Asyl-Unternehmer Schmassmann feiert Comeback

Baselbieter Regierung holt abgesetzten Geschäftemacher in ihre Dienste zurück


Von Peter Knechtli


Empörung und Erstaunen hat ein Personalentscheid im Baselbiet ausgelöst: Vor dreieinhalb Jahren brach die Kantonsregierung die Geschäftskontakte zum Basler Privatunternehmer Freddi Schmassmann ab, weil er für kommerzielle Asylbetreuung fürstlich kassierte - jetzt schanzte ihm Sanitätsdirektor Werner Spitteler erneut einen Auftrag zu.


Freddi Schmassmann, als gelernter Heimerzieher Chef des "Allgemeinen psychologischen und pädagogischen Instituts" (API) in Basel, war in den Jahren 1987 und 1988 so häufig in den regionalen Schlagzeilen wie kaum ein Zweiter. Auslöser war ein harter Vorwurf des Kantonsparlaments: Schmassmann, vom kantonalen Fürsorgeamt als Asylkoordinator mit der Betreuung von 16 kommunalen Zentren für Asylbewerber beauftragt, habe sich damit eine goldene Nase verdient.

Es brauchte den Druck des Landrates

Erst auf massiven Druck des Landrates trennte sich die Regierung vom geschäftstüchtigen Unternehmer. Die Präsidentin der Sonderkommission "Schmassmann", die promovierte Juristin Eva Rüetschi, hat heute noch gute Gründe, die damalige Auflösung des Arbeitsverhältnisses zu begründen: Schmassman habe in drei Monaten einen Reingewinn von 136'000 Franken erwirtschaftet, indem er "einfach den höchstmöglichen Personalaufwand in Rechnung stellte".

Zusätzlich zu solchen Erträgen habe er auch noch ein persönliches Salär in Höhe von 70'000 Franken bezogen, es dann später zurückbezahlt. Irrtümlicherweise habe Schmassmann auch seine firmeneigene Sekretärin während fünf Monaten über ein Asylheim abgerechnet und vom Bund mit 28'500 Franken bezahlen lassen. Diesen Betrag zahlte er später ebenso zurück wie weitere 12'000 Franken, die er dem Bund zu Unrecht in Rechnung gestellt habe.

Neuer Auftrag von Spitteler

Jetzt erhält Schmassmann erneut Publizität. Denn Sanitätsdirektor Werner Spitteler (SVP) beautragte ihn mit der Leitung der soeben eröffneten Durchgangsstation in Muttenz, wo 100 Asylbewerber logieren. Die damalige Affäre hatte Spitteler fast den Kopf gekostet, weil er vertrauliche amtliche Untersuchungsdokumente zur Schmassmann-Affäre an eine Lokalzeitung weiterreichte und in der Folge wegen Verletzung des  Amtsgeheimnisses zu einer Busse von 750 Franken rechtsgültig verurteilt wurde.

Umso erstaunlicher ist das erneute staatliche Engagement des API-Unternehmers: Spitteler war durch die Affäre nicht ins Zweifeln gekommen und von Schmassmanns Qualitäten - trotz der saftigen Rechnungen - stets fest überzeugt. Angesichts des "Notstands" bei der Asylbewerber-Betreuung, so glaubt Spitteler, sei der erneute Staats-Auftrag umso mehr zu rechtfertigen. Ueberdies sei Schmassmann durch die Bundesfinanzkontrolle rehabilitiert und mit der Leitung von Bundeszentren beauftragt worden, erklären Spittelers Mitarbeiter.

"Nichts Negatives zu sagen"

Maria-Emilia Arioli, Pressesprecherin des Bundesamtes für Flüchtlinge, bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass Schmassmann-Personal in der Basler Asyl-Empfangsstelle und in Notschlafstellen tätig sei: "Sein Personal erfüllt den Vertrag und wir haben nichts Negatives zu sagen."

Doch Spittelers politisch heikle Entscheidung stösst auf Kopfschütteln. " Angestellte erinnern sich mit Entsetzen daran, dass sie für eine volle Stelle einen Bruttolohn von 3'430 Franken bezogen und die damalige Präsidentin der Sonderkommission "Schmassmann" wettert: "Es wird geholzt im Kanton Baselland." Eva Rüetschi: "Wie dumm müssen sich die kommunalen Fürsorgebehörden vorkommen, die in den Gemeinden mit viel Idealismus unentgeltlich jahrelang die Arbeit geleistet haben, für die Schmassmann jetzt bestimmt 'angemessen' entlöhnt wird."

Rüetschi von Nachspiel überzeugt

Gegenüber OnlineReports zeigte sich Eva Rüetschi überzeugt, dass Schmassmanns Comeback auch ein politisches Nachspiel haben werde: In der Luft liegt eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Regierungsentscheid zur Schaffung von Durchgangsheimen und den Schmassmann-Auftrag. Die Politikerin vermutet in Spittelers "Kaltschnäuzigkeit" (so die "Basler Zeitung") bloss wenige Wochen vor den kantonalen Wahlen "den Beweis dafür anzutreten, dass ihm seinerzeit Unrecht getan wurde".

Vom Rummel um Schmassmann war auch schon Spittelers Familie tangiert: Spitteler-Sohn Markus vermietete 1987 dem Fürsorgeamt seines Vaters ein geräumiges und unter Schmassmannn-Ägide genutztes Bauernhaus als Asyl-Logie. Dafür löste er monatlich 1'800 Franken – über dreimal mehr, als er zuvor aus der privaten Vermietung erzielte.

26. Februar 1991


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EVP Riehen
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Sie hat halt doch einen unübersehbaren Rotstich, die EVP.

RückSpiegel


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Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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• Die Gemeinde Allschwil plant eine Erneuerung und Erweiterung der Parkanlage sowie rund 140 Wohnungen auf dem Areal Wegmatten zwischen Baselmattweg und Bachgraben.

Thomas Bretscher wird ab 1. Februar neuer Geschäftsführer des "Business Park Laufental & Thierstein" und damit Nachfolger von Daniel Fiechter.

• Die Riehener CVP verlangt eine generelle Aufgabenprüfung (GAP), um die Diskussion um Aufgaben und Leistungen der Gemeinde und die dafür benötigten Ausgaben und Einnahmen zu versachlichen.

• Die Basler Regierung hat die Standesinitiative von FDP-Grossrat Christophe Haller betreffend "Abschaffung der Besteuerung des Eigenmietwerts" beim Generalsekretariat der Bundesversammlung eingereicht.

• Das Basler Hochbauamt rechnet beim Erweiterungsbau für das Kunstmuseum Basel mit einer Kostenüberschreitung von 3,5 Prozent.

Stagnierende Gesamtzahl der Studierenden an der Universität Basel: 12'873 Studierende und Doktorierende haben sich im Herbstsemester 2017 für ein Studium eingeschrieben.

• Die volle Freizügigkeit, die auf 1. Januar 2014 in beiden Basel eingeführt wurde, bleibt auch mit der ab 2018 geltenden Spitalliste weiterhin bestehen.

• An der Sitzung vom 18. Dezember hat das französische Parlament dem schweizerisch-französischen Abkommen zum Steuerregime am EuroAirport zugestimmt.

Elisabeth Pestalozzi, seit August 2016 stellvertretende Chefredaktorin von Radio SRF, wird im zweiten Quartal 2018 neue Kommunikationsleiterin der Christoph Merian Stiftung.

• Über tausend Personen verlangen in einer Petition der SP Gelterkinden die Einführung von Tempo 30.

• Im zweiten Wahlgang der Liestaler Stadtrats-Ersatzwahl vom 14. Januar 2018 treten Marie-Theres Beeler (geboren 1959, Grüne) und Karin Jeitziner (geboren 1961, FDP) an.

Marco Greiner, Regierungssprecher und Vizestaatsschreiber von Basel-Stadt, ist neuer Präsident der Schweizerischen Informations-Konferenz öffentlicher Verwaltungen.

• Die Basler CVP hat ihre mit 3'910 Unterschriften versehene Krankenkassen-Initiative eingereicht, die verlangt, dass selbstbezahlte Prämien für die obligatorische Krankenpflege-Versicherung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können

• Mit der Jus-Studentin Laetitia Block als Nachfolgerin von Pascal Messerli steht erstmals eine Frau an der Spitze der Jungen SVP Basel-Stadt.

• Das Basler Ristorante Cibo Mediterraneo ist der künftige Betreiber der neuen Buvette am St. Alban-Rheinweg.

Reto Meyer, Inhaber und Geschäftsführer der WS Kommunikation in Basel, kauft per Jahreswechsel sämliche Anteile der BSSM Werbeagentur von Urs Schneider und Hannes Müller.

Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.