen Beweis erbracht, dass es einzig darum geht, sich die Taschen auf Kosten der dummen Mehrheit noch effizienter zu füllen. Das ganze unter Schutz von Schweizer Armee und Polizei. Jeder noch so winzige Protest wird gleich im Kein erstickt.

Mir reicht's! So was soll in unsere angeblich liberale, freiheitliche, selbstbestimmte Demokratie passen? Schwab und sein WEF gehören wie Trump und seine Bagage ins Pfefferland oder irgend eine Bananenrepuplik in der Karibik; sie missbrauchen unser Land.


Max Mantel, Kilchberg ZH


www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Alles mit scharf

Der Hirnriss im Kopfkino
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Im Theater Basel hat es gebrannt (...) Sachschäden entstanden keine."

Prime News
Newsletter
vom 1. Oktober 2019
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Solche Feuerchen hat man gern.

RückSpiegel


nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die Grünen Liestal und Umgebung haben Marie-Theres Beeler an der Mitgliederversammlung vom 22. Oktober für die Legislatur 2020-2024 für den Stadtrat nominiert.

Am 9. August 2019 hat Eva Meuli dem Landrat ihren Rücktritt als Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungs-Recht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft per 31. März 2020 erklärt.

Am 14. Oktober, lediglich drei Wochen nach Ausschreibung der Publikumsöffnung der ADEV Ökowärme AG, waren alle 3000 neu ausgegebene Namenaktien gezeichnet.

Die Universität Basel richtet am 1. Februar 2020 mit dem Biologen Carsten Gründemann eine Stiftungsprofessur für translationale Komplementärmedizin ein.

Wechsel in der Geschäftsführung der Suchthilfe Region Basel: Barbara Held übernimmt die Leitung per Januar 2020, nachdem Walter Meury – ein Pionier in der Suchtarbeit – Ende Jahr in den Ruhestand geht.

Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde und Gemeinderat Daniel Hettich haben die erneuerte Lörracherstrasse in Riehen feierlich eingeweiht.

Veronica Schaller
, frühere Basler Sanitätsdirektorin und zuletzt Kulturbeauftragte der Stadt Bern, wurde zur neuen Präsidentin von "Curaviva Basel-Stadt", dem Verband der Basler Alterspflegeheime, gewählt.

Designierte Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Rheinhäfen ist Martina Gmür, Petra Mösching wird Mitglied des Verwaltungsrats.

Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.

Beat Tschudin (48), seit rund zwölf Jahren den Fachbereich Fahrzeugbewirtschaftung der Baselbieter Polizei, übernimmt ab Dezember die Leitung des Fahrzeugwesens der Bau- und Umweltschutzdirektion als Nachfolger von Christian Oberhausser, der Ende August in vorzeitige Pension geht.

• Das Basler Gesundheits-Departement hat den Umzug von der St. Alban-Vorstadt an seinen neuen Hauptstandort an der Malzgasse 30 in Basel abgeschlossen.

Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).