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"Vereine haben es selbst in der Hand": Polizeieinsatz vor Basler St. Jakob-Park*

Scharfe Reglementierung im Kampf gegen Sport-Hooligans

Vorbehaltlose Zustimmung der Kantone zu umfassenden Massnahmen gegen Chaoten auf Fussball- und Eishockeyplätzen


Von Peter Knechtli


Die Justiz- und Polizeibehörden der Schweizer Kantone haben genug davon, gegen Sport-Chaoten auf Kosten der Steuerzahler den Kopf hinzuhalten. Ihre Konferenz einigte sich heute Freitag auf einen scharfen Massnahmen-Katalog, der die Eskalation um grosse Sportveranstaltungen deutlich eindämmen soll.


Die Bilder der letzten Jahre sind bekannt: In wiederkehrenden Abständen erzielten die gewaltsamen Auseinandersetzungen um Fussball-, aber auch Eishockeyspiele oft die fetteren Schlagzeilen als die Leistungen, die auf den Sportfeldern geboten wurden. Ganze Polizeiheere, kriegerisch ausgerüstet, mussten dafür sorgen, dass sich die Parallelgesellschaften der Schläger nicht bis aufs Blut bekämpften. Oft auch trugen friedliche Zivilisten und Einrichtungen massive Schäden davon. In schlimmster Erinnerung blieb in Basel der wilde Gewaltausbruch im Anschluss an das Meisterspiel zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich am 13. Mai 2006.

Bis sich die staatlichen Mühlen sichtbar in Bewegung setzten, verging lange Zeit. Die Anstrengungen der inzwischen verstärkten Fan-Arbeit brachten nicht den gewünschten Erfolg, wie wüste Bilder vor dem Basler St. Jakob-Park rund das Spiel zwischen dem FC Basel und der AS Roma vom 17. September dieses Jahres belegten. Doch allmählich zeigten die Kantone – insbesondere jene, die immer wieder Schauplatz gewaltsamer Schauspiele unbelehrbarer Chaoten wurden – Handlungsentschlossenheit. So forderte der Basler Sicherheitsdirektor Hanspter Gass gar nicht zur Freude des Veranstalters, dass der FC Basel im Falle von Polizeieinsätzen stärker in die Kostenpflicht eingebunden werden soll.

Gewalt wird "nicht mehr hingenommen"

Inzwischen zeigen die Sicherheitsbehörden noch mehr Entschlossenheit. An ihrer heutigen Sitzung in Hergiswil äusserte die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) die "Überzeugung, dass die Gewalt im Umfeld der grossen Publikumssportarten nicht mehr länger als gesellschaftliche Tatsache hingenommen werden darf". Vielmehr müsse "die Situation in den Stadien so verbessert werden muss, dass auch Familien mit Kindern wieder Spiele besuchen können, ohne mit einer Gewalt- und Hasskultur konfrontiert zu werden".

Heute seien schweizweit durchschnittlich jedes Wochenende 900 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz, um die Sicherheit rund um die Spiele zu gewährleisten. Diese Situation sei "unhaltbar, weil sie die Grundversorgung in den übrigen Aufgabenbereichen der Polizei in Frage stellt und so hohe Kosten verursacht, dass die öffentliche Hand nicht mehr bereit ist, sie mit Steuergeldern zu finanzieren", wie es in einer Mitteilung der KKJPD heisst.

Reglementierung als unausweichliche Folge

Die heute veröffentlichten Vorschläge ("Policy gegen Gewalt im Sport") werden für Veranstalter, Behörden, aber auch für die Zuschauerinnen und Zuschauer eine Reglementierungs-Lawine zur Folge haben, wie sie die Schweizer Sportgeschichte bisher noch nie kannte. Beispiele:

• Die Stadien sollen ausschliesslich mit Sitzplätzen ausgerüstet werden. Behörden können die notwendige Zahl der privaten Ordnungskräfte des Stadionbetreibers und die Anspielzeiten festlegen, bauliche Massnahmen vorschreiben und Vorschriften zu den Zutrittskontrollen, zum Alkoholverkauf und zur Verwendung von Transparenten, Megaphonen oder Fan-Choreografien erlassen.

• In den Gästesektoren gilt ein generelles Alkoholverbot. In den übrigen Stadionsektoren werden höchstens Leichtbier und Getränke mit höchstens drei Prozent Alkoholgehalt ausgeschenkt. Stark alkoholisierten Personen wird der Zutritt zum Stadion verweigert. Auf den Fantransporten gilt ein Alkoholverbot.

• Kombiticket für die Gästesektoren werden nur noch an Fans verkauft, die mit den organisierten Fantransporten anreisen. Kontakte mit Fan des Heimclubs sollen verhindert werden.

• Die Fans werden vom Sicherheitspersonal ihres eigenen Klubs beim Besteigen der Transportmittel kontrolliert. Alkohol, pyrotechnische und andere Gegenstände, die im Stadion nicht erlaubt sind, werden ihnen abgenommen.

• Ohne Stadionordnung und Sicherheitskonzept, die behördlich genehmigt sind, wird dem Club die Lizenz verweigert.

• Bei Verstössen gegen die Stadionordnung verschärfte Auflagen wie die Schliessung einzelner Stadionsektoren, eine Erhöhung des Sicherheitspersonals oder höhere Abgeltungen des Polizeiaufwands.

• Pflicht zur Identifizierung durch eine Fancard.

• Gastklubs sollen pro hundert Gästefans zwei Sicherheitsbegleiter stellen und der Gastkanton pro Spiel drei polizeiliche Szenekenner ("Spotter"). Sie sollen auch die organisierten Fanreisen begleiten und fehlbare Personen identifizieren.

• Klubs und Polizei setzen deutlich mehr Ressourcen ein, um Personen, die gegen die Stadionordnung verstossen oder ausserhalb der Stadien randalieren, gemeinsam aufgrund von Videoaufnahmen, Fotos oder Zeugenaussagen zu identifizieren.

• Rascher Abschluss von Strafverfahren, Erlass von Stadionverboten, Rayonverboten, Meldeauflagen und Ausreisebeschränkungen nach einheitlichen Kriterien.

Bonus/Malus-System für Polizeikosten

Nach Meinung der Justiz- und Polizeivorstehenden sollen die vorgeschlagenen Massnahmen so angewendet werden, "dass die Güterabwägung bei allen Beteiligten zugunsten der Sicherheit verschoben wird, ohne dass die Existenz der Vereine bedroht wird". Die Veranstalter hätten es nach ausländischem Vorbild "weitgehend selbst in der Hand, den Sicherheitsaufwand mit einem konsequenten Vorgehen gegen Gewalttäter und einer guten Zusammenarbeit mit den Behörden zu senken".

Bei der Übernahme der Polizeikosten will die KKJPD die Überwälzung auf die Klubs künftig danach bemessen, wie der vorgelegte Massnahmenkatalog gegen Gewalt im Sport umgesetzt wird. Auch Bundesrat Ueli Maurer habe sich "positiv" zu den Vorschlägen geäussert.

* vor dem Spiel des FC Basel gegen die AS Roma am 17. September 2009

13. November 2009

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"Die Sprecherin der Swiss Indoors antwortete nicht auf die Anfrage dieser Zeitung."

BZ Basel
vom 27. November 2017
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Auf unsere Medienanfrage zu einem Gerichtsfall hat die Sprecherin auch nicht geantwortet. Die Swiss Indoors-Schweigerin.

"Und übrigens ..."

Weihnachts-Geschichte aus Israel
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Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

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