© Foto by YouTube
"Sie sind ein Hooligan": Polizeieinsatz gegen FCB-Randalierer

16 Monate Freiheitsstrafe bedingt für FCB-Hooligan

Polizeiauto vor "Joggeli" zertrümmert / Baselbieter Strafgericht ging über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus


Von Peter Knechtli


Das Baselbieter Strafgericht verurteilte heute Montagnachmittag in Muttenz einen 20-jährigen FCB-Hooligan wegen Sachbeschädigung und Landfriedensbruch zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten. Der Mann hatte letztes Jahr nach einem FCB-Fussball-Match in Basel mitgeholfen, ein Polizeifahrzeug zu zertrümmern.


Das dreiköpfige Strafgericht unter dem Vorsitz von Vizepräsidentin Monika Roth sprach die Freiheitsstrafe mit einer maximalen Bewährungsfrist von vier Jahren aus. Ausserdem muss der Angeklagte Verfahrenskosten und Gebühren von über 10'000 Franken zahlen. Aufkommen muss er auf dem Zivilweg auch für den Schaden am Polizei-"Skoda", der laut Gericht "weit über 10'000 Franken liegt". Die Strafanzeige des Kantons Baselland nannte einen Schaden von 80'000 Franken.

DNA-Spuren führten zu Steinwerfer

Die Gewalttaten ereigneten sich nach dem Fussball-Spiel FC Basel gegen den FC Zürich vom 10. April 2016. Der vermummte Angeklagte befand sich in einem etwa 60 Mann starken Mob, der auf dem Aussenparkplatz der St. Jakobshalle zielgerichtet auf das parkierte mit "Polizei" beschriftete Fahrzeug losrannte und es mit einem massiven Kantholz, Steinwürfen und einem Pyro zu Schrott machte. Der Angeklagte konnte dank DNA-Spuren am Stein als einziger identifiziert werden.

Vor Gericht erklärte der Beschuldigte, er habe mit der aggressiven Gruppe "nicht zu tun" gehabt. Vielmehr sei sein Steinwurf eine "emotionale Aktion" als Reaktion auf einen vorgängigen Gummischrot-Einsatz der Polizei gewesen, bei dem ein Mann das Augenlicht verloren habe. Dass er mithalf, am Polizei-Auto einen Schaden anzurichten, sei ihm "in diesem Moment egal gewesen". Vom Angriff auf einen Polizisten, der bei den Ausschreitungen vom Mob niedergeschlagen wurde, distanziere er sich.

Vorbestraft mit Stadionverbot

Vor Gericht räumte der Täter ein, "einen Fehler" begangen zu haben. Er betonte auch, jetzt eine Lehre im Sozialbereich zu machen. Vor der Tat habe er in Südamerika einen Naturschutz-Einsatz geleistet.

Das Gericht mochte ihm aber wenig Glauben schenken, jetzt die Tat aufrichtig zu bereuen. Denn der Wiederholungstäter hatte zusammen mit einer Gruppe schon 2014 in Muttenz unaggressiven FCZ-Fans Fan-Artikel geraubt, weswegen er rechtskräftig verurteilt wurde. Ebenso erhielt er schon ein Jahr Stadionverbot. Bei einer Hausdurchsuchung wurden Sturmhauben und Kapuzen mit Gesichtsnetz gefunden.

Als Erste Staatsanwältin hielt Angela Weirich dem Steinwerfer vor, er habe sich auf dem Parkplatz bewusst entschieden, beim Mob zu bleiben, statt sich zu entfernen. Sie kritisierte auch seine "Geringschätzung und Gleichgültigkeit gegenüber fremden Rechtsgütern". Im Vorverfahren habe er sich "nicht im Geringsten kooperativ gezeigt". Die Anklägerin forderte eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten, bedingt auf drei Jahre.

Verteidigerin Andrea Schiller beantragte eine angemessene Bestrafung in Form einer bedingten Geldstrafe von etwa 180 Tagen. Sie bezweifelte auch den von der Staatsanwaltschaft ins Feld geführten unbelegten Schaden von 92’000 Franken am Polizei-Fahrzeug, das im übrigen "nicht zerstört" worden sei. Das Verschulden ihres Mandanten sei "nicht sehr leicht, aber nicht im hohen Bereich".

"Das ist Ihre letzte Chance"

Das aus drei Frauen bestehende Gericht liess sich von der Verteidigerin aber nicht überzeugen – im Gegenteil: Es ging in seinem Strafmass um zwei Monate über den Antrag der Staatsanwältin hinaus. "Auch wenn Sie dies nicht gern hören: Sie sind ein Hooligan", schrieb die Vorsitzende Monika Roth dem jungen Gewalttäter ins Stammbuch.

Sie erinnerte den Täter auch daran, dass die Kosten von Ausschreitungen, wie sie an jenem Tag stattfanden, von den Steuerzahlern bezahlt werden müssen. "Vermummt, anonym und in der Meute" habe er "besonders rücksichtslos" versucht, "der Polizei den Ton durchzugeben" und ihr eine Mitschuld an seiner Aggression anzulasten.

Dass er "immer noch unbelehrbar" sei, zeige sich darin, dass er sieben Monate nach Ablauf der Bewährungsfrist der Vorstrafe im FCB-Umfeld schon wieder deliktisch tätig geworden sei. "Sie bekamen einen harten Warnschuss", so die Richterin zum Verurteilten, "aber das ist Ihre letzte Chance. Wenn Sie nochmals etwas Ähnliches begehen, müssen Sie die Strafe absitzen.

14. August 2017

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Nun will auch dieses den Exitus schaffen."

BZ Basel
vom 1. Juni 2018
über den Wegzug des
Naturhistorischen Museums
in Basel
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Hoffen wir, dass beim Exodus die letale Dosis ausbleibt.

RückSpiegel


Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".