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"Fehlende Einrichtungen": Kurdisches Dorf im Nordirak

20 Jahre nach Giftgas-Angriff: Halabja-Opfer in Not

Menschenrechtler verlangen in Bern totales Verbot aller Chemiewaffen


Von Ruedi Suter


Vor zwei Jahrzehnten starben in der irakischen Kurdenstadt Halabja Tausende von Menschen durch Giftgasbomben. Ein Erinnerungsanlass in Bern zeigte: Viele Überlebende leiden unter Folgeschäden. Sie hoffen auf Unterstützung - auch aus der Schweiz.


Halabja, der Name der kurdischen Stadt im Nordirak, steht – genauso wie Hiroshima – auch für Horror, Massenmord und anhaltendes Leiden über Jahrzehnte hinweg. Am 16. März 2008 sind es genau 20 Jahre her, seitdem Bomber des irakischen Diktators Saddam Hussein Giftgasangriffe auf die zirka 40'000 Einwohner zählende Kurdenstadt flogen. Das mit europäischer und amerikanischer Hilfe produzierte Senf- und Nervengas tötete Tausende von Frauen, Kindern und Männer. Die Schätzungen liegen zwischen 3'200 und 7'000 Menschen, welche damals qualvoll starben.

Die Giftgas-Bombardements hatte der im Juni 2007 zum Tode verurteilte Cousin von Saddam Hussein, Ali Hassan Al-Majid alias "Chemie-Ali", im Rahmen der Vernichtungsoffensive "Anfal" befohlen. Die Bombardierungen haben bis heute ihren Schrecken nicht verloren. So erklärte diesen Abend Falah Murad Khan Shakarm an einer Podiumsveranstaltung in Bern: "Halabja ist gezeichnet von Arbeitslosigkeit, Armut und Unterentwicklung. Und es fehlen klinische Einrichtungen, um all den Menschen zu helfen, die jetzt noch unter den Folgen Giftgases leiden."

Langzeitfolgen Krebs und Missbildungen

Shakarm muss es wissen, er ist Projektleiter von "Wadi", einer in Irakisch-Kurdistan tätigen Entwicklungsorganisation, die seit Beginn dieses Jahres von den Organisatoren des Podiums, der Gesellschaft für bedrohte Völker und Green Cross Schweiz, unterstützt wird. Die Langzeitfolgen der Giftgasattacken dürften bislang weiteren 10'000 Kurden und Kurdinnen jeden Alters das Leben gekostet haben. Heute noch sehe sich die Ärzteschaft regelmässig mit Folgeschäden wie Krebs, Haut- und Augenkrankheiten, neurologische Störungen, pschychische Erkrankungen, schwerer Atemnot, Unfruchtbarkeit, Totgeburten und Missbildungen bei Neugeborenen konfrontiert, berichtete der Projektleiter.

Seine Organisation, "Wadi", konzentriere sich zurzeit auf vier Selbsthilfe-Projekte: In einem Community-Radio soll für die Überlebenden und ihre Familien ein neues Sendegefäss zur Aufarbeitung der Erinnerungen an die Giftgasangriffe Saddam Husseins geschaffen werden. Unter der Leitung der nordirakischen Psychologin Shlair Kamil Saber berieten zudem vier mobile Teams Frauen in familiären und individuellen Notlagen. Dies geschehe in Zusammenarbeit mit den von "Wadi" unterstützten Frauenzentren und Schutzhäusern in den Städten Suleymaniah, Arbil, Kifri und Halabja.

Spielerische Wissensvermittlung

Um den Kindern Hygiene und andere wichtige Themen auf spielerische Weise näher zu bringen, zirkulierten Ärzte mit mobilen Spielbussen von Dorf zur Dorf. Wichtig seien schliesslich auch die Trainings- und Aufklärungskurse, wo Frauen Wissen über Frauenrechte, Gesundheits- und Kindererziehung und über die Langzeitwirkung von Giftgas auf den Menschen vermittelt erhielten, berichtete der Iraker mit der Bitte an die Schweizer Bevölkerung, bei der Überwindung der psychischen und physischen Wunden in Irakisch-Kurdistan mitzuhelfen.

"Ein weiterer Angriff mit chemischen Kampfstoffen wie in Halabja kann und darf nicht nochmals geschehen", erklärte Stephan Robinson, Leiter des internationalen Abrüstungsprogramms Green Cross, an der Podiumsdiskussion. Er forderte, die von Green Cross in Zusammenarbeit mit dem Generaldirektor der Organisation für das Verbot chemischer Waffen lancierte internationale Kampagne zur Erreichung der Universalität des Chemiewaffenübereinkommens (CWÜ) tatkräftig zu unterstützten.

Massenmörder "Chemie-Ali" vor seiner Hinrichtung

Dieses Übereinkommen sei ein globaler Abrüstungsvertrag. Es verbiete die Entwicklung, Produktion, Lagerung und den Gebrauch von Chemiewaffen. Das CWÜ umfasst heute 183 Mitgliedsstaaten und ist seit 1997 in Kraft. Zwölf Länder sind dem Übereinkommen aber noch nicht beigetreten. "Diese fehlende Universalität des CWÜ ist besorgniserregend", warnte Robinson. Denn mindestens sechs Staaten – Irak, Ägypten, Israel, Libanon, Nordkorea und Syrien – hätten bislang Chemiewaffen eingesetzt – oder stünden im Verdacht, über Lager und das nötige Know-how zur Herstellung zu verfügen.

Die überlebenden Opfer der Giftgasattacken auf Halabja und andere kurdische Gemeinden dürften demnächst das Ende des damaligen "Anfal"-Befehlshabers erfahren: "Chemie-Ali" wurde vom Sondertribunal für die Verbrechen des Saddam-Regimes wegen Völkermords zum Tode verurteilt, was der irakische Präsidialrat Ende Februar in Bagdad bestätigte. Sein ehemaliger Boss und Onkel, Schreckensherrscher Saddam Hussein, ist nach einem umstrittenen Gerichtsverfahren bereits gehängt worden.

12. März 2008

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vom 21. September 2018
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• Die Basler Kantonalbank eröffnet am 27. August direkt vis-à-vis des Badischen Bahnhofs ihre neue Filiale Rosental, was schon am 25. August gefeiert wird.

• Der FCB-Captain und Innenverteidiger Marek Suchy hat sich am 12. August im Spiel gegen den FC Sion einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuss zugezogen und fällt damit für unbestimmte Zeit aus.

• Die Wirtschafts- und Abgabekommission des Grossen Rates unterstützt den "Basler Kompromiss" zur Umsetzung der Steuervorlage 17 und stimmt dem Ratschlag der Regierung mit einer Änderung zu.

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Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

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Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

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• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

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Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

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• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.