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"Möglichst bald weitermachen": Öko-Bau "Futuro" in Betrieb

Bernhard Fröhlichs Traum ist Wirklichkeit

Ein ökologisches Vorzeige-Modell: Liestaler Geschäftshaus "Futuro" ist in Betrieb


Von Peter Knechtli


Das Baselbiet hat einen neuen ökologischen Vorzeigebau: Die erste Etappe des Liestaler Dienstleistungszentrums "Futuro" präsentiert sich kommendes Wochenende der Öffentlichkeit. Promoter des 73 Millionen Franken schweren Minergiebaus war Bernhard Fröhlich, der Direktor der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung (BGV).


Blut, Schweiss und Tränen dürfte das Projekt seinen geistigen Vater gekostet haben. Jedenfalls sagte BGV-Direktor Berhard Fröhlich heute Dienstagmorgen bei einem Medienrundgang: "Acht Jahre meines Lebens hat mich dieses Projekt begleitet – darunter auch einige schlaflose Nächte." Der teils unterirdische Geschäftsbau im Gebiet "Gräubern", wo das Waldenburgertal ins Ergolztal einmündet, war gar nicht unbestritten. Er hatte sogar eine kantonale Referendumsabstimmung zu überstehen. Doch jetzt, nach dem Spatenstich am 21. März 2007, steht der Bau, von Dezember bis April wurde er bezogen. Bereits melden sich interessierte Fachleute zu Besichtigungen an.

Die Eingänge sind auf dem Dach

Dabei ist das Projekt städtebaulich auf den ersten Blick gar nicht besonders auffällig. Durch die teilweise unterirdische Anordnung wird die Ausdehnung erst von innen nachvollziehbar. Lichthöfe lassen Tageslicht in die Arbeitsräume fluten, die sich einige Meter unter der natürlich Geländelinie befinden. Mitarbeitende, von OnlineReports auf dem Medienrundgang befragt, äussersten durchs Band weg zufrieden oder gar begeistert über die neuen Arbeitsplätze. Die ausgeklügelt gesteuerte Belüftung wirkt sehr angenehm.

Die vier Türme bilden die Eingänge zu den vier Häusern. Nur: Im Unterschied zu andern Liegenschaften wird "Futuro" von oben nach unten erschlossen. Die Eingänge befinden sich also auf dem sanft ansteigenden Dach (Bild), das öffentliche Zone ist und durch Wege erschlossen wird. Insgesamt verdichten sich die Eindrücke des ersten Rundgangs zum Bild einer attraktiven Arbeits-Landschaft.

Zweite Etappe "möglichst bald"

Was sich kommendes Wochenende am "Tag der offenen Türme" der Öffentlichkeit präsentiert, ist allerdings erst die erste von zwei möglichen Etappen. Fröhlich wollte kein Risiko eingehen und Geschäftsräume auf Vorrat bauen. Die nun eröffnete erste Etappe belegt eine Fläche von 9'100 Quadratmetern. Davon belegt die Gebäudeversicherung 40 Prozent der Fläche. In den Rest teilen sich das Kantonslabor (24 Prozent), Gribi Theurillat (5 Prozent), Eicher+Pauli (9 Prozent), LLK Treuhand (3 Prozent) und AXA Winterthur (3 Prozent). Noch zu haben sind 1'465 Quadratmeter oder 16 Prozent der Fläche. Es sei das Ziel, diese Räume in den nächsten drei Monaten zu vermieten.

Gegen 250 Arbeitsplätze bietet die erste Ausbauetappe, 125 Parkplätze enthält die Tiefgarage. Mit 250 Verbindungen pro Tag ist ein vorzüglicher Anschluss an den öffentlichen Verkehr gewährleistet.

Fröhlich machte keinen Hehl daraus, dass er es nicht bei der ersten Etappe bewenden lassen will: "Mein Ziel ist es, möglichst bald weiterzumachen." Allerdings will der Bauherr ("ich will keine Leerbestände") erst dann loslegen, wenn sich zuverlässige Interessenten für die Einmietung entschlossen haben. Fröhlich kam von sich aus darauf zu sprechen, dass ihm das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt ein willkommener Mieter wäre. Jedenfalls ist das Baselbieter Kantonslabor heute schon am südlichen Ende der ersten Etappe angelegt, so dass sich der baselstädtische Schwesterbereich beim Einzug in den Nordteil der zweiten Etappe in unmittelbarerer Nachbarschaft befände. So weit ist es jedoch noch nicht. Es sind noch keinerlei politische Entscheide in diese Richtung gefallen. Fröhlich aber, etwas ungeduldig: "Ich wäre froh um eine baldige Entscheidung."

Grundwasser statt Klimaanlage

Was die nachhaltigen Aspekte dieses Minergie-Baus betrifft, sprach Fröhlich von einem Vorzeigemodell. So seien die stengen Vorschriften des Kanton noch um 20 Prozent unterschritten worden. Fernwärme wird aus der benachbarten Hanro-Holzschnitzelanlage bezogen, die Belüftung ist mit Wärmerückgewinnung verbunden. Klimaanlagen kennt "Futuro" nicht: Sommerliche Kühlung wird durch einen Grundwasser-Seitenstrom der Frenke gewährleistet: Das 13 Grad kühle Wasser entzieht dem Gebäude die Hitze und fliesst mit einer Temperatur von rund 19 Grad ins Grundwasser zurück. Eine gute Tageslichtnutzung und effizienten Lampen sorgen für stromsparende Leuchten.

Zum ökologischen Engagement der BGV gehört auch, dass die Glastürme in Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Sempach mit einem besonderen Vogelschutz-System ausgestattet wurden. Ausserdem werden derzeit zwischen Bahndamm und Gebäude zum Schutz und zur Artenerhaltung der Mauereidechse spezielle Gesteinsformationen als Reptil-Refugium angelegt. Die Betonwände, die heute von der Station der Waldenburgerbahn her noch etwas gar mauerhaft und kalt erscheinen, werden in wenigen Jahren vollständig begrünt sein.

60 Prozent der Aufträge ins Baselbiet

Stolz wurde aus Fröhlichs Worten spürbar, als er die Endkosten auf 73 Millionen Franken prognostizierte, was Mehrkosten von passablen vier Prozent entspricht. Nicht ohne Seitenhieb auf Aussagen im Referendumskampf – einzelne Stimmen behaupteten, die Aufträge würden vor allem ausserkantonal oder gar ins Ausland vergeben – verkündete Fröhlich nun die wahren Zahlen: 59 Prozent der Vergaben gingen an Baselbieter Betriebe, 39 Prozent in die Region oder die übrige Schweiz und nur zwei Prozent in den EU-Raum (nämlich die Architektur und Lichtplaner-Arbeiten). Die Pointe: Aus dem Ausland ging keine einzige Handwerker-Offerte ein.

Die Öffentlichkeit ist kommendes Wochenende zur Besichtigung eingeladen. Die "Tage der offenen Türme" finden statt am Samstag und Sonntag, 6./7. Juni, von 10 bis 17 Uhr.

2. Juni 2009

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