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"Der Mensch ist die Katastrophe": Basler Nachhaltigkeits-Pioniere*

Basel soll Standort für internationalen Energiegipfel werden

Einiges hat das Basler Energieform sun21 erreicht, aber genügen kann dies bei weitem nicht


Von Ruedi Suter


Noch sind gewaltige Anstrengungen nötig, um auf breiter Front die erneuerbaren Energien durchzusetzen. Dies das Fazit der heutigen Jubiläumsfeier der Sun21, des nunmehr zehn Jahre alten Forums für nachhaltige Energieformen.


Der Zustand der Erde erfordere wesentlich mehr Mut, mehr Entschlossenheit und mehr Tatkraft, um den schnell wachsenden Umweltproblemen entgegentreten zu können. Dies verlangte der Basler Regierungsrat Christoph Eymann in seiner Rede am "Faktor 4-Festival" zur Eröffnung der 10. internationalen Sun21 von heute Freitag in Basel. Seine Forderung verstärkte der Mitbegründer dieses Basler Forums für erneuerbare Energien und Energieeffizienz mit konkreten Vorschlägen:

Die Schweiz solle zu einem internationalen Energiegipfel nach Basel laden und einen weltweiten Fonds ins Leben rufen, um den Schwellenländern die energiepolitischen Irrwege der Industriestaaten vermeiden zu helfen. Auch solle die Schweiz einen Kredit für die nächsten Jahre zur Verfügung stellen, mit dem die Forschung und Entwicklung im energietechnischen Bereich "massiv verstärkt wird". Im Zusammenhang mit der drohenden Klimakatastrophe, so Eymann weiter, sei "nicht das Klima, sondern der Mensch" die Katastrophe.

"Misslungen": Sensibilisierung der Bevölkerung

In seinem Rückblick auf die letzten zehn Jahre beschrieb der frühere Nationalrat und heutige Erziehungsminister das Wachsen der "Basler Energiephilosophie", die vor allem weitsichtigen Persönlichkeiten wie Martin Vosseler, Andreas Nidecker, Daniela Schlettwein, Markus Real, Ruedi Rechsteiner, Pierre Fornallaz, Gallus Cadonau und anderen zu verdanken sei. Diesen Fachleuten müssten allerdings in Zukunft Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bildungsinstitutionen noch viel entschiedener zur Hand zu gehen, um rasch die dringend notwendige Energiewende herbeiführen zu können.

Denn allzu viel sei in den letzten Jahren missraten. Weder sei es gelungen, so Eymann kritisch, "die Bevölkerung noch mehr für den sorgfältigen Umgang mit Energie zu sensibilisieren" oder "die politischen Verantwortlichen auf Bundesebene zu motivieren oder zu zwingen, energiepolitisch mutiger Planungen und Entscheide umzusetzen", noch "unsere Universität und unsere Fachhochschule zu einem international renommierten Kompetenzzentrum für energiepolitische und energietechnische Themen auszugestalten".

Keine Schweizer Spitzenposition

Zudem hätten keine Firmen angesiedelt werden können, die zugunsten erneuerbarer Energien und Energieeffizienz-Steigerung im Planungs- und Fertigungsbereich wirkten. Christoph Eymann: "Es ist uns in diesen zehn Jahren nicht gelungen, die Schweiz in eine Spitzenposition in diesem wichtigen Bereich der Zukunftsgestaltung zu positionieren."

Dann überreichte Eymann der Mannschaft des erfolgreichen Transatlantik-Sonnenkatamarans "sun21" und den wichtigsten Unterstützerinnen und Unterstützern der jährlichen Energiekonferenz einen Penan-Bastring seines 2000 in Sarawak verschollenen Freundes Bruno Manser, dessen beispielloses Engagement für die Lebensgrundlagen vorbildlich gewesen sei.

Nidegger für Schlettwein

"Ja, es muss ein Ruck durch unsere Reihen gehen. Wir haben jetzt genügend sensibilisiert, motiviert und vernetzt", assistierte Regierungsrätin und Baudirektorin Barbara Schneider ihren Kollegen aus dem Erziehungsdepartement. Sie erwarte, dass sich sun21 in 10 Jahren auflöse. Der Grund: "Weil es sie nicht mehr braucht. Weil wir bis dann nämlich die grossen Alternativ-Kraftwerke - Stichwort Biomasse - installiert haben, weil wir uns in grossem Stil an Windkraftfarmen beteiligt haben, weil wir nur noch Minergie-P-Gebäude bauen, weil wir endlich eine Fahrzeugsteuer eingeführt haben, welche diejenigen belohnt, denen eine halbe Tonne genügt, um sich automobil fortzubewegen, weil wir dank der Initiative von sun21 eine CO2-freie Verwaltung haben, weil wir dann immerhin wenigstens die 3000-Watt-Gesellschaft erreicht haben."

Sodann dankte Barbara Schneider der Ärztin und zurücktretenden Sun21-Präsidentin Daniela Schlettwein für ihre Verdienste und begrüsste deren Nachfolger, den Medizinprofessor Andreas Nidegger.

Preisverleihung für "weltweit beste Energieprojekte"

Paul Burger, Präsident des "Faktor 4-Clubs", hatte die zahlreichen Gäste willkommen geheissen und dessen Ziel - halbierter Energieverbrauch bei einer Verdoppelung des Wohlstands - als nach wie vor realisierbar bezeichnet. Als neuer Höhepunkt am traditionellen "Faktor 4"-Festival wurde erstmals mit einem frisch entwickelten Preis die "weltweit besten Energieprojekte" (Programm) nach Basel gebracht.

Neun angereiste Preisträgerinnen und Preisträger aus Abu Dhabi, China, Indien, Kenia, Schweden und den USA, die mit neuen Standards beim Einsatz sauberer Energielösungen aufgefallen sind, erhielten bei der feierlichen Zeremonie im Kongresszentrum der Messe Basel einen "World Clean Energy Award". Die Jury unter dem Vorsitz des deutschen Wissenschaftlers Ernst Ulrich von Weizsäcker hatte die Arbeiten von insgesamt 70 Kandidatinnen und Kandidaten aus 20 Ländern geprüft, die ihnen unter anderem vom renommierten Worldwatch Institute vorgeschlagen worden waren.

* v.l.n.r.: Martin Vosseler, Daniele Schlettwein, Barbara Schneider, Andreas Nidegger, Pierre Fornallaz und Christoph Eymann.

16. Juni 2007


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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

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Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

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• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

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• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

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• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

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• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.