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"Viele Schakale warten": Sitz der Wirtschaftskammer in Liestal

Wirtschaftskammer Baselland: Es rumort vor der Direktoren-Kür

Antrag auf Verschiebung der Wahl-Delegiertenversammlung / Malama will regionalen Cleantech-Verband gründen


Von Peter Knechtli


Heftige Positionskämpfe vor der Wahl von Christoph Buser als neuer Direktor der Wirtschaftskammer Baselland und Nachfolger von Hans Rudolf Gysin: Mehrere Branchenverbände und Gewerbevereine fordern eine Verschiebung der Wahl-Versammlung. Und der Basler Gewerbedirektor Peter Malama plant die Gründung eines neues regionalen Branchen-Verbandes.


In der Wirtschaftskammer Baselland – dem früheren kantonalen Gewerbeverband – stehen grundlegende Änderungen bevor. Auslöser ist der angekündigte Rücktritt des langjährigen Direktors Hans Rudolf Gysin: Er prägte die Erfolgsgeschichte dieses Verbandes im einem so starken Ausmass, dass seit Bekanntwerden seines Rücktritts auf Sommer nächsten Jahres ein richtiggehender "Verteilkampf im Gange ist", wie eine zuverlässige Quelle erklärte: "Viele Schakale warten auf ihre Beute."

Konkurrenz-Kandidat ante portas?

Wie OnlineReports erfuhr, stellten acht bis neun Branchenverbände und Gewerbevereine den Antrag, die auf 19. Oktober anberaumte Delegiertenversammlung der Wirtschaftskammer zu verschieben. An diesem Tag soll Christoph Buser (Bild), Prattler FDP-Landrat und Vizedirektor der Wirtschaftskammer, von den Delegierten zum Direktor gewählt werden, wie es der Zentralvorstand vorschlägt. Mit seiner Wahl werden die Macht- und Führungsverhältnisse in der Wirtschaftskammer möglicherweise wieder auf viele Jahre hinaus "zementiert", wie ein Verbandskenner die derzeitige Hektik begründet.

In der Gerüchteküche heisst es, die Verschiebung habe im Kern die Absicht, einen Konkurrenz-Kandidaten der SVP in Stellung zu bringen: Nationalratskandidat Thomas de Courten. Die Exponenten, die die Wahl des Direktors verschieben wollen, möchten mit dem Entscheid zuwarten – bis nach Wahlen Ende Oktober, beispielsweise auf Februar 2012.

"Es geht nicht um die Person Buser"

Der Diegtener Dachdecker Matthias Ritter, Präsident des Branchenverbands "Dach und Wand Baselland" und Mitglied des Wahlkampf-Teams de Courtens, gehört zu den Initianten des Verschiebungsantrags. "Es geht uns nicht um die Person Buser", wies er auf Anfrage sofort mögliche personelle Konkurrenz-Ambitionen zum offiziellen Kronprinzen zurück. Ritter ("die machen einen guten Job") kritisiert aber die eingeschliffenen Verhältnisse innerhalb der Wirtschaftskammer-Nomenklatura: So hätten die einzelnen Branchenverbände und ihre Mitglieder kaum etwas zu sagen, vielmehr gehe es darum, von oben gefasste Vorentscheide hinterher abzusegnen.

Als Beispiel nennt Ritter die Art, wie der neue Direktor vorgeschlagen worden sei. "Unsere Mitglieder kennen den Christoph Buser nicht. Es ist das Bedürfnis, ihn kennenzulernen und ihm kritische Fragen zu stellen. Das wäre auch für Christoph Buser besser. Er wurde uns quasi vor den Kopf gestellt." Auch sei eine Statutenänderung traktandiert, ohne zu sagen, worin diese Änderung bestehen soll. Die Anträge an den Zentralvorstand seien bereits gestellt, eine Antwort stehe indes noch aus, sagte Ritter, der sich nicht weiter in die Karten blicken lassen will.

Der Verschiebungsantrag ist zeitlich knapp. In einer Woche tagt der Zentralvorstand; dann soll über den Antrag der Verschiebungsfreunde entschieden werden. Was, wenn das Begehren abgelehnt wird? "Bei einem Nein gäbe es eine extreme Reaktion." Welche Reaktion? Ritter schweigt dazu vielsagend.

De Courten steht "nicht zur Verfügung"

Gegenüber OnlineReports wies Thomas de Courten Vermutungen zurück, er könnte sich für das Direktorium jenes Verbandes interessieren, dem er bis vor einigen Jahren selbst als Vizepräsident diente. "Ich bin weder Initiant der Verschiebung noch stehe ich für das Amt zu Verfügung." Er wolle sich "da nicht hineinziehen lassen und sich zurückhalten". Doch, so de Courten weiter: "Die Wirtschaftskammer muss wieder ein Unternehmerverband werden, der sich für das Gewerbe einsetzt, und kein parteipolitischer Schacher."

SVP-Kantonalpräsident Dieter Spiess, der zwei Seelen in seiner Brust zu verspüren scheint, mag sich nicht leicht für die eine oder andere Seite erwärmen. Immerhin meint er: "Es war nicht der klügste Entscheid, den personellen Entscheid so kurzfristig festzulegen. Man hätte auch nach den eidgenössischen Wahlen entscheiden können."

Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Schneider (SVP) war für OnlineReports wegen Ferien-Abwesenheit telefonisch ebenso wenig erreichbar wie Christoph Buser, der ferienbedingt in den USA weilt.

Gysin spricht von "Demokratisierung"

Hans Rudolf Gysin, noch bis Sommer kommenden Jahres Direktor der Wirtschaftskammer, sprach gegenüber OnlineReports von vier Berufsverbänden und zwei Gewerbevereinen, die am 27. September eine Verschiebung der Delegiertenversammlung verlangt hätten. Schon einen Tag später sei den Kritikern der Eingang bestätigt worden. Ebenso sei den Opponenten mitgeteilt worden, dass der Zentralvorstand ihre Anliegen "ernsthaft behandeln" wolle. Kurzfristig habe der Vorstand eine Sondersitzung für kommenden Montag anberaumt, um darüber zu beraten.

Ausserdem werde heute Dienstag noch ein Brief an die Verschiebungs-Befürworter geschickt, in dem eine Delegation zur Vorstandssitzung eingeladen wird: "Wir sind ein demokratisch geführter Verband." Gysin präzisierte gegenüber OnlineReports auch, was es mit der Statutenrevision auf sich habe: Künftig soll die ganze vierköpfige Geschäftsleitung Organfunktion haben und nicht nur – wie heute noch – der Direktor: "Das ist eine weitere Demokratisierung unseres Verbands." Auf die Offensive der Kritiker reagierte Gysin gelassen: "Tant de bruit pour une omelette."

Dass Christoph Busers Vater der Cousin von Hans Rudolf Gysins Ehefrau ist, habe in der Findungskommisson "absolut keine Rolle gespielt". Der Noch-Direktor zu OnlineReports: "Es war ein sehr korrektes Auswahlprozedere."

Malama gründet regionalen Cleantech-Verband

Im Verlaufe der Recherchen erfuhr OnlineReports, dass der Basler Gewerbedirektor und FDP-Nationalrat Peter Malama konkrete Pläne verfolgt, die in der Wirtschaftskammer in Liestal wenig Begeisterung auslösen dürften: Er will einen regionalen Cleantech-Branchenverband gründen für alle jene Firmen der nachhaltigen Entwicklung, "die ihr Dach noch nicht gefunden haben". Aus seinem Urlaub präzisierte Malama ("Grenzen spielen für mich keine Rolle mehr"), in diesem Verband. Pikant: Im neuen zukunftsträchtigen Unterverband des kantonalen Gewerbeverbands sollen auch Baselbieter Unternehmen willkommen sein.

Malama, bereits Vorstandsmitglied des schweizerischen Verbandes "Swisscleantech": "Wenn der Vorstand des Basler Gewerbeverbandes grünes Licht gibt, werde ich dafür sorgen, das der regionale Cleantech-Verband auf die Beine kommt und die Branche durch mich in Bern vertreten wird." Zumindest "in einer ersten Phase" werde er sicherlich auch dem Vorstand des grünen Branchenverbands angehören.

4. Oktober 2011

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Für einen Gewerberverband Nordwestschweiz"

Statt einen neuen Direktor zu wählen, böte dies die einmalige Chance, die beiden Gewerbeverbände von Basel-Stadt und Baselland zusammenzuschliessen.

Analog der Handelskammer beider Basel, einen "Gewerbeverband beider Basel" zu schaffen. Noch besser wäre ein "Gewerbeverband Nordwestschweiz", welcher auch das Fricktal aus dem Aargau und das Schwarzbubenland (Dorneck-Thierstein) aus Solothurn einschliesst. Dazu braucht es weitsichtige Entscheidungsträger. Ein starkes Gewerbe für eine Starke Region!


Peter P. Bauer, Basel


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RückSpiegel


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bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz gewählt.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".