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"Wir organisieren den Abwehr-Kampf": Big-Star-Chef Werner Schnorf

"Wir stehen vor einem Ergebnissprung"

Werner Schnorf, CEO des Jeans-Konzerns Big Star, über die unfreundlichen Uebernahme-Avancen von Firmengründer Laurin Fäh


Von Peter Knechtli


Die Gebrüder Fäh lancieren eine Attacke zur unfreundlichen Uebernahme des von ihnen gegründeten Jeans-Konzerns Big Star. Das in Allschwil BL domizilierte Unternehmen wurde von Fähs Plänen völlig überrumpelt. Big-Star-Chef Werner Schnorf (42) nimmt im Interview mit ONLINE REPORTS Stellung zum Abwehrkampf und zu den Strategie-Aussichten des im Aufwind stehenden Unternehmens.


OnlineReports: Womit waren Sie als Chef des Schweizer Jeans-Unternehmens Big Star in den vergangenen Tagen am stärksten beschäftigt?

Werner Schnorf: Mit der Abwehr des Versuchs einer unfreundlichen Übernahme durch die Gruppe um Firmengründer und Verwaltungsrat Laurin Fäh. Und dabei insbesondere mit der Beruhigung von Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden.

OnlineReports: Wie stark wurden Sie vom Uebernahmeangebot überrascht?

Schnorf: Wir erfuhren davon durch den Telefonanruf einer Zeitung. Dabei wurde unsere Strategie im Verwaltungsrat immer sehr offen diskutiert und einstimmig abgesegnet.

OnlineReports: Verwaltungsrat und Geschäftsleitung wurden nicht durch Laurin Fäh selbst orientiert?

Schnorf: Nein. Vielmehr startete er die Aktion und trat einen Tag später aus dem Verwaltungsrat zurück.

OnlineReports: Trifft zu, dass der Verwaltungsrat durch den Machtkampf über längere Zeit handlungsunfähig war?

Schnorf: Nein. Wir konnten unsere Strategie, Restrukturierungen und Umbaumassnahmen vollumfänglich und planmässig verwirklichen.

OnlineReports: Fäh kritisiert, die Neupositionierung sei zu teuer.

Schnorf: Um für unsere Kunden ein begehrter Handelspartner mit starken Markenprodukten zu sein, muss vor der Ernte erst investiert werden. Wir haben sowohl auf der Marketing wie auf der Logistik- und EDV-Seite einen sehr grossen Nachholbedarf.

OnlineReports: Aber wo wollen Sie Kosten sparen?

Schnorf: Dank unserer fokussierten Kollektion kaufen wir günstiger und effizienter ein. Wir stecken diese Einsparung in mehr Wertgehalt unserer Produkte und machen das für den Kunden sicht- und fühlbar. Wir sparen zudem Kosten bei der Logistik-Abwicklung, ebenso wird der Vertrieb schlanker und effizienter gestaltet.

OnlineReports: Fäh kritisiert weiter, es gebe im Big-Star-Verwaltungsrat zu viele Theoretiker.

Schnorf: Unsinn, wir haben sehr erfolgreiche Unternehmer aus der Textilindustrie im Verwaltungsrat, die Herrn Fäh übrigens selber einmal vorgeschlagen hat. Zudem ist das Klima zwischen Verwaltungsrat und mir gut und offen.

OnlineReports: Erkannte er auch, dass die Big-Star-Aktie durch die Umsetzung Ihrer Strategie an Wert schön zulegen könnte?

Schnorf: Laurin Fäh hat für seine Übernahmeattacke einen guten Zeitpunkt gewählt, weil unsere Anstrengungen demnächst voll zur Blüte kommen. Er kennt das Budget für dieses Jahr und weiss, dass wir am Anfang einer Phase des qualitativen Wachstums stehen. Wir glauben sehr an eine gute Zukunft der Big Star.

OnlineReports: Welches ist Ihre neue Strategie?

Schnorf: Wir haben Ende 1998 definiert, dass wir modisch ausgerichtete Top-Produkte zu erschwinglichen Preisen im Rahmen einer klaren Vertriebsstruktur offerieren wollen. Wir konzentrieren uns dabei primär auf die Expansion in unseren Schlüsselmärkten Schweiz, Deutschland, Frankreich und Holland. Dazu gehört auch eine klare Margen-Verbesserung.

OnlineReports: Im Gegensatz dazu will Fäh das Massengeschäft mit den klassischen Jeans ausbauen.

Schnorf: Diese Verzettelung der Kräfte erachte ich für absolut falsch. Der Jeansmarkt erfuhr gerade im unteren, gesichtslosen Preissegment einen enormen Margenzerfall. Deshalb möchten wir uns nicht in dieses Segment begeben.

OnlineReports: Wie sieht die Big-Star-Perspektive unter Ihrer Führung aus?

Schnorf: Wir werden in den nächsten Jahren auf einer gesunden Basis über dem Marktdurchschnitt wachsen, nachdem wir letztes Jahr wieder schwarze Zahlen schrieben. Der Ertrag wird sich überproportional zum Umsatz entwickeln. Innerhalb von drei Jahren soll das angestrebte Ziel eines Betriebsergebnisses von 10 Prozent des Umsatzes übertroffen werden.

OnlineReports: Gleichzeitig unterstützt die staatliche Pensionskasse Ihres Standortkantons Basel-Landschaft die Fäh-Gruppe mit einer Kreditzusage von 15 Millionen Franken.

Schnorf: Es hat vor allem unsere Mitarbeiter in höchstem Mass erstaunt, dass Pensionskassengelder für eine Attacke auf unsere Firma eingesetzt werden sollen.

OnlineReports: Hat die Pensionskassenleitung vor ihrer Kreditzusage an Fäh auch die Meinung des Big-Star-Managements eingeholt?

Schnorf: Nein, erstaunlicherweise nicht.

OnlineReports: Die Pensionskasse glaubt, mit ihrem Engagement Arbeitsplätze erhalten zu können.

Schnorf: Hätte sie uns kontaktiert, wüsste sie, dass unter unserer Leitung kein Stellenabbau zur Diskussion steht. Viel mehr werden jetzt neue Stellen geschaffen, die für ein künftiges Wachstum nötig sind - so im Internet- und im Logistik-Bereich.

OnlineReports: Die Pensionskasse ging auch davon aus, dass sich Big Star "seit drei Jahren im Krebsgang" befinde.

Schnorf: Dies ist eine krasse Fehleinschätzung. Alle Umfragen und Untersuchungen im Markt deuten klar in eine andere Richtung. Wir konnten noch nie so viele neue und gute Kunden gewinnen, wie in den letzten acht Monaten. In der Schweiz sind das beispielsweise Globus, Blue Dog und Box, in Deutschland Karstadt und Kaufhof. Diese erfolgreichen Unternehmen würden sicher keine Beziehungen aufbauen zu einem Unternehmen, das Schiffbruch erleidet.

OnlineReports: Wird Fähs Putsch unter diesen Umständen gelingen?

Schnorf: Wir sind überzeugt, dass wir die Aktionäre und Investoren am nächsten Mittwoch und danach von den sehr guten Zukunftsaussichten der Big Star überzeugen können und sich der Wert der Firma deutlich über jene 450 Franken entwickeln wird, die Laurin Fäh pro Aktie bietet. Wir glauben, dass der Aktionär unsere Strategie honorieren und seine Aktie nicht verkaufen wird.

OnlineReports: Laufen die Aktionäre nicht bereits über?

Schnorf: In den letzten Tagen wurden praktisch keine Aktien gehandelt. Von den Grossaktionären haben wir ganz klare Signale, dass sie unsere Strategie stützen. Viele Grossaktionäre sind ja auch erst in den letzten Monaten bei uns eingestiegen.

OnlineReports: Welches Potenzial hat die Big-Star-Aktie?

Schnorf: Heute liegt sie um 450 Franken. Das Potenzial ist aber deutlich höher. Die Aktie wird sich überdurchschnittlich entwickeln. Wir stehen vor einer kontinuierlichen Ergebnissteigerung.

OnlineReports: Kommt Ihnen der Riesenwirbel nicht ganz ungelegen? Es wird wieder über Big Star gesprochen.

Schnorf: Bei unseren jüngeren Zielgruppen würde ich lieber mit interessanten Promotionen und Produkten Schlagzeilen machen als mit unfreundlichen Übernahme-Offerten.

9. April 2000


Big-Star-Gründer wollen zurück auf die Chef-Sessel

Big-Star-Gründer Laurin Fäh hat seinen Coup seit Monaten mit professioneller Hilfe vorbereitet, ohne dass der Verwaltungsrat, dem er bis 27. März angehörte, davon wusste. Ueber die letzten Februar gegründete Beteiligungs- und Finanzierungsgesellschaft Tsufa halten die Gebrüder Laurin und Edwin Fäh 24 Prozent der Big-Star-Aktien. Mit dem bis 10. Mai geltenden Angebot von 450 Franken pro Aktie wollen die Firmengründer mit Hilfe einer internationalen Investorengruppe die Aktienmehrheit zurück erlangen.

Mit einer Kreditzusage in Höhe von 15 Millionen Franken ist auch die Basellandschaftliche Pensionskasse am Versuch einer unfreundlichen Uebernahme beteiligt. Dieses Engagement ist laut dem Baselbieter Finanzdirektor Hans Fünfschilling zwar konform mit dem geltenden Anlagereglement. Politisch aber sei es "falsch", sagte Fünfschilling zur SonntagsZeitung: "Es kann sicher nicht Sache der Pensionskasse sein, bei unfreundlichen Uebernahmen mitzuwirken." Der Verwaltungsrat werde "mit Sicherheit" das Anlage-Reglement ändern, so dass "dieser Fall mit Sicherheit nicht mehr passieren wird".

Die Big-Star-Führung will die Aktionäre kommenden Mittwochnachmittag im Zürcher Kongresshaus von der Richtigkeit ihrer fokussierten Strategie überzeugen. Die Big Star erzielt 1999 einen Umsatz von 147 Mio Franken und 3,7 Millionen Franken. Die Gruppe beschäftigt 420 Mitarbeiter.

Der heutige CEO Werner Schnorf (42) übernahm die Big-Star-Leitung am 1. August 1998 und führte die Firma in die Gewinnzone zurück.

Feindliche Uebernahme der Big Star: BL-Pensionskasse dabei

Im Kampf um die feindliche Uebernahme des Allschwiler Jeans-Herstellers Big Star durch seine Gründer mischt auch die Basellandschaftliche Pensionskasse (BLPK) mit: Die Fäh-Firma Tsufa AG vefügt über eine Kreditzusage der öffentlichen-rechtlichen Kasse mit Sitz in Liestal in Höhe von 15 Millionen Franken, die ausreichen, um 18 Prozent des Aktienkapitals zu finanzieren. Laut BLPK-Geschäftsleiter Werner Hertzog handelt es sich "nur um eine Finanzdienstleistung" für den Fall, dass der Uebernahme-Firma wesentlich mehr als 50 Prozent der Big-Star-Aktien angedient werden. Hertzog: "Wir sind nur der Notnagel ganz am Schluss." Das Geschäft mit Tsufa war der Pensionskasse durch den Private-Equity-Promoter Apax vermittelt worden. Die Big-Star-Führung kritisierte, "dass eine staatliche Pensionskasse Darlehen zur Finanzierung eines unfreundlichen Übernahmeangebots gewährt, das letztlich Arbeitsplätze gefährden kann". Hertzog erklärte darauf, seine Aufgabe sei es, "im Rahmen meiner Kompetenzen unternehmerisch zu handeln". Mit Fäh sei eine "marktkonforme Prämie vereinbart" worden. Die Risiken seien angesichts des Bilanzvolumens von 4,5 Milliarden Franken "minimalstens". Das Geschäft ist politisch heikel: Die Führung von Big Star hat den Baselbieter Regierungsrat und den Stiftungsrat der Pensionskasse um eine Stellungnahme gebeten. (6. April 2000)


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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Liestal hat den Bruttokredit in der Höhe von 4,96 Millionen Franken für den Bau der städtischen Velostation und den Bau der erhöhten Velospur in der Unterführung der Oristalstrasse mit 2'386 Ja-Stimmen gegen 732 Nein-Stimmen sehr deutlich angenommen.

• Der 33-jährige FCB-Mittelfeldspieler Geoffroy Serey Die hat den bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.

• Der 41-jährige Betriebsökonom Daniel Arni, derzeit noch Leiter der Fachstelle Messen und Märkte im Präsidialdepartement, wird ab Dezember neuer Leiter der Basler Allmendverwaltung und Nachfolger von Niklaus Hofmann.

• Die Elektra Baselland (EBL) senkt auch im Jahr 2019 wieder ihre Strompreise, diesmal um 3,1 Prozent.

• Die Basler Kantonalbank eröffnet am 27. August direkt vis-à-vis des Badischen Bahnhofs ihre neue Filiale Rosental, was schon am 25. August gefeiert wird.

• Der FCB-Captain und Innenverteidiger Marek Suchy hat sich am 12. August im Spiel gegen den FC Sion einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuss zugezogen und fällt damit für unbestimmte Zeit aus.

• Die Wirtschafts- und Abgabekommission des Grossen Rates unterstützt den "Basler Kompromiss" zur Umsetzung der Steuervorlage 17 und stimmt dem Ratschlag der Regierung mit einer Änderung zu.

• Nach zwei Jahren wechselt in Basel-Stadt das Präsidium der Fraktion "Grünes Bündnis" wieder von "Basta" (Beatrice Messerli) zu den Grünen (Jürg Stöcklin).

Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

• Verschiedene Baselbieter Gemeinden wie Therwil oder Gelterkinden haben aufgrund der Trockenheit ein totales Verbot des Abbrennens von jeglichen Feuerwerkskörpern (Raketen, Vulkane, Heuler usw.) erlassen, bevor auch der Kantonale Krisenstab ein generelles Verbot aussprach.

• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.