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"Lust auf Zukunft": Baselbieter FDP-Kandidierende, Schweizerischer Präsident

Baselbieter FDP "on Tour": "Vorwärts, positiv"

Baselbieter Freisinnige starten Wahlkampf-Tour im Bus mit FDP Schweiz-Präsident Fulvio Pelli


Von Peter Knechtli


Mit einer Road-Show eröffneten die Baselbieter Freisinnigen heute Samstagmorgen ihren Nationalrats-Wahlkampf. Die FDP gibt sich dabei trendgemäss sanft ökologisch: Sie tourt ihre sieben Kandidierenden per Bus und Tram kreuz und quer durch den Kanton.


Die Baselbieter Freisinnigen wählten einen unkonventionellen Weg: Wo sich andere Parteien nach gewohntem Muster vor den Kulissen bekannter Sitzungslokale zu einem - mehr oder weniger spannenden - Statement-Marathon präsentieren, sucht die FDP die Strasse und die Mobilität. "Road-Show" heisst das Konzept neudeutsch: Raus aus der Stube, den direkten Kontakt zum potenziellen Wahlvolk suchen, sich auf gleiche Augenhöhe mit "dem Bürger"und "der Bürgerin" begeben.

Freisinnige auf Bürger-Augenhöhe

Tatsächlich herrschte gute Morgen-Party-Stimmung heute Samstag, als sich die sieben Kandidierenden Fritz Britt, Hans Rudolf Gysin, Paul Kurrus, Christine Mangold, Werner Rufi, Urs Steiner und Petra Studer vor dem Regierungsgebäude in Liestal versammelten, um zunächst mit Medien ins Gespräch zu kommen und ein erstes Glas (Mineralwasser) zu genehmigen. Auf Stehtischchen lagen Flyers, aber auch Süssigkeiten, Brillentücher (für klare Sicht) und Taschenlämpchen (Licht ins Dunkle bringen).

Das Bewerbungs-Septett mit Kantonalpräsident Peter Tobler, Finanzdirektor Adrian Ballmer und Wahlkampfleiter Andreas Faller war nicht allein - ganz im Gegenteil. Aus dem Gewusel ertönt plötzlich das Wort "Prego!": FDP Schweiz-Präsident Fulvio Pelli war da, um seine Kandidierenden während des ganzen Tages durchs Baselbiet zu begleiten. Per Bus (mit Aargauer Nummer, war die Bestellung auch Gysin-konform ausgeschrieben worden?) gings erst einmal "on Tour" (Ziel "Bundeshaus Bern"), zunächst an einen Alpabtrieb nach Waldenburg und vor dort Richtung Unterbaselbiet, wo auch Regierungsrätin Sabine Pegoraro zustieg.

Im gelben Tram nach Pratteln

Bis zum 13. Oktober an fünf Samstagen ist der FDP-Kandidaten-Bus im Baselbiet anzutreffen, wobei Andreas Faller die Halteplätze offen liess. Die FDP will hier also flexibel bleiben und spontane Bürgeransammlungen zum Aussteigen und Kontakteknüpfen nützen. Dass die Freisinnigen den öffentlichen Verkehr entdeckt haben, steht auch mit ihrer thematischen Stossrichtung im Zusammenhang: "Vorwärts, positiv" ist laut Faller das Bild, das die FDP in diesem Wahlkampf vermitteln wollen.

Doch nicht nur mit dem Bus wollen sich die Freisinnigen begnügen. Am 29. September werden sie ein gelbes BLT-Tram okkupieren und damit auch in Pratteln, Muttenz und Allschwil aufkreuzen, wo sonst nur grüne Kombinationen verkehren. "Wir kämpfen im gelben Tram gegen die Grünen", frotzelte einer. Dies sei ein "Primeur", verkündete Faller und verriet OnlineReports, dass BLT-Chef Büttiker, kein FDP-Mitglied und höchstwahrscheinlich überhaupt kein Partei-Mitglied, das gelbe Tram im Fall "jedem vermietet", der es bucht.

Pelli will "Lust auf Zukunft"

"Wir brauchen mehr öffentliche Mittel", begrüsste denn auch der höchste Schweizer Freisinnige Fulvio Pelli die Kandidierenden, die Medien und erste Passanten, wobei er sicherlich "öffentliche Verkehrsmittel" meinte. Denn er sprach von "Lust auf Zukunft", und dafür steht der OeV angesichts zunehmender Strassen-Stau-Staffetten ohne Zweifel, ohne seine Meinung zu verhehlen, dass heute "zu viel über die Vergangenheit gesprochen wird". Erfrischender sei es, über prosperierende Wirtschaft und neue Arbeitsplätze zu reden.

Im Video-Interview mit OnlineReports erklärte Pelli, es drehe sich derzeit "alles um die Person von Herrn Blocher", obschon es angezeigt sei, "zurück zur Sachpolitik" zu gehen. Zwar habe sein Parteikollege Bundesrat Pascal Couchepin etwas übertrieben, als er in diesen Tagen Blocher mit dem Duce und dem politischen Klima der dreissiger Jahre in Zusammenhang brachte. Aber, so fügte Pelli an: "Ich glaube, es gibt Leute in diesem Land, die dieses Klima auch wieder einmal schaffen möchten." Doch der Rummel um die Person Blocher, der wieder gewählt werde, bringe uns nicht weiter. Es sei Zeit, zurück zur Sachpolitik zu gehen.


8. September 2007



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