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"Alles Gute": Itinger Tier- und Pflanzenforschungszentrum RCC

RCC: Abrupter Abgang der Top-Kader

Noch bevor Nachfolger bestimmt sind, verlassen Gründer Klaus Sachsse und Direktor Thomas Heutschi das Itinger Grossunternehmen


Von Marc Gusewski


Sie waren langjährige Strategen der Itinger Auftragsforschungsfirma RCC, jetzt räumten sie überraschend schnell ihre Pulte: Der Abgang von Mitgründer Klaus Sachsse und Direktor Thomas Heutschi erfolgt, ohne dass die Nachfolge in der operativen Leitung geregelt ist. Aufgrund der spärlichen Informationen kann auf einen Konflikt über die künftige wirtschaftliche Ausrichtung der RCC spekuliert werden.


"Ab heute" verlassen RCC-Verwaltungsratspräsident und Mitgründer Klaus Sachsse wie auch der langjährige CEO Thomas Heutschi das Oberbaselbieter Unternehmen. Dies teilte die neue RCC-Eigentümerin Harlan Sprague Dawley-Gruppe mit Sitz im amerikanischen Indianapolis in ein paar dürren Worten ihren Kunden mit.

Das Rundschreiben ist mit dem 18. Januar datiert, woraus geschlossen werden kann, dass der Kaderabgang unmittelbar und überraschend erfolgte. Unterstrichen wird diese Annahme dadurch, dass offensichtlich weit und breit keine Nachfolgeregelung getroffen wurde, wie die gleiche Mitteilung einräumt: Sullivan teilt darin mit, dass er die RCC interimistisch leiten werde, "bis ein neuer CEO gefunden worden ist". Zudem kündigt er für Februar einen Plan zur Reorganisation der RCC an. In seinem Rundschreiben wünschte Sullivan den ausgeschiedenen, im Baselbiet gut bekannten Wirtschaftsfachkräfte "alles Gute für ihre zukünftigen Unternehmungen".

Indizien sprechen für Zerwürfnis

Gegenüber OnlineReports lehnten Klaus Sachsse und Thomas Heutschi ("ich bin in den Ferien") jede Stellungnahme ab. Bei einem Anruf auf die RCC-Pressestelle lief heute Dienstagmorgen bloss ein Tonband.

Diese Indizien untermauern zahlreiche Gerüchte über ein Zerwürfnis an der Firmenspitze, das zur Trennung der Parteien führte - "nachdem die Amis einflogen", wie ein Insider weiss, darunter offenbar Sullivan höchstpersönlich. Von Eingeweihten erfuhr OnlineReports zudem, dass Heutschi bis vor kurzem noch mit Sullivan strategische Details plante.

Über die detaillierten Hintergründe der Abgänge von Sachsse und Heutschi kann zum jetzigen Zeitpunkt nur spekuliert werden. Eines scheint aber sicher: Nach Einschätzung von Mitarbeitern liegt dem Konflikt ein Streit über die künftige wirtschaftliche Positionierung der Itinger Auftragsforschungsgruppe zugrunde. Nach Insidern sei am Konzernsitz in Indiana unter anderem Besorgnis über die künftigen Gewinne der "Ertragsperle" laut geworden. Die Baselbieter Firma soll innerhalb der Harlan-Gruppe den grössten Beitrag zur Ertragskraft beisteuern.

Klassische Private Equity-Manier

Aussagekräftig ist der Fakt, dass RCC indirekt in die Hände eines klassischen amerikanischen Investmentbeteiligungs-Unternehmens wechselte, und zwar über einen kleinen Umweg: Im Februar 2004 erwarben die damaligen RCC-Manager die Mehrheit an der RCC Ltd. in einem Management-Buyout gemeinsam mit dem amerikanischen Investor Hal P. Harlan, dem damaligen Eigentümer der 1931 gegründeten Harlan Sprague Dawley. Die US-Firma ist - wie die RCC - weltweit in der präklinischen Forschung tätigt. Unterdessen aber gelangte Harlan, der zunächst als Kooperationspartner eingestiegen war, offenbar durch weitere Aktienverkäufe der Manager an die Mehrheit der RCC.

Am 31. Oktober 2005 verkaufte Harlan sein Unternehmen - und damit auch die RCC - an die in San Francisco niedergelassene Private Equity-Unternehmung Genstar Capital, LLC. Sie verwaltet nach eigenen Angaben derzeit 900 Millionen US-Dollar in Anlagen, darunter Unternehmen der "Life Sciences" und "Healthcare". Unmittelbar nach dem Erwerb der Harlan-Gruppe hievte Genstar den neuen Geschäftsleiter Stephen J. Sullivan, zuvor langjährige Führungskraft bei der Medikamenten-Entwicklerin Covance, an die Harlan-Spitze.

Genstar geht hier nach klassischer Private Equity-Manier vor: Im Allgemeinen werden Beteiligungen von Private-Equity-Unternehmen zunächst auf ihre Ertragsmaximierung getrimmt, um sie später möglichst teuer an die Börse zu bringen oder zu veräussern. Dass das die Absicht der damaligen RCC-Manager war, als sie Hal P. Harlan nach Itingen holten, darf heute allerdings bezweifelt werden.

RCC wegen Tierschutz in den Schlagzeilen

Die RCC als eines der grössten Auftragsforschungsunternehem Europas mit gegen 1'000 Mitarbeitenden machte in der Region Basel immer wieder Schlagzeilen - allerdings weniger mit ihrer wirtschaftlichen Prosperität. Vielmehr prangerten Tierschützer das rentable Unternehmen wegen der Tierversuche und der Tierhaltung an. Einmal kam es deswegen zu einer Strafanzeige, die eine Hausdurchsuchung zur Folge hatte. Das Verfahren wurde allerdings eingestellt.

23. Januar 2007

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