© Foto by OnlineReports.ch
"Bei einem Kaffee": Neue Baselbieter Regierungsräte Zwick, Krähenbühl

Gleich zwei Baselbieter Regierungsräte wollen Baudirektoren werden

SVP-Mann Jörg Krähenbühl hat die besseren Karten als Christdemokrat Peter Zwick


Von Peter Knechtli


Beide neu gewählten Baselbieter Regierungsräte Jörg Krähenbühl (SVP) und Peter Zwick (CVP) möchten die Bau- und Umweltschutzdirektion übernehmen. Am kommenden Dienstag werden die Ämter neu verteilt. Zu einer Machtprobe kommt es aber nicht: Die beiden Bald-Regierungsräte haben sich "kollegial" geeinigt. Krähenbühl hat das Erstentscheidungs-Privileg.


Die Aussagen aus dem eben überstandenen Wahlkampf hallen noch nach: Würden sie gewählt, wären sie bereit, jede der frei werdenden Direktion zu übernehmen, sagten die in der bürgerlichen Allianz vereinten Peter Zwick und Jörg Krähenbühl übereinstimmend. Nachdem die drei wieder gewählten Bisherigen Adrian Ballmer (FDP, Finanzen), Sabine Pegoraro (FDP, Justiz und Polizei) sowie Urs Wüthrich (SP, Bildung und Kultur) keine Lust auf departementale Luftveränderung haben, bleiben den zwei Regierungs-Novizen die durch die Rücktritte von Elsbeth Schneider (CVP, Bau und Umwelt) und Erich Straumann (SVP, Volkswirtschaft und Sanität) frei werdenden Direktionen zur Auswahl.

"Nicht unwillkommener Nebeneffekt"

Doch seit der Wahl vor vier Wochen wird ruchbar, dass sowohl Zwick wie Krähenbühl auf die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) ein besonderes Auge haben. Dass die Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion (VSD) weniger in der Gunst der beiden neuen Exekutivmitglieder stehen, hat einen klare Gründe: Der Christdemokrat Peter Zwick könnte die Arbeit seiner vertrauten Parteikollegin Elsbeth Schneider fortsetzen und als gemässigter Rechter die Förderung einer nachhaltigen Energiepolitik wieder in Schwung bringen. Zudem sind in dieser Direktion mehrere innenpolitische Langzeit-Baustellen schon bald geräumt: Der Sissacher Problem-Tunnel ist in Betrieb, die H2 zwischen Liestal und Augst hat ihren Spatenstich hinter sich, der Umbau des Liestaler Kantonsspitals ist ebenso beendet wie das Kriegsbeil mit Arcoplan begraben. Zwick hätte die Gelegenheit, die Direktion an einem Meilenstein zu übernehmen und neu zu profilieren.

Ob die Bau- und Umweltschutzdirektion "christlich" bleibt, ist allerdings fraglich. Recht deutlich beansprucht die SVP dieses Verwaltungs-Regiment. Ein Hintergrund liegt auf der Hand, wie das Beispiel von Krähenbühls Vorgänger Straumann zeigt: Als Sanitätsdirektor wäre Krähenbühl wie schon Straumann gezwungen, konstruktiv an der regionalen Spitalplanung mitzuwirken und somit gegen die Position der eigenen Partei mehr Partnerschaft mit Basel-Stadt zu pflegen als der SVP lieb ist. Dieser Gedanke stehe bei der Direktionswahl aber "nicht im Zentrum", vielmehr sei er ein "nicht unwillkommener Nebeneffekt", meinte SVP-Stratege Und Landrat Karl Willimann gegenüber OnlineReports.

Wird zuerst restrukturiert?

Ausschlag gebend für Krähenbühls Präferenz für die BUD sei deren "Attraktivität". Als gelernter Hochbauzeichner und als für den Hochbau zuständiger Reinacher Gemeinderat sei "Jörg ein Macher", der auf Elsbeth Schneiders Sessel "bessere Entfaltungsmöglichkeiten" sehe als in der Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion. Als neue Herausforderungen nennt Willimann das Entwicklungsgebiet "Salina Raurica", die umstrittene Südumfahrung und die Umfahrung Zwingen, aber auch massive Kostenüberschreitungen beim Hochwasserdamm Allschwil und bei der Giebenacherstrasse in Füllinsdorf. Der frühere SVP-Kantonalpräsident verschweigt nicht, dass Krähenbühl wohl auch die Organisation der Direktion kritisch analysieren und restrukturieren werde.

Im Gerangel um die Direktion äusserte sich CVP-Präsidentin Kathrin Amacker in der "Basellandschaftlichen Zeitung", es sei "nicht zwingend, dass der Vertreter ihrer Partei die BUD behalten müsse". Andere Stimmen aus der Christen-Partei möchten jedoch nicht so schnell klein beigeben und hoffen, dass auch die SP für Peter Zwick als Baudirektor Stimmung mache. Tatsächlich ist SP-Fraktionschef Ruedi Brassel der Meinung, dass Krähenbühl auf Straumann Stuhl in der Sanitätsdirektion Platz nehmen sollte: "Es ist nicht schlecht, wenn die SVP in die Partnerschaftspolitik eingebunden würde, gegen die sie von allen Parteien am meisten Widerstand leistet." Doch spürbar stark macht sich die SP weder für den einen noch den andern bürgerlichen Politiker. Motto: Die sollen sich selbst einig werden.

Krähenbühl hat Anciennitäts-Privileg

Und dies sind sie auch, wie Krähenbühl OnlineReports gegenüber bestätigte. "Bei einem Kaffee" mit Peter Zwick habe er "in sehr kollegialem Rahmen" seine Präferenz für Bau und Umwelt deklariert, wo sich sein künftiger Regierungskollege nach einigen Tag einverstanden erklärt habe.

Zwar werden die designierten Regierungsräte erst am 1. Juli ihr Amt antreten, doch kommenden Dienstag werden in der regulären Regierungssitzung, an der auch Zwick und Krähenbühl anwesend sind, die Ämter verteilt. Eine erste Machtprobe ist aufgrund der Vorsondierungen nicht zu erwarten. Erst werden die Bisherigen ihre Vorstellungen bekannt geben und dann wird Jörg Krähenbühl als 61-Jähriger seinen Wunsch vor dem um vier Jahre jüngeren Peter Zwick äussern können. Der Christdemokrat wird dann übernehmen, was übrig bleibt - aller Voraussicht nach die VSD.

Immer vorausgesetzt, die Bisherigen votieren auch im Sinn Krähenbühls - wogegen allerdings nichts spricht. Absprachen mit den beiden freisinnigen Adrian Ballmer und Sabine Pegoraro gebe es nicht. Er habe ihnen zwar seine Lieblingsdirektion genannt, sie hätten sich jedoch ohne Unterstützungs-Zusage getrennt, sagte Krähenbühl.

9. März 2007


Wird die SVP grün?

Der designierte Baselbieter Regierungsrat und wohl künftige Bau- und Umweltschutzdirektor Jörg Krähenbühl wehrt sich entschieden gegen die Vorstellung, die Umweltpolitik sei bei ihm und der SVP nicht guten Händen. "Heute kann niemand mehr an der Ökologie vorbei schauen. Nachhaltigkeit ist ein Thema, das ich mit hoher Priorität behandle", sagte der SVP-Mann zu OnlineReports.

Die Priorität liege beim Energiesparen bei gleichzeitiger Förderung der erneuerbaren Energie. Allerdings wolle sich die SVP bezüglich Umwelt "nichts verbauen" - auch kein neues Atomkraftwerk - und offen sein für die jeweils richtige Lösung.

Wie OnlineReports erfuhr, wird die SVP in Kürze mehrere Vorstösse zum Thema Energie und Umwelt einreichen.


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Die Temperaturen kratzen heute am Gefrierpunkt."

BZ Basel
Newsletter
vom 1. Dezember 2017
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Hinterliessen sie Spuren, die Temperaturen?

"Und übrigens ..."

Weihnachts-Geschichte aus Israel
RückSpiegel


Die Basler Zeitung zog die OnlineReports-News über den Entscheid des Basler Appellationsgerichts gegen die Nichtanhandnahme der Strafanzeigen von Staatsanwältin Eva Eichenberger und Strafgerichtspräsident Lucius Hagemann durch die Obwaldner Oberstaatsanwältin Esther Omlin im Fall "Lehrer H." nach.

In ihrem Artikel über die "Berlusconisierung von links" zitiert die Weltwoche aus dem "dem gutinformierten Basler Internetdienst OnlineReports".

In seinem Bericht über die Gefährlichkeit des Basler Centralbahnplatzes geht Barfi auf einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2001 ein, der damals schon die Probleme thematisierte.

Blick, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, BZ Basel, 20 Minuten und Barfi bezogen sich in ihren Artikeln über die Schüsse einen Mann in der Basler Innenstadt auf einen News-Primeur von OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Berichterstattung über den "Fall Wessels" auf einen OnlineReports-Kommentar Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Elisabeth Pestalozzi, seit August 2016 stellvertretende Chefredaktorin von Radio SRF, wird im zweiten Quartal 2018 neue Kommunikationsleiterin der Christoph Merian Stiftung.

• Über tausend Personen verlangen in einer Petition der SP Gelterkinden die Einführung von Tempo 30.

• Im zweiten Wahlgang der Liestaler Stadtrats-Ersatzwahl vom 14. Januar 2018 treten Marie-Theres Beeler (geboren 1959, Grüne) und Karin Jeitziner (geboren 1961, FDP) an.

Marco Greiner, Regierungssprecher und Vizestaatsschreiber von Basel-Stadt, ist neuer Präsident der Schweizerischen Informations-Konferenz öffentlicher Verwaltungen.

• Die Basler CVP hat ihre mit 3'910 Unterschriften versehene Krankenkassen-Initiative eingereicht, die verlangt, dass selbstbezahlte Prämien für die obligatorische Krankenpflege-Versicherung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können

• Mit der Jus-Studentin Laetitia Block als Nachfolgerin von Pascal Messerli steht erstmals eine Frau an der Spitze der Jungen SVP Basel-Stadt.

• Das Basler Ristorante Cibo Mediterraneo ist der künftige Betreiber der neuen Buvette am St. Alban-Rheinweg.

Reto Meyer, Inhaber und Geschäftsführer der WS Kommunikation in Basel, kauft per Jahreswechsel sämliche Anteile der BSSM Werbeagentur von Urs Schneider und Hannes Müller.

Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.