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Abrupte Abgänge bei der Basler Mediengruppe: Kader Harry Waltenspühl und Peter Sigrist

Posten-Domino an der BaZ-Spitze

Auch GL-Mitglied und Sanierer Harry Waltenspühl muss gehen / Roger Bourquin tritt neuen Job nicht an


Von Peter Knechtli


Nach der abrupten Trennung von Konzernchef Peter Sigrist geht die personelle Bereinigung an der Spitze der Basler Mediengruppe weiter: Nach Sigrist muss auch sein langjähriger Weggefährte Harry Waltenspühl den Posten räumen. Nicht die ganze Roche verläuft nach Plan: Anders als öffentlich angekündigt tritt Roger Bourquin seinen Job als neuer Birkhäuser-Direktor nicht an.


Von einem "erfreulichen Ergebnis" berichtete am Donnerstag die "Basler Mediengruppe" den Lesern der "Basler Zeitung" (BaZ), was die Erträge des Stammhauses angeht. Doch hinter den Kulissen des drittgrössten Deutschschweizer Druck- und Verlagsunternehmens herrscht derzeit eifriges Posten-Schieben.

Denn mit dem abrupten Abgang des langjährigen Konzernchefs und Verwaltungsrats-Delegierten Peter Sigrist (64) vor drei Wochen ist die personelle Bereinigung innerhalb des BaZ-Konzerns nicht abgeschlossen. Vorige Woche ereilte auch Kadermann Harry Waltenspühl (58) Verwaltungsratspräsident Matthias Hagemanns Bannstrahl.

Mit sofortiger Wirkung aller Funktionen enthoben

Als Mitglied der Geschäftsleitung musste der Print-Chef aller Produktionsbetriebe letztes Wochenende seinen Arbeitsplatz räumen: Mit sofortiger Wirkung wurde Waltenspühl sämtlicher Funktionen und Verwaltungsratsmandate in BaZ-Tochterfirmen enthoben. Seine Stelle, so heisst es, "gibt es in dieser Form nicht mehr".

Der Rausschmiss traf Waltenspühl aus heiterem Himmel. Der Troubleshooter, der acht firmeninterne Betriebe sanierte - unter anderen die "Druckerei Winterthur" -, stand mitten in einem grossen Reorganisationsprojekt. Fachliche Gründe waren für die Trennung nicht ins Feld geführt worden. Vielmehr scheint der Schritt Teil einer "Entsigristifizierung" der Basler Mediengruppe zu sein. Insider sind jedenfalls überzeugt, Waltenspühl, seit 30 Jahren mit Sigrist befreundet und einer seiner engsten Seilschafts-Gefährten, sei "im Strudel der Trennung von Sigrist mitgerissen" worden. Sie schliessen nicht aus, dass die personelle Bereinigung innerhalb der Basler Mediengruppe "noch weitere Kreise zieht".

Hagemann: "Es geht um die übergeordnete Loyalität"

Sigrists Nachfolger Beat Meyer bekräftige jedoch, es gebe jetzt "keine weiteren Ueberlegungen bezüglich Freistellung von Mitarbeitern". Präsident Matthias Hagemann sibyllinisch zur SonntagsZeitung: "Es geht um die Frage, wem die übergeordnete Loyalität gilt - ob dem Unternehmen oder einer Person." Mit dieser Person kann nur einer gemeint sein: Peter Sigrist.

Doch eine neue Regelung musste Hagemann auch zur Regelung der Nachfolge von Sigrist-Nachfolger Meyer als Direktor der Druckerei Birkhäuser+GBC in Reinach BL suchen: Der vor drei Wochen offiziell angekündigte Roger Bourquin (38), bisher Leiter der Division Kundendruck, wird den neuen Job nicht antreten. Vielmehr reichte er dieser Tage auf Jahresende die Kündigung ein, um auf selbständiger Basis als Geschäftsführer der BASF-Drucksysteme Schweiz tätig zu werden.

Zwar wäre Bourquin laut offizieller Planung tatsächlich als Birkhäuser-Chef vorgesehen gewesen - aber erst in einem Jahr und verbindlich zugesagt habe er bisher nie. "Mein Wechsel hat mit der Situation Sigrist nichts zu tun, ich hätte Ende September ohnehin gekündigt", versichert Bourquin. Er habe seit Monaten in geheimen Verhandlungen über einen Stellenwechsel gestanden, stehe aber loyal zu seinem derzeitigen Arbeitgeber.

Hektische Beförderung

Fest steht: Die ungewöhnliche Rochade in der Basler Mediengruppe erfolgte Hals über Kopf. Laut zuverlässigen Quellen hatte Bourquin erst am Sonntagabend erfahren, dass er tags darauf in der "Basler Zeitung" als neuer Birkhäuser-Chef angekündigt werde. Insider sprechen von einer "unkoordinierten Nacht-Aktion".

Durch den Wechsel an der Unternehmensspitze dreht sich das Kader-Karussell weiter: Daniel Merkel, bisher Leiter "Buchverlage", wird anstelle von Bourquin Chef des Kundendrucks. In einem Jahr soll der Drucker Urs Baumgartner, derzeit im Finanz- und Rechnungswesen des BaZ-Stammhauses tätig, neuer Birkhäuser-Direktor werden. Bis dann leitet Konzernchef Beat Meyer die Tochterfirma als Delegierter interimistisch weiter. Matthias Hagemann lässt durchblicken, dass nach dem Wechsel an der Verwaltungsratsspitze auch im operativen Geschäft ein Generationenwechsel in Gang kommt: "Wir haben viele vielversprechende Leute in den eigenen Reihen."

12. September 1999


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In einem Satz


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• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".