© Fotos by Valerie Zaslawski und Peter Knechtli, OnlineReports.ch
"Man darf gescheiter werden": Automaten-Verpackung am Basler Centralbahnplatz

Neue TNW-Automaten sind zu breit für die Ticket-Container

Tarifverbund-Leiter Andreas Büttiker und Politiker fordern den gänzlichen Verzicht auf die sperrigen Boxen


Von Valerie Zaslawski und Peter Knechtli


Pech gehabt: Die neuen Ticket-Automaten des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW) passen nicht in die silbernen Designer-Häuschen am Basler Centralbahnplatz. Jetzt wäre der Zeitpunkt gekommen, diese sperrigen Metall-Boxen endgültig zu entsorgen. Diese Meinung vertritt TNW-Leiter Andreas Büttiker - und nicht nur er.


Mit einem Aufwand von 22 Millionen Franken ersetzt der TNW in nächster Zeit 550 alte Ticket-Automaten. Die neuen multifunktionalen Geräte werden derzeit an 15 Standorten in der Nordwestschweiz getestet. Die Kunden zeigen sich mit den neuen Schaltern "sehr zufrieden", freut sich Dagmar Jenny, Mediensprecherin der Basler Verkehrsbetriebe (BVB), gegenüber OnlineReports. Sie bräuchten, meint sie lachend weiter, "kein geschultes Personal neben den Automaten - wie erst befürchtet ".

"Kult-Kubus" oder "Architekten-Furz"?

Nur am Centralbahnplatz, wo die sieben Automaten in durchgestylte silberne Metallkasten eingebaut sind (Bild oben), gibt es nichts zu lachen: Die neuen Geräte sind um 20 Zentimeter zu breit. Die Konsequenzen aus dem Mass-Problem werden unterschiedlich beurteilt: Die Ticket-Boxen müssten nur "ein bisschen" angepasst werden, relativiert die BVB-Sprecherin das Zentimeter-Dilemma mit Kostenfolgen. Der finanzielle Aufwand für die Anpassungen sei aber "von Anfang an im Projekt eingeplant" gewesen. Laut Andreas Büttiker (Bild links), dem Leiter des Tarifverbunds Nordwestschweiz, werden die Stahlwürfel jedoch nicht "angepasst", sondern sie werden schon nach wenigen Betriebsjahren vollumfänglich ersetzt.

Ob es indes so weit kommt, ist offen: Was die Einen als "Kult-Kubus" loben, halten Andere für einen "Architekten-Furz" (so etwa der Basler SP-Grossrat und Verkehrsexperte Jörg Vitelli). Auch TNW-Chef Büttiker fragt sich, "ob wir eine Architektur wollen, die sich selbst gefällt oder eine Architektur, die den Menschen dient". Für Büttiker ist klar: Jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, sich von den Billet-Containern endgültig zu verabschieden: "Man darf ja auch gescheiter werden."

"Es ist wie Ostereier-Suchen"

Büttiker stellt sich einen Centralbahnplatz mit möglichst wenig Hindernissen vor, denn es handle sich um die "wichtigste Verkehrsdrehscheibe der Nordwestschweiz". Einzelne Automaten und Funktionen seien sogar so sehr in den Kästen versteckt, dass ihr Auffinden einem "Ostereier-Suchen" gleichkomme.

Dieses Konzept geht zurück auf den Architekten Raul Rosenmund von "Rosenmund+Rieder", der damals den Wettbewerb zur Umgestaltung des Platzes - für rund 43 Millionen Franken - gewonnen hatte. Er habe sich an den grünen Automaten gestört und sie deshalb aus ästhetischen Gründen verkleidet. Aus der Optik des Tarifverbund-Chefs hat sich diese Verpackungs-Kunst aber nicht bewährt. Die Automaten müssten, so Büttiker gegenüber OnlineReports, "sofort und jeder Perspektive sichtbar sein".

Seine Kritik wiegt angesichts der Fahrgastprognosen des Basler Agglomerations-Berichts von 2005 schwer: "Der Bahnhof SBB wird künftig zusätzliche Fahrten für rund 35'000 Personen pro Tag zu bewältigen haben." Schon heute stört sich der TNW-Leiter an den zu schmalen und in Stosszeiten vollgestopften Perrons – jenes im Bereich der BLT-Linien 10 und 11 misst keine vier Meter Breite. Passagiere weichen auf die Geleise aus und werden so zum Sicherheits-Risiko. Die Metall-Kästen, die Passagiere beim Ein- oder Austeigen behindern, verschärfen das Problem.

Visitenkarte an der Verkehrsdrehscheibe

Mit seiner Forderung, auf die sperrigen Billet-Boxen künftig zu verzichten, ist Büttiker nicht allein. Der Basler Grossrat Jörg Vitelli sagte gegenüber OnlineReports, er habe diese Automaten "nie gefordert" und könnte gut auf sie verzichten. Der SP-Politiker bezeichnet die knallig grünen Ticket-Geräte als "Erkennungsmerkmal für den Fahrgast". Die Blechhülle erschwere die Suche.

Für BVB-Sprachrohr Dagmar Jenny steht eine Entfernung der Designer-Häuschen "überhaupt nicht zur Diskussion". Sollte sich jedoch eine Debatte ergeben, sei die BVB klar der Meinung, dass es "keine Schutzhüllen" brauche.

Nach Einschätzung von OnlineReports hat Andreas Büttiker mit seiner Kritik auch aus weiteren Gründen Recht: Die reklamebekleisterten Stahlkästen zwischen den traurig schwarzen Oleander-Töpfen erscheinen wie Litfass-Säulen, sie behindern die Sicht. Die darin integrierten Telefonanlagen sind ebenso verschämt versteckt und verdreckt wie der an sich nützliche Briefkasten - eine schlechte Visitenkarte für die Touristen-Stadt Basel. Schlicht unnötig an diesem Standort ist der mit allerlei künstlicher Süssigkeit alimentierte Verpflegungs-Automat.

Nicht bestritten sind das Info-Karbäuschen und das Schmalst-WC für Wagenführende.

Keine neuen Boxen wegen Automaten

Mehrere von OnlineReports befragte Politiker teilen Büttikers Meinung. "Nicht traurig" über das Entfernen der Stahl-Verpackung wäre auch FDP-Grossrat Christian Egeler: "Wegen den Automaten würde ich keine neuen Häuschen bauen." Im Gegenteil: "Ich kann mir gut vorstellen, darauf zu verzichten." Wichtig ist für den freisinnigen Politiker, dass die Automaten schnell erkannt und gefunden werden.

Auch DSP-Grossrat und Regierungsratskandidat Stephan Maurer empfindet die Verpackungs-Architektur "nicht als Augenweide". Er würde die Tatsache einer Anpassung oder einer Erneuerung "bedauern". Ein "schlankes und einfaches Billet-Gerät", das auch von hinten als solches erkannt wird, wäre ihm "lieber". er frage sich, so Maurer, weshalb immer "110-prozentige Luxus-Lösungen" gefunden werden müssen, die nicht einmal im Sinne des Benutzers seien.

An diesem Punkt setzt auch die Kritik der grünen Basler Nationalrätin und ehemalige BVB-Verwaltungsrätin Anita Lachenmeier an: Die Automaten seien "etwas versteckt".  Würden sie freigelegt, wären sie - vor allem für Touristen – aus der Distanz "kundenfreundlicher". Lachenmeier: "Ich war noch nie ein grosser Fan der Metall-Häuschen und hoffe, dass bei einer Überarbeitung des Konzepts die Bedürfnisse der Kundschaft berücksichtigt werden."

Noch keine Anfrage an Stadtbildkommission

Ob künftig metallene Blech-Kuben zum Versteckspiel animieren oder blanke TNW-Identitätsträger das Erscheidnungsbild des Centralbahnplatzes prägen, bleibt somit umstritten. Gemäss Hanspeter Müller, dem Präsidenten der Basler Stadtbildkommission, erfolgte bisher "noch keine offizielle Anfrage".

28. Mai 2008


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"Weg mit den Hüllen der TNW-Automaten"

Schon wieder eine so tolle Fehlplanung auf dem unübersichtilichen Bahnhofplatz, unglaublich. Selbst die Trämli- und BusführerInnen haben keinen Platz, um ihr Geschäft in einer "normalen Toilette" zu erledigen. Weg mit den Hüllen der TNW-Automaten. Wir schätzen uns doch glücklich, grüne und gelbe Trämlis/Busse zu besitzen, dem Bahnhofplatz würde ein wohltuender grüner oder gelber Farbtupfer als Ticket-Automat gut tun - oder nicht?

 

Auch der total verschmutzte Briefkasten wie die Blumentöpfe versperren ein Durchkommen für Behinderte und Passagiere, so dass der gefährliche Hindernislauf auf dem Centralbahnplatz nach den richtigen Denkanstössen von OnlineReports einmal richtig angegangen werden könnte.

 

Bestimmt lesen die Stadtplaner Ihre Zeilen und wir freuen uns auf eine gute, sinnvolle Lösung.


Yvonne Rueff-Bloch, Basel



"Diese Billet-Büchsen passen zur so genannten Stadtgestaltung"

Design oder nicht sein, das ist hier die Frage. Billet-Automaten sollen offenbar lieber nicht sein, auch wenn versteckte Automaten ein Widerspruch in sich sind. Diese "Meisterleistung" passt zum Basler Trend der grassierenden so genannten Stadtgestaltung: Zu kleine und zu wenig, dafür stromlinienförmige Abfalleimer, genormte Beizenstühle, wasserspeichernde Sitzbanküberzüge, künstlicher Himmel über der Freien Strasse. Wann kommen wir Menschen dran? Immerhin liefern die Billet-Büchsen ein gutes Fasnachtssujet!


Barbara Alder, Grossrätin, Basel


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"Ein Denkmal des Kalaschnikow-Erfinders wird zur Spott objekt"

Basler Zeitung
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vom 6. Oktober 2017
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Korrektorat in Chur. Wird zur Spott objekt.

"Und übrigens ..."

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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Da die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung in Basel-Stadt im kommenden Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent ansteigen, passt die Regierung die Prämienbeiträge des Kantons für Haushalte mit bescheidenem Einkommen im gleichen Umfang an.

• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.

Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.