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"Die einzige entschlossene Kraft gegen den IS": Kurden im Nordirak

Höchste Zeit: Die Kurden brauchen einen eigenen Staat

Der Westen hat die Schaffung eines kurdischen Staats stets sabotiert, mit dem IS-Terror aber nie gerechnet: Zeit zum Kurswechsel


Von Ruedi Suter


Dem mörderischen Vormarsch der Terror-Miliz "Islamischer Staat" im Nahen Osten stellt sich am Boden einzig das grösste Volk ohne Staat mit der notwendigen Entschlossenheit entgegen: die Kurden. Ihr Freiheitswille und ihre Mentalität lassen sich mit Schweizer Werten vergleichen: Versuch einer längst fälligen Annäherung.


Es sei gesagt, klar und unmissverständlich: Den Kurden ein eigener Staat! Es braucht eine kurdische Föderation, ähnlich der Confoederatio Helvetica  – eine "Confoederatio Kurdistanica". Und zwar errichtet im uralten kurdischen Siedlungsgebiet mit seinen heute schätzungsweise gegen 30 Millionen Menschen. In jenem Berggebiet also, das dem kurdischen Volk nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches vorab von der jungen Türkei, Grossbritannien und Frankreich versprochen worden war. Stattdessen wurde das wasser- und rohstoffreiche Kurdistan aufgeteilt – zwischen den neuen Nationalstaaten Türkei, Irak, Syrien und dem Iran. Die willkürliche Grenzziehung durch Kurdistan wurde am 24. Juli 1923 zementiert – an einem helvetischen Schreibtisch, im Vertrag von Lausanne.

Das grösste Volk ohne Staat

Sie begann in der Schweiz, die Staatenlosigkeit und die verheerende Zerstückelung Kurdistans mit den Millionen seither umgebrachter, gefolterter, zwangsassimilierter, diskriminierter, verratener und vertriebener Kurden und Kurdinnen. Warum also nicht hierzulande einmal verlangen, was – ausser von den Kurden selbst – kaum je ernsthaft thematisiert wird: Die Schaffung eines kurdischen Staates. Allein schon die Geschichte der Schweiz ermöglicht es uns, rasch nachvollziehen zu können, was das  grösste Volk der Welt ohne Staat Tag für Tag unter unfähigen, zerstrittenen oder repressiven Fremdregierungen beschäftigt. Es sind meine Erfahrungen mit kurdischen Menschen in ihrer Bergheimat, aber auch in der rund sieben Millionen Menschen umfassenden Diaspora in Europa, den USA und der Schweiz, die mich heute angesichts der erbitterten Stellvertreter-Schlacht um Kobane das Thema aufgreifen lassen.

Selbstverständlich ist die Idee eines Kurdenstaates für die betroffenen Staaten hoch explosiv. Auch der Westen hat bislang nur schon eine Diskussion über ein kurdisches Staatsgebilde reflexartig abgewürgt, da ein solches weder politisch noch wirtschaftlich realisierbar sei. Die Argumente sind nicht einfach nur fadenscheinig. Hinter der Ablehnung steckt in erster Linie die gemeinsame Furcht der Machthabenden, das vor hundert Jahren gebastelte Staatengefüge des Nahen Ostens könnte mit der Installierung eines neuen Staats auseinanderbrechen.

Die Saat des Westens

Doch exakt dies geschieht jetzt! Es ist unübersehbar, wie sich zwei Staaten auflösen. Aber nicht eines Kurdenstaates wegen. In nur wenigen Monaten hat  sich der "Islamische Staat" (IS) oder "Daesh" oder "Islamische Staat im Irak und Syrien" (Isis) wie ein Krebsübel in der Region ausgebreitet. Getragen von einer mörderischen Allianz aus arabischen Geldgebern, sunnitischen Dschihadisten, irakischen Ex-Soldaten, Söldnern aus Tschetschenien, Afghanistan und Dutzenden weiterer Länder, aus gelangweilten oder frustrierten Europäern,  Kriminellen, Frauenhassern und Selbstmord-Attentätern hat der IS im Handumdrehen ganze Armee-Divisionen besiegt, ganze Städte und Gebiete entvölkert, Hunderttausende Andersgläubiger oder Andersdenkender in die Flucht getrieben, Tausende erschossen, gekreuzigt oder geköpft, Frauen vergewaltigt, getötet oder versklavt. Und der sogenannte Islamische Staat, der noch gar kein Staat war, konnte unter dem "Kalifen" Ibrahim al-Badri alias Abu Bakr al-Baghdadi sein "Kalifat" einrichten.

Die Welt sah zu, entsetzt, fassungslos, gelähmt. Die Regierungen der westlichen Grossmächte waren trotz Warnungen auch aus kurdischen Kreisen, trotz ihrer Geheimdienste und trotz ihrer Aufklärungsmaschinerie von den anfänglich nur ein paar tausend Mann umfassenden "Gotteskriegern" völlig überrumpelt worden. Ausgerechnet der Westen, der das Gebiet auch nach der Aufteilung nie zu kontrollieren aufgehört hatte. Ausgerechnet er, der in der Region des Öls und aus geostrategischem Kalkül den immer weniger verlässlichen Nato-Partner Türkei hätschelte und auch den arabischen Diktaturen jede Waffe verkaufte – vom Giftgas, über Panzer bis zum Bomber und Kampfhelikopter –, die stets auch gegen die Kurden eingesetzt wurden.

Die "guten" Kurden im Irak

Ausgerechnet unsere westliche Welt steht jetzt vor einem gigantischen politischen, strategischen und moralischen Trümmerhaufen. Insbesondere natürlich die USA, die mit ihrer so verlogenen wie eigenmächtigen Invasion des Iraks im Jahre 2003 unter Präsident George W. Bush dem IS das Terrain ebneten, sahen jählings alle ihre Demokratisierungs-Bemühungen während ihrer Besatzungszeit im Treibsand versacken. Einzige Ausnahme: Irakisch-Kurdistan, das sich nach dem Völkermord Saddam Husseins an den Kurden seit Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrunderts dank der UNO und unter dem diskreten Schutz der USA zu einem prosperierenden, autonomen Teilstaat mit Regionalregierung und eigenen Peshmerga-Truppen entwickeln konnte.

Nachdem die Amerikaner in den Jahrzehnten zuvor die irakischen Kurden trotz gegenteiliger Versprechen mehrmals im Stich gelassen hatten, war ihnen klar geworden, dass die irakischen Kurden mit ihrer prowestlichen und marktwirtschaftlich orientierten Führung unter Masud Barzani im Irak die einzig verlässlichen Verbündeten sind. Sie wurden so, analysiert der amerikanische Journalist und Kurdenspezialist Kevin McKiernan in seinem Buch "The Kurds" und dem Film "Good Kurds, Bad Kurds", zu den "guten Kurden".

Die "schlechten" Kurden in der Türkei

Nicht so aber die benachbarten Verwandten in der Türkei. Sie fielen unter die Kategorie "schlechte Kurden". Diese kämpfen seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts mit der Arbeiterpartei Kurdistans und deren militärischem Flügel PKK unter dem Kommando ihres Mitgründers Abdullah "Apo" Öcalan für die von den türkischen Regierungen verweigerten Grundrechte und um politische Autonomie. Da der so charismatische wie schillernde Guerillaführer Öcalan zunächst im Marxismus sein Heil sah, den Rechtsextremen die Stirn bot, die feudalen Strukturen Ostanatoliens aufbrechen wollte und beispielsweise den Frauen die Gleichberechtigung einräumte, war er bei seinen Gegnern von Beginn an verdächtig.

Die Aussichtslosigkeit, in der Türkei über demokratische Wege ihre Rechte zu erlangen, politisierte und radikalisierte viele Kurden in der Türkei. Und die PKK-Methoden wurden brutaler, trotz des Widerstands gemässigter Genossen und religiöser Kurden. Schutzgeld-Erpressungen auch in der Schweiz zur Finanzierung des Kampfes, Anschläge auf Militäreinrichtungen und vereinzelte zivile Ziele, Ermordung und Verfolgung von Öcalan-Gegnern waren die Folgen. Schnell folgten die EU und die USA dem Beispiel der Türkei: Die PKK wurde zur "terroristischen Vereinigung" erklärt. Fortan wurden die PKK-Stellungen in den türkischen und irakischen Bergen Kurdistans auch mit US-Aufklärungshilfe bombardiert. Ohne entscheidende Erfolge.

Kurden kämpfen auch für westliche Werte

Inzwischen hatte sich aber zwischen der Erdogan-Regierung und der PKK auch ein Prozess in Richtung Frieden entwickelt, der den Kurden erste fundamentale Rechte zugesteht. Der mit Hilfe der USA 1999 verhaftete Öcalan wurde nicht hingerichtet und blieb auch im Gefängnis die Schlüsselfigur. Er kämpfte nun auch mehr mit den Waffen der Diplomatie. Und die PKK befolgte diszipliniert seine Waffenstillstände und Anweisungen zur Findung einer friedlichen Lösung zwischen Kurden und Türken. Doch unterdessen sind die alten Differenzen wieder aufgebrochen – aufgrund der Belagerung der syrischen Kurdenstadt Kobane durch IS-Terroristen in Sichtweite der türkischen Grenze. Die noch andauernde Schlacht um Kobane, die, mit welchem Ausgang auch immer, für die Kurden jetzt schon eine historische Dimension erreicht, stürzte die Region in ein neues, bizarres Chaos mit unabsehbaren Folgen.

Die Türkei spielt eine mehrdeutige Rolle, die vor allem dem IS hilft und zusehends die Kurden und Nato-Partner verzweifeln lässt. Denn Kobane wird stellvertretend für die westlichen Werte seit Wochen von schlecht bewaffneten, aber hoch motivierten und kampferprobten Kurden verteidigt. Es sind vorwiegend Kämpfer und Kämpferinnen der PKK, die mit der Unterstützung der syrisch-kurdischen Volksverteidigungskräfte (YPG) die Stadt halten. Derweil sehen die aufmarschierten türkischen Truppen auf der anderen Seite der Grenze tatenlos zu. Überdies sollen sie türkische Kurden daran hindern, den Eingeschlossenen zu Hilfe zu eilen. Ein Verhalten, das angesichts drohender IS-Massaker in Kobane zu Protesten in türkischen Städten gegen die Erdogan-Regierung zur Folge hatte, mit bislang drei  Dutzend Toten.

Die Krux mit dem Begriff Terrorismus

Die einzigen, die militärisch helfen, sind die Amerikaner und ihre Verbündeten. Zunächst eher zurückhaltend, dann aber mit zunehmender Intensität. Denn unten, in den Häusern und Strassen Kobanes, machen kurdische Verteidiger und Verteidigerinnen jenen aus militärischer Sicht unvermeidlichen Job, den sonst Bodentruppen der USA und ihrer Alliierten erledigen müssten. Und was geschieht? Die USA bombardiert die IS-Terroristen, um wenn immer möglich auch die von ihnen bekämpften PKK-"Terroristen" zu entlasten.

Just jene Kämpfenden also, die zuvor schon halfen, im Irak die geflohenen Yeziden aus der Wüste zu retten. Und wieder einmal zeigt sich in diesen Wochen, wie absurd es ist,  Freiheitskämpfer pauschal einfach als "Terroristen" abzukanzeln, zumal ohnehin jede Kriegshandlung, egal von wem ausgeführt, terroristische Züge trägt. Keine Frage, dass jeder Angriff auf Unschuldige und Zivilisten zu unterlassen und zu verdammen ist. Doch gilt es immer auch zu differenzieren, wer weshalb und in welcher Situation zu terroristischen Mitteln greift. Der Terror des Islamischen Staates, der keinen Unterschied mehr zwischen Kämpfenden und Zivilisten macht, hat ein völlig anderes Ziel als es jener der PKK hatte. Dieser richtete sich gezielt gegen die Vertreter der bereits vorher schon mit terroristischen Mitteln operierenden Übermacht des türkischen Staates.

Auch Wilhelm Tell war ein "Terrorist"

Der Vergleich sei gewagt: "Terroristen" waren auch die alten Eidgenossen im Befreiungskampf gegen die Habsburger Unterdrücker. Dennoch sind sie  – egal ob es sie wirklich gab oder nicht – heute die  Schweizer Lichtgestalten im Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung. Nationalheld Wilhelm Tell erschoss als "Terrorist" den Habsburger Reichsvogt Gessler, weil dieser die Bevölkerung terrorisierte.

Und die drei Verschwörer Werner Stauffacher, Walter Fürst und Arnold von Melchtal gründeten mit ihrem Rütlischwur und Bund eine "terroristische Vereinigung", die schliesslich die Habsburger mit ihrem "Staatsterrorismus" aus den Schweizer Bergen jagte. So weit sind die terroristischen Methoden des damaligen "Helvetistan" von jenen im heutigen Kurdistan nicht entfernt.

Als Staatsterrorismus empfinden die Kurden derzeit die passive Haltung der türkischen Regierung und deren neuen Luftangriffe auf PKK-Stellungen. Hinzu kommen die Sprüche von Staatspräsident Recep Tayip Erdogan, der die Motive der immer noch um ihre Grundrechte kämpfenden PKK-Kurden mit jenen der lebensverachtenden IS-Fanatikern gleichsetzt. Damit hat Erdogan sein mühsam aufgebautes Vertrauen bei den auf 15 Millionen geschätzten Kurden in der Türkei wohl verspielt. Es ist die Fortsetzung einer Tragödie: In bald hundert Jahren haben es der türkische Staat und seine zahlreichen Zivil- und Militärregierungen nicht geschafft, die grösste Minderheit des Landes als solche anzuerkennen und tatsächlich auf die Stufe gleichwertiger Bürger zu heben.

Kurdische Mentalität versus IS-Fanatismus

Die mörderischen Feldzüge des Islamischen Staates haben allen Kurden und Kurdinnen im Nahen Osten eine historische Chance eröffnet. Warum? Weil sie die einzige Kraft sind, die den Fanatikern des IS vor Ort jetzt und auf Dauer die Stirn bieten können. Erstmals werden die Kurden vom Westen als eine Nation wahrgenommen, der im kriegerischen Tohuwabohu der verschiedensten ethnischen, religiösen und militärischen Gruppierungen am ehesten vertraut werden kann.

Mich erstaunt das nicht. Denn viele Medienleute, Militärs, Mitarbeitende von Geheimdiensten oder Hilfswerken und Firmen, die sich  teils vor Jahrzehnten schon in Kurdengebieten aufhielten, begleitet diese Einschätzung seit ihren ersten Aufenthalten. Auch mich. Und warum? Weil die Mehrheit der Kurden durch ihre Gradlinigkeit, Treue und Entschlossenheit überzeugen. Gegenüber den Religionen üben sie Toleranz; vor allem Sunniten, aber auch Schiiten, Aleviten, Jesiden, Schabak, Ahlk-e Haqq, Christen und Juden finden sich in ihren Reihen. Politischer Extremismus oder religiöser Fanatismus ist ihnen zuwider. Terroranschläge auf die internationale Zivilluftfahrt, wie sie die ebenfalls staatenlosen Palästinenser in den sechziger und siebziger Jahren für einen palästinensischen Staat verübten, wurden von den Kurden keine durchgeführt. Selbst ein kurdischer Staat wurde zurückhaltend gefordert, die Kurden hätte sich in den verschiedenen Ländern mit fairen Autonomien wohl zufrieden gegeben.

"Wir Kurden haben keine Freunde"

Überdies ist die Gastfreundschaft der Kurden ebenso legendär wie ihre militärische Fähigkeit, sich – wie heute gerade in Kobane – hartnäckig zu verteidigen oder in ihren Bergen mit Guerillataktik die technisch und personell weit überlegenen Armeen ins Leere laufen zu lassen. Die Mentalität und die Werte der meisten kurdischen Menschen lassen meines Erachtens dem Wüten eines IS keinen Spielraum – sofern sie jetzt richtig unterstützt und nicht einmal mehr fallen gelassen werden. Denn das kurdische Trauma heisst Verrat: Zu oft waren die Kurden nur Spielball der Weltpolitik, zu oft brachen die Mächtigen ihre Versprechen und stürzten die Kurden und Kurdinnen in neues Elend.

"Wir Kurden haben keine Freunde." Das sagte mir im Sommer 1974 ein alter Kurde in seinem Versteck in den irakischen Kandil-Bergen. Ein Aussage, mit welcher der Alte jeden angereisten Journalisten konfrontierte, um ihn dann mit einem goldenen Füllfederhalter zu beschenken. Es war Nacht, eine Petroleumlampe flackerte im Raum, und der 71-jährige Peshmerga in den Pluderhosen und mit dem Krummdolch im breiten Stoffgürtel verrührte den Zucker im Teeglas.

Ruhig musterten seine  dunklen Augen das fast ein halbes Jahrhundert jüngere Gegenüber. Dann wiederholte er diesen Satz, der in fünf Worten das Gefühl eines lebenslangen Freiheitskampfes voller Verluste und Entbehrungen zusammenfasste: "Wir Kurden haben keine Freunde." Seither verfolgt mich dieser Satz. Auch darum, weil er in den letzten Dekaden immer wieder auf schmerzhafte Weise bestätigt wurde.

1975 – Vom Traum zum Trauma

Peshmergas, kurdische Freiheitskämpfer, hatten mir vor der Visite beim alten Guerillaführer um Verständnis bittend die Augen verbunden und in einem Geländewagen mit abgedunkelten Lichtern auf einer Naturpiste rund eine Stunde bergaufwärts gefahren. Saddam Hussein hatte eben eine Grossoffensive auf die in ihren Bergen verschanzten und von der CIA über den Schah von Persien unterstützten Kurden lanciert. Panzerdivisionen mit Infanterie rückten vor, Artellerie und russische Kampfbomber bombardierten die Dörfer in den engen Tälern und an den Berghängen.

Die Offensive wurde gestoppt, von dem Mann, dem ich damals gegenübersass: Molla Mustafa Barzani (Bild), der legendäre General, das grosse Freiheitssymbol der Kurden. Kein Jahr später entzogen die USA und der Iran den irakischen Kurden von einem Tag auf den anderen die Unterstützung gegen die Baath-Diktatur in Bagdad. Von dieser hatte Schah Reza Pahlewi auf dem Grenzfluss Schatt al-Arab endlich die geforderten Schifffahrtsrechte erhalten: Der hoffnungsvolle kurdische Grossaufstand brach zusammen, Hunderttausende mussten fliehen, Tausende starben. Noch nie seit dem Vertrag von Lausanne waren die Kurden derart von vermeintlichen Freunden in Stich gelassen worden. Und diesmal? Was passiert diesmal mit den Kurden, wenn sie ihre Gebiete vor dem IS schützen können und diesen vielleicht sogar zurückzudrängen vermögen?

Kurdenstaat als Alternative zum IS

Diesmal sieht es immer noch nicht gut, aber doch weit besser aus, was die Kurden vorab dem brutalen und für die Region höchst bedrohlichen Vormarsch des IS zu verdanken haben. Die westliche  Welt erkennt langsam: Das Auseinanderbrechen des Iraks und Syriens kann womöglich nicht mehr aufgehalten werden, weitere arabische Staaten könnten in diesen Strudel geraten – und die entschlossensten und vertrauenswürdigsten Gegner des Islamischen Staates sind die Kurden.

Die Waffenlieferungen an die irakischen Kurden und deren Ausbildung an modernen Waffensystemen sowie die Entsendung von Militärberatern sind zurzeit die einzige richtige Mindestmassnahme gegen den IS, so lange von den USA, der Nato oder den arabischen Verbündeten keine Bodentruppen eingesetzt werden. Ebenso richtig ist die – allerdings immer noch viel zu schwache – Entlastung der in Kobane belagerten Verteidiger mit der Bombardierung der IS-Fanatiker. Diese verstehen ohnehin nur eine Sprache: die der Waffen und der Gegengewalt.

Da sich der Islamische Staat zumindest eine Weile halten wird und die Kurden für lange Zeit zum verlässlichsten Bollwerk gegen seine weitere Ausbreitung werden könnten, drängt sich nur schon im Interesse der (noch) terrorfreien Weltteile das für viele noch kaum Denkbare auf: Die Etablierung des Kurdenstaates.

Wie dieser genau aussehen soll und welche Teile des historischen Kurdistans er mit dem immer nur möglichen Einverständnis der betroffenen Staaten umfassen soll, wird eine geschickte Diplomatie ausarbeiten müssen. Eine Herkulesaufgabe, gewiss. Aber wenn sich der Westen auch in der womöglich noch viel chaotischeren Zukunft des Nahen Osten auf die Kurden verlassen will, wird er sich schnell und ernsthaft mit der Realisierung dieser Idee befassen müssen.

Kein Kurdistan ohne Frieden unter den Kurden

Auch darum, weil die Türkei beharrlich das in sie gesetzte Vertrauen verspielt. Eigentlich müsste sie als Waffenpartner Europas und der USA dem IS die Grenzen aufzeigen. Allein schon der Flüchtlingsströme wegen, die der IS in die Türkei treibt.

Statt dessen handelt die islamische Erdogan-Regierung mehr für anstatt gegen den Islamischen Staat. Sie bekämpft wieder die eigenen Kurden und unterstützt die irakischen Kurden; sie ist Nato-Partner, behindert aber die USA bei ihren Angriffen auf den IS, und sie verhält sich so scheinheilig und undurchschaubar, dass ihr niemandmehr Glauben schenken mag. Gerät letzten Endes auch die Türkei in den Strudel islamistischer Gewalt? So, dass auch hier ein Kurdenstaat der verlässlichere Partner wäre?

Für einen kurdischen Staat müssten sich aber auch die Kurden selbst zusammenraufen. Die Zerstrittenheit der verschiedenen Regionen und Gruppierungen erinnern mit den früheren Auseinandersetzungen an die oft tödlichen Konfrontationen der Stände während der Alten Eidgenossenschaft im 13. und 14. Jahrhundert. In der Türkei bekämpften sich schon die atheistischen PKK-Kurden und die sunnitische kurdische Hizbullah. Kurdische Aleviten und Freidenker bilden eine weitere, weniger radikalisierte Gruppe . Im Nordirak buhlen seit langem schon vor allem die Patriotische Union Kurdistans (PUK) mit der Demokratischen Partei Kurdistans (DPK) um die Macht, früher auch in erbitterten Gefechten.

Die Zustände im Rest-Irak haben aber die beiden Parteien zusammenrücken lassen. Die PUK stellte schliesslich mit Dschalal Talabani den irakischen Staatspräsidenten, derweil Masud Barzani, Sohn des Freiheitsidols Mustafa, Präsident der Autonomen Region Kurdistans wurde. Diese verteidigt er nun, auch als Stellvertreter des Westens, gegen den IS. Derweil verteidigen die PKK-Kämpfer Apo Öcalans, denen Barzani in den Kandil-Bergen trotz guter Verbindungen zu Ankara Gastrecht gewährt, ebenfalls als Stellvertretende des Westens das syrische Kobane.

Kurden in der Schweiz beliebt

Sicher ist: Für einen grenzüberschreitenden Kurdenstaat ist es vital, dass der links orientierte Öcalan mit seinen Leuten und der mehr der feudalistischen Tradition anhängende Barzani und seine Gefolgschaft zueinanderfinden. Selbst dies dürfte, ohne es zu wollen, dem Islamischen Staat gelingen. Seine Gräueltaten und Ideologie haben die Kurden und Kurdinnen in allen Ländern zusammenrücken lassen.

Auch in Europa und der Schweiz, wo die verschiedensten kurdischen Organisationen gemeinsam gegen das Wüten der schwarz uniformierten Fanatiker auftreten, bei Strassenkundgebungen beispielsweise. In der Schweiz, wo rund 30'000 Kurden und Kurdinnen Zuflucht suchten und teils bereits hier geborene Kinder zur Schule schicken, ist die Sympathie klar auf der kurdischen Seite.

Nicht zuletzt auch dank der Erfahrungen vieler Schweizer und Schweizerinnen, die kurdische Menschen als besonders offen, fleissig und integrationsfähig erleben. Etwas, das ich in vielen Gesprächen mit Privaten, Mitarbeitenden von Hilfsorganisationen, Arbeitgebern und Amtsstellen feststellen konnte. Kurden und Kurdinnen fühlen sich nach eigenem Bekunden auch recht wohl hierzulande. Trotz ihres Heimwehs nach Kurdistan. "Die Schweiz hat viele Seiten, die mich an unsere Heimat erinnern", erklärte mir diesen Frühling ein irakischer Kurde, der nach neun Jahren in der Eidgenossenschaft nach Kurdistan zurückkehrte, um seiner Familie zu helfen. Was meinen Beobachtungen nach die meisten Kurden am der Schweiz beeindruckt, ist ihr politisches System, ihre föderalistische Struktur.

Herausforderung für Schweizer Diplomatie

Eine Föderation wäre für die kurdische Vielfalt wie geschaffen, versicherte mir in den achtziger Jahren der in Genf und an der Sorbonne lehrende kurdische Jurist, Politologe und Historiker Ismet Sherif Vanli (1924-2011). Der irakische Geheimdienst hatte ihm in seiner Lausanner Wohnung in den Kopf geschossen.

Vanli, einer der bedeutendsten Vordenker kurdischer Unabhängigkeit, hat überlebt. Überlebt und weitergekämpft, wie so viele andere seiner in die Schweiz geflohenen Landsleute. Von diesen befürchten nicht wenige, dass sich IS-Selbstmordattentäter später auch hierzulande in die Luft jagen könnten, um so viele Einheimische wie möglich in den Tod zu reissen. Abwegig oder gar absurd ist diese Sorge nicht.

Wer sich gewiss auch bei uns gegen die fanatisierten Gottesterroristen wehren würde, wären die ansässigen Kurden und Kurdinnen. Sie wissen, was auf dem Spiel steht. Und die Schweizer Bevölkerung natürlich auch. Ihre Diplomatie, erfahren, global anerkannt und ausgefeilt, ist für einen energischen Versuch wie geschaffen, einem Kurdenstaat Wegbereiterin zu sein. Damit wäre auch den westlichen Ländern geholfen: Sie hätten einen vergleichsweise verlässlichen Partner, im überkochenden Hexenkessel des Nahen Ostens.

Bilder: Karte kurdisches Siedlungsgebiet, kurdische Menschen, Schweizer Legendenheld Wilhelm Tell mit Sohn Walter, kurdische Flagge.

20. Oktober 2014

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
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"Endlich verstehe ich die Zusammenhänge"

Endlich verstehe ich die Zusammenhänge! Auch der Vergleich mit unserem Tell - ist so einleuchtend und stärkend. Die Schaffung einer Staates Kurdistan ist plötzlich logisch und als einziger und vernünftiger Ausweg zu sehen. Ich habe den Artikel weit in die Runden geschickt!


Jeannette Fischer, Zürich



"Sie sind sich bis aufs Messer uneins"

Guter Text! Danke. Ich komme eben aus dem Irak und der autonomen kurdischen Region im Norden des Landes zurück und leide vielleicht ein bisschen unter "Betriebsblindheit": Entscheidend ist der Abschnitt "Kein Kurdistan ohne Frieden unter den Kurden". Ich hatte viele Begegnungen mit Angehörigen von Minderheiten. moderaten Sunniten, schiitischen Muslimen, Christen und Jesiden.

 

Insbesondere Letztere berichteten unisono von der Kompetition zwischen den diversen Strömungen innerhalb der Kurdischstämmigen. Sie wussten in der Bedrohung durch den (sogenannten) IS nicht mehr, welchen Kurden sie trauen konnten. Die offiziellen Peshmerga, die ihnen Schutz zusicherten, waren beim Sturm auf ihre Stadt Sindschar plötzlich verschwunden. Den Fluchtkorridor gewährleisteten Einheiten der PKK. Gleichzeitig klagten mir Mütter und Väter, dass es PKK-Angehörige waren, die ihnen – nein, diesmal nicht der IS – die Töchter wegnahmen. Was aus ihnen geworden ist, wissen sie nicht. In Kurdistan, egal ob Irak, Türkei oder Syrien, ist alles hochpolitisch. Keine lokale NGO, die nicht nach der Pfeife einer Partei tanzt, und Parteien gibt es einige. Und sie sind sich uneins. Bis aufs Messer.

 

Es gibt viele gute Gründe für einen kurdischen Staat, sofern man ethnisch definierte Staaten fördern möchte. Den ersten Beweis, dass sie reif sind für ihr eigenes Land, müssen aber die Kurden selber erbringen. Im Nordirak, in den drei kurdischen Provinzen Erbil, Sulaymaniyah und Dohuk, ist die Übung durchaus erfolgreich, ja.


Fred Lauener, Basel und Mendrisio



"Hoffen wir, dass es die Kurden endlich schaffen"

Guter Artikel, wie immer von Ruedi Suter. Hoffen wir, dass es die Kurden endlich schaffen, ihren eigenen Staat zu erhalten!


PJ Wassermann, Hersberg


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