© Foto by Herzog & de Meuron
"Derart baslerisch geblieben": Messehallen-Projekt von Herzog & de Meuron

Die Basler Messe der Zukunft braucht ein markantes Signal

Der Stadtkanton steht vor einer tiefgreifenden Volksabstimmung - mit folgenschweren Konsequenzen bei einem Nein


Von Peter Knechtli


Schon zum zweiten Mal innert Jahresfrist kann die Basler Stimmbevölkerung über ein städtebauliches Projekt abstimmen, das den Charakter der Rheinstadt neu prägt. Ging es vor einem Jahr um den Neubau des Stadt-Casinos, der deutlich scheiterte, steht am 1. Juni das "Messezentrum 2012" zum Entscheid an. Mit einem Aufwand von mindestens 350 Millionen Franken will die Messe Schweiz eine Teilüberbauung des Messeplatzes realisieren und damit Fazilitäten bauen, die es ihr erlauben, nicht nur ihre lukrativsten und prestigeträchtigsten Weltmessen - die "Baselworld" für Uhren und Schmuck sowie die "Art" für Kunst -, am heutigen Standort zu sichern, sondern möglicherweise auch weitere Veranstaltungen von internationalem oder gar Weltformat an Land zu ziehen.

Kein Zweifel: Der 36 Meter hohe Hallen-Bau der Architekten Herzog & de Meuron wird die Anmutung des Messegeländes mitten im Kleinbasel ebenso stark verändern und neu prägen wie der neben ihm stehende Messeturm. Die beiden verschränkten und leicht spiralförmigen Hochetagen, die sich vom heutigen Kopfbau in einer Höhe von 10 Metern über den Messeplatz hin zur Halle 3 ziehen, werden die offene Achse zwischen Mittlerer Brücke und Badischem Bahnhof unterbrechen und das Messegelände mitten in der Stadt, wie es der damalige Verwaltungsrat vor 15 Jahren richtigerweise beschloss, gewissermassen einfassen.

"Kein Argument ist so richtig, dass es
eine Ablehnung rechtfertigt."




Wo sich aber Veränderungen des gewohnten Stadtbildes anbahnen, regt sich Widerstand. Den Gegnern des "Hallen-Kolosses", wie sie das architektonische Werk rüde abstempeln, stechen verschiedene Aspekte in die Nase: Die fehlende Projektausschreibung, die überragenden Dimensionen des Neubaus, der schwindende öffentliche Raum, das gewählte Finanzierungs-Modell eines börsenkotierten Unternehmens, das sozusagen alle Risiken der öffentlichen Hand überwälze und neuerdings auch die Aussteckung der Hallenpläne, die dem Stimmvolk kein authentisches Bild erlaube.

Keines der Argumente ist ganz falsch, aber keines ist so bestechend richtig - und in ihrer Gesamtheit schon gar nicht -, dass sich ein Nein an der Urne rechtfertigte. Tatsache ist, dass sich die öffentliche Hand - insbesondere Basel-Stadt, aber auch das Baselbiet sowie Stadt und Kanton Zürich - in einem aussergewöhnlich hohen Mass mit Direktbeiträgen, Darlehen und auch über die Kapitalerhöhung von 40 Millionen Franken an den Investitionen beteiligt. Doch das grosse Risiko liegt letztlich bei der Bauherrin selbst: Sie muss 220 Millionen Franken an Darlehen mit unterschiedlichen Zinskonditionen an die öffentlichen Institutionen zurückzahlen. Entwickelt sich die Messe Schweiz so, wie es das ambitiöseste Neubau-Projekt ihrer Geschichte verspricht, werden nicht nur nur die privaten Aktionäre profitieren, sondern insbesondere auch der mit 33,5 Prozent am Unternehmen beteiligte Kanton Basel-Stadt als Hauptaktionär.

Über die architektonische Ästhetik und selbst über die Aussteckung des Projekts, die neulich noch zu einer Abstimmungsbeschwerde führte, kann getrost endlos gestritten werden. Bauliche Gestaltung ist Geschmacksache und jede der Meinungsbildung dienende Visualisierung bleibt letztlich künstlich. Selbst wenn es heute seitens der Gegner anders tönt: Auch vor der Abstimmung über das Stadt-Casino, als die Befürworter mit grossem finanziellem Aufwand eine Art Visualisierung vornahmen, hagelte es Kritik. Die Vorstellungskraft des Stimmvolks werde überfordert, die Konturierung nur bruchstückhaft.

"In jedem Basler und in jeder Baslerin
steckt ein Stück Messe."




Gemessen an dem, was bei dieser Abstimmung auf dem Spiel steht, sind Streitereien über Ober- und Unterkant oder über einen fehlenden Wettbewerb schon sehr grosser Luxus. Zumal möglicherweise auch Grafiken und Fotomontagen der Bau-Gegner nicht über alle Zweifel erhaben sind. Schliesslich ist zu fragen, wie intensiv heute jene Opponenten den Messeplatz beleben, die der so genannten "City Lounge" nach einem positiven Bauentscheid schon eine Zukunft als neues Nest schräger Gestalten voraussagen.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die Messe nie stillstand und sich seit ihrem Bestehen laufend veränderte - und vergrösserte. Niemand kann bis heute im Ernst behaupten, die Messe habe sich zum Schaden der Bevölkerung entwickelt. Ganz im Gegenteil: Kaum ein Unternehmen im Stadtkanton ist derart authentisch einheimisch und baslerisch geblieben wie die frühere Muba und heutige Messe Schweiz. In jedem Basler und in jeder Baslerin steckt ein Stück Messe. Sie hinterlässt keinen Müll und keine Trinkwassergefährdung, sie kennt keine globalisierten Konzernleitungen, keine Eigner mit kurzfristigen Profitinteressen, sie droht nicht mit Verlegung des Hauptsitzes ins Ausland, wenn die Behörden nicht spuren - und sie ist fraglos einer der bedeutendsten Motoren der regionalen Wirtschaft.

"Ausländische Messe-Plätze
lechzen schon nach der 'Baselworld'."




Aber die Messe betont zu Recht - und dies darf ihr nicht als Pression ausgelegt werden -, dass ohne den geplanten Neubau die Perlen in ihrem Portfolio ernsthaft gefährdet sein werden. Der Messe-Markt im Luxus-Segment ist äusserst sensibel und gnadenlos: Die Weltführer im Uhren-, Schmuck- und Kunstgeschäft sind nicht bereit, sich auf Jahre hinaus mit Ausstellungshallen und Umgebungs-Ambiente zu begnügen, die mit dem Glamour ihrer mondänen, millionenschweren Standbauten nicht Schritt zu halten vermögen. Ausländische Messe-Plätze, die beispielsweise nach der hochprofitablen "Baselworld" lechzen, sind längst auf der Lauer.

Das Argument der Ausbau-Gegner, sie seien nicht gegen die Messe, aber gegen diesen Bau, ist untauglich. Es mag in der Tat sein, dass sie der Messe gegenüber nicht feindlich eingestellt sind, aber die Diktion ihrer Argumente macht sie faktisch zu Spielverderbern, wie die Entwicklung um das Stadt-Casino zeigt: Wird das Nein an der Urne Tatsache, geht nichts mehr, auch wenn zuvor Schalmeienklänge über die Suche nach Alternativen ertönten. Wo sind sie geblieben? Nirgends. Seit einem Jahr herrscht Stille im Wald. Beziehungsweise am Barfüsserplatz.

"Die Marke bestimmt den Markt
und die Unterlassung den Untergang."




Ein weiteres Zeugnis der Erneuerungsunfähigkeit gäbe Basel-Stadt über die Landesgrenzen hinaus der Lächerlichkeit preis. Dieser stolze Wirtschafts-Standort braucht jetzt ein deutliches Ja zum Messe-Ausbau. Und die Messe braucht einen neuen, auffälligen, ja herausragenden städtebaulichen Akzent. Man braucht nicht ein Befürworter der Herzog&deMeuronisierung der Stadt zu sein, um zu erkennen, dass die Marke den Markt bestimmt und die Unterlassung den Untergang. Auf dem Spiel steht eine Wertschöpfung in Milliardenhöhe, von der das regionale Gewerbe und seine Arbeitsplätze immens profitieren.

Ein deutliches Ja aus Basel hat nicht nur starke Signalwirkung in die weltweite Luxus- und Kunstbranche hinein, sondern insbesondere auch ins Baselbiet. Dort soll im September über das Referendum gegen dessen - deutlich tiefere - Staatsbeiträge entschieden werden. Je kräftiger das Basler Stimmvolk Ja zum Messe-Ausbau sagte, desto unwahrscheinlicher dürfte es sein, dass das Baselbiet wirtschaftspolitische Selbstzerstümmelung begeht und dem Stadtkanton - wie auch sich selbst - die Suppe der wirtschaftlichen Prosperität kräftig versalzt.

Es wäre ein Desaster sondergleichen.

Kommentar: Das Basler Ja zum Messe-Ausbau

21. Mai 2008


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"Basel braucht die Messen"

Herr Knechtli bringt es auf den Punkt mit seinen detaillierten Ausführungen. Richtig, jede andere Stadt "lechzt danach," die "Baselworld" die "Art" etc. in ihrer Stadt zu haben. Basel braucht die Messen, wie auch die Veränderung des Messeplatzes. Deshalb ein Ja zur Messe.


Yyvonne Rueff-Bloch, Basel



"Ein öffentliches Vorhaben wäre mit Verpflichtung verbunden"

Das Konzept Messe 2012 ist darauf ausgerichtet, mit einer einzigartigen Verdichtung auf die angeblichen Anforderungen der Aussteller zu reagieren, ohne gleichzeitig aufzuzeigen, in welcher Weise im Zusammenhang mit den stetig steigenden Besucherzahlen der Uhren- und Schmuckmesse auch spätere Ausbauetappen realisiert werden könnten.

 

Neben ökonomischen Aspekten gilt es die Bedürfnisse der Zentrumsbenutzer, der Quartierbewohner und der Herbstmessebesucher aufzugreifen. Ein weitgehend öffentlich zu finanzierendes Vorhaben dieser Grössenordnung wäre nicht nur mit der Verpflichtung verbunden, die Qualitäten der bestehenden Situation und des innenstädtischen Raumgefüges hinreichend zu berücksichtigen, sondern es könnte auch als Chance wahrgenommen werden, um mit einer Aufwertung der Kleinbasler Achse sowie des grossräumigen und öffentlich nutzbaren Messeplatzes einen Beitrag zur Entwicklung des Quartiers und des Zentrums im Allgemeinen zu leisten.


Andreas Beck, Küsnacht



"Im zweifel für die Messe"

"'In dubio pro Muba" heisst es hier seit langem, Basel ist damit gut gefahren. Die Messe hier ist seit 1917 eine Erfolgsgeschichte, dies soll so bleiben.


Willi Rehmann-Rothenbach, Binningen



"Es droht die Usurbation des öffentlichen Raumes"

"Kein Argument sei so richtig, dass es eine Ablehnung rechtfertige", schreibt Peter Knechtli in seiner wie immer hervorragenden politischen

Stellungnahme zur kommenden Abstimmung. Doch: E i n Argument ist es, nämlich jenes der Usurbation des öffentlichen Raums, weil diesem damit das demokratische Verfügungsrecht verloren geht. Auch die Demokratie braucht "ein markantes Signal"! In öffentlichen Räumen der Privatwirtschaft haben wir nur noch Gast-, aber kein Hausrecht mehr und

unsere politische Freiheit ist da de facto ausser Kraft gesetzt. Das darf nicht sein.

 

Ich kann es nicht glauben, dass die Lösung der Platzprobleme der Messe anders nicht möglich sein soll. Deshalb sage ich Nein zu diesem Projekt.


Beatrice Alder, Basel



"Gerade darin liegt der Charme Basels"

Spät, aber nicht zu spät lässt uns Peter Knechtli seine Meinung zum Projekt Messe 2012 wissen. Dass die wirtschaftlichen Argumente im Vordergrund stehen, erstaunt weiter nicht, lebt doch auch die Presse - auf Papier oder elektronisch - in erster Linie vom wirtschaftlichen Geschehen.

 

Nun leben in Basel aber auch Menschen, im Kleinbasel die vielgerühmten "Kleinbasler", womit ich nicht jene Spezies meine, die an jeder Cüpli- oder

Bierveranstaltung zu sehen und zu hören sind.

 

Nein, für mich stehen jene Kleinbasler im Vordergrund, die mit der Entwicklung dieses Stadtteils aufgewachsen sind. Die noch das

Rosentalschulhaus und die durchgehende Isteinerstrasse kannten, die miterlebt haben, wie sich die Mustermesse zuerst vom Messeplatz bis zur

Erlenstrasse - das ist dort, wo jetzt das meist leerstehende Musical steht - ausdehnte, und wie jetzt Regierung und Parlament leichtfertig den beim Bau

des Messturms so gross gelobten Messeplatz, der Überdeckung opfern - mangels einer funktionierenden Stadtplanung. Damit den Bedürfnissen der "Baselworld"-Aussteller entsprochen werden kann, soll der Messeplatz überdeckt werden. Als Ersatz wird eine gemütliche, hell erleuchtete "City-Lounge"

versprochen. Veloweg und Tramverbindung sollen bestehen bleiben.

 

Logisch, dass sich bei so vielen Veränderungen Widerstand regt. Das ist legal und demokratisch und mit diesem Risiko müssen Messe, Regierung und Parlament rechnen.

 

Kluge Unternehmer setzen nicht alles auf eine Karte, sondern sehen sich vor, wenn das passiert was nicht vorgesehen ist. Dass Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ein Nein einlegen, wenn sie im

Abstimmungsbüchlein auf Seite 17 das Modellfoto des geplanten Baukörpers sehen, ist verständlich.

 

Gigantomie passt schlecht zum Mief der Clarastrasse, deren Billigstläden im Kontrast zu den superreichen Besuchern der "Baselworld" steht. Besser jetzt ein Nein zu diesem Projekt als in fünf Jahren leere Hallen mitten im Kleinbasel, weil die Schmuckhersteller in Indien näher bei ihren superreichen Kunden sein wollen.

 

Deswegen versinkt Basel noch lange nicht in der Provinz. Der Charme von Basel liegt eben darin, dass es aussieht wie Basel und nicht wie Paris, London, Berlin oder München.


Bruno Honold, Basel



"Emotionale Einflüsse werden in den Vordergrund gerückt"

Mit diesem Artikel ist wohl alles gesagt, was sachlich entscheidend wäre. Gerade die Sachlichkeit aber tritt bei Volksabstimmungen zunehmend in den Hintergrund; so auch hier. Unsere Direkte Demokratie ist zunehmend emotionalen Einflüssen unterworfen, die hier auch von den Gegnern markant in den Vordergrund gespielt werden.

 

Das ist eine bedauerliche Zeiterscheinung. In Anbetracht der Flut an Eindrücken und Informationen nimmt man nur noch Oberflächliches zur Kenntnis. So steht leider auch bei dieser kommenden Abstimmung in erster Linie das Aussehen des Baus im Vordergrund, das zu diffamieren stets ein Leichtes ist, wenn ein Gebäude "gross" werden soll.

 

In meinem Bekanntenkreis fällt mir auf, dass alle, die sich nie die Zeit nehmen würden, so einen Artikel überhaupt zu lesen, geschweige denn, darüber nachzudenken, eine feste Meinung haben. "Gefällt mir nicht", höre ich da oft, obwohl keiner sich die Mühe gemacht hätte, zum Beispiel die Informationsausstellung zu besuchen.


Peter Waldner, Basel



"Die Messekunden sind gnadenlos"

Herzlichen Dank für den ausgezeichneten Artikel von Peter Knechtli. Dem gibt's eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Es geht nicht um die "Schönen und Reichen" die sich während der "Art" und der "Baselworld" ein klein bisschen "wichtiger" machen (was ist eigentlich daran so schlecht?). Sondern es geht um den Wirtschaftsstandort Basel.

 

In den neunziger Jahren hat man sich für die "Messe in der Stadt" entschieden - und eine attraktive "Messe in der Stadt" ist einer stetigen Neuerung und "Modernisierung" unterworfen! Die Messekunden sind gnadenlos, wenn's nicht mehr passt, geht's anderswo bestimmt auch.

 

Darum gilt: Endlich mal wieder ein bisschen über den eigenen Nasenspitz hinaus denken, liebe Baslerinnen und Basler.


Paul Burkhalter, Direktor und künstlerischer Leiter Casinotheater, Winterthur



"Unter dem Strich ein Ja"

Die Relevanz der Messe ist allzu offensichtlich und bringt der Region Basel einen Beschäftigungsschub in vielen Branchen wie Handwerk und Unterkunft, und macht zudem Basel berühmt in der ganzen Welt.

 

Was man taktisch aus früheren Niederlagen hätte lernen sollen, wäre aber eine eine Vermeidung einer Rhetorik, wie Sie der Leserbriefschreiber Patric C. Friedlin anführt: "... 'Souverän nun endlich den Mut dazu findet", "suizidale Stagnation". Das suggeriert Beschränktheit der Sichtweise eines durchschnittlichen Bürgers und steigert ein Verhalten "denen will ich's jetzt zeigen mit meinem Nein" ("... wenn ich denn schon keinen Durchblick habe"). Das wäre schade. Und bitte: Vermeidet von jetzt an Botschaften, wo man in jedem Textblock zweimal das Wort "urban" findet. Joker-Ausdrücke aus der intellektuellen Welt wirken selten überzeugend, eher beliebig.

 

Mit einer langfristigen Stadtplanung hätte man die Optionen Musical-Theater und Erlenmatt-Territorum nicht anderweitig vergeben, und wäre nicht konfroniert mit einem Zeitdruck im Nacken, welcher die Sachlage mit einer Abstimmung an der Urne nicht einfacher macht.

 

Unter dem Strich sollte man trotz der Einwände in den Fragen Finanzen / Architektur / Städtebau ein Ja in die Urne legen.


Karl Linder, Basel



"Aus der suizidalen Stagnation"

Der pointierte Kommentar Peter Knechtlis sagt, was zu sagen ist. Ich wünsche dieser Stadt, dass der Souverän nun endlich den Mut dazu findet, sich an exponierter Stelle, durch kunstvolle architektonische Akzente, neu zu positionieren. Wäre die rational nicht nachvollziehbare pauschale Verweigerung der Gegner schon früher städtebaulich relevant gewesen, so hätte Basel wohl nicht einen einzigen seiner zahlreichen höchst charmanten, das Dorf zur Stadt machenden Bauten. Deshalb: Mit einem wuchtigen Ja aus der - à la longue - suizidalen Stagnation!


Patric C. Friedlin, Basel



"Kollektiver Charakterzug der Basler Kleinstädter"

Was der Artikel von Peter Knechtli zum Ausdruck bringt, kann einem neutralen Beobachter vorkommen, als würde den Gegnern des Hallenprojekts, auch wenn sie engagiert und sorgfältig abgewogen argumentieren, eine subtile Art von Erpressung zugemutet.

 

Alles in diesem Fall ist - gemessen an der Bescheidenheit der Stadt Basel - gigantisch. Und es scheint, als ob wegen Juwelen, Uhren und dem Kunstbetrieb, welche an verhältnismässig wenigen Tagen im Jahr internationale Klientel hierher locken und dem Gewerbe hohe Erträge zuschütten, eine architektonische Fragwürdigkeit zu rechtfertigen wäre. Kein Wort in dieser Kolumne wird selbstverständlich über die tatsächliche Eigenart und suggestiv vorgeführte Effektqualität des Entwurfs mehr verloren. Es ist eine abgemachte Sache, dass der Status des Architekturbüros und die Redlichkeit, wie die Millionen zur Realisierung aufgeteilt werden, genügen, das Projekt zu akzeptieren. Ich werde vor vollendete Tatsachen gestellt.

 

Eine hübsche Ausstellung soll mich wenn möglich bekehren und - wenn nicht in einem Taumel der Begeisterung - so doch wenigstens in einer Haltung wohlwollender Befürwortung entlassen. Wer dagegen ist, spielt den Spielverderber und sollte als Totschläger unsere allgemeinen Wohlfahrt und Prosperität diffamiert werden. Mit Angst zu operieren ist ja immer ein wohlfeiler Taschentrick. Bald sind es fehlende Steuereinnahmen, die Verarmung in Griffnähe sozusagen, der Rutsch in die vierte Liga oder der Verlust jener diffus herbeigesehnten Internationalität, die bestimmten Basler Kreisen grosse Sorgen bereiten.

 

Basel wollte schon immer hoch hinaus und als Metropole von Weltgeltung alles überstrahlen, was tatsächlich grösser und weitgefasster ausgesteckt ist. Den kollektiven Charakterzug dieser Basler Kleinstädter, nämlich ihr oft etwas peinlich wirkender Griff nach dem immer Mehr und immer Höher, kann ich mir selbst nicht zu eigen machen. Wenigstens gelang es Basel nicht, seine Bevölkerungszahl markant nach oben zu schrauben. Im Gegenteil. Da stimmt doch etwas nicht! Und schon gar nicht gehöre ich zu denen, welche, wie Herr Knechtli dichtet, die Messe im Herzen tragen!. Einmal war die Mustermesse eine Warenhausveranstaltung mit eindeutig nationalem Charakter. Doch möchte man einmal im Jahr anlässlich der "Baselworld" den Champagner mit den Reichen dieser Welt um jeden Preis kübelweise leeren.

 

Die Architektur kann hier kein Thema sein, weil die Weichen gestellt sind. Mit Einschüchterung hat man diesmal ein leichteres Spiel. Die Messe soll sozusagen Allgemeingut sein, wohingegen das Neubauprojekt für das Casino als Spielwiese einer übriggebliebenen kleinen Schar von Bildungsbürgern keine Gnade fand. Das Schreckgespenst, keine Aufrichte über dem "genialen" Entwurf feiern zu können und somit als kleinkarierte Provinz durchzufallen, soll den Baslern den Schlaf rauben. Doch darf man auch mal fragen dürfen, ob die Pharmagiganten nicht allein schon für Basel typische und ertragreiche Marken genug sind? Baut also diese lauschige Fussgängerunterführung und freut Euch der verheissungsvoll glitzernden Messe, damit auch in Zukunft der Basler mit den Grossen und Reichen Cüplis trinken kann. Prost!


Stephan J. Tramèr, Basel


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"Rentenmassaker auf Kosten der Staatsangestellten"

Juso Baselland
Betreff einer Medienmitteilung
vom 31. Mai 2018
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Kriegsberichterstattung von der Baselbieter Polit-Front.

Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
RückSpiegel


Das SRF-Regionaljournal und die Schweiz am Wochenende nahmen auf die OnlineReports-Recherche über den durch die Suva verfügten Baustopp am neuen Werkhof in Sissach Bezug.

Die WochenZeitung verweist darauf, dass textfokussierte Nachrichtenportale wie OnlineReports gemäss dem Entwurf des neuen Bundesgesetzes über elektronische Medien nicht in den Genuss einer Bundesförderung kämen.

20 Minuten
entlarvte die von OnlineReports vermeldete Besetzung des Gewächshauses auf dem Dreispitz-Lok-Depot als Scheinbesetzung.

Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.