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"Deal wäre nicht zustande gekommen": Vontobel-Chef Wagner

Peter Wagner: Der Frontwechsel

Wie der ehemalige Chef des Logistikkonzerns Danzas an die Spitze der Zürcher Privatbank Vontobel vorrückte


Von Peter Knechtli



Seine
Bank-Verbindung
Wie wird ein Logistik-Profi Präsident einer Zürcher Privatbank? Ganz einfach: Hans-Dieter Vontobel, Präsident der gleichnamigen Züricher Privatbank, und Peter Wagner kennen sich aus dem Patria-Verwaltungsrat und dort springt der Funke. So trat Wagner vor sieben Jahren in den Verwaltungsrat der Bank und zwei Jahre später auch in jenen der Vontobel-Holding ein. Zu seinen Vertrauten als künfiger Präsident werden unter anderen Vontobel-Vizepräsident und Banken-Professor Hans Geiger, der frühere Appenzell-Ausserrhoder Bundesparlamentarier, ex-Präsident der Helvetia Patria und Präsident der Vontobel-Stiftung, Hans-Ulrich Baumberger, sowie Verwaltungsrat Klaus M. Schwab gehören. Dank der Begegnung mit dem Gründer des World Economic Forum (WEF) pilgert Peter Wagner seit vier Jahren auch nach Davos. Dort lernte er Klaus Zumwinkel, den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post, kennen. "Ohne Zumwinkel und Wagner, wäre der Deal zwischen Deutscher Post und Danzas nicht zustande gekommen", schildert der neue Vontobel-Chef die Folgen der Begegnung in den Bündner Bergen.


Sein
"swiss"-Ticket
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Wie ein Phönix stieg Peter Wagner als neutraler Wunschkandidat der Region Basel für den neuen "swiss"-Verwaltungsrat aus der Asche des regionalpolitischen Gezänks. Erst fragte ihn Rainer Gut an, dann auch Marcel Ospel. Mit Pieter Bouw, dem designierten Präsidenten der neuen Schweizer Airline "swiss", führte er ein Gespräch, dann sagte er zu. Ein Schweizer Airline-Verwaltungsrats-Mandat wäre als Vorstand der mit der Lufthansa liierten Deutschen Post nicht vereinbar gewesen. Peter Wagner trat als Kandidat filzfrei an. Crossair-Gründer Moritz Suter kennt er persönlich ebenso wenig wie andere Grössen der Schweizer Luftfahrt. Dafür - und dies war eine seiner Hauptqualifikationen - versteht er etwas von Fracht. Kein Wunder, hält er seinen heissen Draht zu Jean-Peter Jansen, dem CEO von Lufthansa Cargo, aufrecht.


Sein
Society-Link
Wenn Peter Wagner jeweils die Vorstandssitzungen der Handelskammer beider Basel unter dem Präsidium des Wirtschaftsanwalts Thomas Staehelin besuchte, strahlte er "protestantische Ethik" (so ein Gremiumskollege) aus. Seilschaften und Schulterklopfen konnten Vorstandskollegen bei ihm mit niemandem ausmachen. Als Lions-Mitglied hat der 55-Jährige vor zwei Jahren, eingeführt durch PWC-Präsident Edgar Fluri, das Golfen entdeckt und inzwischen Platzreife erreicht. Doch geschäftliche Kontakte knüpft er auf dem Rasen nicht. Den Golfball schlägt Peter Wagner hauptsächlich mit seiner Frau Elisabeth. Mit ihr vergnügt er sich auch als Abonnement-Inhaber am Zürcher Opernhaus, das ihm mehr zusagt, als das Basler Theater sozusagen vor der Haustür seiner Baselbieter Wohngemeinde Biel-Benken. Seit neuerem pflegt er auch Kontakte zu Michael Haefliger, dem Intendanten des Lucerne Festival ("eine geschäftliche Beziehung, die sich mit dem Privaten verbindet"). Danzas lädt dazu jeweils "ausgesuchte Gäste" ein, Vontobel ist einer der Hauptsponsoren der Festwochen. Aufs Nötigste beschränkt sind auch seine Beziehungen in die politische Society: Im Bundesrat hat er zu Wirtschaftsminister Pascal Couchepin einen direkten Draht, seit er ihn auf einer Korea-Reise begleitete. In Basel stellte Finanzminister Ueli Vischer die Verbindung zur Kantonsregierung dar.


Seine
Karrieren-Begleiter
Man war korrekt im Unternehmen, das sich vom Speditions- in einen Logistikkonzern gewandelt hatte, verkehrte per Sie. Bernd Menzinger, der später gehen musste, war es, der Wagner von Kühne & Nagel Deutschland, wo er Finanzchef war, in die Danzas-Konzernleitung holte. Unter dem Sanierer Peter Gross und seinem Nachfolger Hanspeter Brändli vollzog Peter Wagner den Sprung vom Finanzchef zum CEO. In dieser Funktion verbrachte er mehr als die Hälfte seiner Arbeitszeit auf Geschäftsreisen rund um den Erdball. Seine Beziehungen sind demzufolge auch international ausgerichtet. Intensive Kontakte pflegt Wagner zu John Allan, dem Konzernchef des Konkurrenten Exel, zum Schweden Hakan Larsson, dem Chef der deutschen Schenker-Gruppe oder zu Bernd Wrede, dem CEO vom Hapag-Lloyd, einer der grössten und erfolgreichsten Reedereien in Hamburg. Nachdem die Deutsche Post vor drei Jahren Danzas übernahm, setzt sich Peter Wagner - zuweilen durchaus kontrovers - mit dem Vorstandsvorsitzenden Klaus Zumwinkel auseinander. Dass Wagners Wechsel intern doch etwas gar überraschend kam, zeigt sich daran, dass sein Führungskollege Renato Chiavi, der sich eben in den Ruhestand begeben wollte, das Danzas-Steuer nun noch interimsweise übernehmen muss.
4. Februar 2002

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Peter Wagner

Dass der Chef eines Logistikkonzerns, der mit schweren Gütern zu tun hat, Mitte April Präsident der gediegenen Zürcher Privatbankengruppe Vontobel wird, ist nur vordergründig nicht auf Anhieb verständlich. In Wahrheit stehen und fallen beide Geschäfte mit der Fähigkeit, sich an den Kundenbedürfnissen optimal zu orientieren. Kommt dazu: Peter Wagner ist kein geborener "Transpörtler", er gilt als global denkender Zahlenmensch und Finanzexperte. In dieser Funktion verbrachte er vier Jahre in den USA und drei Jahre in Hamburg, bevor er 1989 in die Danzas Holding eintrat. Vor drei Jahren verlor die stille, aber mächtige Basler Traditionsfirma ihren Schweizer Mehrheitsbesitz, als die Deutsche Post den heute weltgrössten Logistikkonzern mit 45'000 Mitarbeitenden übernahm. Peter Wagner gilt zwar als Manager, "der nie auf den Tisch haut". Dennoch zog er schmerzliche Sparprogramme wie "Eurofit" konsequent durch. Der Erfolg ist nicht ausgeblieben - auch wenn Manager der Deutschen Post noch bessere Zahlen sehen wollten: Innerhalb weniger Jahre baute Wagner aus einem gegen rote Zahlen ankämpfenden Milliardenunternehmen mit mehreren Gross-Akqusitionen einen Logistik-Multi, der heute fast 13 Milliarden Franken umsetzt und über 150 Millionen Franken Gewinn erzielt. Das Zusammentreffen verschiedener Faktoren - Vontobel-Präsidium, Crossair-Debatte und private Karriereplanung - führten zu Jahresende zu einem radikalen Schnitt. Vernünftig: Nach Jahren des Reisens und privater Absenz will Peter Wagner (55) mehr Zeit für seine Frau und seine beiden adoptierten Kinder finden.


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Theater Basel

"Die Dreigroschenoper"
RückSpiegel


In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die gerichtliche Niederage von Polizei-Offizier Bernhard Frey Jäggi nach.

Die Basellandschaftliche Zeitung und 20 Minuten nahmen die OnlineReports-Nachricht über die geplante Massenentlassung bei der "Küschall AG" in Witterswil auf.

In ihrer Übersicht über die Schweizer Online-Newsmedien ging die NZZ auch auf OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung zog die OnlineReports-News über den Entscheid des Basler Appellationsgerichts gegen die Nichtanhandnahme der Strafanzeigen von Staatsanwältin Eva Eichenberger und Strafgerichtspräsident Lucius Hagemann durch die Obwaldner Oberstaatsanwältin Esther Omlin im Fall "Lehrer H." nach.

In ihrem Artikel über die "Berlusconisierung von links" zitiert die Weltwoche aus dem "dem gutinformierten Basler Internetdienst OnlineReports".

In seinem Bericht über die Gefährlichkeit des Basler Centralbahnplatzes geht Barfi auf einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2001 ein, der damals schon die Probleme thematisierte.

Blick, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, BZ Basel, 20 Minuten und Barfi bezogen sich in ihren Artikeln über die Schüsse einen Mann in der Basler Innenstadt auf einen News-Primeur von OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Weitere RückSpiegel

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"In der Elsässerstrasse kam es zu einem Unfall mit Salzsäufer."

BaZ online
vom 20. Februar 2018
über einen Salzsäure-Unfall
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Vielleicht hat auch der Redaktor Salz gesoffen.

In einem Satz


• Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von staatsnahen baselstädtischen Betrieben liegt per 1. Januar 2018 bei 40,9 Prozent und übertrifft somit die geforderten 33,3 Prozent deutlich.

• Da SP-Landrat Hannes Schweizer per 31. März als Präsident der Bau- und Planungskommission zurückritt, schlägt die SP-Fraktion als seinen Nachfolger den Frenkendörfer Urs Kaufmann vor.

• Die SP Pratteln-Augst-Giebenach lanciert eine Petition zur Erhaltung des Schalters der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) in Pratteln.

BaselArea.swiss wird ab März im Mandat die Geschäftsführung des Switzerland Innovation Park Basel Area AG übernehmen.

Thomas Kessler, der frühere Basler Stadt- und Kantonsentwickler, wird Leiter eines von den AZ Medien für die "BZ Basel" ins Leben gerufenen Publizistischen Beirats.

• Nach Vandalenakten und einer Einbruchserie fordert die Riehener CVP von den Behörden "endlich die wirksame Umsetzung längst bekannter Forderungen" zur Erhöhung der Sicherheit.

• Der Münchensteiner Gemeinderat hat die Durchführung des "Tension Festivals" vom 31. Juli im Gartenbad St. Jakob sowie auf den angrenzenden Volleyball-Feldern unter Lärmauflagen bewilligt, nachdem letztes Jahr zahlreiche Beschwerden eingegangen waren.

Hans-Peter Ulmann, seit 1996 CEO von Psychiatrie Baselland, tritt auf 30. Juni 2019 in den Ruhestand.

• Im Jahr 2017 verhängte die Basler Kantonspolizei im Zusammenhang mit dem FC Basel 17 Rayonverbote – davon sieben an Fans von Gastmannschaften –, während der FC Basel acht Stadionverbote anordnete, von denen fünf Fans von Gastmannschaften betrafen.

• Die Gemeinde Allschwil plant eine Erneuerung und Erweiterung der Parkanlage sowie rund 140 Wohnungen auf dem Areal Wegmatten zwischen Baselmattweg und Bachgraben.

Thomas Bretscher wird ab 1. Februar neuer Geschäftsführer des "Business Park Laufental & Thierstein" und damit Nachfolger von Daniel Fiechter.

• Die Riehener CVP verlangt eine generelle Aufgabenprüfung (GAP), um die Diskussion um Aufgaben und Leistungen der Gemeinde und die dafür benötigten Ausgaben und Einnahmen zu versachlichen.