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"Keine Investitionen in die Infrastruktur nötig": Bestehende Dieselbus-Flughafen-Linie

Grünliberale gegen Flughafen-Bahn: "Bus ist günstiger"

Die neue Generation der Elektrobusse sei flexibler und für die Kunden komfortabler


Von Peter Knechtli


Eine komfortable und flexible Elektrobus-Verbindung von Basel zum EuroAirport sei die bessere und günstigere Alternative zum direkten Bahnanschluss, sagen die Basler Grünliberalen. Die geplante Bahnverbindung verursache für viele Basler Flugpassagiere Umwege.


Seit vielen Jahren debattiert die Region Basel eine binationale Erschliessung des EuroAirports durch eine direkte Bahn-Verbindung. Jetzt bringen die Basler Grünliberalen (GLP) eine neue Forderung ein: Die Bahnverbindung mit Investitionskosten von knapp einer Viertelmilliarde Franken sei unnötig, weil sie zu teuer und zu wenig kundenfreundlich sei.

Bahn bringt "Umweg für viele Basler"

An deren Stelle soll die Verbindung des Bahnhofs SBB mit dem Flughafen durch eine Elektrobus-Flotte sichergestellt werden, fordern die Grünliberalen. Busse seien "viel günstiger, flexibler und können häufiger verkehren als Zugverbindungen". Zudem bedienten sie im Kanton Basel-Stadt mehr Haltestellen – und dies ohne zusätzliche Emissionen.

Flugreisende aus dem St. Johann-Quartier oder dem Kleinbasel hätten durch die Dieselbus-Linie 50 heute schon "gute und schnelle Verbindungen" über den Kannenfeldplatz zum Flughafen. Mit der Flughafenbahn müssten hingegen viele Baslerinnen und Basler Umwege in Kauf nehmen.

Steuern: Brutschin widerspricht

Ein weiteres Argument der GLP: Der Flughafen bezahle heute keine Steuern. Deshalb soll er "nicht mit Steuergeldern indirekt subventioniert werden".

Bei dieser Aussage scheint sich die GLP zu irren. Wirtschaftsminister Christoph Brutschin zu OnlineReports: "In der ergänzten französisch-schweizerischen staatsvertraglichen Vereinbarung das Fiskalrecht auf den EuroAirport betreffend ist festgehalten, dass der Flughafen mit Wirkung ab dem 1. Januar 2015 Gewinnsteuern nach französischem Recht bezahlt. Diese werden von Frankreich veranlagt und eingezogen. Von diesem Ertrag erhält der Kanton Basel-Stadt in der Folge 50 Prozent rückvergütet."

Auf die OnlineReports-Frage, weshalb die Grünliberalen den Vorschlag erst jetzt in die Debatte einbringen, da die Flughafenbahn politisch allmählich auf die Schiene kommt, sagte Grossrat Aeneas Wanner (Bild): "Die Idee kam vor drei Monaten auf, als wir uns parteiintern näher mit dem Bahnanschluss beschäftigten." Der Elektrobus sei im Vergleich zum Dieselbus "gleich teuer". Und anders als beim Bahnanschluss seien mit dem Elektrobus keine Investitionen in die Infrastruktur nötig.

Auf Wanners Motion zur Förderung von Elektrobussen hatte die Regierung ausgeführt, die Busflotte werde ohnehin elektrifiziert, weshalb der Vorstoss nicht nötig sei. Nun sagt Wanner, unter diesen Voraussetzungen biete sich die Flughafen-Verbindung als ideale Elektrobus-Strecke an. Der E-Bus habe "immer Standzeiten, die sich perfekt zum Laden eignen".

Die Frage ist, wer zahlt

Auf die Frage nach den Chancen einer Elektrobus-Linie angesprochen, meinte Wanner: "Schwer zu beurteilen. Die Frage ist, wer die Bahninfrastruktur zahlt. Der EuroAirport zahlt nichts und der französische Staat zeigt auch keine Zahlungsbereitschaft." Es könnte deren Kalkül sein, dass eben die Schweiz in die Tasche greife.

21. September 2018


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"Schiene hat die bessere Energiebilanz"

Leider zeigt sich bei diesem Thema das wahre Dilemma der Grünliberalen. Nicht Fisch und nicht Vogel wollen Sie nun mittels einer mengenmässigen Einschränkung vom OeV den Weiterausbau bzw. das Wachstum vom Flughafen beschränken. Da diese Argumentation aber bei der Wirtschaft nicht zieht, spricht man von Elektrobussen und den Verbindungen für die Anwohner vom Spalenring, Kannenfeld und Airport Casiono. Wieso kann die Partei nicht die wahre Begründung für ihre Ablehnung auf den Tisch legen? Ist doch absolut legitim?

Von der Energiebilanz, und dies sollte Aeneas Wanner aus dem Physikunterricht noch wissen, ist die Schiene immer besser wie die Strasse. Basel war früher führend in der Schweiz, hier wurde der Flugverkehr erfunden, hier wurde das Fernsehen erfunden und inzwischen hinken wir der Restschweiz und speziell Zürich, Genf und bald auch Bern in vielen Belangen nach. Leider wollen konservative Verhinderungspolitiker (es gibt auch Oeko Verhinderer) unsere Stadt provinziell halten und verhindern so jedes Wachstum.


David Friedmann, Basel



"GLP wirft die richtigen Fragen auf"

Die Steuereinnahmen im schweizerischen Sektor des von einem französisch-schweizerisch Unternehmen bertiebenen französischen(!) Flughafens fliessen an Basel-Stadt. Es ist tatsächlich erstaunlich, dass einem schweizerischen Kanton von ausserhalb seines Kantonsgebietes Steuern zufliessen.

Der Kanton Basel-Landschaft hingegen, der den ganzen Süd-Abfluglärm und den grössten Teil des Süd-Anfluglärms dieses Flughafens alleine trägt, erhält keinerlei Steuereinnahmen. Basel-Stadt hilft den Baselbieter Anwohnern überhaupt nicht, wenn es darum geht, den unntötigen Lärm in Baselland zu reduzieren (z. B. Anpassung der RNAV-Parameter).

Die GLP wirft die richtigen Fragen auf. Vor allem auch in Baselland sollte sich die Politik die Frage stellen, weshalb Investition und Betrieb dieses fragwürdigen Bahnanschlusses nicht vom Flughafen selbst bezahlt wird.


Siro Imber, Schönenbuch



"Nicht noch Geld vom Steuerzahler"

Ich sehe wirklich auch nicht ein, warum wir für diese kurze Strecke, wo die allermeisten sowieso mit dem Auto anreisen, noch eine Bahn installieren sollen, die die Basler Steuerzahler wieder einmal zahlen. Was ist übrigens mit der in Frankreich verschwunden Million, da wird nicht weiter ermittelt?

Ausserdem soll zugleich damit das Herzstück quer durch die Innenstadt realisiert werden, damit man 1 Minute schneller zum Badischen Bahnhof kommt. Dieses kostet dann mehr als 250 Millionen. Wenn schon eine Verbindung zum Badischen Bahnhof dann über den Bahnhof St. Johann mit Einbezug der Novartis und auf der andern Seite Roche. Der Flughafen ist gut zu erreichen und braucht nicht noch Geld vom Steuerzahler.


Alexandra Nogawa, Basel


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"Im Theater Basel hat es gebrannt (...) Sachschäden entstanden keine."

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Solche Feuerchen hat man gern.

RückSpiegel


nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die Grünen Liestal und Umgebung haben Marie-Theres Beeler an der Mitgliederversammlung vom 22. Oktober für die Legislatur 2020-2024 für den Stadtrat nominiert.

Am 9. August 2019 hat Eva Meuli dem Landrat ihren Rücktritt als Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungs-Recht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft per 31. März 2020 erklärt.

Am 14. Oktober, lediglich drei Wochen nach Ausschreibung der Publikumsöffnung der ADEV Ökowärme AG, waren alle 3000 neu ausgegebene Namenaktien gezeichnet.

Die Universität Basel richtet am 1. Februar 2020 mit dem Biologen Carsten Gründemann eine Stiftungsprofessur für translationale Komplementärmedizin ein.

Wechsel in der Geschäftsführung der Suchthilfe Region Basel: Barbara Held übernimmt die Leitung per Januar 2020, nachdem Walter Meury – ein Pionier in der Suchtarbeit – Ende Jahr in den Ruhestand geht.

Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde und Gemeinderat Daniel Hettich haben die erneuerte Lörracherstrasse in Riehen feierlich eingeweiht.

Veronica Schaller
, frühere Basler Sanitätsdirektorin und zuletzt Kulturbeauftragte der Stadt Bern, wurde zur neuen Präsidentin von "Curaviva Basel-Stadt", dem Verband der Basler Alterspflegeheime, gewählt.

Designierte Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Rheinhäfen ist Martina Gmür, Petra Mösching wird Mitglied des Verwaltungsrats.

Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.

Beat Tschudin (48), seit rund zwölf Jahren den Fachbereich Fahrzeugbewirtschaftung der Baselbieter Polizei, übernimmt ab Dezember die Leitung des Fahrzeugwesens der Bau- und Umweltschutzdirektion als Nachfolger von Christian Oberhausser, der Ende August in vorzeitige Pension geht.

• Das Basler Gesundheits-Departement hat den Umzug von der St. Alban-Vorstadt an seinen neuen Hauptstandort an der Malzgasse 30 in Basel abgeschlossen.

Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).