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"Am Spaghetti ziehen": Struktur-Skizze des künftiges Salina Raurica

Wirtschaftskammer ortet viel grösseres Potenzial für Salina Raurica

Studie zeigt: 9'000 statt 3'600 Arbeitsplätze, aber Kanton muss vorinvestieren und Grundeigentümer müssen kooperieren


Von Peter Knechtli


Im Seilziehen um die Zukunft des Prattler Entwicklungsgebiets Salina Raurica legt die Wirtschaftskammer Baselland eine brisante Studie als Zweitmeinung vor: Unter günstigen Bedingungen können in der Rheinebene 9'000 statt nur 3'600 Arbeitsplätze geschaffen werden, wie es der Baselbieter Regierung vorschwebt.


Er war kaum zum Direktor der Wirtschaftskammer Baselland aufgestiegen, gab er Gas: Dezidierte kritisch meldete sich Christoph Buser zu Wort, als die Regierung im Herbst als einen ersten Erfolg ihrer Wirtschaftsoffensive die Ansiedlung eines Coop-Produktionszentrums mit 250 neuen Arbeitsplätzen in der Prattler Rheinebene meldete.

Als FDP-Landrat kritisierte er, dass die Planung des Entwicklungsgebiets "seit zehn Jahren nicht richtig vom Fleck" komme. Wenig erbaut war er, dass mit dem Coop-Projekt für eine Schokoladefabrik und eine Weinabfüllung mit Logistikteil isoliert und ohne Gesamtkonzept ein 80'000 Quadratmeter grosses Filetstück aus dem kostbaren Gelände herausgeschnitten worden sei. Demgegenüber habe der Nachbarkanton Aargau im Fricktal – Sisslerfeld und Kaiseraugst – die Entwicklungspotenziale längst erkannt und für seine Hightech-Inititaitve Millionen investiert.

Lernen aus Glattal-Erfahrungen

Direkteste Adressatin der Kritik war Busers Parteikollegin, die Bau- und Umweltschutzdirektorin und aktuelle Regierungspräsidentin Sabine Pegoraro. Sie forderte den neuen Verbandsboss auf, Vorschläge zu bieten.

Innerhalb von gut zwei Monaten war es so weit: Heute Montagmorgen legte Buser zusammen mit den Fachleuten Urs Meier ("Planpartner") und Manuel Scholl ("agps") sowie Rainer Füeg ("Borisat", langjähriger Autor der "Wirtschaftsstudie Nordwestschweiz") eine als second opinion deklarierte Zweitmeinungs-Studie vor. Meier und Scholl waren auch am Wirtschafts- und Wohnzentrum Glattal nördlich von Zürich in der Nähe des Flughafens Kloten mitbeteiligt. Aus den Glattal-Erfahrung, hiess es, könnte Salina Raurica lernen. Es gehe darum, "schnell zu starten" und "nur soviel zu regeln, wie nötig ist".

Bis 2,2 Milliarden Franken Wertschöpfung

Unter dem Vorbehalt, dass es sich um eine erste Grob-Analyse unter Zeitdruck handelt, sind die Ergebnisse beeindruckend. Danach könnte in Salina Raurica ein Wirtschaftszentrum mit 9'000 Arbeitsplätzen geschaffen werden. Die Regierung ging bisher von 3'600 Arbeitsplätzen aus. Ausserdem sollen sich am Rhein 2'000 bis 3'000 Einwohner neu ansiedeln. Vorgesehen ist die schwerpunktemässige Ansiedlung eines Life Sciences Park, zur Minderheit ergänzt mit andern Branchen. Dadurch soll eine jährliche Wertschöpfung von bis zu 2,2 Milliarden Franken erzielt werden.

Leuchtende Augen dürfte die Entwicklungs-Skizze auch in der Baubranche auslösen: Das gesamte Investitionsvolumen schätzt Füeg auf 2,4 Milliarden Franken. Auf neun von elf Arealen ist hochwertiges Arbeiten, auf zwei Arealen Wohnen vorgesehen. Wichtig sei, dass der Kanton jetzt sehr rasch mit der Konzeption und Akquisition potenzieller Firmen beginne, führten die Autoren aus.

Staatliche Vorinvestition für "Rhein-Boulevard"

Zu einem Erfolg könne Salina Raurica aber nur werden, wenn das Projekt von der Peripherie weggenommen und an die Gemeinde angebunden werde, verkehrstechnisch optimal erschlossen sei und sich als attraktive "Adresse" präsentieren könne. Dabei müssten zwei wichtige Bedingungen erfüllt sein. Zum einen müsse der Kanton eine Vorinvestition in Höhe von rund 50 Millionen Franken für den Bau eines den Kern des 50 Hektar grossen Geländes Salina Raurica erschliessenden "Rhein-Boulevard" tätigen.

"Jemand muss am Spaghetti ziehen", schilderte Buser die staatliche Vorreiteraufgabe. "Wesentliche Teile" dieser Investition könnten später auf die Grundeigentümer übertragen werden.

Grundeigentümer müssen sich zusammenraufen

Diese 30 Meter breite Erschliessungsachse soll anfänglich quasi ins Leere führen, aber zugleich ein starkes staatliches Willens-Signal darstellen, das Unternehmen beeindrucken soll. Auf diesem begrünten Rückgrat soll in einer ersten Phase ein Bus verkehren, später sollen die Tramlinien 14 und allenfalls auch 3 verlängert werden und neben der Bahn und Park& Ride im Bahnhofs-Bereich für die Erschliessung sorgen. Die bestehende Rheinstrasse soll bei Bedarf rückgebaut werden.

Als eine weitere Bedingung nannte Urs Meier die Bereitschaft der Salina Raurica-Grundeigentümer zum "Gebiets-Management" durch Gründung einer professionellen Organisation in Form der Salina Development AG. In dieser Firma sollen Landeigentümer, Management und externe Beauftragte vereint optimale Voraussetzungen für attraktive Interessenten und Verkaufspreise schaffen für markante Geschäftshäuser, darunter auch über Quartierpläne legitimierte Hochhäuser. Die Frage, wie viele Landeigentümer tangiert sind, konnte nicht beantwortet werden.

Hingegen fordern die Autoren einen ambitiösen Zeitplan: Noch dieses Jahr sollen unter den wichtigsten Landeigentümern privatrechtliche Vereinbarungen abgeschlossen werden. Je nach Status soll das Gelände schon 2014 und 2016 Baureife erlangen.

"Wir sind nicht Raumplaner des Kantons"

Die Grob-Abklärungen des Entwicklungspotenzials am Autobahnknotenpunkt hätten 80'000 Franken gekostet, sagte Buser. Er belegte damit, dass es möglich ist rasch Initiaitve zu ergreifen. Mit der Erarbeitung von raumplanerischen Grundlagen und Abklärungen der Wertschöpfung fühle sich die Wirtschaftskammer "als Impulsgeber, nicht als Raumplaner des Staates". Jetzt müsse der Kanton, insbesondere seine neue "Verkaufs-Abteilung", die Federführung übernehmen und ein glaubwürdiges Arealkonzept schaffen.

Wie Buser weiter ausführte, sei das Konzept Regierungspräsidentin Sabine Pegoraro, den Gemeindepräsidenten von Pratteln und Augst sowie den grössten Grundeigentümern vorgestellt worden. Die Reaktionen seien "eigentlich ermutigend" gewesen.

Christoph Buser, Gast-Kommentar: "Wirtschaftsförderung im Blindflug"

7. Januar 2013

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"Die Basler Stadtgärtnerei behauptet, dass es mit den Wegwerfgrills besser geworden sei."

BZ Basel
Newsletter vom
15. Mai 2018
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Eine höchst interessante Aussage. Sie braucht nur noch in den Verständlichkeits-Modus transferiert zu werden.

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RückSpiegel


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Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am Samstag, 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier (10 bis 16 Uhr) neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".

• Der frühere Basler Grossrat und FDP-Nationalrat Urs Schweizer tritt per 15. Mai 2018 nach 15 Jahren als Präsident des ACS beider Basel zurück.

• Nach den Kontrollen an der vergangenen Basler Fasnacht bleiben Pferde von Chaisen und Vorreitern weiterhin erlaubt.

• Die 43-jährige Elisabeth Heer Dietrich wurde mit 82 von 84 Stimmen glanzvoll zur neuen Baselbieter Landschreiberin gewählt.

• Die Revitalisierung der unteren Wiese hat sich aufgrund der vielen Hochwasser um den Jahreswechsel so stark verzögert, dass das Basler Tiefbaumt sie nicht rechtzeitig vor der Fischschonzeit abschliessen konnte und bis Ende Mai pausieren muss.

• Die Rechnung 2017 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 251 Millionen Franken ab und liegt damit 108 Millionen Franken über dem Budget.