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"Ich nehme es sportlich": CVP-Wahlsieger Lehmann

Lehmann holt CVP-Sitz auf Kosten von Lachenmeier

Wegen Zentrums-Allianz: Die Grüne Anita Lachenmeier wurde nach einer Amtsperiode abgewählt


Von Peter Knechtli


Anders als im Baselbiet zeitigte die Allianz der Zentrums-Parteien in Basel-Stadt einen Erfolg: Markus Lehmann holte einen Sitz für die CVP – auch Kosten der Grünen Anita Lachenmeier, die die Wahl nicht mehr schaffte.


Das Ergebnis der Nationalratswahlen im Kanton Basel-Stadt entspricht im Wesentlichen dem, was OnlineReports vorausgesagt hatte: Die Grünen verlieren den Sitz, den Anita Lachenmeier vor vier Jahren auf Kosten der SP errungen hatte. Dafür zieht die CVP mit dem 56-jährigen Grossratspräsidenten Markus Lehmann wieder in die Grosse Kammer ein. "Wenn ich gewählt werde oder nicht – ich nehme es sportlich", hatte Lehmann OnlineReports unmittelbar vor der Wahl noch gesagt.

Proporzpech für Anita Lachenmeier

Dabei fällt auf: Lachenmeier musste ihren Sitz abgeben, obschon das Grüne Bündnis Wähleranteil zulegte. Der Grund liegt vielmehr im Verlust von sieben  Prozent Wähleranteil seines Listenverbindungs-Partners SP. "Persönlich bin ich froh, dass wir eine gute Politik gemacht haben. Das Ergebnis zeigt, dass wir Grüne auf dem richtigen Weg sind", sagte Anita Lachenmeier über ihr Proporzpech zu OnlineReports. "Wir sind die einzigen traditionellen Parteien, die zugelegt und dennoch den Sitz verloren haben." Das Ergebnis sei deshalb "ärgerlich", denn sie habe mit 10'253 Stimmen mehr als doppelt so viele Stimmen erzielt wie der gewählte CVP-Repräsentant Lehmann.

Lachenmeier hat noch "keine Ahnung", ob sie in vier Jahren wieder antreten wird. Gedanken über neue Allianz-Partner müssen sich die Grünen nach ihrer Meinung nicht machen. "Wichtig ist, dass wir nicht nur arithmetische Listenverbindungen machen, sondern es muss auch inhaltlich stimmen. Und da sind wir mit der SP gut bedient."

Somit sieht die Verteilung der fünf Basler Sitze für die nächsten vier Jahre wie folgt aus: SP 2, FDP 1, SVP 1 und CVP 1. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,3 Prozent.

Stimmenkönig Beat Jans

Mit Abstand das beste persönliche Wahlergebnis erzielte SP-Nationalrat Beat Jans mit 22'227 Stimmen, gefolgt von seiner Parteikollegin Silvia Schenker mit 18'444 Stimmen. Erster Nachrückender auf der SP-Liste ist Mustafa Atici (12'502 Stimmen). Gewerbedirektor Peter Malama (FDP) verteidigte seinen Sitz mit 14'115 Stimmen, nicht zuletzt auch dank der Listenverbindung mit den Liberalen. Nachrückender ist Grossrat Baschi Dürr mit 4'588 Stimmen.

Auch SVP-Nationalrat Sebastian Frehner konnte sein Mandat ins Trockene bringen; er erzielte 11'197 Stimmen. Erster Nachrückender ist Karl Schweizer mit 8'460 Stimmen. Dank der Listenverbindung der CVP mit BDP, GLP und EVP schaffte Markus Lehmann die Wahl nach "Bern" mit 4'172 Stimmen. Erster Nachrückender ist der Riehemer Gemeinderat Daniel Albietz mit 2'906 Stimmen.

Kommentar

Wähleranteile 2011 in Prozent (Parteien bis 2 Prozent)

Partei2011  
2007
SP27,634,2
SVP15,617,9
Gründes Bündnis   12,110,3
FDP10,910,8
LDP6,57,6
CVP5,26,7
Grünliberale4,6
EVP2,53,6
BDP2,2




Gewählte Basler Nationalräte 2011-2015

1. Beat Jans (SP)
22'227 Stimmen
2. Silvia Schenker (SP) 18'444 Stimmen
3. Peter Malama (FDP) 14'115 Stimmen
4. Sebastian Frehner (SVP)
11'197 Stimmen
5. Marus Lehmann (CVP)
4'172 Stimmen



Wahlbeteiligung Nationalrat 2011: 50,3 Prozent
Wahlbeteiligung Nationalrat 2007: 52,42 Prozent

23. Oktober 2011

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