© Foto by OnlineReports.ch
"Schutz vor Vertrauensverlust": Demissionierender BKB-Präsident Albrecht

Nach Fehltritten: Rücktritt von BKB-Präsident Andreas Albrecht

Der liberale Spitzenpolitiker wäre für seine Partei zur Last geworden


Von Peter Knechtli


Nach CEO Hans Rudolf Matter fordern die Affären der Basler Kantonalbank (BKB) nun ein weiteres prominentes Opfer: Der liberale Politiker und Wirtschaftsanwalt Andreas Albrecht hat heute Freitagmorgen seinen Rücktritt von der Funktion des Bankrats-Präsidenten wie auch aus dem Bankrat erklärt.


Die Meldung erfolgt überraschend schnell: Heute Freitagmorgen gab die Basler Kantonalbank den Rücktritt ihres Präsidenten Andreas Albrecht bekannt.

Seinen Abgang begründet Albrecht damit, "dass er die Bank von dem Vertrauensverlust entlasten will, dem er in der Öffentlichkeit ausgesetzt sei", wie es in der Medienmitteilung heisst. Durch die heftige Kritik, die die Finanzmarktaufsicht Finma am unzulässigen und mit Kursmanipulationen verbundenen Eigenhandel mit BKB-Partizipationsscheinen gegen die staatlich kontrollierte Bank geübt hatte, war Albrecht als Bankrats-Präsident in öffentliche Kritik geraten.

Rücktritt bis spätestens Ende Jahr

Mit der Demission verbunden ist auch der Rücktritt von allen mit dem Bankpräsidium verbundenen Funktionen. Insbesondere wird Albrecht auch aus dem Verwaltungsrat der Bank Coop AG und aus dem Stiftungsrat der Pensionskasse der Basler Kantonalbank zurücktreten.

In den vier Jahren seines Präsidiums wurde die Basler Kantonalbank von wirtschaftlichen und berufsethischen Fehltritten geradezu überschwemmt. Erst der Skandal mit unversteuerten amerikanischen Vermögen, dann die Kontroll-Pleite mit manipulierten Konten von ASE-Investoren und schliesslich die scharfe Rüge wegen der Kursmanipulationen an den BKB-Partizipationsscheinen.

Der kritische Nachfolger bringt Opfer

Das Datum des Rücktritts ist noch nicht genau bestimmt. Spätens soll er auf 31. Dezember dieses Jahres erfolgen. Der Bankrat habe beschlossen, dass ab diesem Datum die Präsidialfunktionen im Bankrat ad interim vom Bankratsmitglied und grünliberalen Grossrat Andreas Sturm wahrgenommen werden, bis das Kantonsparlament die Ersatzwahl des Bankratspräsidiums vorgenommen hat. Sturm gilt als kritische Stimme im BKB-Bankrat.

Dabei leistet Sturm ein beachtliches Opfer: "Zur Wahrung seiner politischen Unabhängigkeit" im Hinblick auf die Übernahme des interimistischen Bankpräsidiums werde er aus dem Grossen Rat zurücktreten und aus der Grünliberalen Partei austreten. Beachtlich ist das Opfer deshalb, weil nicht klar ist, ob der Grosse Rat ihn auch definitiv zum neuen Präsidenten wählen wird – es sei denn, im Hintergrund seien schon entsprechende Absprachen getroffen worden.

Eine Spur Selbstkritik

Abschliessend nimmt sich der Bankrat in seiner Verlautbarung noch selbst in Schutz: Er halte fest, "dass er im Zusammenhang mit der Regelung und der Beaufsichtigung der Handelsaktivitäten der Bank mit eigenen Partizipationsscheinen nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und sich dabei auch von externen Rechtsspezialisten beraten lassen hat". Trotzdem sei die Rüge der Finma zu akzeptieren.

Selbstkritisch müsse der Bankrat feststellen, "dass er die in der Basler Kantonalbank angezeigten kulturellen und personellen Veränderungen möglicherweise noch rascher und energischer hätte vorantreiben können".

Die Tragik eines Brillanten

Der Rücktritt des 45-jährigen BKB-Präsidenten entbehrt nicht einer gewissen Tragik. Andreas Albrecht, ein Liberaler durch und durch, ist einer der brillantesten politischen Köpfe Basels. Hochintelligent, eloquent, sachkundig, aufmerksam und solide erschien er als Grossrat, Kommissionspräsident und als erfolgreicher Wirtschaftsanwalt. Auf seinem Weg zur Vaterschaft beschloss er, aus dem Kantonsparlament zurückzutreten. Jetzt erfolgt auch noch der unter öffentlichem Druck erzwungene Abschied aus dem Präsidium des Bankrats.

Nie scheinen diesem Top-Politiker höhere Weihen gegönnt zu sein: Seine Ständeratskandidatur gegen die SP-Frau Anita Fetz scheiterte überraschend deutlich. Dass die über alle Parteigrenzen angesehene, etwas unnahbar wirkende Einflussgrösse an höheren Ämtern scheitert, bleibt irgendwie mysteriös. Im Falle der BKB mag sein, dass die hochanständige Persönlichkeit der operativen Führung zu viel Vertrauen schenkte und deshalb nicht mit Entschlossenheit die nötigen kritischen Fragen stellte.

Dennoch erstaunt, dass Albrecht nun so schnell die Konsequenzen gezogen und für seinen Entscheid nicht etwas ruhigere Zeiten abgewartet hat. Vermutlich hat seine Analyse ergeben, dass das kritische Dossier BKB nicht so schnell von der Bildfläche verschwindet, und dass er bei einem Versuch, den Sturm um die Basler Staatsbank auszusitzen, nicht nur sich, sondern auch seiner Liberal-Demokratischen Partei Schaden zufügen könnte.

29. November 2013

Weiterführende Links:


Reaktionen der Parteien


Die Grünliberalen haben den Entscheid von Andreas Albrechts Rücktritt "mit Achtung zur Kenntnis genommen". Und weiter: "Sie freuen sich, dass Andreas Sturm als Interimspräsident der BKB bezeichnet wurde. Sein damit verbundener Rücktritt aus dem Grossen Rat ist zu begrüssen, er ist folgerichtig, konsequent und unterstreicht die Forderung der Partei auf Integrität und Unabhängigkeit in der Politik und Wirtschaft. (...) Er übernimmt damit die Verantwortung für die von der Finma gerügten Geschäftspraktiken der BKB in der Vergangenheit, die er zwar nicht selber persönlich zu verantworten, jedoch in seiner Funktion als Bankratspräsident – auch gegenüber der Öffentlichkeit – zu vertreten hat."

Die Basler Grünen begrüssen Albrechts Rücktritt. "Es ist ein Schritt um die Glaubwürdigkeit der Basler Kantonalbank wieder herzustellen. (...) Nach dem Ausscheiden von Andreas Albrecht wird Andreas Sturm Interimspräsident. Die Grünen befürworten auch dieses Vorgehen. Andreas Sturms damit verbundener Entscheid als Mitglied des Grossen Rates zurückzutreten, ist im Hinblick auf das neue BKB-Gesetz ebenfalls richtig. Die Grünen Basel-Stadt unterstützen den Regierungsrat anlässlich der Revision des BKB-Gesetzes in der Ansicht, dass Grossratsmitglieder nicht mehr Teil des Bankrates sein dürfen."


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Nun will auch dieses den Exitus schaffen."

BZ Basel
vom 1. Juni 2018
über den Wegzug des
Naturhistorischen Museums
in Basel
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Hoffen wir, dass beim Exodus die letale Dosis ausbleibt.

RückSpiegel


Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".