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"Führungskulturelle Differenzen": Abgetretener Basler Polizei-Chef Lips

Polizei-Kommandant Gerhard Lips ist weg vom Fenster

Sicherheitsdirktor Baschi Dürr trennt sich nach zahlreichen Affären von seinem Polizei-Chef


Von Peter Knechtli


Der Basler Polizeikommandant Gerhard Lips ist ab sofort nicht mehr im Amt: Zahlreiche Affären und Probleme mit Polizeioffizieren haben ihn die Stelle gekostet.


Was sich abgezeichnet hat, ist nun eingetreten: Der Basler Sicherheitsdirektor Baschi Dürr trennt sich per sofort von Polizeikommandant Oberst Gerhard Lips (56, Bild oben), wie das Departement heute Freitagmorgen mitteilte. Ebenfalls per sofort übernimmt Oberstleutnant Martin Roth (kleines Bild) interimistisch das Polizeikommando.

"Differenzen im oberen Kader"

Laut der Medienmitteilung hätten "verschiedene führungskulturelle Differenzen im oberen Kader trotz einer externen Unterstützung die Leitung der Kantonspolizei Basel-Stadt erschwert". Deshalb seien Dürr und Lips "gemeinsam zum Schluss gelangt, dass es einen personellen Wechsel an der Spitze der Kantonspolizei braucht". Die Trennung sei "einvernehmlich" erfolgt, wie es in solchen Fällen jeweils sibyllinisch heisst.

Die Basler Regierung hat die Trennungsvereinbarung, die unter anderem die Abfindungssumme und verschiedene weitere Punkte regelt, letzten Dienstag genehmigt. Über deren Inhalt wurde Stillschweigen vereinbart, hält sich das Communiqué knapp, während es dann immerhin Raum für den etwas merkwürdigen Hinweis findet, dass die Trennung "nicht im Zusammenhang mit der Untersuchung von Professor Felix Uhlmann oder anderen Personalfällen in der Kantonspolizei, über die jüngst berichtet worden ist", erfolgt sei.

Immer neue Affären

Lips war in den vergangenen Monaten verstärkt in den Fokus gerückt, nachdem verschiedene Affären wie jene über Dienstwagen-Privilegien für Polizeioffiziere, angebliche sexuelle Übergriffe eines Polizisten und den Verdacht auf den Missbrauch polizeilicher Datenbanken durch die Medien bekannt gemacht worden waren.

Immer neue Vorwürfe liessen Lips' Führungsqualitäten in fragwürdigem Licht erscheinen. Dazu gehören auch die "auffälligen Pro Erdogan-Aktivitäten" eines türkischen Polizisten im Basler Korps. Lips war darüber durch die Nachrichtendienste informiert worden, verzichtete jedoch sowohl auf Massnahmen gegenüber dem Mitarbeiter als auch auf eine Information an Departements-Chef Dürr.

Rolf Meyer kommt nicht zum Zug

Bemerkenswert an der nun getroffenen Lösung ist, dass mit Oberstleutnant Martin Roth der Stabs-Chef die temporäre Leitung des Kommandos übernimmt, und nicht Lips-Stellvertreter Rolf Meyer, der, in der Nähe von Frick wohnend, selbst in die Dienstwagen-Geschichte verwickelt war. Roth gilt als fähiger Macher. So war er zuständig für die Fussball-EM 2008 oder für das OSZE-Treffen vom Dezember 2014 in Basel.

Die Stelle des Basler Polizeikommandanten wird in den kommenden Wochen ordentlich ausgeschrieben. Sofern sich Departements-Chef Dürr für eine interne Lips-Nachfolge entscheiden sollte, stünde neben Roth auch Major Peter Kötter, der Leiter der Abteilung Spezialformationen, im Vordergrund. Er hat sich von der Pike auf hochgearbeitet und ist im Korps sehr anerkannt. Ob er sich für den Posten interessiert, entzieht sich unserer Kenntnis.

Der Zürcher Gerhard Lips war Ende März 2009 als Nachfolger von Roberto Zalunardo zum Basler Polizeikommandanten gewählt worden.

26. Mai 2017

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"Der Wurm ist in diversen Stellen drin"

Ob der Wechsel etwas bringt, ist sehr zu bezweifeln, hat doch Gerhard Lips ausgesagt, dass im Kader kein Wille zu spüren wäre, überhaupt etwas zu verändern. Das zeigt doch, das noch an diversen anderen Stellen der Wurm drin ist. Der neue Chef muss da ein grosser Zauberkünstler sein. Wie wär’s, wenn sich Baschi Dür selbst da mal richtig exponieren würde, statt nur ein Bauernopfer zu präsentieren? Oder hat er Angst vor seinen internen Wählern?


Bruno Heuberger, Oberwil


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"Die Idee einer minimalen Mindeststeuer für alle sei (...) diskutiert, aber wieder verworfen worden."

BZ Basel
vom 27. November 2018
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Ist mit "minimaler Mindeststeuer" die Rückerstattung gemeint?

RückSpiegel


Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Die NZZ nimmt in ihren Hintergrund-Artikel über "Basel in der Abseitsfalle" auf einen OnlineReports-Leitartikel Bezug.

Eine Kolumne in der Basler Zeitung erinnert daran, dass OnlineReports über die Verlegung der Tram-Haltestelle vom Spalentor in die Spalenvorstadt berichtet hat.

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Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

Die Nachrichtenagentur SDA erwähnt OnlineReports und seine schwarzen Zahlen seit zwanzig Jahren im Zusammenhang mit der Einstellung der "Tageswoche".

Der Basler Zeitung fiel in einem Leserbrief in OnlineReports auf, dass der frühere Baselbieter Polizeisprecher auf der SVP-Liste für den Landrat kandidiert.

Telebasel, nau.ch und 20 Minuten bezogen sich in ihren Beiträgen über Sachbeschädigungen gegen die Jüdische Genossenschafts-Metzgerei auf OnlineReports.

Im Interview mit Claudia Sigel geht die Basler Zeitung auf eine Aussage der Baselbieter CVP-Präsidentin Brigitte Müller in einem OnlineReports-Interview ein.

In ihrem Bericht über das Ja der Wettbewerbs-Kommission zur Übernahme der "Basler Zeitung" durch Tamedia erwähnt die NZZ auch OnlineReports.

Die BZ Basel, Telebasel und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-Nachricht vom Tod der FCB-Legende Peter Ramseier auf.

Prime News geht in ihrem Überblick über die Perspektiven des Medienplatzes Basel auch auf OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung geht in ihrem Bericht über den "Spagat der CVP-Präsidentin" Brigitte Müller auf ihre Aussagen im OnlineReports-Interview ein.

Die Basler Zeitung, die Basellandschaftliche Zeitung, Prime News und Telebasel zitierten in ihren Berichten zur Baselbieter CVP aus dem OnlineReports-Interview mit Parteipräsidentin Brigitte Müller.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Henriette Götz wird am 1. Mai 2019 die Nachfolge von Danièle Gross als Kaufmännische Direktorin am Theater Basel antreten.

• Mit 12'673 Studierenden und Doktorierenden, die sich im Herbstsemester 2018 für ein Studium an der Universität Basel eingeschrieben haben, ist die Gesamtzahl der Studierenden im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen.

• Der EuroAirport begrüsste am 4. Dezember seinen 8 Millionsten Passagier und erzielte damit die höchste Jahres-Frequenz seit Gründung im Jahr 1946.

Erik Rummer (48) ist seit 2002 bei den IWB, seit 2016 als Leiter Public Relations, übernimmt auf Jahresbeginn die Leitung des Bereichs Kommunikation & Marketing und folgt damit auf Lars Knuchel, der sich selbstständig macht.

• Die Baselbieter Regierung will bei der Staatssteuer den Vergütungszins für das Jahr 2019 bei 0,2 Prozent belassen, ebenso bleibt der Verzugszins bei 6 Prozent.

• Die Bau- und Raumplanungs-Kommission des Basler Grossen Rates spricht sich für den Neubau von Staatsarchiv und Naturhistorischem Museum im St. Johann-Quartier aus.

Matthias Gysin, heute Verwaltungsleiter in der Gemeinde Aesch, wird ab 1. April 2019 neuer Geschäftsführer des "Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden" (VBLG) und Nachfolger von Ueli O. Kräuchi.

• Das Projekt eines Ozeaniums des Basler Zoos hat mit starkem Wellengang zu kämpfen: Das gegnerische Komitee reichte fast 5'000 Referendums-Unterschriften ein, wodurch es zu einer Volksabstimmung kommen wird.

Yvette Harder wird per 18. März 2019 neue Generalsekretärin des Basler Finanzdepartements und damit Nachfolgerin von Alexandra Schilling, die in die Kommandoabteilung der Kantonspolizei wechselte.

• Der frühere Baselbieter SP-Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli übernahm an der ordentlichen Mitgliederversammlung des Fördervereins Universität Basel von Jean-Luc Nordmann das Präsidium.

• In weniger als sieben Wochen sammelte das parteiunabhängige Komitee "Kein Parkhaus unter dem Tschudi-Park" mehr als 3500 Unterschrift'en für seine Petition.

• Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal für das Jahr 2019 einen Teuerungsausgleich von 1,4 Prozent auszurichten.

Elena Hermann wird neue Leiterin der Staatlichen Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten Basel-Stadt und löst Ernst Jost ab, der per Ende Jahr in Pension gehen wird.

• Das Basler Komitee gegen die kantonale Vorlage zur "Steuervorlage 17", das sich aus linken Parteien und Gewerkschaften rekrutiert, hat 3'300 Unterschriften für das Referendum gesammelt.

Andreas Häner, von 2009 bis 2015 schon Vorstandsmitglied, wird neuer Geschäftsführer des Basler Heimatschutzes und damit Nachfolger von Paul Dilitz, der nach elfjähriger Tätigkeit in den Ruhestand tritt.

Daniel Roth (61) wird im Baselbiet neuer Leiter des Rechtsdienstes von Regierung und Landrat, als Nachfolger von Hans Jakob Speich, der sich vorzeitig pensionieren lässt.

Irene Heinimann wird neue Baselbieter Kantonsapothekerin und folgt als bisherige Stellvertreterin auf Hans-Martin Grünig, der Ende Dezember in Pension geht.

• Vertiefte Kostenkontrollen zum Umbau der Kunsteisbahn Sissach zur geschlossenen Halle zeigen, dass der Bau bis zu zehn Prozent teurer wird als vorgesehen.