© Visualisierung by BVD
"Heute droht Stillstand": Geplanter Landhof-Pavillon

Stoppt die Landhof-Blockade – und baut einen modernen Stadt-Park

Kommentar zu einem riskanten Streit um die Zukunft des grünen Landhof-Areals in Basel


Von Monika Jäggi


Neue Hochhäuser auf dem Roche- und dem Messe-Areal in Basel, neue Wohnau-Pläne in Basel Ost, Verkehrskonzept Innenstadt, Entwicklungskonzept Badischer Bahnhof, Rosentalstrasse: Das sind die Schlagworte, die die Diskussion zur Stadtentwicklung im Kleinbasel derzeit bewegen. Verdichtetes Bauen und Aufwertung sind dort angesagt.

Verdichtet bauen ohne entsprechende öffentliche Grünraum-Gestaltung ist in der modernen Stadtentwicklung jedoch ein "no go". Gerade im Kleinbasel fehlen bekanntlich Grünräume – moderne urbane Stadtpärke. Die Claramatte und die Erlenmatte sind die einzigen Oasen. Das Landhof-Areal ist ein Sportplatz, noch kein Park.

Mit dem geplanten Projekt zur Umgestaltung dieses Areals, wie die Visualisierung sie erahnen lässt, liesse sich jetzt dort ein moderner urbaner Grünraum realisieren. So, wie sich der Raum heute präsentiert, erweckt er nicht den Eindruck eines künftigen "Landhof-Parks". Vielmehr ist er auch weiterhin ein versteckter grüner und teils überwucherter Hinterhof – genutzt vor allem von Anwohnern, Insidern und Fussball-Fans.

"Damals waren die Initianten zukunftsgerichtet.
Heute droht Stillstand."




Die Euphorie nach der gewonnen Abstimmung "Der Landhof bleibt grün" 2010 war gross. Das Initiativkomitee wollte das grossszügige grüne Geviert als einen öffentlichen Ort mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten im Interesse der Quartiersbevölkerung erhalten und weiter entwickeln – dies insbesondere angesichts der sich abzeichnenden Verdichtung. Damals waren die Initianten noch zukunftsgerichtet. Heute hingegen droht Stillstand. Mit einer Petition wenden sich Mitglieder des Initiativ-Komitees und der "Begleitgruppe", die das Projekt vier Jahre lang assistiert haben, öffentlich dagegen – und sie riskieren damit sein Scheitern.

Heute herrscht Katerstimmung, und die Stadtgärtnerei, aber auch die "Begleitgruppe Landhof" sehen sich vor einem Scherbenhaufen. Die Gegenpetition, die das ausgearbeitete Projekt unterstützt, versucht aufzufangen, was jetzt am Entgleiten ist. Die Stimmung zwischen den Beteiligten ist auf dem Nullpunkt. Aussage steht gegen Aussage. Ratlosigkeit macht sich breit.

Das Risiko ist beträchtlich. Denn wenn Uneinigkeit und Streit über die Umgestaltung herrschen – weshalb soll dann der Grosse Rat die nicht unerheblichen Kosten für ein Projekt bewilligen, an dem sich auch künftig die Geister scheiden.

"So wie heute sieht
kein modern gestalteter Park aus."




Aber soll das Areal auch künftig in jenem Zustand verharren, in dem es sich heute präsentiert? Die Steintreppen sind überwachsen, das Stadium stammt aus einer anderen Zeit, ist sanierungsbedürftig und ökologisch nicht mehr vertretbar. Der Kinderspielplatz liegt auf altem und belastetem Bauschutt, der entsorgt werden muss. Der grösste Teil des Areals wird dominiert von Fussballfeld und Tribüne. So wie heute sieht kein offener und modern gestalteter Park aus.

Die Anschuldigungen und Drohungen gegenüber der Stadtgärtnerei und dem Stadtteilsekretariat tragen auch nicht dazu bei, das Landhof-Areal ans Licht zu bringen und für alle offen, zugänglich und attraktiv zu machen: Für Messebesucher, die an der Buvette einen Kaffee trinken, für Sonnenhungrige, die auf den Steintreppen die Sonnenstrahlen geniessen, für Kinder und ihre Eltern, die den neuen Spielplatz erkunden. Attraktiv aber auch für den Gemeinschaftsgarten Landhof, der die Chance hätte, frische Gartenprodukte direkt an die Buvetten-Küche zu liefern.

Seit zwölf Jahren wird die Zukunft des Landhof-Areals debattiert. Nach einer derart langen Zeit der Diskussion, Abstimmung und Mitbestimmung kann nicht sein, dass nun alles beim Alten bleiben soll – zumal eine Mehrheit der Begleitgruppe-Mitglieder vom Projektvorschlag der Stadtgärtnerei, den sie miterarbeitet hat, begeistert ist: Der Landhof ist nun auf dem Plan zum öffentlichen Grünraum geworden, der multifunktional genutzt werden soll, und nicht ein Areal, das zu einer Landauer-Freizeitanlage ausgebaut werden kann, wie es die Petenten fordern.

Jede Stadt braucht Veränderung. Stillstand gilt nicht. Bis heute ist einzig der neue Gemeinschaftsgarten beim Riehenring ein Zeichen des Aufbruchs. Mit den sich abzeichnenden Veränderungen auf dem Messeplatz und in der Rosentalstrasse ist es jedoch zwingend, dass das Landhof-Areal zum Park wird, da in Basel keine solch grossen Grünräume mehr existieren.

"Wird die Chance jetzt nicht gepackt,
dann war's das wohl."




Die Chance ist einmalig. Wird sie jetzt nicht gepackt – dann war's das wohl. Darum müssen jetzt die Blockaden zwischen den Lagern der "Landhof bleibt grün"-Befürworter aufgebrochen werden, damit das Gelände nicht einfach Areal bleibt, sondern Park wird. Insbesondere die Kleinbasler Politiker sind gefordert, die aktuellen Landhof-Pläne und und die Grünraum-Aufwertung zu unterstützen. Bisher hat sich keine politische Partei offen für das Projekt eingesetzt. Stillstand auch da.

Die Standortwahl von Firmen ebenso wie von Neuzuzügern ist heute stark vom Angebot attraktiver Grünräume in der unmittelbaren Wohn- und Arbeitsumgebung abhängig. Künftig werden sehr viel mehr Leute im Wettstein-Quartier und in der Umgebung des Messeplatzes wohnen. Ein "Landhofpark", der auch auf die Bedürfnisse der Anwohner Rücksicht nimmt, ist darum dringend nötig. Deshalb gilt es, die geplante Umgestaltung des Landhof-Areals so schnell wie möglich zu realisieren.

14. November 2014

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Geduldiges prozessuales Vorgehen lohnt sich"

„ENTSCHTOH-LOH", hiess ein Wettbewerbsbeitrag von Luzius Burckhardt für ein der Planung frei gegebenes Areal. Dieses geduldige prozessuale Vorgehen lohnt sich auch heute für das von einem "Planungshagel" überschüttete Landhof-Areal.


Beatrice Alder, Basel


www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Nach Sumpftour in Keller gelockt und ausgeraut"

OnlineReports.ch
Schlagzeile
vom 23. August 2019
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Sogar der Redaktor raubte ihm einen Buchstaben.

RückSpiegel


Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Krichgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.

Beat Tschudin (48), seit rund zwölf Jahren den Fachbereich Fahrzeugbewirtschaftung der Baselbieter Polizei, übernimmt ab Dezember die Leitung des Fahrzeugwesens der Bau- und Umweltschutzdirektion als Nachfolger von Christian Oberhausser, der Ende August in vorzeitige Pension geht.

• Das Basler Gesundheits-Departement hat den Umzug von der St. Alban-Vorstadt an seinen neuen Hauptstandort an der Malzgasse 30 in Basel abgeschlossen.

Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).