Sarah Bühler: "Und übrigens ..."

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Kann Süditalien Vorbild für Europa sein?

"E' triste!" – Es ist traurig! Kaum ein Satz ist derzeit häufiger zu hören im Gespräch mit jungen Italienern, sobald es um die Politik in ihrem Land geht. Der Ausgang der Wahlen ist mir noch nicht bekannt, während ich schreibe. Die Prognosen versprechen aber nichts Gutes, und wenn über die Bildschirme in den Cafés das Gesicht von Berlusconi flimmert, fühlt sich das an wie eine misslungene Zeitreise.

Die Wahl werde im Süden entschieden, da sind sich die Beobachter einig. Dort ist die Lage besonders schwierig, am gravierendsten ist die hohe Arbeitslosigkeit. Die Probleme sind aber bekannt und müssen nicht weiter ausgeführt werden, sie wurden in den europäischen Medien in den vergangenen Wochen fast schon routinemässig thematisiert, wie immer, wenn in Italien Wahlen anstehen. Danach wird es meistens ruhiger, vor allem in Deutschland zieht man vor, nicht zu viel über die Schwierigkeiten der Südeuropäer zu berichten, zu gross ist die Angst vor dem Vorwurf, Angela Merkels Austeritätspolitik sei eben doch ein Mitgrund für die Misere.

Interessant ist aber, dass in Italien im Gespräch mit jenen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren – meiner Generation, die hier auch die "verbrannte" genannt wird – ein Thema besonders oft zur Sprache kommt: Heimat. Angelo Mattei, Historiker aus Palermo, erzählt beispielsweise von seinen Eltern, die immer nur schlecht über die Heimat Sizilien geredet hätten. "Hier ist alles am Ende, nichts funktioniert, alle Politiker sind korrupt" und so weiter. Identifikationsangebote seien höchstens von den Rechtspopulisten gekommen.

Das sei vor allem deshalb problematisch, weil man so den Jungen kommunziert: Hier gibt es für euch keine Zukunft, Wegziehen ist die einzige Option. Und tatsächlich: Wer es sich irgendwie leisten kann, verlässt Süditalien auch heute noch nach der obligatorischen Schulzeit.


"Lädeligeburten statt Lädelisterben
ist in der Altstadt von Catania angesagt."



Die Wenigen, die wie Angelo zurückkehren, wollen das ändern. Und sie möchten dafür auch einen neuen Heimatbegriff finden. Stolz zu sein auf die Herkunft: Darin sehen sie einen Schlüssel für den Wiederaufbau und die Rückkehr ihrer meist gut ausgebildeten Generation. Heimatgefühle gelten hier aber eher als Tabu, ausser es geht um politisch unverfängliche Dinge wie Essen oder Fussball. "Wenn man dir immer erzählt, dass da, wo du herkommst, der schlechteste Ort der Welt ist, glaubst du das und möchtest nur noch fort", gesteht Angelo mit Blick auf seine damalige Entscheidung, im Norden zu studieren.

Dabei, so sind viele der Überzeugung, gäbe es gute Möglichkeiten, ein neues Heimatgefühl zu entwickeln. Eines, das mit den rechtspopulitischen Ideen nichts zu tun hat. "Die haben uns nur blockiert, und blockieren uns immer noch." Gerade auf Sizilien sehen viele Jüngere den Kern ihres Selbstverständnisses in der Vielfalt. Süditalien war schon immer und ist bis heute die Drehangel des Mittelmeers, ein "Tor zu Europa", aber auch umgekehrt eine Brücke nach Afrika. "Wir sind ein Laboratorium für das Zusammenleben verschiedener Gruppen und Religionen – und könnten auch ein Vorbild für den Rest Europas sein."

Sie sind nicht naiv und wissen um die Schwierigkeiten Bescheid. Aber es stimmt eben auch, dass es Dinge gibt, die funktionieren. Gerade junge "Rückkehrer" – oft Akademikerinnen, die nicht dauerhaft auswandern wollten – erzählen von ihren Projekten beispielsweise in der Landwirtschaft. Sie legen Zitronenplantagen an, weil lokale Bioprodukte sehr gefragt sind, und können Helfer einstellen. Oder im Kulturbereich: In Catania habe ich eine junge Unternehmerin getroffen, die ihren eigenen Verlag gegründet hat. Das intellektuelle Milieu sei hier spannender als im reichen Mailand.

Ähnlich im Detailhandel: Dank niedriger Mietpreise und wenig Gentrifizierung eröffnen in der Altstadt von Palermo immer mehr kleine, lokale Geschäfte. "Lädeligeburten" statt "Lädelisterben" mit dem Ziel, eine langfristige Perspektive zu schaffen – in der Heimat. Das ist doch schon mal ein Grund, stolz zu sein. Nicht auf die Herkunft, aber darauf, was dort möglich ist.

5. März 2018
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Sarah Bühler, geboren 1988, studierte Geschichte an der Universität Basel, an der sie bis August 2016 einen Lehrauftrag innehatte. Sie schreibt derzeit ihre Dissertation zum Ende des Römischen Reiches an der Universität Tübingen. Aufgewachsen in Gelterkinden präsidierte sie bis 2015 die lokale Sektion der Grünen Baselland. Sarah Bühler lebt inzwischen in Tübingen und Strassburg. Seither beschränkt sich ihre politische Aktivität auf die Beobachtung der gesellschaftlichen Entwicklung der Schweiz.

sarah.buehler@unibas.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Mafia als einziger dunkler Fleck"

Die Aussichten sind sicher vielversprechend, der einzige dunkle Fleck in dieser Gegend ist die Mafia. So lange die Lädeli klein sind und die BesitzerInnen nicht allzuviel Geld verdienen, haben sie sicher Ruhe. Was in dieser Gegend einfach noch fehlt, ist die Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit. Wenn das noch gut kommt, dann sehe ich das wirklich auch in Ihrem Sinne. Man kann den Rückkehrenden nur Glück wünschen und Durchhaltevermögen.


Peter Isler, Basel


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In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

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"Das zweite politische Vorhaben jenseits der ausgelutschten Parkplatz-Debatte, die als eine Art Kitt fungiert, ..."

Tageswoche online
vom 3. April 2018
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War nicht eher der fungierte Kitt ausgelutscht?

In einem Satz


• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

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• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

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• Der frühere Basler Grossrat und FDP-Nationalrat Urs Schweizer tritt per 15. Mai 2018 nach 15 Jahren als Präsident des ACS beider Basel zurück.

• Nach den Kontrollen an der vergangenen Basler Fasnacht bleiben Pferde von Chaisen und Vorreitern weiterhin erlaubt.

• Die 43-jährige Elisabeth Heer Dietrich wurde mit 82 von 84 Stimmen glanzvoll zur neuen Baselbieter Landschreiberin gewählt.

• Die Revitalisierung der unteren Wiese hat sich aufgrund der vielen Hochwasser um den Jahreswechsel so stark verzögert, dass das Basler Tiefbaumt sie nicht rechtzeitig vor der Fischschonzeit abschliessen konnte und bis Ende Mai pausieren muss.

• Die Rechnung 2017 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 251 Millionen Franken ab und liegt damit 108 Millionen Franken über dem Budget.

Matthias Hubeli, Leiter des Polizeistützpunkts Liestal und stellvertretender Leiter der Sicherheitsabteilung Ost, wird Geschäftsführer des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests 2022 in Pratteln.

• Der von der Wirtschaftskammer Baselland eingereichten Gesetzesinitiative "Für eine faire steuerliche Behandlung der Wohnkosten" (Wohnkosten-Initiative) stellt die Regierung einen Gegenvorschlag gegenüber.

Naomi Reichlin und Florian Sennhauser gehören neu dem Vorstand der FDP-Sektion Liestal an.

Melchior Buchs (FDP) ist neuer Gemeindepräsident von Reinach, indem er mit 2'544 Stimmen die CVP-Kandidatin Béatrix von Sury (CVP) mit 2'452 Stimmen knapp schlug.

• Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2022 findet laut Beschluss des Eidgenössischen Schwingerverbands definitiv in Pratteln statt.

• Die Universität Basel erhält fünf von 39 neuen Förderungsprofessuren, die der Schweizerische Nationalfonds (SNF) dieses Jahr vergeben hat.

• Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von staatsnahen baselstädtischen Betrieben liegt per 1. Januar 2018 bei 40,9 Prozent und übertrifft somit die geforderten 33,3 Prozent deutlich.

• Da SP-Landrat Hannes Schweizer per 31. März als Präsident der Bau- und Planungskommission zurückritt, schlägt die SP-Fraktion als seinen Nachfolger den Frenkendörfer Urs Kaufmann vor.

• Die SP Pratteln-Augst-Giebenach lanciert eine Petition zur Erhaltung des Schalters der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) in Pratteln.

BaselArea.swiss wird ab März im Mandat die Geschäftsführung des Switzerland Innovation Park Basel Area AG übernehmen.

Thomas Kessler, der frühere Basler Stadt- und Kantonsentwickler, wird Leiter eines von den AZ Medien für die "BZ Basel" ins Leben gerufenen Publizistischen Beirats.

• Nach Vandalenakten und einer Einbruchserie fordert die Riehener CVP von den Behörden "endlich die wirksame Umsetzung längst bekannter Forderungen" zur Erhöhung der Sicherheit.