© Foto by OnlineReports.ch
"Ich mache den Anfang": Regierungsrats-Kandidat Engelberger (links), Supporter Schäfer

Lukas Engelberger: Vorschuss-Lorbeeren für einen Tüchtigen

Überparteiliches Komitee, dem auch ein SP-Grossrat angehört, unterstützt den Basler CVP-Regierungsratskandidaten


Von Peter Knechtli


Der Wahlkampf um die Nachfolge des Basler CVP-Regierungsrates Carlo Conti ist lanciert: Heute Freitag warben die Christdemokraten für den 38-jährigen Favoriten Lukas Engelberger – auch mit Support von rechts und links.


Offiziell will sich die SP nicht in die Ersatzwahl vom 18. Mai einmischen. Das sei Sache der bürgerlichen Parteien, beschloss sie gestern Donnerstagabend. Schliesslich gehe es um einen bürgerlichen Sitz, der von der SP nicht bestritten werde. Und dennoch durfte heute Freitagmorgen der CVP-Kandidat und Kantonalpräsident Lukas Engelberger (Bild links) seit zehn Jahren Mitglied des Basler Grossen Rates, einen bekannten Sozialdemokaten präsentieren, der seine Kandidatur offen unterstützt: SP-Grossrat Tobit Schäfer (Bild rechts), der zwar dem rechten Flügel der Genossen angehört, aber mit seiner Präsenz in weissem Hemd und gelb-grün-blau gestreifter Krawatte immerhin ein deutliches Zeichen setzte. Im Wahl-Flyer erweist Engelberger auch der freisinnige Gewerbeverbands-Präsident Marcel Schweizer seine Referenz.

Als Zeichen überparteilicher Unterstützung legte sich an der Präsentation auch der Liberale Conradin Cramer, bis vor kurzem Basler Grossratspräsident, mächtig für Engelberger (in Krawatte in CVP-Orange gehalten) ins Zeug. Auch die frühere Baselbieter CVP-Nationalrätin Kathrin Amacker war ins "Acqua" geeilt, um die Vorzüge des städtischen Christdemokraten hervorzuheben.

Wirtschaftspolitisches Primat

"Das freut mich sehr, das ehrt mich sehr und das rührt mich auch ein bisschen." So reagierte Engelberger auf die vorangehenden Voten. "Was hier im Sinne von Vorschuss-Lorbeeren formuliert wurde, das möchte ich beweisen und einlösen." Engelberger bezeichnete sich als "Team-Player", der sich ins Regierungskollegium integrieren wolle, und bekannte sich zu einer "lösungsorientierten und wirschaftsfreundlichen Politik". Und weiter: "Ich fühle mich als den klassischen bürgerlichen Kandidaten für diese Ersatzwahl."

"Spitzenplatz in Forschung und Innovation behaupten" ist denn auch der erste von sechs inhaltlichen Schwerpunkten, mit denen der Unternehmensjurist bei Hoffmann-La Roche in den Wahlkampf zieht. Die Life Sciences-Konzerne prägten den Lifestyle und machten "Basel zur internationalen Stadt". Es sei "enorm wichtig, dass wir den Geist des innovativen Unternehmertums erhalten können", Universität und Spitzenmedizin inbegriffen. Es gehe "generell und den Denkansatz, offen und Neuem gegenüber freundlich zu sein".

Nebst der geistigen Offenheit erfordere dies aber auch die politischen Voraussetzungen, "und für die möchte ich mich einsetzen". Basel müsse als Standort für die Unternehmen "attraktiv bleiben und es auch zunehmend noch werden". So müssten Unternehmen "international jene Leute rekrutieren können, die sie braucht und will". Basel müsse aber auch "mit einer gewissen Freundlichkeit auf jene Leute zugehen, die bereit sind, hier zu arbeiten und ihren Beitrag zu leisten".

Gegen überrissene sozialpolitische Forderungen

Anderseits, so Engelberger auch auf die Mindestlohn-Initiative anspielend, "sollten wir uns nicht mit überrissenen sozialpolitischen Forderungen das Leben schwer machen". Der Vater von drei Kindern will aber auch "Familien entlasten" und im Gesundheitswesen "Spitzenqualität zu bezahlbaren Preisen" anbieten können.  Als Befürworter der Fusionsinitiative befürwortet er eine Wiedervereinigung der beiden Basel. Anders als die Mehrheit des Grossen Rates befürwortet Engelberger einen Beitritt Basels zum Hooligan-Konkordat.

Wichtig sei ihm generell, "offen für Neues und ein Zuhörer zu bleiben" und "situativ zu reagieren". Denn falls er gewählt würde, bleibe unklar, welches Departement er zu leiten hätte. Auf die Frage von OnlineReports, ob amtierende Mitglieder der Regierung Ambitionen auf den Vorsitz des frei werdenden Gesundheitsdepartements hätten, sagte Engelberger, es lägen ihm "keine konkreten Hinweise" vor. Er fühle sich aber "bereit, jedes Departement zu übernehmen". Falls er gewählt würde, würde er "zu hundert Prozent die Interessen des Kantons Basel-Stadt vertreten und nicht jene bestimmter Sektoren der Industrie".

Zahlt Roche mit?

Auf eine weitere Frage von OnlineReports sagte Engelberger, es sei zu überlegen, ob für bestimmte Unternehmen, die nicht von der Lizenzbox profitieren könnten, nicht eine gewisse Senkung der Gewinnsteuersätze zu prüfen wäre.

Das Wahlkampfbudget beläuft sich auf 100'000 Franken, wovon Engelberger und seine Familie einen Viertel übernehmen, den Rest die Partei, Einzelpersonen und Firmen. Auf die Frage, ob Roche auch unter den Spendern sei, sagte Engelberger: "Das ist mir im Moment nicht bekannt." Wahlkampfleiter Patrick Huber schilderte die Aktivitäten, zu denen unter anderem auch kulinarische Kontaktanlässe an vier Orten des Kantons ("Burger für Bürger!") gehören, bei denen Engelberger jeweils Samstags am Grill steht.

Warme Worte für den Kandidaten

Zuvor bekam Lukas Engelberger allerhand Schmeichelhaftes zu hören. Er sei einfach "ein guter Typ", sagte der Liberale Conradin Cramer über seinen Freund und Berufskollegen. Er sei "charakterlich integer" und verspreche nur, was er auch halten kann. Er habe – was man ihm anhand seiner öffentlichen Auftritte, an denen er sachlich-trocken und solide wirkt, nicht gäbe – einen "ungeheuer guten Humor" und verfüge über Selbstironie. Engelberger habe auch die Gabe "gute Kompromisse nicht nur zu suchen, sondern auch zu finden".

Kathrin Amacker empfindet "die Politik" in beiden Basel "etwas angezählt". Deshalb brauche es "Leute, die wieder Vertrauen geben und das Regierungsteam stärken können". SP-Grossrat Tobit Schäfer schilderte Engelberger als Persönlichkeit, die "Leute abholen und der Gegenseite zuhören kann".

Die drei jungen Ambitionierten

War es Zufall oder nicht, dass zwei junge ambitionierte Basler Politiker aus LDP und SP als Zugpferde für den Durch-und durch-CVP-Mann Engelberger dienen? Sowohl Cramer wie Schäfer werden gewisse Regierungs-Ambitionen nachgesagt. Sitzen die drei in einigen Jahren gemeinsam im Basler Regierungsrat? "Das ist jetzt nicht das Thema", wich Cramer aus. "Unser Zeithorizont ist zunächst einmal der Mai", sagte sich Engelberger sibyllinisch, während Schäfer als Einziger etwas konkreter wurde: "Conradin Cramer und ich sind in einem Alter, dass irgendeinmal eine Einsitznahme in der Regierung nicht ausgeschlossen ist."

Dann schob Engelberger doch noch einen bemerkenswerten Satz nach: "Mich würde es ausserordentlich freuen – und ich mache gern den Anfang." CVP-Vizepräsidentin Andrea Strahm stellte schliesslich "heute schon fest, dass dies ein funktionierendes Team wäre".

21. März 2014

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Theater Basel

"Die Dreigroschenoper"
RückSpiegel


In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die gerichtliche Niederage von Polizei-Offizier Bernhard Frey Jäggi nach.

Die Basellandschaftliche Zeitung und 20 Minuten nahmen die OnlineReports-Nachricht über die geplante Massenentlassung bei der "Küschall AG" in Witterswil auf.

In ihrer Übersicht über die Schweizer Online-Newsmedien ging die NZZ auch auf OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung zog die OnlineReports-News über den Entscheid des Basler Appellationsgerichts gegen die Nichtanhandnahme der Strafanzeigen von Staatsanwältin Eva Eichenberger und Strafgerichtspräsident Lucius Hagemann durch die Obwaldner Oberstaatsanwältin Esther Omlin im Fall "Lehrer H." nach.

In ihrem Artikel über die "Berlusconisierung von links" zitiert die Weltwoche aus dem "dem gutinformierten Basler Internetdienst OnlineReports".

In seinem Bericht über die Gefährlichkeit des Basler Centralbahnplatzes geht Barfi auf einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2001 ein, der damals schon die Probleme thematisierte.

Blick, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, BZ Basel, 20 Minuten und Barfi bezogen sich in ihren Artikeln über die Schüsse einen Mann in der Basler Innenstadt auf einen News-Primeur von OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Weitere RückSpiegel

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"In der Elsässerstrasse kam es zu einem Unfall mit Salzsäufer."

BaZ online
vom 20. Februar 2018
über einen Salzsäure-Unfall
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Vielleicht hat auch der Redaktor Salz gesoffen.

In einem Satz


• Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von staatsnahen baselstädtischen Betrieben liegt per 1. Januar 2018 bei 40,9 Prozent und übertrifft somit die geforderten 33,3 Prozent deutlich.

• Da SP-Landrat Hannes Schweizer per 31. März als Präsident der Bau- und Planungskommission zurückritt, schlägt die SP-Fraktion als seinen Nachfolger den Frenkendörfer Urs Kaufmann vor.

• Die SP Pratteln-Augst-Giebenach lanciert eine Petition zur Erhaltung des Schalters der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) in Pratteln.

BaselArea.swiss wird ab März im Mandat die Geschäftsführung des Switzerland Innovation Park Basel Area AG übernehmen.

Thomas Kessler, der frühere Basler Stadt- und Kantonsentwickler, wird Leiter eines von den AZ Medien für die "BZ Basel" ins Leben gerufenen Publizistischen Beirats.

• Nach Vandalenakten und einer Einbruchserie fordert die Riehener CVP von den Behörden "endlich die wirksame Umsetzung längst bekannter Forderungen" zur Erhöhung der Sicherheit.

• Der Münchensteiner Gemeinderat hat die Durchführung des "Tension Festivals" vom 31. Juli im Gartenbad St. Jakob sowie auf den angrenzenden Volleyball-Feldern unter Lärmauflagen bewilligt, nachdem letztes Jahr zahlreiche Beschwerden eingegangen waren.

Hans-Peter Ulmann, seit 1996 CEO von Psychiatrie Baselland, tritt auf 30. Juni 2019 in den Ruhestand.

• Im Jahr 2017 verhängte die Basler Kantonspolizei im Zusammenhang mit dem FC Basel 17 Rayonverbote – davon sieben an Fans von Gastmannschaften –, während der FC Basel acht Stadionverbote anordnete, von denen fünf Fans von Gastmannschaften betrafen.

• Die Gemeinde Allschwil plant eine Erneuerung und Erweiterung der Parkanlage sowie rund 140 Wohnungen auf dem Areal Wegmatten zwischen Baselmattweg und Bachgraben.

Thomas Bretscher wird ab 1. Februar neuer Geschäftsführer des "Business Park Laufental & Thierstein" und damit Nachfolger von Daniel Fiechter.

• Die Riehener CVP verlangt eine generelle Aufgabenprüfung (GAP), um die Diskussion um Aufgaben und Leistungen der Gemeinde und die dafür benötigten Ausgaben und Einnahmen zu versachlichen.