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"Auf die Intensität kommt es an": Lernmaterial

Parlez-vous Franglais Fédéral?

Peter Achten aus Peking ist irritiert über die Schweizer Fremdsprachen-Debatte und fordert Früh-Romanisch als erste Fremdsprache


Von Peter Achten


Die unsägliche Diskussion ums Frühfranzösisch geht unverdrossen weiter. Jenseits aller Vernunft. Denn weder Frühfranzösisch noch Frühenglisch bringen Vorteile. Sprachen sind zu jeder Zeit lernbar. Ein Zwischenruf aus dem fernen Peking.


Tatsache ist: Im Ausland sprechen Schweizer mit Schweizern English. Vor allem Deutschschweizer mit Romands, aber – man staune – auch Deutschschweizer mit Deutschschweizern. Cool! Das soll wohl Weltläufigkeit signalisieren. Provinzieller gehts nimmer, ganz im Sinne von Früh-Englisch. Das Schweizer-English ist nach meiner Erfahrung zudem im Schnitt deutlich schlechter als das gängige Français Fédéral. Diese Beobachtung habe ich in Latein- und Nordamerika, in Europa und vor allem in Asien gemacht.

Aber eigentlich kann die Aneignung der schönen, ehemaligen Weltsprache Französisch doch nicht so schwierig sein. Für einmal ein dickes Lob an das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten EDA. Alle EDA-Angestellten, sowohl im konsularischen wie im diplomatischen Dienst, parlieren fliessend auf Französisch, Deutsch und meist auch noch Italienisch. Die Weltsprache Englisch wird selbstredend vorausgesetzt.

Keine Vorteil durch Frühsprache

Bei den SBB werden Informationen auf der mir bekannten Linie Zürich-Genf sowohl von welschen als auch von Deutschschweizer Zugbegleitern und Begleiterinnen auf Deutsch, Französisch und Englisch durchgegeben. Bei der bis Anfang der 1980er-Jahre noch zentralisierten "Tagesschau" kooperierten in Zürich Romands, Ticinesi und Deutschschweizer ohne grosse Probleme zusammen. Der Chefredaktor war Tessiner, sein Stellvertreter ein Romand. Lingua Franca war Französisch. Mit lupenreinem Französisch, dem etwas "gstabigen" Français Fédéral und dem charmanteren Tessiner Französisch parlierte man an Redaktions-Konferenzen. Die Romands wiederum konnten sich sehr gut auf Hochdeutsch, einige sogar auf Schweizerdeutsch mit ihren Kollegen jenseits der Sarine unterhalten. Im übrigen waren alle des Englischen mächtig. Früh-English und Früh-Français war bei alledem noch nicht im Spiel.

Wie man heute zweifelsfrei weiss, bringen weder Früh-Französisch noch Früh-English Vorteile. Ob erst im fünften, sechsten oder gar erst im siebten Schuljahr begonnen wird, spielt keine Rolle. Auf die Intensität kommt es an. Und, dies vor allem, auf die Lehrer. Warum, wäre endlich zu fragen, unterrichten nicht ausschliesslich Lehrer und Lehrerinnen aus der Romandie Französisch in Deutschschweizer Schulen? Die Schüler profitierten und die, wie immer wieder zu lesen ist, überforderten Deutschschweizer Lehrer auch. Wäre so einfach.

Lieber Deutsch-Kompetenz verbessern

Dass Früh-Englisch wichtig für die Wirtschaft sei, ist eine Legende. Gewiss, Englisch ist im Business wichtig. Das kann man aber bei gutem Willen und grosser Motivation jederzeit lernen. Früh-Englisch ist dazu nicht zwingend. Was für die Wirtschaft im Allgemeinen und fürs individuelle Denkvermögen jedoch sehr viel wichtiger ist, ist die Beherrschung der Muttersprache.

Die Muttersprache der Schweizerinnen und Schweizer: Dialekt oder Hochdeutsch? Für die Deutsche Schweiz hat das der emeritierte Germanistik-Professor Peter von Matt in einem Essay überzeugend dargelegt: "Die Muttersprache der Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer ist nicht der alemannische Dialekt und nicht das Schweizer Hochdeutsch, sondern beides zusammen. (...) Es ist falsch und irreführend, den Dialekt als unsere Muttersprache und Hochdeutsch als eine Fremdsprache zu bezeichnen. (...) Wir haben also den Dialekt, und wir haben das Schweizer Hochdeutsch. Beide zusammen decken das Spektrum einer kulturell vollkommen funktionierenden Sprache ab. Nur beide zusammen, nicht eine allein."

Kantonale Erziehungsdirektoren, Bildungspolitiker, Lehrer und Forschende an pädagogischen Hochschulen sowie assortierte Bildungs- und Sprachexperten sollten sich vielleicht, anstatt mit halbgaren und verschwommenen Gewissheiten über Früh-Französisch oder Früh-English oder beides zu diskutieren, eher darüber Gedanken machen, wie zunächst einmal die Deutsch-Kompetenz unserer Kleinen verbessert werden könnte. Viele Mittelschullehrer und Universitäts-Professoren nämlich beklagen laut und deutlich die oft liederlichen Deutschkenntnisse ihrer Schüler und Studenten. Warum deshalb also nicht zunächst die ersten vier Schuljahre ein intensives Studium der Muttersprache?

Meine eigene Erfahrung

Aufgewachsen in zwei Sprachen – Baseldytsch-Hochdeutsch und Französisch – und in Basel und Fribourg zur Schule gegangen, hat man natürlich leicht reden. Doch die eigene Erfahrung zeigt, dass Sprachen zwar in jungem Alter leichter zu erobern, doch auch später bei genügender Motivation und eiserenem Willen – Lernen ist eben nicht, wie es der aktuelle Zeitgeist will, nur Fun – durchaus noch lernbar sind.

Erst im 5. Schuljahr begann ich beispielsweise mit den ersten zwei Fremdsprachen. Latein zum einen, Französisch, das mir von zu Hause aus schon geläufig war, zum andern. Im 8. Schuljahr kam dann noch Alt-Griechisch dazu. Ich habe dann Spätenglish erst im Alter von 18 Jahren gelernt. Drei Monate in England, von Null auf Hundert sozusagen. Obwohl ich also kein Früh-English genoss, habe ich es bis zum Managing Editor eines englischsprachigen Wirtschaftsmagazins gebracht. Trotz Früh-Lateinisch und Etwas-später-Griechisch habe ich es dank dem vierjährigen intensiven Deutschunterricht der Primarlehrerinnen Fräulein Pototzka und Frau Degen beruflich auf einen einigermassen grünen Zweig gebracht. Zwischen meinem zwanzigsten und fünfundfünfzigsten Altersjahr habe ich dann noch dreieinhalb weitere Sprachen dazugelernt.

Widerspruch! Gelbe Karte!

Cela dit, drängt es mich jetzt doch – entgegen chinesischen Gepflogenheiten – mich in die inneren Angelegenheiten der Schweiz einzumischen. Noch haben meines Wissens Basel-Stadt, Baselland, Solothurn, Freiburg und Wallis als erste Fremdsprache Französisch auf dem Stundenplan. Wie lange noch? Das Thurgauer Parlament hingegen will Französisch in der Primarschule streichen. Entsprechende Volksinitiativen sind in Graubünden, Luzern und St. Gallen hängig. Auch der Aargau will in Nachäffung vom vermeintlich ach so fortschrittlichen Zürich ganz auf "English First" setzen.

Widerspruch! Gelbe Karte! Bundesrat Alain Berset fordert zu Recht, dass alle Schweizer Kinder bereits in der Primarschule Französisch lernen. French First also. Für die Romands sind die Vorstösse der Deutschschweizer Kantone ein Affront. Als erste Fremdsprache sind für mich weitab in Fernost Französisch, Italienisch oder sogar Romanisch zwingend, und sicher nicht Englisch. Gute Lehrer und Lehrerinnen vorausgesetzt, steht dem nichts entgegen. Wir sind schliesslich in der Schweiz.

Mehr Gelassenheit, bitte

Medial wird das Gezänke um Früh-Französisch in der Deutschschweiz meist unbeholfen begleitet. Wenn ein Journalist in Jugendjahren schlechte Erfahrungen mit Französisch gemacht hat, wird das im Text bald ersichtlich. Den Vogel abgeschossen hat in einer in Zürich lokal weltberühmten Wochenzeitung ein Journalist, der sich brüstet, bei der Matura nach sechseinhalb Jahren Französisch eine blanke 6 abgeliefert zu haben, damit aber nicht in der Lage sei, sich mit seinen Korrespondenten-Kollegen im Bundeshaus einigermassen fliessend zu unterhalten. Ist denn der junge Mann nie auf die naheliegende Idee gekommen, sich für einige Zeit nach Paris, Tours oder nach Lausanne, Genf zu begeben, um intensiv an seinem mündlichen Französisch zu arbeiten?

Im selben Blatt behauptet jenseits aller Recherche ein notabene ausländischer Redaktor von den "Eidgenossen", sie kommunizierten "eben nicht polyglott": "Stattdessen schweigen sie sich an – in drei verschiedenen Sprachen." Das Schul-Französisch sei "leider total passé". Hier wäre eindeutig das chinesische Prinzip der Nichteinmischung – zumal von deutscher oder österreichischer Seite – in die inneren Schweizer Sprachangelegenheiten angebracht.

Insgesamt wäre bei der ganzen Schweizer Sprachdiskussion wohl mehr Gelassenheit gefragt. Aus der Ferne ein freundeidgenössischer Vorschlag zur Güte: Flächendeckende Einführung von Früh-Romanisch als erste Fremdsprache. Im Tessin, der Romandie und der Deutschschweiz.

4. September 2014


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"Genau das muss gesagt werden"

Wunderbarer Artikel. Genau das muss gesagt werden. Ich werde es meinerseits gerne wieder und wieder wiederholen …


Sibylle Benz, Basel



"Ich kann alles doppelt unterschreiben"

Ein BRAVO an Peter Achten. Ich kann alles doppelt unterschreiben. Auch ich hatte das Glück, in der Primarschule (im Kanton Zürich) einen Französischlehrer zu haben, der, mit einer Pariserin verheiratet, uns ein wunderbares Französisch beibrachte. Mehr ist nicht zu sagen.


Erwin Killer, Hölstein


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"Das Ermächtigungsgesetz der Nazis ist natürlich das bekannteste. Aber es gib tja auch noch andere."

BZ Basel
vom 11. Oktober 2017
die zurücktretende Basler
Juso-Präsidentin Mirjam Kohler
zitierend
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Tja!

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Waschmaschinen gegen Gemüse
RückSpiegel


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Der schweizerbauer.ch nahm die OnlineReports-Meldung über das auf der Strasse erlegte Rind in Gelterkinden auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Hoffmann-La Roche will bis ins Jahr 2020 den Wasserverbrauch pro Mitarbeitenden um zehn Prozent senken.

• Da die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung in Basel-Stadt im kommenden Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent ansteigen, passt die Regierung die Prämienbeiträge des Kantons für Haushalte mit bescheidenem Einkommen im gleichen Umfang an.

• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.

Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.