Sarah Bühler: "Und übrigens ..."

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Daniel M. und die Fehler des Nachrichtendienstes

Es gibt ihn also doch, den Schweizer James Bond. Den Mann fürs Anrüchige, "für heikle Fälle", wie der "Tages-Anzeiger" 2015 schrieb. Er war Privatspion, den grossen Geldwäschern auf der Spur und infiltrierte als undercover Agent Drogenkartelle in Südamerika. Für den hervorragend vernetzten ehemaligen Polizisten und UBS-Mitarbeiter gibt es keine Mission impossible, dachte man in den Chefetagen des Schweizer Nachrichtendienstes (NDB) und warb ihn spätestens 2012 an. Daniel M. nahm den Schlapphut und lieferte Informationen. Erst vor zehn Tagen kam es zum Filmriss: Herr M. ging in die Falle.

Der NDB, dessen Handlungsspielraum wir jüngst in einer Abstimmung massiv vergrössert haben, hat sich in der Auseinandersetzung mit deutschen Steuerfahndern offensichtlich grosse Fehler geleistet: Zunächst war es unangemessen, diesen Spionage-Auftrag gegen das befreundete Nachbarland überhaupt zu vergeben.

Die involvierten Behörden in Nordrhein-Westfalen haben zwar zweifellos unmoralisch gehandelt, als sie Schweizer Bankangestellten Kundendaten auf ominösen CDs abkauften. Obwohl diese Informationen dem deutschen Fiskus gerüchteweise rund sieben Milliarden (!) Euro eingebracht und so zur Steuergerechtigkeit beigetragen haben, lässt sich die Doppelmoral nicht abstreiten; das Vorgehen war eine Form von Wirtschaftsspionage oder "Datenklau".

Trotzdem hätte die Schweiz anders reagieren müssen: Erstens ist umstritten, ob die Entsendung eines Agenten überhaupt rechtens war. Ausserdem kann niemand ernsthaft bestreiten, dass sich ein solcher Streit im 21. Jahrhundert nicht auf diplomatischem Weg hätte beilegen lassen, auch wenn (oder gerade weil) die Situation sehr komplex und das Bankgeheimnis damals in der Schweiz noch in Kraft war.


"Ihr Vorgehen ist von ebenso zweifelhafter
Moral wie die deutschen Datenkäufe."



D
er zweite Fehler war die Wahl von Daniel M. als Spion. Offensichtlich hatten die Geheimdienstler in Bern da kein besonders gutes Gespür, was nicht zuletzt die Verhaftung in Frankfurt beweist. Unser mit einem "Coop"-Prepaid-Handy ausgestatteter Bond ist aufgeflogen. Und das ist ihm nicht zum ersten Mal passiert: 2015 enthüllte das Wirtschaftsmagazin "Bilanz", dass er in einen Deal unter Spionen verwickelt war. Er hatte einem ehemaligen deutschen Geheimdienstmitarbeiter Bankdaten verkauft und wurde verhaftet (diesmal von der schweizerischen Bundesanwaltschaft). Auch wenn sein Rechtsanwalt Valentin Landmann gemäss Recherchen der NZZ der Meinung ist, dass Daniel M. auf einen Agent provocateur hineinfiel – besonders geschickt hat er sich nicht angestellt.

Der dritte Fehler war, dass sich der NDB nicht mit den Informationen von Daniel M. begnügte. Es wurde wohl zusätzlich ein Spitzel im Geschäftsbereich der Finanzverwaltung von Nordrhein-Westfalen platziert. Insgesamt kostete diese Operation rund 90'000 Euro; Teile davon flossen (in bar) auch unbekannten Personen als "Motivationszahlungen" zu. Brisant ist, dass sich die Schweiz inzwischen für einen automatischen Austausch von Bankdaten entschieden hatte – was bekanntermassen das Ende des Bankgeheimnisses bedeutete. Wozu sollten dann die gesammelten Informationen noch dienen?

Vor diesem Hintergrund müssen die Verantwortlichen beim schweizerischen Geheimdienst dringend ein paar Fragen beantworten. Ihr Vorgehen ist von ebenso zweifelhafter Moral wie die deutschen Datenkäufe.

Es gibt Stimmen, die dem NDB vorwerfen, in erster Linie auf Kosten der Steuerzahler im Interesse der Banken gehandelt zu haben, die in besonderem Masse von versteckten Steuergeldern profitieren. Stimmt das? Ausserdem stellt sich die Frage, ob diese Organisation unsere Daten, auf die sie neuerdings so mühelos Zugriff hat, angemessen schützen kann. Die dilettantische Bespitzelung von Steuerbehörden hat das Vertrauen in unseren Nachrichtendienst nicht unbedingt verstärkt.

Der vierte und grösste Fehler des NDB ist deshalb sein Schweigen zur Affäre. NDB-Chef Markus Seiler sagt nur, dass "ein transparenter Nachrichtendienst tot" sei. Wenn ein Spion geschnappt wurde, ist es für dieses Argument aber zu spät. Jetzt braucht es Erklärungen.

8. Mai 2017
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Sarah Bühler, geboren 1988, studierte Geschichte an der Universität Basel, an der sie bis August 2016 einen Lehrauftrag innehatte. Sie schreibt derzeit ihre Dissertation zum Ende des Römischen Reiches an der Universität Tübingen. Aufgewachsen in Gelterkinden präsidierte sie bis 2015 die lokale Sektion der Grünen Baselland. Sarah Bühler lebt inzwischen in Tübingen und Strassburg. Seither beschränkt sich ihre politische Aktivität auf die Beobachtung der gesellschaftlichen Entwicklung der Schweiz.

sarah.buehler@unibas.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
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"Angst und Bange"

Über so viel Dilettantismus unseres "Geheimdienstes" kann es einem Angst und Bange werden. Was, wenn es wirklich mal darauf ankommt, etwas Grösseres zu verhindern, z. B. ein terroristischer Anschlag oder dergleichen?


Bruno Heuberger, Oberwil


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"Auf dem verbittert umkämpften Schlachtfeld in den Südvogesen waren (...) 30'000 deutsche und französische Soldaten gefallen."

BZ Basel
vom 9. November 2017
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Verbittert das Schlachtfeld zu umkämpfen, ist wenig ratsam.

RückSpiegel


Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Berichterstattung über den "Fall Wessels" auf einen OnlineReports-Kommentar Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.

• Der Binninger Mike Keller ist neuer Präsident des Trinationalen Eurodistricts Basel (TEB) bis Frühjahr 2019 und somit Nachfolger des neuen Basler Stadtentwickers Lukas Ott, der alle politischen Ämter niederlegt.

• Der an der Harvard-Universität arbeitende Forscher Professor Alexander F. Schier wird ab 2018 neuer Leiter des Biozentrums der Universität Basel.

• Das Unternehmerpaar Marc Friedrichsen und Julia Reidemeister übernahm Mitte Oktober die "Boutique Danoise" an der Aeschenvorstadt in Basel im 50. Jahr ihres Bestehens von Thomas und Astrid Bachmann.

Hoffmann-La Roche will bis ins Jahr 2020 den Wasserverbrauch pro Mitarbeitenden um zehn Prozent senken.