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"Welt soll ein Stück besser werden": SVP-Regierungsrats-Kandidat de Courten*

Thomas de Courten: Fadengerade, unbeugsam, stramm rechts

Der Baselbieter SVP-Nationalrat nimmt einen zweiten Anlauf zum Sprung in die Kantonsregierung


Von Peter Knechtli


Der Druck muss gross sein: Auf ihm ruhen die Hoffnungen all jener im Baselbiet, die auf eine Fortführung der bürgerlichen Regierung unter Ausschluss der SP in den nächsten vier Jahren hoffen. Thomas de Courten, vor sieben Jahren in den Nationalrat gewählt, soll aber nicht nur die bürgerliche Dominanz sichern, sondern der SVP zum ersten Mal in der Geschichte des Kantons ein zweites Mandat in der fünfköpfigen Exekutive bescheren – auf Kosten des Freisinns.



Sein Drang, im Baselbiet zu regieren, ist nicht neu. Schon vor zwölf Jahren hatte de Courten Regierungs-Ambitionen – allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Für die Wahlen vom 31. März 2019 ist er – zusammen mit dem amtierenden Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor Thomas Weber – von seiner Partei offiziell nominiert. Ohne jeden Vorbehalt: mit 126 zu 0 Stimmen bei einer Enthaltung.


Es war am 26. September 2006 im Saal des "Wilden Mannes" in Frenkendorf, wo er sich den "Mannen und Frauen", wie er sie familiär ansprach, gegen Jörg Krähenbühl zur Auswahl stellte. Krähenbühl obsiegte im dritten Wahlgang mit 131 Stimmen, aber sein um 20 Jahre jüngerer Rünenberger Kontrahent erreichte beachtliche 103 Stimmen.



Wie ein Hauptmann bei der Befehlsausgabe mit ernster, fast sorgenvoller Miene trat er ans Mikrofon. Während seiner Vorstellung huschte kein Lächeln über sein Gesicht, sein Auftritt ertrug nicht die geringste selbstironische Bemerkung, die den Ausdruck seiner Entschlossenheit gestört hätte.


"Die SVP ist die einzige Partei, die
eine konsequent bürgerliche Politik macht."



"I
ch" – wobei er das "i" stark dehnte – "bin der  SVP beigetreten, weil sie für mich die einzige – noch – die einzige Partei ist, die eine konsequent bürgerliche Politik macht", las er vom wohlvorbereiteten Manuskript. "Wir kämpfen zusammen für die Unabhängigkeit der Schweiz und für die Selbstständigkeit des Baselbiets." Für die Werte der Partei – etwa "gegen soziale Hängemattenpolitik" – wolle er sich künftig auch als Regierungsrat einsetzen, "als Ihr Regierungsrat, als Regierung der Baselbieter SVP".



De Courten hob dabei zwei Männer hervor, die ihm als Geschichtsinteressiertem "grossen Eindruck" machten: Hans Fischer, der 1939 gewählte und im Amt verstorbene erste SVP-Regierungsrat (damals "Baselbieter Bauernpartei", BBP), und der Liestaler Walter Zeller (1880-1965), genannt "Landvogt", der langjährige Baselbieter Polizeichef und Begründer des Schweizerischen Fahndungsregisters.



Von Zeller ist bekannt, dass er der Automobilgesellschaft Liestal-Reigoldswil und späteren "Autobus AG Liestal" während geschlagenen 38 Jahren als Präsident jenen Verwaltungsrat führte, dem de Courten heute als Vizepräsident angehört. Von Fischer ist überliefert, dass er sich "parteipolitisch als Vermittler" hervorgetan hatte.


Ob Thomas de Courten diese Qualität als Regierungsrat ausspielen könnte, ist vor seinem zweiten Versuch zum Sprung in die Regierung die grosse Frage. Als es am 18. Oktober in Zwingen darum ging, die CVP von seiner Kandidatur zu überzeugen, blieb sich de Courten treu: Ohne jede Form der Anbiederung präsentierte er sich der christdemokratischen Basis.



"Ich bin zuversichtlich", sagte er Tage vor der Anhörung noch optimistisch zu OnlineReports. Am Schluss versagten ihm die Parteichristen – angereichert mit de Courten-Sympathisanten, die nicht der CVP angehören – mit 83 Nein zu 55 Ja die Unterstützung. Dabei hatte er auf den im rechten Parteiflügel politisierenden CVP-Finanzdirektor Anton Lauber zählen können: Entgegen seiner Partei unterstützt Lauber beide SVP-Kandidaturen. Und anders als seine Partei wehrte sich Lauber zusammen mit de Courten gegen eine Fusion der beiden Basel.


"Ich muss im bürgerlichen Lager
noch mehr Stimmen für mich mobilisieren."





Der CVP-Entscheid, sagt de Courten hinterher, sei "ja nicht ganz überraschend" gekommen. Er habe sein Bestes gegeben, "um der CVP Baselland Argumente für eine geschlossene Unterstützung des bürgerlichen Tickets zu liefern". Immerhin wisse er ein gutes Drittel der CVP hinter sich, was ihn herausfordere, "im bürgerlichen Lager noch mehr Stimmen für mich zu mobilisieren".

Auf die Frage, ob er – wie andere Exponenten seiner Partei – die CVP als "unzuverlässigen Partner" betrachte, bleibt de Courten sibyllinisch: Jede Partei müsse "ihr Profil selbst definieren und gegen andere abgrenzen". Das habe die CVP im Hinblick  auf die kommenden Wahlen getan, indem sie sich "vom bürgerlichen Regierungs-Ticket abgegrenzt". Und dann setzt er zu einer leichten Spitze an: "Wir nehmen's zur Kenntnis – und werden uns zu gegebener Zeit daran erinnern."

Auf die Frage allerdings, ob er CVP-Nationalrätin und Handelskammer-Präsidentin Elisabeth Schneider-Schneiter – jene Frau, die ihn als Regierungsrat ablehnt – die Stimme gäbe, falls sie es auf's Ticket schaffte, greift de Courten tief ins diplomatische Vokabular: Er könne "versichern, dass ich jede Bundesrats-Kandidatur aus dem Baselbiet, sofern sie einigermassen vertretbar und aussichtsreich ist, voll unterstütze".



Doch dann folgt die Präzisierung: "Im konkreten Fall von Kollegin Schneider-Schneiter mache ich das genauso enthusiastisch, wie sie meine Kandidatur unterstützt hat bzw. unterstützen würde." Ausgedeutscht: Die gegenseitige Begeisterung hält sich in engsten Grenzen. "Ich grüsse sie freundlich." Das war's dann.

Thomas de Courten, von CVP-Präsidentin Brigitte Müller-Kaderli wahlweise als "Parteisoldat" oder "Hardliner" bezeichnet, bleibt sich und seiner Partei treu. Den "Parteisoldaten" nimmt er "als Statement" hin, räumt aber ein: "Ich hätte früher aktiver auf die Präsidentin zugehen müssen. Sie gab Meinungen ab, ohne mich zu kennen." Dabei sei er als Katholik, der in seiner "gesunden fröhlichen Jugend" immer ins Pfarreilager ging, "schwärzer als die CVP".


"Ich habe keine Hemmungen, mich
in den Wind zu stellen."





N
ie verböge er sich, um persönliche Vorteile oder  Sympathie zu schinden. Er orientiert sich, wie damals schon im "Wilden Mann", immer nur fadengerade am Ziel. Den Weg dorthin beschreibt er aber als "nicht nur fadengerade, vielmehr braucht es Beharrlichkeit und Ausdauer". Der Rünenberger marschiert berechenbar rechts und ohne jedes Risiko eines politischen Ausfallschritts.



Dieser unbeirrbare, ja sture Fokus auf das "Ziel" lässt Thomas de Courten als harten Hund erscheinen, mit dem nicht gut Kirschen essen ist. Im politischen Diskurs besticht er tatsächlich nicht durch Bereitschaft zu Angleichung und Übereinkunft, sondern durch kompromisslosen, fast zwanghaften Positionsbezug eines Zeitgenossen, der die Errungenschaften des Landes dauernd in Gefahr sieht.



Er sieht sich ganz anders: "Ich stecke nicht in einem Korsett, sondern will vorwärts kommen. Ich investiere, um etwas retour zu bekommen. Nutzloses, träges Dahintreiben ist nicht mein Ding." Ob es um die bilateralen Verträge oder die Personenfreizügigkeit geht: "Ich habe keine Hemmungen, mich in den Wind zu stellen und meine Position zu vertreten."



Die Frage, ob er ein Leadertyp sei, beantwortet er so: "Ich rutsche immer hinein. Im Team übernehme ich gern eine Aufgabe. Und wenn es ans Aufräumen und die Stühle hochstellen geht, bin ich bis am Schluss dabei."



Wir sitzen an diesem prächtigen Herbsttag auf der Sissacherfluh, die einen betörenden Blick auf die Heimat des Regierungsbewerbers freigibt. Und plötzlich zeigt sich Thomas de Courten in einer wenig bekannten Offenheit, in der er selbstkritisch Fehler einräumt und Persönliches preisgibt, ohne je gegen Dritte persönlich zu werden.



Wie damals im Militär, als sich Oberleutnant de Courten beim Schulkommandanten über eine "hundsmiserable Qualifikation" durch einen Instruktionsoffizier beschwerte, der an einer Weiterbildung "Planspiele statt Personal- und Führungsschulung" betrieben habe. Als der Schulkommandant den Instr Of schützte, war es aus: "Ich erreichte mein Ziel nicht, eine grössere Einheit zu führen. Von da an war ich draussen. Das war ein Fehler."



Eine Geschichte, die sein Leben schrieb, ist die Trennung von seiner Frau vor sieben Jahren und sein Bemühen, "permanent faire Lösungen im Scheidungsverfahren zu suchen", wie der Vater dreier Kinder im Alter von 13, 19 und 22 Jahren sagt.

Mit seiner neuen Partnerin aus Visp führt Thomas de Courten seit einiger Zeit eine Fernbeziehung. Er hatte sie an einer Jagdausbildung kennengelernt und damit einen neuen Bezug zu seinen Walliser Wurzeln mit Bürgerorten Siders und Geschinen gefunden, wo er, nebst einem Rustico oberhalb von Faido, einen alten Gaden besitzt.



Sein Grossvater väterlicherseits hatte sich als Spross einer Reisläufer-Familie, von der im 18. Jahrhundert 13 Söhne das Infanterie-"Regiment de Courten" kommandierten, in Basel niedergelassen.  Bis ins 14. Jahrhundert zurück reichen die Wurzeln der Familiengeschichte, "die ich weiter trage", und der Würdenträger unterschiedlichster Qualität angehörten: "vom Kriegsverbrecher bis zum Bischof".




"Auf dem Hochsitz kann ich nächtelang
auf eine Wildsau warten."



N
och heute ziehen ihn Bergtouren und die Jagd häufig in den Rhone-Kanton. Aber auch in Rünenberg kann er nach eigenem Bekunden "nächtelang" auf dem Hochsitz ausharren und sich dabei ("ein meditatives Erlebnis") auch an einem "Käuzchen auf dem Ast nebenan" freuen. De Courten bezeichnet sich als "guten Schützen", schon zwei Wildschweine hat er dieses Jahr geschossen. Da blitzt so etwas wie ökologisches Bewusstsein auf: "Es gibt kein nachhaltiger produziertes Bio-Fleisch als eine Wildsau oder ein Reh."



Grün an Thomas de Courten ist aber bestenfalls die Farbe der Hochsitze, die er eigenhändig und mit der Lust, anzupacken, zimmert. Ansonsten zählen Ökologie und ihre parlamentarischen Vertreter zur politischen Zielscheibe des Gebirgsfüsiliers. Die jungen Baselbieter Partei-Häuptlinge Adil Koller (SP) und Bálint Csontos (Grüne) aus dem gegnerischen politischen Revier empfindet er als "belebende Elemente, die ihre Ideale vertreten". Er freue sich darüber, "dass sich Junge engagieren, auch bei der Jungen SVP". Resultate zu erzeugen sei jedoch "viel schwieriger".



Das musste der eidgenössisch diplomierte Betriebsökonom während seiner Zeit von 2012 bis 2015 als Baselbieter Wirtschaftsförderer freilich auch erfahren. Kritiker sagen, er habe in dieser Funktion keine Spuren hinterlassen. Politiker aus der landrätlichen Gesundheitskommission, die ihm näher stehen, attestieren ihm dagegen, dass ihm aufreibende Schnittstellen "so viel Arbeit auf den Tisch spedierten, dass die Zeit für tatsächliche Wirtschaftsförderung  durch Klinkenputzen an einem kleinen Ort blieb".

Im Nationalrat, sagt ein Mitglied aus der Region, sei er zwar ein "Chrampfer", aber "kein bedeutungsvoller Redner" ("fällt nicht auf durch pointierte Rhetorik") und innerhalb der SVP "kein Mitglied der Führungscrew". In der damaligen Debatte um die Masseneinwanderungs-Initiative sei er, obschon Wirtschaftsförderer, nicht dem wirtschaftsliberalen Nein-Kredo der Life Sciences-Region Basel gefolgt. Statt dessen habe er sich "sehr parteitreu eingereiht". Als Fraktionssprecher mache er "einen soliden Job innerhalb seiner engen parteipolitischen Bandbreite".



Eine Stimme der Mitte nimmt derzeit angetan davon Kenntnis, dass de Courten die "Steuervorlage 17" befürwortet – im Gegensatz zu seiner Partei. Diese Quelle weist darauf hin, wie schwierig es in einer derart grossen Fraktion sei, "in eine pole position zu gelangen".  Der Regierungskandidat stecke in der straff geführten SVP-Fraktion "in einem Korsett, das ihm keine Entfaltung zulässt".



Jetzt ist für den 52-Jährigen offensichtlich die Zeit gekommen, eine neue Ära seines Erwerbslebens zu planen. Als Vizepräsident der Raiffeisen Liestal-Oberbaselbiet betont er die Zusammenführung von Gruppen-Teilen ohne Entlassungen. Beim Energieversorger "Elektra Baselland" (EBL) steht auch im Verwaltungsrat eine Erneuerung an. Präsident Erich Geiser wird im Juni 2020 altershalber zurücktreten.


"Es kann nicht sein, dass Steuerrekurs-
Dossiers zwei bis drei Jahre liegen bleiben."



A
us dem Umfeld des Strategie-Gremiums ist zu erfahren, dass de Courten eine Auge auf's EBL-Präsidium hält. Dieser relativiert: "Ich habe mir nicht zum Ziel gesetzt, Präsident zu werden. Vielmehr will ich meinen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leisten."



Er ist nicht der Mann der ersten Wahl. Grund: Seine energiepolitischen und atomfreundlichen Positionen, die er auch im Nationalrat vertrete, seien nur schwer zu vereinbaren mit der Pionierrolle der Nachhaltigkeit, die die EBL mit dem Fokus auf Sonnen- und Windstrom seit vielen Jahren hartnäckig vorantreibt, heisst es aus dem Umfeld des Energieversorgers.

Gegenüber OnlineReports lässt er die Qualifikation als Nuklear-Freund nicht gelten: "Ich war nie der AKW-Befürworter, sondern Verfechter davon, Wohlstand auf der Basis einer funktionierenden Wirtschaft zu gewährleisten." Ohne gesicherte Stromversorgung sei auch "keine soziale Gesellschaft möglich". Die vom Volk beschlossene Energiewende habe "die Bedürfnisse der Wirtschaft zu wenig abgebildet".

Die Politik der EBL, die genau die Energiewende perfekt vorführt, "trage ich selbstverständlich mit", sagt der Kandidat und betont seine Loyalität: "Ich stehe hinter jedem Entscheid der EBL, auch wenn ich in der Entscheidfindung eine andere Position hatte." Vom Projekt eines eMobility-Hubs in Pratteln ist er ebenso "begeistert" wie damals von der Schwebebahn in der "Grün 80". So sagt er: "Wohlstand ist dort, wo Mobilität und Bewegung ist."

Was de Courten nach aussen als harte Fassade offenbart, hat innen einen weichen Kern: "Ja, ich habe eine soziale Haltung", beteuert der Patronats-Präsident der "Stiftung Baumgarten" in Wenslingen und schaut ernst drein. "Ich habe zudem eine Hochachtung vor allen Patrons, die auch schwächere Mitarbeiter mitziehen."



Und doch hat er Mühe mit den Linken – jenen Kräften, die sich als die Repräsentanten einer nach seiner Meinung aufgeblähten Verwaltung verstehen. Der "Kanton" müsse "einfacher, schneller und effizienter" werden. Es könne nicht sein, dass Steuerrekurs-Dossiers "zwei bis drei Jahre liegen bleiben" oder 13 Mitarbeiter zu einem Augenschein für einen Veloweg aufgeboten würden. Die Verwaltung, der es nach seiner Meinung "an Zielen und Strategien fehlt", möchte de Courten als Regierungsrat "fit trimmen" und in ihr "eine Aufbruchstimmung erzeugen".



Doch warum nur, fragt man sich immer wieder, schaut er so bekümmert in die Welt, die er "ein Stück besser der nächsten Generation übergeben möchte". Das wirke nur so, er könne bei Blues-Rock oder klassischer Musik auch entspannen – wie damals am Jazzfestival in Montreux, als er hinter der Bühne Gelegenheit hatte, mit B.B. King ein Bier zu trinken.

Gelingt ihm entgegen einer Mehrheit der mir bekannten Prognosen der Sprung in die Regierung? Verdrängt er gar seinen amtierenden Parteikollegen Thomas Weber, der vor dieser Überraschung zittert? Wie auch immer, sagt sich Thomas de Courten: "Man muss immer einen Plan B haben. Das Leben geht weiter – egal, was passiert."


* auf der Sissacherfluh

13. November 2018

Weiterführende Links:


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"Gewaltiges Zerstörungspotenzial der Linksparteien"

Vor vier Jahren war die FDP Baselland offiziell gegen einen SVP-Hardliner und unterstützte den moderaten Thomas Weber. Nun unterstütze ich das Bürgerliche Team Baselland mit Thomas de Courten, weil wir nur so das Überschwappen der roten Gefahr aus dem Stadtkanton bannen können. Das Zerstörungspotenzial der Linksparteien in unserem Kanton ist gewaltig: Abschuss von ELBA, tiefrote Jahresrechnungen, Krankenkassenprämien-Hölle, schrumpfende Wirtschaft und boomende Sozialindustrie!


Raffaello Masciadri, Münchenstein



"So entstehen Angst, Unruhe und schlechte Stimmung"

So so, die Verwaltung will de Courten "fit trimmen" und "eine Aufbruchstimmung erzeugen", was sich schon als Drohung anhört. Wie viele bürgerliche Regierungsräte sind gekommen und wieder gegangen, die das auch in die Welt posaunten und auf ihre Fahnen schrieben. Und was ist passiert? Angst, Unruhe, schlechte Stimmung und eine grosse Unsicherheit bei den Mitarbeitern in den Verwaltungen war das traurige Ergebnis. Und wenn er das nun mit seinem militärischen Charakter durchziehen will, ist ein Chaos wieder mal programmiert. Auf solche "Übungen" können die Baselbieter getrost verzichten.


Bruno Heuberger, Oberwil



"Dr Kennedy vom Rünebärg"

Danke für die umfassende Ausleuchtung der "Historie de Courten". Beeindruckend daran: Je weiter die Rückblende in diese "Reisläufer-Dynastie", desto plastischer und verständlicher das Psychogramm des Möchte-Gern-Regierungsrates Thomas de Courten. Wohl kaum geeignet für die Lösung der vielen Zukunftsaufgaben an der Spitze unseres so durchmischten Kantons. Für die Qualifikation einer derartigen Führungsposition hat sich bei mir eine Negativliste herauskristallisiert:

- Enormer Geltungsdrang, gepaart mit ausgeprägter Ich-Bezogenheit ("dr Kennedy vom Rünebärg")
- Fehlender Kooperationswille mit politisch Andersdenkenden = keine Bereitschaft zu Kompromissen. Gleich wie sein Bekenntnis zu diskussionsloser Abschottung und Isolation.
- Zu grosse Interessensverflchtungen mit einflussreichen Playern der Wirtschaft und dem Gesundheitswesen.
- Militärisch geprägte Denk- und Handlungsweisen (Scharfschützen machen mir in jeder Beziehung heute noch Angst).
- Knallharter Oekonome - ich ahne, wer seine Professoren waren - der unter dem Deckmäntelchen des "Wohlerghens einer Bevölkerung" schlicht wirtschaftliche Grossmachtgelüste verherrlicht. Dazu gehört bezeichnenderweise sein Zitat: "Ich investierte, um etwas zurück zu bekommen." Typisch Oekonome.
- Befürworter einer ungehemmten Wachstumspolitik und daher auch doppelstöckigen Autobahnen.
- Seine ablehnende Haltung gegenüber ökologischen Fragen beweist fehlendes Verständnis für übergreifende Sachverhalte, ausser wenn die Oekonomie stimmt.


Ueli Pfister, Gelterkinden


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