Sarah Bühler: "Und übrigens ..."

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Waschmaschinen gegen Gemüse tauschen

"Wer hat einen Platz für Réno? Dieses Wildschweinchen, mit der Flasche aufgezogen, ist jetzt ein grosses Haustier, das niemand mehr möchte."

Was klingt wie eine ausgefallene Anzeige in der "Tierwelt" ist in Wirklichkeit ein Eintrag auf einer Facebook-Seite, die sich seit einigen Monaten rasender Beliebtheit erfreut: "Sharing is Caring".

Das Konzept von "Sharing is Caring" ist in den meisten Städten das gleiche: Ein paar engagierte Köpfe gründen eine Gruppe auf einer Social Media-Plattform mit dem Ziel, dass dort alle möglichen Dinge getauscht werden – der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Meistens ist es verboten, etwas zu verkaufen und die sogenannte Community und ihre Moderatoren kümmern sich darum, dass nichts Illegales angeboten wird oder Mitglieder aufgrund ihres Sprachniveaus, ihres Namens oder ihrer Beiträge beleidigt werden.

Ursprünglich wohl aus Maastricht kommend umfasst die Gruppe in Städten wie Paris (hier heisst sie: "Wanted Paris") fast 300'000 Mitglieder; aber auch in kleineren Orten versammeln sich – virtuell – bis zu 10'000 Interessierte. Ein paar aktuelle Kostproben aus der Strassburger Version:

Léa hat zwei Gläser frischer korsischer Marmelade, die sie gerne tausche würde gegen Nutella und Mandelaufstrich. Alma gibt ihr (nie benutztes) Fitnessgerät gegen eine Hundematte, Morgane eine teure Gesichtscrème, sie wünscht sich dafür frisches Gemüse. Heather hat ihren Schrank geleert und postet Fotos von den Kleidern, die sie abgeben möchte – gratis.

Linus bietet eine kleine, schöne Stadtwohnung und sehnt sich dafür nach einem grösseren Haus mit Garten in der Agglomeration; Julie sucht ein Kinderbett, verschenkt dafür einen Kühlschrank. Elsa wiederum hat ein mit Star Wars-Motiven bezogenes Schlafsofa, das sie gegen ein Deutsch-Wörterbuch tauschen will. Alle waren erfolgreich.


"Da wird viel getauscht oder verschenkt,
was sonst im Abfall landen würde."



Die "Sharers" sind aber nicht nur an materiellen Dingen interessiert. Kevin beispielsweise studiert Tourismus und sucht – offenbar sehr erfolgreich – nach Leuten, die an seinen Probestadtführungen teilnehmen wollen. Andere haben konkrete Fragen: Wie öffne ich eine Tür, wenn der Schlüssel abgebrochen ist? Wo ist die beste Pilzsammelstelle in der Nähe der Stadt? Ich habe meine Linsen verloren, muss aber arbeiten – wer bringt mir neue?

Die Beispiele liessen sich noch lange fortsetzen. Die Beiträge erscheinen im Fünf-Minuten-Takt und werden in der Regel sofort beantwortet. Trotzdem stellt sich die Frage, was von so einer Plattform zu halten ist. Ganz offensichtlich handelt es sich nämlich um einen virtuellen Ersatz von Begegnungen, die früher eher im "richtigen Leben", in der Familie, im Sportverein oder unter Freunden stattfanden.

Der ganze soziale Aufwand fällt auf Facebook weg: Es reicht völlig aus, auf dem Sofa liegend eine Frage einzutippen und voilà: Innert Sekunden erscheinen die Reaktionen. Das lässt sich kaum wegdiskutieren – ist aber ein längst bekanntes und ausreichend bejammertes Phänomen.

Interessanter scheint mir, auch nach den Vorteilen zu fragen. Da ist zunächst die Tatsache, dass viel getauscht oder verschenkt wird, was sonst im Abfall landen würde. Sofas, Waschmaschinen, Mikrowellen oder Bücherregale erhalten in Studenten-WGs ein zweites Leben. Auffällig ist, dass häufig Dinge gefragt werden, auf die auch Google eine Antwort hätte: Wo isst man die beste Pizza? Gibt es einen Chor, in dem ich singen könnte? Welche Zahnärztin empfehlt ihr? Welche Kinderkrippe?

Auf Facebook sind es immer noch Menschen aus der eigenen Stadt, die Auskunft geben und mit denen man Kontakt aufnehmen kann, im "richtigen Leben", wohlgemerkt. Das führt offenbar dazu, dass immer mehr Menschen grösseres Vertrauen in solche Gemeinschaften haben als in die nach undurchsichtigen Regeln generierten Antworten von Suchmaschinen. Durch die Grösse der Gruppe und ihrem virtuellen Charakter entsteht zwar eine gewisse Anonymität, andererseit wird eindeutig mehr Wissen und Erfahrung versammelt als an einem Familientisch.

Schliesslich werden gerne Sachen ausgeliehen, die beim besten Willen nicht in jedem Keller liegen müssen, auch wenn uns das die Do-It-Yourself-Werbung gerne vorgaukelt. Bohrer, Hochdruckreiniger, Rasenmäher, Laubsauger, Akku-Flachdübel-Fräse. Hin und wieder braucht man diese Geräte aber eben doch, dann kann man sie gegen eine Flasche Wein für ein paar Tage ausleihen. Sind lokal verankerte Online-Foren also das neue Tor zu Austausch, Wissen und nachhaltigem Konsum? Das Wildschwein Réno hat leider noch kein Zuhause gefunden – vielleicht stösst da selbst die grösste Stadt-Community an ihre Grenzen.

9. Oktober 2017
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Sarah Bühler, geboren 1988, studierte Geschichte an der Universität Basel, an der sie bis August 2016 einen Lehrauftrag innehatte. Sie schreibt derzeit ihre Dissertation zum Ende des Römischen Reiches an der Universität Tübingen. Aufgewachsen in Gelterkinden präsidierte sie bis 2015 die lokale Sektion der Grünen Baselland. Sarah Bühler lebt inzwischen in Tübingen und Strassburg. Seither beschränkt sich ihre politische Aktivität auf die Beobachtung der gesellschaftlichen Entwicklung der Schweiz.

sarah.buehler@unibas.ch

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BZ Basel
Kolumne
vom 23. Mai 2018
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Oh, das tut weh. Augenarzt und Mediator daher! Schreibgerangel.

Veranstaltungs-Hinweis

 

OFFENE TORE
zu historischen Wohnbauten
am Sa/So 26./27. Mai
Zahlreiche Gratis-Führungen in sehenswerten Altstadt-Häusern in Basel und in der ganzen Schweiz. Eine Aktion des Vereins DOMUS ANTIQUA HELVETICA aus Anlass des Europäischen Kulturerbejahres 2018.

Genauere Informationen und Online-Anmeldung für Gratis-Tickets über www.domusantiqua.ch/offenetore

RückSpiegel


Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am Samstag, 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier (10 bis 16 Uhr) neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".

• Der frühere Basler Grossrat und FDP-Nationalrat Urs Schweizer tritt per 15. Mai 2018 nach 15 Jahren als Präsident des ACS beider Basel zurück.

• Nach den Kontrollen an der vergangenen Basler Fasnacht bleiben Pferde von Chaisen und Vorreitern weiterhin erlaubt.

• Die 43-jährige Elisabeth Heer Dietrich wurde mit 82 von 84 Stimmen glanzvoll zur neuen Baselbieter Landschreiberin gewählt.

• Die Revitalisierung der unteren Wiese hat sich aufgrund der vielen Hochwasser um den Jahreswechsel so stark verzögert, dass das Basler Tiefbaumt sie nicht rechtzeitig vor der Fischschonzeit abschliessen konnte und bis Ende Mai pausieren muss.

• Die Rechnung 2017 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 251 Millionen Franken ab und liegt damit 108 Millionen Franken über dem Budget.