© Fotos by Peter Knechtli, OnlineReports.ch
"Ein solches Verhalten ist inakzeptabel": "Prime News"-Chef Keller

Christian Keller: "Mein dieses Jahr deklarierter Lohn ist Null"

Der Gründer und Chef der Basler Online-Plattform "Prime News" im Interview über das erste Betriebsjahr


Von Peter Knechtli


In seinem ersten Jahr als Gründer und Chef der Basler Online-Plattform "Prime News" habe er "sicher mehr geschrieben als ein durchschnittlicher BZ- oder BaZ-Journalist". Das sagt Christian Keller, der sich im grossen Interview mit OnlineReports über seine neuen Erfahrungen als Unternehmer äussert und an einigen Exponenten "des Staates" kein gutes Haar lässt.


OnlineReports: Am 13. August ist Geburtstag. Gratulation zum Überleben des ersten Betriebsjahres als autonome News- und Serviceplattform.

Christian Keller: Vielen Dank.

OnlineReports: Was ist eigentlich mit "Serviceplattform" gemeint?

Keller: Wir bieten auch interaktive Tools – beispielsweise, wenn jemand wissen will, wo in Basel der einzige Parkplatz noch frei ist.

OnlineReports: Du bist bekannt als erbarmungslos selbstkritischer Publizist. Wie bist Du mit Deinem ersten Jahr als Medienunternehmer zufrieden?



Keller: Das ist eine gute Frage. Ich werde nie zufrieden sein, sonst wird man träge und dann kann man den Laden gleich dichtmachen. Ich bin aber insofern zufrieden, als wir jetzt nach einem sehr brutalen und lehrreichen Jahr eine klare Perspektive haben, wie wir am Markt selbsttragend werden und langfristig überleben können.

OnlineReports: Ist "Prime News" schon über dem Berg?

Keller: Was heisst das? Definiere das!

OnlineReports: Dass sich Gewinn abzeichnet.

Keller: Da kommt es darauf an, wieviel Aufwand wir durch Auftragsvergabe betreiben. Wir können hier variabel arbeiten. Aber ich möchte mehr Output haben. Insofern sind wir noch nicht über dem Berg. Da brauchen wir sicher noch ein Jahr. Wir haben jetzt mehr Werbeabschlüsse und mehr Kooperationen und wir wollen mit Eigenleistungen eine journalistische Referenz werden.


"Drei Festangestellte könnte ich
jetzt noch nicht finanzieren."



OnlineReports:
Wie hoch ist der erste Jahres-Umsatz?

Keller: Hmmm – wie hoch ist er bei OnlineReports?

OnlineReports: Ich stelle jetzt die Fragen. Also: Wie hoch?

Keller: Das sage ich jetzt nicht. Sagen wir es so. Ich allein könnte gut davon leben. Aber drei Festangestellte könnte ich noch nicht finanzieren.

OnlineReports: Wie hoch ist Dein Budget für die Freien Mitarbeitenden?

Keller: Das können monatlich mal 5'000, mal 10'000 Franken sein.

OnlineReports: Die Lesenden müssen ein Jahres- oder Tages-Abo lösen oder vor der Lektüre 15 Sekunden Werbung über sich ergehen lassen. Wie beurteilst Du das Bezahl-Modell von "Prime News"?

Keller: Das Bezahlmodell war der Grund, weshalb ich diese Plattform überhaupt gegründet habe. Ich wollte schon immer etwas Eigenes machen, weil mich die Gratiskultur nicht überzeugt. Bei uns hat der Leser eine grosse Vielfalt, zu entscheiden, welchen Zugang er wählen will. Neu wird die Möglichkeit hinzukommen, dass der Leser seine E-Mail-Adresse angibt, statt ein Werbevideo anzuschauen. Er erhält dann beispielsweise von einer Confiserie Informationen zu speziellen Aktionen. Die Gegenleistung ist die Freischaltung des Artikels.

OnlineReports: Was wird von den Kunden eher akzeptiert – das 79 Franken-Abo oder der Werbefilm?

Keller: Ganz klar der Werbefilm.

OnlineReports: Wieviele Jahres-Abonnenten hat "Prime News" aktuell?



Keller: Rund 450 Abonnenten, die wirklich bezahlt haben.

OnlineReports: Würdest Du Fördergeld vom Staat annehmen?

Keller: Auf keinen Fall.

OnlineReports: Aber soll der Staat auf Online-Portalen werben – beispielsweise für Kampagnen jeder Art?

Keller: Damit hätte ich kein Problem, wenn der Staat dies will.


"Wir sind staatskritisch, unternehmens-
freundlich und offen für alle Meinungen."



OnlineReports:
Welche politische Grundhaltung will "Prime News" vertreten?

Keller: Erstens: Staatskritisch. Zweitens: Dezidiert unternehmensfreundlich. Drittens: Offen für alle Meinungen. Es gibt keine Vorzugsbehandlung für irgendeine Partei. Die Relevanz einer Geschichte darf nichts damit zu tun haben, ob wir die gleiche Meinung vertreten oder eben eine andere. Redaktionsintern leben wir den Diskurs. Ich persönlich bin klar bürgerlich und KMU-nahe verortet, andere stehen weiter links und halten Krisensitzungen ab, wenn ich einen Kommentar ankündige. Aber das wird schon noch.

OnlineReports: 
Mit "Prime" im Namen suggerierst Du eine gewisse Exklusivstellung. Womit überragt "Prime News" alle andern?

Keller: Ich würde den Namen nicht überinterpretieren. Der Name soll leicht in Erinnerung bleiben und für Qualität und Glaubwürdigkeit bürgen. Wir haben Erfolg, wenn wir konstant einen guten Job machen. Die vollmundigen "Wir retten den Journalismus"-Sprüche überlasse ich gerne anderen.

OnlineReports: "Prime News" ist stark in der Gastro-Berichterstattung. Ist es Dein Bruder, der als früherer Beizer hauptsächlich Input liefert?

Keller: Nein, wirklich nicht.

OnlineReports: Kannst Du Dir vorstellen, in Deinem Nach-Journalismus-Lebensabschnitt eine Basler In-Beiz zu führen?

Keller: Nein, ich bin und bleibe Journalist. Aber eine "Prime News"-Bar wäre natürlich genial.

OnlineReports: Welcher Story-Typ ist auf "Prime News" am erfolgreichsten?



Keller: (überlegt lange) Wir haben mittlerweile eine Kernleserschaft, die alles cool findet. Auch bieten wir einmal wöchentlich eine Kulturgeschichte. Gut laufen auch die Kommentare oder Geschichten wie jene über die geforderte Einschränkung des Fleischkonsums.

OnlineReports: Die Videos auf "Prime News" haben, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur bescheidene Abrufzahlen. Interviews mit Politikern erreichen zwischen 17 und 58 Hits. Das Interview mit Eva Herzog zur Abstimmung über den Ausgang der Steuerreform erzielte gerade mal 62 Aufrufe. Lohnt sich der relativ hohe Bearbeitungs-Aufwand im Vergleich zum Ertrag?

Keller: Es geht um Mehrwert und den Anspruch, den wir vertreten. Ich will, dass die Leute, die hier mitarbeiten, auch lernen, mit dem Bewegtbild umzugehen und fokussiert klare Fragen zu stellen. Wir hatten aber auch ein Video – es ging um eine Schlägerei vor einer Bar –, das an einem Tag 25'000 Aufrufe verzeichnete.



OnlineReports: Gut, aber mit gestalteten TV-Beiträgen kann man Eure Video-Clips nicht vergleichen.

Keller: Wir hatten auch gestaltete Beiträge. Aber in der Regel hast Du Recht.


"Ich habe sicher mehr geschrieben
als ein BZ- oder BaZ-Journalist."



OnlineReports:
Welches war der News-Knüller im ersten Jahr?



Keller: Die FCB-Frauenfussball-Mannschaft, die am Gala-Abend des FC Basel als Servicepersonal eingesetzt wurde und Lose verkaufen musste. Da hat sogar CNN angerufen. Unsere Geschichte, dass das Personal in der Notruf-Zentrale nicht Englisch spricht, hat "20 Minuten" mit einem Millionen-Publikum aufgenommen.

OnlineReports: Welches war die Fehlleistung des ersten Jahres?

Keller: (überlegt lange) Eigentlich keine. Wir hatten zum Glück keinen Artikel, der nachweislich falsch gewesen wäre. Wir machten viele Geschichten nicht, wenn das Bauchgefühl schlecht war. Gerade im Zusammenhang mit den Landratswahlen wurden uns viele Halbgeschichten angeboten, die wir bewusst nicht realisierten.

OnlineReports: Die Frontseite wirkt deutlich kommerzieller als zu Beginn: Gesponserter Inhalt, Gewinnspiele mit der "Baloise", Promotionspartner, Publireportagen. Das Image des Nachrichtenportals wird durch die Vermischung von journalistischen und kommerziellen Inhalten verwässert. Muss das sein, um kommerziell über die Runden zu kommen?



Keller: Ja. Solange die Glaubwürdigkeit nicht darunter leidet. Viel schlimmer sind Portale, die mit Google-Werbung durchsetzt sind.

OnlineReports: Die typischen "Keller"-Knüller, die zu BaZ-Zeiten ärgerte oder freute, sind seltener geworden. Bist Du als Chefredaktor und Geschäftsführer zu stark absorbiert mit Management-Aufgaben?



Keller: Ja, das stimmt, es war im positiven Sinn das härteste Jahr, das ich je erlebt habe. Ich möchte nicht, dass dies hier einfach mein Portal ist. Ich möchte Talente fördern, die sich etablieren und den Betrieb auch aufrechterhalten, wenn ich einmal ausfalle. Aber ich habe in diesem Jahr sicher mehr geschrieben als ein durchschnittlicher BZ- oder BaZ-Journalist. Wir arbeiten ganz sicher mehr als 200 Prozent.

OnlineReports: Bei "Prime News" geht es nach einem Taucher im April seit Mai aufwärts mit den Visits und Page Impressions. Welches ist das Ziel für das zweite Betriebsjahr?

Keller: Wir wollen uns weiter etablieren und die Reichweite erhöhen. Es geht aber auch darum, Werbeverträge zu erneuern und die Budgets der Werbekunden zu erhöhen.



OnlineReports: Verlangen die Werbekunden, dass "Prime News" über sie schreiben?

Keller: Das hatten wir noch nie. Aber bei Pressekonferenzen muss ich in der Regel absagen, wenn wir keine Partnerschaft vereinbart haben. Wir schrieben übrigens über Werbekunden auch schon negative Geschichten. Das war nie ein Problem.


"Ich verdiene sehr, sehr, sehr wenig.
Unter dem Strich nichts."



OnlineReports:
Wie hoch ist der Prozentanteil an Besuchern, die "Prime News" über die sogenannten Sozialen Medien erreichen?

Keller: Sehr hoch. Insgesamt beträgt der Anteil rund 50 Prozent. Den Hauptteil davon macht Facebook aus. Neu bieten wir unseren täglichen Newsletter auch per "WhatsApp" an. Etwa 90 Prozent der Empfänger klicken an.

OnlineReports: Wie gross ist jetzt eigentlich der Personalbestand in Vollstellen umgerechnet? Auf Fotos ist ein stattliches Team von über einem Dutzend Personen zu sehen.



Keller: Durchschnittlich 300 Stellenprozent.

OnlineReports: Wieviele Festangestellte, wieviele Freie und wieviele Praktikanten?

Keller: Derzeit sind es zwei Festangestellte und die Praktikantin mit einer 60 Prozent-Stelle sowie sieben freie Mitarbeitende. Meine Frau, die teilzeit für die Kinder-Spitex arbeitet, führt nebenbei Datenbanken nach und hält mir zu Hause den Rücken frei.

OnlineReports: Erhalten die Praktikanten Lohn?

Keller: Ja, 800 Franken monatlich bei einer Dreitagewoche.

OnlineReports: Du warst bei der BaZ immerhin Ressortleiter und hast sicherlich anständig verdient. Wir gehen von 140'000 Franken aus …

Keller:  dieser Lohn wäre bei dem Aufwand, den ich als Lokalchef hatte, eine Beleidigung gewesen. (lacht)

OnlineReports: Weshalb bist Du nach dem Abgang von Markus Somm auch gegangen?

Keller: Ich wäre ohnehin gegangen, weil ich mich schon fast ein Jahr vorher mit dem Gedanken trug, etwas Eigenes zu machen. Mein Abgang hat mit jenem von Markus Somm keinen Zusammenhang.

OnlineReports: Wieviel verdienst Du bei "Prime News" ?

Keller: Sehr, sehr, sehr wenig. Unter dem Strich nichts, da ich habe von den Reserven gelebt habe. Ich freue mich auf die Steuerrechnung nächstes Jahr. Mein dieses Jahr deklarierter Lohn ist Null.

OnlineReports: Und dennoch kannst Du Deine fünfköpfige Familie ernähren?

Keller: Sie sind alle ein bisschen dünn, schau sie Dir einmal an (lacht).

OnlineReports: Gibt es einen versteckten Financier?

Keller: Nein. Ich habe eigenes Geld in die Firma investiert und mir zum Teil die einbezahlten zinslosen Darlehen zurückbezahlt, um mir so etwas wie einen Lohn zu zahlen. Ich habe aber nie so bescheiden gelebt und musste in meinem Erwerbsleben noch nie mit so wenig Geld auskommen wie in diesem ersten Jahr.

OnlineReports: Wieviel hast Du investiert?

Keller: Wahrscheinlich etwa 80'000 Franken. Wenn ich nun sähe, dass unser Angebot nicht gefragt ist, dann müsste ich es stoppen.


"Ich bewundere in Basel-Stadt die Linke,
wie konsequent sie politisiert."



OnlineReports:
Christian Mensch schrieb nach eurem Start im August 2018, Knechtli habe mit OnlineReports "eine finanzierbare Nische gefunden. Keller bietet mit frischem Elan die modernisierte Variante". Inwiefern diente Euch OnlineReports als Vorbild oder Inspiration?

Keller: Ein riesiges Vorbild, das von Journalisten viel zu oft belächelt wird. Du hast es mit OnlineReports als Einziger geschafft, über zwanzig Jahre zu überleben. Das haben Andere nicht geschafft. Sie machen alle Verluste. Du hast Dir mit sehr glaubwürdigem Journalismus auch auf der Werbeseite einen Namen gemacht.



OnlineReports: Empfindest Du OnlineReports als Konkurrenz?

Keller: Nein, ich glaube nicht. Es ist eine andere Form.

OnlineReports: Wie nimmst Du die Basler Politik und die Parteien wahr?

Keller: Ich bewundere in Basel-Stadt die Linke, wie konsequent sie politisiert. Sie können Wahlkampf machen und ziehen ihre Linie durch. Mit dem Bürgerlichen habe ich Mitleid, weil bei jeder Wahl irgendeine Partei ausschert und damit die Sache kaputt macht. Vergleiche einmal die Ständerats-Wahlkampagne: Jene der Sozialdemokratin Eva Herzog ist einfach besser als jene der Liberalen Patricia von Falkenstein. Herzog hat eine bessere Website, eine klare Strategie und zeigt genau, wofür sie steht. Bei von Falkenstein haben wir eine SVP, die ausscherte, was ein fundamentaler Fehler war und allein schon Streit gibt.

OnlineReports: Bist Du zufrieden mit der Art, wie die Politiker kommunizieren?



Keller: Ich habe mir schon überlegt, ob ich eine Firma gründen soll, um sie zu beraten …

OnlineReports: … Hallo? Und gleichzeitig als Journalist arbeiten?



Keller: (lacht) Nein, das geht natürlich nicht. Aber von der freisinnigen Regierungsrats-Kandidatin Nadine Gautschi erscheint ein Porträt mitten in den Sommerferien. Das würde ich nie zulassen.

OnlineReports: Wie beurteilst Du die Leistungen der staatlichen Kommunikations-Beauftragten? Sind sie kooperativ und selbstkritisch oder eher Imagepolierer im Dienste ihrer Regierungsräte?

Keller: Sie sind schon sehr auf das Image ihrer Vorgesetzten bedacht. Man kann fast nur noch schriftlich mit den Departementen kommunizieren. Ich aber möchte den Amtsleiter am Telefon haben und nicht den Pressesprecher. Das ist viel zu wenig möglich und hängt damit zusammen, dass die Amtsleiter vor den Journalisten Angst haben. Viele Medienmitteilungen sind einfach Schrott. Man kann sie nicht brauchen. Allerdings müssen auch wir Journalisten fair mit den Beamten umgehen.


"Als Unternehmer habe ich viel grösseren
Druck, weil ich Löhne zahlen muss."



OnlineReports:
Hat sich in Deiner neuen Funktion Dein Anspruch an Fairness gegenüber Auskunftspersonen verändert gegenüber den Zeiten, als Du bei der "Basler Zeitung" angestellt warst?

Keller: In meiner Funktion als Unternehmer habe ich den viel grösseren Druck, weil ich Löhne zahlen muss. Das führt dazu, dass ich mir ganz andere Fragen stellen muss – Fragen, die mir anfänglich teils schlaflose Nächte bereiteten. Ich hatte mit dem Staat haarsträubende Erlebnisse. So erhielt ich ein eingeschriebenes Verwarnungsschreiben der BVG-Aufsicht, wir hätten uns nicht angemeldet, was völliger Unsinn war. Im Gegenteil: Wir hatten uns extra gemeinsam mit der Versicherung abgesprochen, um ja keinen Fehler zu machen. Auf dem Schreiben der BVG-Aufsicht ist keine Kontaktperson, keine Telefonnummer und keine Mail-Adresse aufgeführt, an die ich mich wenden könnte.

OnlineReports: Da bist Du nahe am Basler Gewerbeverband, der "den Staat" auch immer wieder kritisiert.

Keller: Da hat der Gewerbeverband auch recht. Es gibt zu viele Beispiele, die mir zeigen, dass man beim Staat nicht willkommen ist, wenn man sich selbstständig macht.

OnlineReports: Wem würdest Du den Kaktus für die schlechteste Kommunikationsleistung übergeben?

Keller: Das wäre eindeutig der Basler Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels. Als die Trams nicht mehr nach St-Louis fuhren wollte ich von ihm eine Stellungnahme. Da wurde nur gelacht und mir von der Pressestelle mitgeteilt, er sage dazu nichts. Ein solches Verhalten ist inakzeptabel. Eine weitere Kaktus-Kandidatin ist Yvonne Hunkeler, die Verwaltungsrats-Präsidentin der Basler Verkehrsbetriebe. Es war ungenügend und eine Enttäuschung, wie sie das Debakel mit Direktor Erich Lagler kommunizierte und erst mal noch mit ihm Mitleid hatte. Auch die "Tesla-Affäre" im Sicherheitsdepartement von Baschi Dürr war schlecht kommuniziert.

OnlineReports: Da zeichnet sich ja eine Kakteen-Plantage ab!

Keller: Die Kommunikation respektive Nicht-Kommunikation seitens der Basler Regierung zum Asylsuchenden, der trotz eines Urteils des Bundesverwaltungsgericht nicht nach Österreich ausgeschafft wird, hat alles übertroffen. Die Regierung stand nicht hin, sondern schob ihren Mediensprecher Marco Greiner vor. Was für eine schwache Leistung. Eigentlich eines doppelten Kaktus' würdig.

OnlineReports: Gab es Fälle von juristischen Drohungen oder Forderungen, bestimmte Artikel vom Netz zu nehmen?

Keller: Nein. Es gab einzelne Detailfehler, die wir jedoch umgehend korrigierten.

OnlineReports: Wie beurteilst Du das Medienklima in Basel generell?

Keller: Mich beschäftigen eher die klassischen Verlage wie BZ oder die BaZ, weil die Zeitungsmodelle in dieser Form nicht überleben werden. Deshalb wird es weitere Entlassungen geben.

OnlineReports: Und die "Basler Zeitung" unter neuer Leitung?

Keller: Über die Konkurrenz soll man nicht reden – oder wenn, dann nur gut.

Mehr über den Autor erfahren

25. Juli 2019

Weiterführende Links:


Gesprächspartner




Christian Keller (36), ist Gründer, Chefredaktor und Geschäftsführer der Basler News- und Serviceplattform "Prime News", die am 13. August 2018 online ging. Er war zuvor Lokalressort-Leiter der "Basler Zeitung". Der promovierte Historiker ist verheiratet, Vater von drei Kindern und wohnt in Binningen BL. Die Redaktion hat ihren Sitz an der Birsigstrasse in Basel.


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"Dienststellen für Informations-Verhinderung"

Die kostspieligen departementalen Kommunikations-Abteilungen sollten ehrlicherweise in Dienststellen für Informations-Verhinderung umgetauft werden.


Roland Stark, derzeit Ernen VS



"Wichtige Ergänzung im Mediendschungel"

Lieber Peter, lieber Christian, ich empfinde Euch absolut nicht als Konkurrenten, sondern je als gute, wichtige Ergänzung im Mediendschungel. Ihr seid näher als manch ein anderer Journalist bei der Basis, was nur gut tut. Weiter so!!


Beatrice Isler, Basel



"Es braucht eigentlich keine Mediensprecher mehr"

Danke für dieses Interview. Da kommt mir übrigens der nicht ganz neue Gedanke, dass es eigentlich keine Mediensprecher mehr braucht, weil sie gezwungenermassen ihre Chefs oder Chefinnen verteidigen müssen und schon immer mussten. Das stimmt für alle, auch für die Unternehmen, nicht nur für den Staat.

Es braucht freilich Mitarbeiter, die Fragen klären, Informationen liefern und Gespräche arrangieren. Mehr nicht. Die Erkenntnis kommt bei mir allerdings reichlich spät. Doch hat sich auch dieses Umfeld völlig verändert. Aber der Wahrheit kommt man auch beim direkten Gespräch mit dem Chef höchstens ein klein wenig näher. In der Summe aller Fake-News spielt das keine wirkliche Rolle.


Klaus Kocher, Aesch


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