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"Wenn das funktioniert, jubeln wir": Energie-Stratege Eduard Schumacher

Auch CKW steigen in Basler Geothermie ein

Das Projekt dürfte nach bisherigen Erfahrungen aber anspruchsvoller und teurer werden


Von Marc Gusewski


Mit der Innerschweizer Stromversorgerin CKW beteiligt sich ein weiteres Elektrizitätswerk am Basler Erdwärme-Projekt der Geopower AG. Aber noch sind immer neue technische Hürden zu meistern und damit entstehen immer höhere Kosten. Als sicher erscheint schon, dass die heute bezifferten 80-90 Millionen für Basel kaum ausreichen werden.


Auch der Innerschweizer Stromversorger CKW ("Centralschweizerische Kraftwerke") beteiligt sich mit 2,3 Millionen Franken am Aktienkapital der Geopower AG, die den Bau eines Geothermie-Heizkraftwerks in Basel beabsichtigt. Die CKW zählt zur Nordostschweizer Axpo-Gruppe, die bereits selbst ankündigten, mit sechs Millionen aus ihrem 100 Millionen schweren Ökostrom-Topf am Basler Erdwärme-Vorhaben zu partizipieren. Daneben beteiligen sich die Industriellen Werke Basel (IWB), die Elektra Baselland (EBL), der Tessiner Versorger AET, die Halbkantone Basel-Stadt und Baselland, der Gasverbund Mittelland (GVM), die Elektrizitätswerke der Stadt Zürich sowie die Initiatorin Geothermal Explorers Ltd am Geopower-Projekt, das auf IWB-Gelände in Kleinhüningen realisiert werden soll.

Vorhaben wird anspruchsvoller und teurer

Nach einem sehr optimistischen Projekt-Start mehren sich die Vorzeichen, dass Geothermie-Heizkraftwerke nach dem Hot-Dry-Rock-Verfahren (HDR), wie es in Basel geplant ist, anspruchsvoller und damit teurer zu werden droht als bisher angenommen: Ein diesbezüglich fortgeschritteneres Projekt der Firma Geodynamics in Südaustralien benötigt unerwartet eine zweite Förderbohrung in 4'000 Meter Tiefe, um verlässliche Aussagen über die Durchführbarkeit gewinnen zu können. In Bad Urach (Schwäbische Alb) stoppten die Stadt, das Land Baden-Württemberg und der drittgrösste deutsche Stromkonzern EnBW ein HDR-Projekt nach einem Bohrunfall – eine Wiederaufnahme erscheint hoher Folgekosten wegen unwahrscheinlich.

Panik kommt deswegen bei der Basler Betreibergesellschaft nicht auf. Denn anderseits kommen zwei süddeutsche Thermalwasser-Geoprojekte - dies allerdings auf anderer technologischer Basis - rascher voran als gedacht: Am weitesten fortgeschritten ist jenes in München Unterhaching, wo bereits der Kraftwerksteil in Bauausführung geht. In Landau in der Pfalz wurde vor wenigen Wochen Thermowasser in 3'000 Meter Tiefe vorgefunden, das sich als energetisch nutzbar erweisen könnte. Thermalwasser-Heizkraftwerke werden im Gegensatz zu HDR-Projekten direkt auf unterirdische Warmwasservorkommen "aufgesetzt", wohingegen HDR-Projekte nach dem Prinzip funktionieren, zunächst Brauchwasser in trockene, selbst erzeugte Felsklüfte zu verpressen, um es mindestens 200 Grad aufheizen zu lassen, und erst dann zu fördern.

Die Kosten steigen

Bisher rechneten die Basler Geopower-Partner mit einer Betriebsaufnahme in den Jahren 2008, 2009 oder noch später. Zu Projektbeginn Ende der neunziger Jahre war noch von einem Betriebsbeginn im kommenden Jahr und einem Investitionsvolumen von 60 Millionen Franken die Rede. Offiziell wird gegenwärtig von gegen 90 Millionen Franken gesprochen. Zieht man aber die Lehren aus den übrigen HDR-Projekten, etwa gestiegene Stahl- und Bohrkosten, so wären Gesamtaufwändungen von über 100 Millionen Franken nicht überraschend – vorausgesetzt, es kommt nicht zu unverhergesehenen Pannen.

Zunächst soll nächstes Frühjahr in Basel eine erste so genannte Injektionsbohrung ausgeführt werden, für welche die Vorbereitungen bereits laufen. Von der Idee her könnte die Geothermie in zehn bis zwanzig Jahren dazu beitragen, sogenannten Grundlaststrom, etwa aus Atomkraftwerken, umweltfreundlich und einigermassen bezahlbar zu ersetzen.

Zwei Haupt-Risiken

Mit 17,2 Millionen Franken zu knapp 30 Prozent an der Geopower beteiligt ist Hauptpartner IWB. Eduard Schumacher, Vorsitzender der Geschäsftsleitung, zur OnlineReports: "Der Optimismus und der Glaube an diese Art der Energieproduktion ist ungebrochen vorhanden." Doch er räumt ein: "Die wirtschaftliche Frage ist schon noch offen." Zwei Hauptrisiken, die in zwei über 500 Meter voneienader entfernt liegenden Explorationsbohrungen in 5'000 Meter Tiefe untersucht werden, können das Projekt in Frage stellen: Die Frage, wieviel Wasserdruck erforderlich ist, und die Frage, ob das ins Erdinnere gepumpte Wasser auch zirkuliert und an die Erdoberfläche zurück geleitet werden kann. Schumacher: "Wenn das funktioniert, dann jubeln wir."

20. Dezember 2005

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"Steinberg", "Steinberg"

Basler Zeitung
vom 7. November 2019
in einem Text über "Basel
und seine Baustellen"
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Dreimal wollte der Autor in einem Text "Steinenberg" schreiben – einmal erfolgreich, zweimal scheiterte er.

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