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"Von vielen Faktoren bestimmt": Abtretender Basler Regierungspräsident Morin

Kritik an den "Partikular-Interessen" der Fachdepartemente

Der abtretende Basler Regierungspräsident Guy Morin über sich, Thomas Kessler und seine Regierungs-Kollegen


Von Peter Knechtli


Die neue Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann wollte nicht mit Stadtentwickler Thomas Kessler weiter arbeiten. Diesen Schluss lassen Aussagen ihres Vorgängers Guy Morin zu. Im OnlineReports-Interview äussert er sich zum Ende seiner Regierungstätigkeit ausserdem über seine Rolle und die Partikular-Interessen der sechs Fachdepartemente.


OnlineReports: Herr Morin, in wenigen Tagen treten Sie als Regierungspräsident zurück. Um wie viel steht es heute um Basel besser als vor acht Jahren, als Sie Ihr Amt antraten?

Guy Morin: Einerseits ist die Verschuldung des Kantons geringer. Wir haben rund zwei Milliarden Franken Schulden abgebaut, obwohl wir die Pensionskasse zweimal saniert und die Steuern für natürliche Personen reduziert haben. Anderseits hat sich die Lebensqualität für die Bevölkerung verbessert. Das zeigt sich in den Befragungen. Wir haben vieles in die Wohnlichkeit in den Quartieren, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, für die Lebendigkeit und Qualität der öffentlichen Plätze und den Anlagen am Rheinufer und für die Sicherheit der Bevölkerung investiert.

OnlineReports: Welches war Ihr Anteil daran?

Morin: Ermöglicht wurden diese Fortschritte auch durch den Erfolg unserer Unternehmen trotz starkem Franken, Bankenkrise und Konjunkturschwäche. Als Regierungspräsident war es meine Aufgabe, die Tätigkeit des Kollegiums zu planen und zu koordinieren. Im Rahmen der Schwerpunkt-Bildung der Regierung habe ich eine wichtige Rolle gespielt ...

OnlineReports: ... und als Kulturminister?

Morin: Da habe ich dazu beigetragen, dass viel in die Kultur investiert wurde und noch investiert wird. Als Beispiele nenne ich den Neubau des Kunstmuseums, den Umbau des Casinos, den Umbau der Kaserne, den geplanten Neubau des Naturhistorischen Museums und des Staatsarchivs sowie die Renovation des Berri-Baus, in den das Antikenmuseum einziehen soll. Auch die Wohnraum-Förderpolitik lag in meiner Verantwortung.


"Der Kanton kann die Gentrifizierung
nicht beeinflussen."



OnlineReports:
Nicht wenige Kritiker sprechen von einer Gentrifizierung, einer Verdrängung einkommensschwacher Mieter aus günstigem Wohnraum.

Morin: Die Gentrifizierung folgt einer allgemeinen Entwicklung des Wohnungs- und Bodenmarktes, den der Kanton nicht beeinflussen kann. Aber er kann gemeinnützigen Wohnungsbau unterstützen. Und da haben wir in den letzten acht Jahren sehr viel geleistet. Etwa tausend Wohnungen werden in den nächsten Jahren bezugsbereit.

OnlineReports: Sie wurden medial oft kritisiert, aber vom Volk immer gut gewählt. Inwiefern hat Ihre Funktion die Arbeit in der Basler Kantonsregierung positiv beeinflusst?

Morin: Die verfassungsmässig verankerte Schaffung eines ständigen Regierungspräsidiums ist eine gute Sache, weil sie dem Kanton hilft, den zersplitternden Kräften entgegen zu wirken. In den schweizerschen Kollegial-Regierungen gibt es diese Kräfte, indem sich jedes Fachdepartement profilieren will. Das Gemeinsame des Kantons und der Verwaltung zu bündeln, ist die Aufgabe des Regierungspräsidenten und des Präsidialdepartements.

OnlineReports: Gleichzeitig sind Sie ja auch gewissermassen der Aussenminister.

Morin: Basel-Stadt liegt mitten in einem grenzüberschreitenden Wirtschaftsraum. Hier hilft der Regierungspräsident, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu fokussieren, indem er eine klare Ansprechperson für die politischen Partner im Elsass, in Südbaden und der Nordwestschweiz ist. Die Rolle des Stadtpräsidenten betont zudem die kommunale Seite von Regierung und Verwaltung; Er soll eine klare Identifikationsfigur für die städtische Bevölkerung sein.

OnlineReports: Waren Sie das?

Morin: Ich wurde, wie Sie bereits festgestellt haben, immer gut gewählt. Das ist ein klares Zeichen. Beim Einläuten der Herbstmesse, bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes und der Mustermesse, aber auch bei allen Besuchen der Hundertjährigen und der Hochzeitsjubilare war ich nahe an der Bevölkerung.


"Im Kollegium wird nicht immer
entlang der Parteilinie abgestimmt."



OnlineReports:
Sie hatten relativ komfortable Bedingungen: Immer drei Sozialdemokraten, die mit Ihnen die Mehrheit bildeten und Sie unterstützten.

Morin: Diese Frage geht von der Vorstellung aus, dass man im Kollegium immer entlang der Parteilinie entscheidet, was nicht zutrifft. Die Parteizugehörigkeit spielt in einem Regierungskollegium eine relativ untergeordnete Rolle ...

OnlineReports: ... warum dann jeweils die heftigen Wahlkämpfe um Mehrheiten?

Morin: Es braucht die Wahlkämpfe. Aber wenn man in der Regierung ist, geht es um Konsens und um mehrheitsfähige Lösungen.

OnlineReports: Wie häufig gab es Fälle, in denen Sie durch die drei SP-Regierungsmitglieder nicht unterstützt wurden?

Morin: Dass ich den Stichentscheid geben musste, kam auch vor. Meist dann, wenn ich mich in der ersten Abstimmung enthalten habe. Es gab alle möglichen Mehrheits-Konstellationen, aber auch Fälle, in denen eine links-grüne Mehrheit entschieden hat. Der bekannteste Fall ist das Wahlrecht für Ausländerinnen und Ausländer. Wichtig war mir immer der geschlossene Auftritt der Regierung. Dies ist uns gelungen.

OnlineReports: Fühlten Sie sich in den letzten acht Jahren vom SP-Trio getragen?

Morin: (überlegt lange) Es ist schon aussergewöhnlich, dass der Regierungspräsident nicht von der stärksten Partei gestellt wird. Das ist ein Handicap. Jeder Regierungsrat ist darauf angewiesen, dass er eine Mehrheit erzielen kann. Die Schwierigkeit des Regierungspräsidenten ist, dass er sechs Kollegen hat, die alle ihre Partikular-Interessen ihrer Fachdepartemente wahrnehmen.

OnlineReports: In welchen wichtigen Fällen verhalfen Sie der bürgerlichen Regierungs-Minderheit zum Erfolg?

Morin: Das darf ich nicht beantworten. Das Abstimmungsverhalten kann nur in Ausnahmefällen öffentlich bekanntgegeben werden.

OnlineReports: Jetzt legt die rot-grüne Regierungs-Mehrheit aufgrund eines parlamentarischen Auftrags einen Gesetzesentwurf zur Verlängerung der Ladenöffnungs-Zeiten vor. Welches ist eigentlich Ihre persönliche Position dazu?


"Ja, ich bin für die Liberalisierung
der Ladenöffnungs-Zeiten."



Morin:
Meine Überzeugung ist, dass eine Harmonisierung der Ladenöffnungs-Zeiten entlang der Bedürfnisse der Konsumenten und entlang des geografischen Umlands stattfinden wird, das liberaler ist als Basel. Der allgemeine Trend geht in Richtung Liberalisierung ...

OnlineReports: ... das bedeutet, dass Sie für eine Liberalisierung sind?

Morin: Ja.

OnlineReports: Welches war der grösste persönliche Erfolg ihrer zwölfjährigen Regierungstätigkeit?

Morin: Erstens die Umsetzung der neuen Kantonsverfassung und der Verwaltungsreform. Zweitens das Anstossen und Umsetzen des Generationenprojekts der Basler Museen, des Musiksaals und der Orchesterförderung. Ich trug massgeblich dazu bei, dass die Basler Kulturinstitutionen in den nächsten Jahren sehr gut da stehen werden.

OnlineReports: Welches die schmerzlichste Niederlage?

Morin: Ich hatte die Vorstellung, dass eine Abteilung Diversität und Diskriminierungsschutz für Frauen, Ausländer, Menschen mit Behinderung oder Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen eine gute Sache ist. Das hat nicht funktioniert, weil sich jede Gruppierung stärker vertreten fühlt, wenn sie separat agiert.

OnlineReports: Ihre etwas – sagen wir: nonchalante – alltägliche Art zu grüssen hat, ohne dass Sie dies vielleicht wahrgenommen haben, immer wieder zu Diskussionen Anlass gegeben. Kann sein, dass Sie auch schon mal grusslos an Mitarbeitenden im Rathaus vorbei gegangen sind?

Morin: Das kann gut sein, dass ich so in Gedanken vertieft von einem Ort zum andern ging – im Rathaus, unterwegs in der Stadt oder sogar an einem Anlass. Die Schwierigkeit der Aufgabe des Regierungspräsidenten liegt darin, dass er sich gleichzeitig in sehr viele Sachgeschäfte und Anlässe hineindenken muss. Oft nutzte ich die Zeit, in der ich unterwegs war, zum gedanklichen Verarbeiten und Vorbereiten. Am freisten war ich auf dem Velo, auf dem mich wegen des Kopfschutzes niemand kannte.


"Ich hatte jährlich
rund 1'400 Gast-Anfragen."



OnlineReports:
Dabei wurden Sie gelegentlich – etwa von einer grossen Zeitung auf dem Platz – als „Grüssaugust“ bezeichnet, weil Sie an zahlreichen Anlässen die Regierung vertraten. Wie viele Gast-Anfragen erhielten Sie pro Jahr?

Morin: Ich hatte schätzungsweise 1’400 Anfragen, davon konnte ich 300 bis 400 Termine annehmen.

OnlineReports: Nach welchen Kriterien haben Sie zu- oder abgesagt?

Morin: Ich versuchte, möglichst alle Bevölkerungsgruppen zu berücksichtigen. Dann muss die Verfügbarkeit geprüft werden und schliesslich gab es die Pflichtanlässe.

OnlineReports: Wenige Wochen vor Ihrem Abschied haben Sie sich von Ihrem Kantons- und Stadtentwickler Thomas Kessler getrennt. Die Abfindung beträgt nach zuverlässigen OnlineReports-Informationen anderthalb Jahreslöhne. Das sind zwischen 250'000 und 300'000 Franken.

Morin: Wir haben dazu eine Stillhalte-Vereinbarung unterzeichnet. Daran halte ich mich.

OnlineReports: Ist dies eine Bestätigung?

Morin: Ich sage dazu nichts.

OnlineReports: Was wir hörten und auch selbst wahrnahmen, ist, dass Kessler als Stadtentwickler nach aussen nicht mehr so starke Akzente setzte wie in seiner drogen- und integrationspolitischen Funktion. Teilen Sie diesen Eindruck?

Morin: Auch dazu sagen wir nichts. Es ist Teil der Stillhaltevereinbarung, dass wir uns zu den Umständen der Trennung nicht äussern.



"Der Trennung von Thomas Kessler
ging ein langer Prozess voraus."



OnlineReports:
Jedenfalls kamen wilde Spekulationen auf. Wie lange haben Sie mit Herrn Kessler gut zusammen gearbeitet?

Morin: Der Trennung ging ein langer Prozess voraus und der Entscheid ist mir nicht leicht gefallen ...

OnlineReports: ... aber weshalb gerade jetzt, zum Abschluss Ihrer Regierungs-Tätigkeit?

Morin: Der Zeitpunkt war durch viele Faktoren beeinflusst, unter anderem auch durch die kantonalen Wahlen. Eine Trennung während des Wahlkampfs wäre sicher nicht der günstige Zeitpunkt gewesen. Ich hätte diesen Entscheid auch getroffen wenn ich in der Regierung weiter gemacht hätte.

OnlineReports: Wie bitte: Haben Sie ernsthaft erwogen, nochmals zu kandidieren?

Morin: Natürlich war das 2015 eine Option. Für einen Rücktritt entschieden habe ich mich, als klar war, dass eine grüne Kandidatin zur Verfügung steht, die meine Ansichten teilt. Das war mit Elisabeth Ackermann der Fall. Ich konnte mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit annehmen, dass sie von der Partei gewählt wird. Ihre Chancen auf eine Nomination waren gut.

OnlineReports: War sie Ihre Wunschkandidatin?

Morin: Ja.

OnlineReports: Haben Sie den Trennungs-Entscheid mit Ihrer grünen Nachfolgerin Elisabeth Ackermann abgesprochen?

Morin: Es ist der Entscheid der Regierung und von mir. Elisabeth Ackermann war informiert.

OnlineReports: Hat Frau Ackermann darauf beharrt, mit Thomas Kessler weiterarbeiten zu wollen?

Morin: Sie hat auf meinen Entscheid keinen Einfluss genommen. Mich hat daran aber auch niemand gehindert.

OnlineReports: Die Kommunikation des Trennungs-Entscheids war auf Verwirrung und eine Spekulationswelle angelegt.

Morin: Der Zeitpunkt war von vielen Faktoren bestimmt. Ich wollte das Thema in meiner Amtszeit bereinigen und die Verantwortung dafür übernehmen. Elisabeth kann jetzt nach ihren Wünschen und Vorstellungen neu beginnen ...

OnlineReports: ... was sie offensichtlich auch gewünscht hat. Weshalb haben Sie nicht in zwei knappen klaren Sätzen erklärt, was Sache ist, ohne Herrn Kessler dabei persönlichkeitsrechtlich zu verletzen?

Morin: Als Arbeitgeber trage ich eine ganz besondere Verantwortung für das Persönlichkeitsrecht meiner Mitarbeiter. Da ist eine zurückhaltende Kommunikation angezeigt.



"Ich habe zu Elisabeth Ackermann ein
freundschaftliches Verhältnis entwickelt."



OnlineReports:
Eine der Spekulationen war, dass Sie mit Elisabeth Ackermann das Heu nicht auf der gleichen Bühne hätten. Wie gut mögen Sie Ihre Nachfolgerin?

Morin: Wir arbeiteten politisch in meiner ganzen Regierungstätigkeit gut zusammen und haben auch ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Die Übergabe des Präsidiums war sehr intensiv und toll. Elisabeth wird Kontinuität im Departement gewährleisten ...

OnlineReports: ... sie will aber bereits Schnittstellen prüfen.

Morin: Dass eine neue Vorsteherin das Departement prägen und ihre Handschrift erkennbar machen will, ist selbstverständlich.

OnlineReports: Nun, am Ende Ihrer politischen Karriere angelangt: Empfinden Sie eher Zufriedenheit über die bevorstehende Entlastung von den Amtspflichten oder Melancholie über den raschen politischen Bedeutungsverlust und den Abschied aus ihrer grossen politischen Familie?

Morin: Es sind beide Gefühle da. Der Abschied ist mit einer gewissen Wehmut verbunden. Ich werde ein politischer Mensch bleiben, mich aber zu lokalpolitischen Fragen nicht mehr öffentlich äussern.

OnlineReports: Welches ist Ihre Vision von einem Basel der nächsten zwanzig, dreissig Jahre?

Morin: Dass Basel das Zentrum einer lebendigen, lebenswerten und erfolgreichen Region ist, in der die Hürden der Zusammenarbeit der vielen Nachbarn geringer sind. Ob dies durch eine Gebietsreform geschieht oder durch selbstverständliche unbürokratische Partnerschaften, ist nicht so wichtig.

OnlineReports: Verstehen wir Sie richtig: Denken Sie mittelfristig an einen neuen Versuch einer Wiedervereinigung der beiden Basel?

Morin: Die Grenzen sind für den wirtschaftlichen Erfolg dieser Region zu einer Last und zu einem Risiko geworden. Aktuell erleben wir eine verfahrene Situation, einen Stillstand. Meine Nachfolger werden versuchen müssen diese Hindernisse in der Zusammenarbeit abzubauen.

OnlineReports: Werden Sie das Spiel auf der Münsterorgel jeweils am Montagmorgen beibehalten?

Morin: Ich gebe zu, dass ich in letzter Zeit weniger auf der Orgel war als auch schon. Ich hoffe, dass ich dieses Vergnügen fortsetzen kann. Die Übergabe von Noten eines französischen Barockkomponisten durch die abtretende Grossratspräsidentin Dominique König hat mich sehr gefreut.

22. Januar 2017

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"Schade, wenn er sich zurückzieht"

Ich finde oder fände es äusserst schade, wenn sich Herr Morin ganz aus der Politik zurückzieht. Er, der, in meinen Augen, Basel erst eigentlich so richtig gegen Südbaden und Elsass geöffnet hat, könnte oder sollte oder müsste doch in irgendeiner Weise weiterhin politisch im Sinne Basels als Europa-Stadt aktiv sein… (Hat Herr Morin, der "Antimachiavelli", nicht mal am Anfang seines Präsidialamtes gesagt, er wolle Basels Macht zurückholen oder so?) Denn Basel wird erst oder umso mehr wieder mächtig, so meine ich, wenn es sich auch oder erst recht als Europa-Stadt, also im Zentrum und nicht am Rande eines Gebildes, versteht.

Man könnte Basel mit dem Label "Europa-Stadt" versehen oder das Fernsehen ARTE mit einem Studio nach Basel holen oder dafür arbeiten, dass Basel wieder Ausgangspunkt des internationalen Zugverkehrs für die Schweiz wird etc. Auch eine Europa-Konferenz könnte man einberufen. Auch dass Herr Kessler seine Genialität nicht mehr für Basel einbringen kann (oder auf eine andere Weise doch?), bedaure ich…


Pirmin A. Breig, Basel



"Wunderbare Dramen und Intrigen"

Nun ja, ganze acht Jahre, um herauszufinden, dass ein Chefbeamter eine Fehlbesetzung sein soll, das ist schon eine ganz eigene Leistung. Grosse Ereignisse werfen ja bekanntlich ihre Schatten voraus – so gesehen ist es wohl eher der Schatten des Stadtdenkers, der dem König in der Sonne stand. Könige mögen das in der Regel nicht. Aber es erstaunt, dass unser Sonnenkönig so lange gebraucht hat, um das herauszufinden. Andere Ritter und Knappen bei Hofe wussten wohl um die Spielregeln, jedenfalls tragen sie ihren Kopf noch zwischen den Schultern. Das Problem liegt ja nicht beim Hofnarren, das Problem liegt bei Hofe selber.

Dieses kleine präsidiale Königreich, welches der Verfassungsrat damals erdacht hatte, war ein kluger Schachzug für eine prosperierende Stadt wie Basel. Er wusste, dass man einer derart rasanten Entwicklung durch Pharmazie, IT-Unternehmen und Kreativwirtschaft nicht mehr reaktiv begegnen kann, sondern vorausplanend und mit Weitsicht. Aber wie in jedem guten Märchen war dieses im Entstehen begriffene Königreich der Stachel im Fleisch der anderen Fürsten und Herzoge. Und wie bei Shakespeare hat man es mit wunderbaren Dramen und Intrigen bei Hofe nahezu meisterlich verstanden, den neuen präsidialen Regenten im Glauben um des Kaisers neue Kleider zu lassen. Letztlich eine Provinzposse, wie sie unsere Stadt gerne und wiederholt zu geben weiss. Kleingeist, Kleinmut, Kleinstadt eben.


Tino Krattiger, Basel



"Das geht nicht auf"

Eine Ungereimtheit fällt mir beim Lesen des Interviews auf: Im Spätherbst des letzten Jahres wählte der Regierungsrat Thomas Kessler zum Leiter der Task Force Radikalisierung, wohl auf Vorschlag von G. Morin. Und ein paar Wochen später trennen sich derselbe Regierungsrat und derselbe Stadtpräsident von Th. Kessler. (Morin: Es ist der Entscheid der Regierung und von mir. Elisabeth Ackermann war informiert.) Und dieser Trennung soll "ein langer Prozess vorausgegangen" sein? Das geht nicht auf. Herr Knechtli, ich schätze Ihre angriffige und hartnäckige publizistische Arbeit sehr. Aber an diesem Punkt hätten Sie aufmerksamer sein müssen!


Hans Zaugg, Basel


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"Der Start glückte und der Flug landete ein paar Stunden später wieder sicher in New York."

Basler Zeitung online
vom 8. September 2017
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Worauf der landende Flug als Text-Flop aufflog.

RückSpiegel


Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Berichterstattung über den "Fall Wessels" auf einen OnlineReports-Kommentar Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Der schweizerbauer.ch nahm die OnlineReports-Meldung über das auf der Strasse erlegte Rind in Gelterkinden auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.