© by Peter Knechtli
Bleibt ein Traum: Aus Basler nachgebauter Luxusliner Titanic

Titanic-Nachbau am Banken-Nein gescheitert

Basler Firma "White Star Line" kam mit ihren Plänen eines originalgetreuen Nachbaus des Mythen-Dampfers nicht vom Fleck


Von Peter Knechtli


Das von einer Basler Initiantengruppe lancierte Projekt eines Neubaus des Kult-Dampfers Titanic ist gescheitert. Dies bestätigte der zuständige Koordinator Christian Lehner gegenüber OnlineReports. Der Grund liege nicht an der mangelnden Nachfrage potenzieller Nostalgie-Passagiere, sondern an der fehlenden Kooperationsbereitschaft der Banken.


Als im April 1998 in Basel die Firma "White Star Line Ltd." (WSL) gegründet wurde, herrschte Aufbruchstimmung: Zusammen mit amerikanischen Partnern, so das Ziel, soll jener legendäre Luxusdampfer auf dem "technischen Stand des 21. Jahrhunderts" massstabgetreu nachgebaut werden, der am 15. April 1912 fast 500 Kilometer südlich von Neufundland in eine Tiefe von 3'800 Metern in den Nordatlantik versank. Mit einem Finanzaufwand von 400 bis 600 Millionen Dollar soll die Titanic anschliessend am 10. April 2002 - genau 90 Jahre nach ihrem ersten Start - in Southampton vom Stapel laufen und am Dienstag der darauffolgenden Woche in New York eintreffen.

Aus diesem Projekt wird nichts, mit Mitinitiator Christian Lehner gegenüber OnlineReports erklärte. Lehner sieht den Grund des Scheiterns darin, "dass wir trotz eines Aktienkapitals von einer Million Franken halt doch kleine Fische oder Nobodys sind". Dies hätten auch die Banken - UBS, ABN-Amro und Deutsche Bank - immer wieder betont.

400'000 Franken in den Sand gesetzt

Laut Lehner lagen zwar von einer panamesischen Schiffsfinanzierungsgesellschaft und von einer in Kalifornien beheimateten Pensionskassenstiftung zwei Finanzierungszusagen vor. Doch keine der kontaktierten Banken habe sich "dazu bewegen lassen, für uns die Finanzierung abzuwickeln". Obschon die Banken dabei "keine Kredite" hätten gewähren müssen, hätte sich ein Engagement nach ihrer Meinung um ein "moralisches Obligo" gehandelt.

Laut Lehner sind aus den Reihen der Aktionäre und "wohlwollender Mitarbeiter" bisher rund 400'000 Franken an Geld und Arbeit in das Projekt investiert worden. Obschon das Projekt, das nach seiner Bekanntgabe durch OnlineReports weltweit Wellen warf, nach ursprünglichen Plänen nicht zustande kommt, hat Lehner die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die geleisteten Vorarbeiten doch noch verwertet werden können. So verfüge die "White Star Line Ltd." über eine Absichtserklärung einer englischen Schiffsfinanzierungsfirma, welche zur Zeit noch "Möglichkeiten in Griechenland auslotet". Die Absicht sei es, sämtliche Unterlagen und die Firma selbst an diese Gruppe zu verkaufen.

Bisher keine Information an Interessenten

Doch auch diesbezüglich seien die Aussichten wenig Erfolg versprechend: "Die Abklärungen ziehen sich schmerzlich in die Länge und deren Ausgang ist auch noch ungewiss. Ob unser Know how gefragt sein wird, wird sich dann noch zeigen müssen." Sämtliche erarbeiteten Unterlagen seien derzeit noch im Besitz der WSL "und sie verbleiben dort auch, wenn sich keine weiteren Interessenten bei uns melden werden".

Im Ungewissen wurden bislang auch die über tausend Interessenten gelassen, die sich nach Bekanntwerden der Pläne vorsorglich für die Jungfernreise zu einem sechsstelligen Preis angemeldet hatten. Dazu Lehner: "Die Anfragen sind zur Zeit auf Disk gespeichert und wir planen, innerhalb der nächsten Monate ein entsprechendes Rundschreiben an die Interessierten. Wir wollen jedoch noch das Feedback aus England/Griechenland abwarten, um konkret informieren zu können." Hinterher stellt sich die Frage, ob die Titanic-Pläne nicht von allem Anfang an blauäugig waren: Das letzte Homepage-Update der White-Star-Line datiert vom 16. April 1998.

19. Oktober 2000


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vom 16. November 2019
über die Anhörung von
Marie Yvanovitch,
der früheren US-Boschafterin
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Falschübersetzung des englischen Begriffs "smear campaign", was nicht "Schmierenkampagne", sondern "Verleumdungskampagne" heisst.

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