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Leitung der neuen CRC Treuhand: Roland Harzenmoser, Urs Gröflin, Reto Kuoni

Ex-Balcab-Chef Urs Gröflin übernimmt Harzenmoser Treuhand

Wegen angeschlagenem Ruf: Aus Harzenmoser Treuhand AG wird CRC Treuhand AG


Von Peter Knechtli


Der ehemalige Basler Balcab-Direktor Urs Gröflin (57) übernimmt die Aescher Harzenmoser Treuhand AG. Und mit ihr auch den bisherigen Eigentümer Roland Harzenmoser, der letzten Dezember wegen Veruntreuungsvorwürfen im Zusammenhang mit der Vorsorge-Sammelstiftung Trehag in die Schlagzeilen geriet.


"Wir kennen uns seit 1975, wir haben miteinander das Eidgenössische Controller-Diplom gemacht", sagt Urs Gröflin, bis Ende 2000 Direktor des Basler Kabelunternehmens Balcab und gibt unumwunden zu, dass er sich zu einem Freundschaftdienst gegen Roland Harzenmoser entschlossen hat: "Das Beste ist, wenn ich die Harzenmoser Treuhand AG kaufe." Per 15. April geht das gesamte Aktienpaket des 1978 gegründeten Treuhandunternehmens von Harzenmoser an Gröflin über - unter dem neuen Namen CRC Treuhand AG. Auch der bisherige Eigentümer Roland Harzenmoser wird als Angestellter übernommen: Zusammen mit seinem bisherigen Direktor Reto Kuoni ist er als Geschäftsleiter mit Unterschrift zu zweien für das elf Mitarbeitende starke Unternehnmen zuständig. Als Revisionsstelle wird künftig die Basler "Itag Revision" eingesetzt.

Gegen Harzenmoser ermittelt derzeit das Besondere Untersuchungsrichteramt für organisierte Kriminalität und Wirtschaftsdelikte (BUR) strafrechtlich wegen Veruntreuung. Offiziell bekannt gegebener Grund: Als damaliger Präsident der Vorsorge-Sammelstiftung Trehag, in der rund hundert regionale KMU ihre BVG-Gelder gebunden hatten, habe Harzenmoser mindestens zehn Millionen Franken für eigene oder ihm nahestehende Firmen zweckentfremdet. Die kantonale Aufsichtsbehörde ordnete letzten Dezember die sofortige Liquidation der Stiftung an.

Harzenmoser: "Ich habe keine verbrecherische Ader"

Harzenmoser räumte im Gespräch mit OnlineReports Fehler ein: "Ich habe links und rechts unterschrieben." Er sei aber bereit, für seine Fehler einzustehen: "Ich habe keine verbrecherische Ader. Nicht ein Franken ist in meinen Sack geflossen." Dafür kam die Stiftung zu Schaden, nicht aber die angeschlossenen Firmen, da in diesem Fall der eidgenössischen Sicherheitsfonds zu Zuge kommt. Zu Schaden kam aber der Angeschuldigte Harzenmoser selbst: Die vorgeworfene Veruntreuung verunmöglichte ihm, seine Firma unter dem bisherigen Namen weiter zu führen. Auch wäre nicht ausgeschlossen, dass auch das gute laufende Treuhandgeschäft zum Schaden von rund 250 Kunden hätte liquidiert werden sollen.

Laut Gröflin ist der Firmenkauf und die Übernahme Harzenmosers ("mein Beruf ist Treuhänder") als Geschäftsführer absolut regulär zustande gekommen. Sowohl Verkauf wie auch der Verkaufspreis sei von Niklaus Honauer, dem amtlich eingesetzten Liquidator "ausdrücklich gutgeheissen worden". Gröflin dementierte auch die mögliche Vermutung, nur als vorgeschobene Übergangslösung zu dienen. "Ich will mich hier langfristig engagieren", sagte er zu OnlineReports.

13. April 2002


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