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"Eine Frucht des Emmentals": Roche-Präsident Fritz Gerber

Der Mann, der für Roche die Felder bestellt

Fritz Gerber. Der Mann aus dem Emmental, der für 15 Milliarden Franken Boehringer Mannheim kauft


Von Peter Knechtli


Vreneli Künzli-Dreyer freute sich, wenn Fritz Gerber wieder einmal dabei wäre. Sie könnten sich dann unterhalten über Episödchen von damals, in der Sekundarschule von Huttwil. Zum Beispiel, wie Fritz Gerber einem Klassenfreund einen blutigen Nasenstüber versetzte, nachdem der ihn zum freundschaftlichen Boxen herausgefordert hatte.


Beruflich hat es der Emmentaler Fritz Gerber (68) weitesten gebracht. Als Steuermann des Pharmakonzerns Hoffmann-La Roche ist er heute einer der erfolgreichsten Wirtschaftsführer der Welt. In seiner bald 20jährigen Präsidial-Aera hat er den absturzgefährdeten Multi mit Bedacht zum hochrentablen Juwel gemacht: Sehr zur Freude der Besitzerfamilien Sacher, Hoffmann und Oeri warf das Unternehmen bei einem Umsatz von 16 Milliarden Franken einen Gewinn von fast vier Milliarden Franken ab. Soeben sah sich Roche mit der Obliegenheit konfrontiert, 15 Milliarden Franken an die früheren Besitzer des Diagnostikkonzerns Boehringer Mannheim zu überweisen.

Den letzten Einladungen zur Klassenzusammenkunft konnte "de Fritz" aus Zeitgründen nicht Folge leisten. "Er meldete sich aber jedesmal korrekt ab", erinnern sich Kameradinnen und Kameraden anerkennend. Trotzdem hat der bodenständige Kosmopolit und Artillerie-Oberst die Wurzeln zu seiner Wiege nie verloren.

In der fruchtbaren Huttwiler Erde wird "gwärchet"

Der Marktflecken Huttwil liegt peripher an der Luzerner Grenze zwischen Emmental und Oberaargau. "Schtedtli", nicht etwa Dorf, nennt man die 4'900-Seelen-Gemeinde, an deren Hauptstrasse die vergilbte Leclanché-Werbung aus dem Schaufenster grüsst. Zwischen den Hecken wie aus dem Musterprospekt des Naturschutzbundes versinkt rastendes Vieh im saftigen Gras. In den Gärten ist Betrieb, es wird "gwärchet". Frauen knien in die fruchtbare graue Erde, aus der jeder gesteckte Samen auch spriesst. "Wir pflegen den Boden seit Jahrhunderten sorgfältig und wir wissen auch warum. Von ihm hängen Existenzen ab", gibt ein Passant preis, bevor er den Huttwiler Menschenschlag schildert: "Wir sind zurückhaltend, vorsichtig. Wir schauen uns erst um, bevor wir das Fremde annehmen. Aber wer auf uns zukommt, fühlt sich bald wohl."

Das Signalement der Huttwiler Volksseele passt perfekt auf Fritz Gerber. Was der einstige Musterschüler in seinem beruflichen Leben anpackte, ging auf wie die Saat der Emmentaler Felder. Ein Freund: "Überall, wo er tätig war, vollbrachte er Höchstleistungen." Jüngstes Beispiel war die unerwartete Boehringer-Uebernahme. Mit sicherem Gespür tätigte er zahlreiche Grossakquisitionen wie Genentech oder Syntex, noch lange bevor die Merger zur Mode wurden. Aber die rentabelste Akquisition von Roche, notierte einst die "Basler AZ", sei Gerber selbst gewesen.

Die Züge, die ihn in seinen jüngsten Jahren zuerst in der Elternhaus-Idylle an der Häbernbadstrasse 12 gleich neben der Sägerei am plätschernden Rothbach und später in der "Sonnegg" prägten, begleiteten ihn durch seine berufliche Karriere.

"Die Intelligenz vom Herrgott geschenkt erhalten"

War er als Sekundarschüler und erster Kadettenkommandant schon "gäng vorne" (so eine Kameradin), so will er als Roche-Kapitän "in den Bereichen, in denen wir tätig sind, zu den weltweit Besten gehören". Half er als Schüler auch mal dem Mathelehrer auf die Sprünge, so führt er heute das Unternehmen mit einem "enorm starken Willen und der festen Überzeugung, welches der richtige Weg ist" (so ein Gerber-Kenner). Schwärmen Mitschüler von einem "angenehmen Klassenkameraden, der die Intelligenz vom Herrgott geschenkt erhielt", so bewundert ist heute viele seine Schaffenskraft. Ein früherer Ciba-Mann: "Der hat eine Riesenkapazität."

Während fast zwanzig Jahren besetzte Gerber ein veritables Doppelmandat: Er war nicht nur seit 1978 Präsident und Konzernleitungschef von Roche, sondern seit 1977 auch Präsident der milliardenschweren "Zürich"-Versicherungsgesellschaft. In diesem Konzern lernte er nicht nur das Handwerk von der Pike auf, er holte sich dort auch die entscheidende internationale Erfahrung in London, Chicago, Toronto, Indien und Australien. Das "Zürich"-Mandat legte er Mitte 1995 nieder mit der Prognose, er wolle seine Führungsverantwortung bei Roche "auch in den nächsten Jahren noch voll wahrnehmen".

Heute steht Fritz Gerber auf dem Höhepunkt seiner herausragenden Karriere, die ihn als damaliger Verwaltungsrat der SKA und der IBM Corporation, aber auch als Mitglied des International Advisory Committee der Chase Manhatten Bank, des Advisory Council von Tenneco Europe und verschiedener Beiträte mit zahlreichen Magnaten wie Henry Kissinger, David Rockefeller oder dem früheren deutschen Bundesbankpräsidenten Karl Otto Pöhl zusammenführte.

Mit sechzehn verliess Fritz Gerber Huttwil

Begonnen hatte sein Weg nach oben im April 1945, als er, 16jährig, dem trauten Nest Huttu entflog und sich zwecks Besuchs des Gymnasiums im fernen Bern niederliess. Nach dem Rechts-Studium mit Fürsprecher-Abschluss trat er ins Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement ein, wo er jener Delegation unter der Leitung des späteren Arbeitgeber-Präsidenten Fritz Halm angehörte, die den Beitritt der Schweiz zum GATT vorbereitet.

Fruchtbare Kontakte, die Gerber über seine Laufbahn solide begleiteten, führen in jene Zeit zurück. So begegneten sich Halm und Gerber Anfang der siebziger Jahre wieder unter dem "Zürich"-Dach, im Verwaltungsrat der Sachversicherungs-Tochter "Alpina".

Gerber fiel schon dem damaligen Bundesrat Hans Schaffner als tüchtiger Beamter auf. Jedenfalls erinnert sich der damalige Chef der Handelsabteilung und spätere Staatssekretär Paul Jolles, wie Schaffner ihm den jungen Juristen als Gesprächspartner empfohlen hatte. Aus dem Dialog wurde Freundschaft, die sich auch im Nestlé-Verwaltungsrat fortsetzte, den Jolles während sechs Jahren präsidierte und dem Gerber immer noch angehört.

Ein "vorsichtiger Kalkulatur"

Seine Erfahrung als Sanierer war ein Motiv, das Gerber an die Spitze von Roche führte: Sein Vorgänger Adolf W. Jann, auch er ein gleichzeitiger "Zürich"-Präsident, war nicht nur mit dem Makel der Seveso-Affäre belastet, sondern auch mit einem erfolgsverwöhnten Konzern, den er mit den paradiesisch fliessenden Erträgen der Erfolgs-Tranquilizer Valium und Librium Roche nicht nur in einen völlig intransparenten Gemischtwarenladen diversifiziert, sondern gar in eine bedrohliche Lage gebracht hatte. Die Umsatzrendite sank innerhalb von fünf Jahren von 12 auf 4,2 Prozent.

Immerhin war es Jann gewesen, der Hauptaktionär Paul Sacher auf Fritz Gerber als seinen Nachfolger aufmerksam gemacht hatte. Als erfahrener Troubleshooter und Top-Shot der Versicherungsbranche war Gerbers Profil zur Rekultivierung des skandalgeschädigten Konzerns wie geschaffen. Mit seiner "äusserst strategisch denkenden Führungspersönlichkeit" (so ein Freund) schwor der "vorsichtige Kalkulator" den Konzern seit 1978 auf einen nie erreichten Erfolgskurs ein.

Dabei half ihn sein untrügliches Geschick, zur richtigen Zeit die richtigen Leute um sich zu scharen - und ihnen vor seinen Entscheiden auch zuzuhören. In seinem Finanzchef Henri B. Meier hatte er einen so begnadeten Geldvermehrer zur Hand, dass Roche wie eine Bank ein Drittel ihrer Gewinne aus dem Anlagegeschäft realisiert. Als Gerber von Sandoz Pharma-Manager Armin Kessler und Forschungschef Jürgen Drews in sein Haus transferierte, versuchte Sandoz-Boss Marc Moret wutentbrannt aber erfolglos, die Anstellungen rückgängig zu machen.

Dem Jet-Set-Glamour abgeneigt

An Geld und Macht orientiert sich Fritz Gerbers Berufsleben. Obwohl jeglichem Jet-Set-Glamour abgeneigt, dürfte der vor eiserner Disziplin und Selbstbeherrschung strotzende Konzernchef den immensen Reichtum von Hauptaktionär Paul Sacher (Familienvermögen laut Bilanz-Schätzung: über 12 Milliarden Franken) anhaltend bewundern. Sein Traum wäre wohl, selbst über Sachers Machtfülle zu verfügen.

Ganz ohne ist auch Gerber nicht: Mit der ihm eigenen Intuition war er schon in einem frühen Stadium Vertrauter und Kunde von Martin Ebner und seiner BZ Bank. Von Ebners genialem Geschick zu lukrativen Anlagegeschäften vor allem über seine Roche-Investmentfirma Pharma Vision 2000 profitierte auch Fritz Gerber: Sein Vermögen dürfte heute eine Grössenordnung von hundert Millionen Franken erreicht haben. Doch was ist das schon, verglichen mit den Werten, die er Hoffmann-La Roche verschaffte: Bei seinem Eintritt 1978 betrug die Börsenkapitalisierung 6,3 Milliarden Franken; heute sind es 124 Milliarden - fast 20mal mehr.

Für die Basler Besitzerfamilien ist Fritz Gerber wie ein Geschenk des Himmels. "Wenn es um den Shareholder-value geht, dann geht Gerber über Leichen", sagt einer, der auf der Strecke blieb. Dies mussten zuvor auch Vizepräsident Alfred Hartmann und der Delegierte Dieter B. Füglistaller erfahren, von denen sich Gerber bald trennte. Auch der als "human" geltende Pharma-Chef Kessler, einst noch als Kronprinz gehandelt, geriet unerwartet zum Frührentner. Roche-Vize Andres Leuenberger ist als Vororts-Präsident in einer Seitenstrasse geparkt.

Gerbers Vater war "eher links"

Das plötzliche Wegtreten, das Moret auch bei Sandoz so virtuos organisierte, erlangte auch bei Roche unter Gerber eine gewisse Tradition. In solchen Momenten scheint ihm emotional nicht mehr zugänglich, wie er selbst unter bescheidenen Verhältnissen heranwuchs, als Sohn der warmherzigen Mutter Johanna, geborene Abplanalp, und des Schreinermeisters Johann Friedrich, der Präsident der Konsum-Genossenschaft Huttwil und "eventuell in der Gewerkschaft" war, jedenfalls, so wird getuschelt, "eher links" stand.

Auch in delikaten Fällen verliert der Manitu der Pillenbranche, ganz Fürsprecher, nie die Fassung: Gerber kann selbst eine fristlose Entlassung so einfühlsam vermitteln, dass beim Betroffenen der Eindruck entsteht, er sei soeben befördert worden. Das Geschick, seine Humanressourcen primär nach dem Grad ihrer Funktionserfüllung zu bewerten - Geber würde sagen: im Interesse der unternehmerischen Zukunftssicherung -, hat ihm auch schon den Spitznamen "smiling killer" eingetragen.

Doch wie mit der Stahlbürste kann Gerber auch mit dem Weichzeichner umgehen. Wen er bei seinem prüfenden Blick in die Augen für vertrauenswürdig und zufälligerweise auch geschäftsfördernd befunden hat, wird sein Wohlwollen spüren. So war der verstorbene Wirtschaftshistoriker Hans Conrad Peyer, der zum 100jährigen Firmenjubiläum die Geschichts-Schrift verfasste, als Familienfreund von Gerbers durch den Chef persönlich mit der Recherche beauftragt worden.

An Elisabeth Kopps "Winterfesten"

Als ökonomisch bewusster Lebenszeit-Verwerter weiss der Grandseigneur der Schweizer Wirtschaft offensiv jene Beziehungen zu kultivieren, die ihm bedeutungsvoll, aber auch hilfreich scheinen. So ging er bei der früheren Justizministerin Elisabeth Kopp ein und aus. An den traditionellen "Winterfesten" aus Anlass ihres Geburtstages stand auch Fritz Gerber mit Begleitung auf der Gästeliste. "Als Rotarier pflegte er seine freisinnigen Parteifreunde sehr, das war auch bei Frau Kopp so", bestätigt ein freisinniger Freund die Zumikon-Connection.

In einer älteren herrschaftlichen Residenz an der Goldhaldenstrasse im Nachbardorf Zollikon war es, wo sich bei einem steuerbaren Jahresbudget von 3,5 Millionen Franken (1985) Fritz Gerbers eigentliches Familienleben abspielte. Im Haus an begehrtester Wohnlage mit betörendem Blick über den Zürichsee und einem Wert von gegen vier Millionen Franken wuchs die Familie mit drei Töchtern und zwei Söhnen auf, zu denen Gerber eine teilnehmende Beziehung unterhält.

Vor einigen Jahren bezog Gerber in der noblen Baselbieter Vorortsgemeinde Arlesheim ein mit hochkarätiger Bilderkunst geschmücktes videoüberwachtes Anwesen, das ein ausschweifendes Panorama auf die elsässisches Ruine Landskron und die romantische Talebene von Leymen freigibt. Hier lebt er in zweiter Ehe mit seiner Frau Renate, der Witwe des 1983 verstorbenen Daimler-Benz-Vorstandsvorsitzenden und früheren "Alpina"-Verwaltungsrates Gerhard Prinz.

"Alles Gold und Mahagoni"

Schwungvoll hat sich die lebenslustige Salzburgerin in die hochgradig synergetische Beziehung ihres Gatten zu Paul Sacher und seinem familiären Umfeld eingelebt. Als vorzügliche Gastgeberin gepriesen organisierte sie letztes Jahr Sachers 90jährigen Geburtstag auf dessen Villa Schönenberg samt Johann-Strauss-Orchester, kulinarischen Köstlichkeiten von Feinkost Käfer München und höchst gediegenem Inventar (ein Geladener: "Alles Gold und Mahagoni"). Als Sacher neulich in Basel zum "Ehreschpalebärglemer" ernannt wurde, unterhielt sich Renate Gerber mit Sachers 16jährigem Sohn Georg Schmid "in einem Ton, der auch auf private Kontakte schliessen lässt".

Nicht nur das Geschäft, auch die gemeinsame kulturelle Affinität brachte den Dirigenten, Musiker und Mäzen Sacher und Gerber als Liebhaber der bildenden Künste näher. Die starke Förderung Jean Tinguelys durch Sachers verstorbene Frau Maya, selbst Bildhauerin, führte den Künstler auch mit Gerber zusammen. Roche ihrerseits bot die Tinguely-Beziehung letztes Jahr die grossartige Möglichkeit, der Öffentlichkeit zum 100jährigen Firmenjubiläum ein eigenes Museum des Basler Künstlers mit Weltruf zu widmen. 30 Millionen Franken liessen sich Sacher und Gerber den von Freund Mario Botta entworfenen, unweit der Konzernzentrale gelegenen Kubus kosten.

Genauso, wie bildende Kunst durch Werke von Moore, Luginbühl, Arp und zahlreichen weiteren Künstlern bei Roche längst vor Gerber Tradition hatte, galt Gerbers Leidenschaft schon vor seinem Firmeneintritt der klassischen Modernen. Konstruktivisten und Pop-Art-Grössen von Lichtenstein bis Warhol und von Rauschenberg bis Vantongerloo gehören zu seinen Favoriten. Harald Szeemann, der frühere Direktor der Kunsthalle Bern, zählt zu Gerbers inspiratorischen Animatoren. Die Art, wie Roche unter Gerber den von Otto Salvisberg entworfenen Verwaltungstrakt renovierte und einrichtete, meint ein Sachverständiger, "ist an sich eine hohe Kunst".

Kultureller Geist ist auch in der Familie angelegt: Regula, eine seiner Töchter, ausgebildete Regisseurin und ambitionierte Noch-Intendantin am Stuttgarter Theater "Die Rampe", ist seit Anfang 1996 Vizepräsidentin der "Fondation Nestlé pour l'art". Einer seiner Söhne ist Filmemacher. Vertraute billigen dem Firmenchef und Mitglied der Orchesterakademie des Philharmonischen Orchesters Berlin zu, sich "mit der gesellschaftlichen Disharmonie ernsthaft auseinanderzusetzen".

Anders als Moret hat Gerber in Basel Bodenhaftung gefunden

Anders als Marc Moret hat Fritz Gerber am Rheinknie Bodenhaftung gefunden. An gezielten Einladungen, etwa durch den Basler "Zürich"-und Nestlé-Verwaltungsrat sowie Nestlé-Kunststiftungsrat Peter Böckli ist auch Fritz Gerber anzutreffen. Ein Basler Politiker, der schon mit ihm tafelte, zeigte sich tief beeindruckt, wie er über moderne Kunst parlierte und nebenbei auch mit "Detailkenntnissen" zur Basler Politszene aufwartete. Kein Wunder: Einer seiner Assistenten ist Pierre Jaccoud, früherer Sekretär der Basler Liberalen.

Wenn's sein muss, nimmt Gerber auch Einfluss auf die Niederungen der Politik. Als es SP-Regierungsrat Remo Gysin dem Medizinprofessor Werner Stauffacher wegen Interessenkollision verwehren wollte, Roche-Verwaltungsrat zu werden, reichte Gerbers beiläufige Bemerkung des Missfallens, um die Gesamtregierung "umzublasen". Auf Gerbers Seite stand insbesondere der freisinnige Finanzdirektor Kurt Jenny, heute Roche-Verwaltungsrat und Präsident der Sacher-Bank Scobag.

Trotz immensem Einfluss und schier endloser Schaffenskraft wird Fritz Gerber gelegentlich umsichtig seine Nachfolge regeln. Der Jurist und Ebner-Freund Rolf Hänggi (52) war vergangenes Jahr ziemlich diskret als Vizepräsident installiert worden. Er ist profilierter Finanzchef - bei "Zürich". Was freilich gar nichts heisst: "Vielleicht", denkt ein Insider laut nach, "wählt Fritz Gerber auch eine ganz andere Lösung".

Damit naht auch die Zeit, da Fritz Gerber die Einladung zur Klassenzusammenkunft wieder annehmen kann. An Themen wird es nicht mangeln: Eben gingen in Huttwil 100 Arbeitsplätzen durch die Schliessung der beiden grossen Möbelfabriken verloren. Die eine hiess "Meer". Dort hatte Fritz Gerbers Vater gearbeitet.

12. Juni 1997


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"Auf dem verbittert umkämpften Schlachtfeld in den Südvogesen waren (...) 30'000 deutsche und französische Soldaten gefallen."

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